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Vom Znacht direkt in die Lunchbox: So werden Reste zum Festschmaus im Büro

Die Lunchbox hat ihren schlechten Ruf nicht verdient. Wer beim Znacht eine Portion mehr kocht, spart Geld, vermeidet Foodwaste und freut sich am nächsten Mittag über Curry, Linsensalat oder Parmigiana.
Mirowellen in Pausenräumen machen Kantinen und Restaurants zunehmend Komkurrenz. (Bild: FreshSplash)
Ein Festschmaus im Büro (Bild: Kaspar Enz)
Nahrhaft und gesund: Linsensalat mit ein paar Pouletstreifen. (Bild: Kaspar Enz)
Lauwarm oder kalt noch besser als frisch. (Bild: Kaspar Enz)
Ostbröckli-Autor Kaspar Enz. (Bild: Benjamin Manser)

Spüren Sie die Inflation in den Menükarten der Beizen? Hängt Ihnen das immergleiche Buffet in der Kantine zum Hals raus? Sind die Kolleginnen und Kollegen, mit denen Sie gern Mittagessen würden, mal wieder im Home Office? Oder fehlt Ihnen schlicht die Zeit?

Sporadische Umfragen in den letzten Jahren lassen jedenfalls vermuten: Restaurants und Kantinen haben ernsthaft Konkurrenz bekommen. Nicht nur Take-away-Stände jagen ihnen die Kundschaft ab, sondern zunehmend auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selber, die noch am Bürotisch ihren Lunch auspacken oder ihn im Pausenzimmer in die Mikrowelle schieben.

Manche wollen dabei die Lunchbox vom Ruf der Resteverwertung befreien und verbringen den Sonntag mit aufwändigem «Meal Prep» («Essensvorbereitung»). Dabei gibt es keinen Grund, diesen Ruf abschütteln zu wollen: Resteverwertung ist nachhaltiger, schmeckt oft besser als Fast Food oder so manches, was die Kantine zwar wöchentlich kocht, aber immer noch nicht richtig gut. Und besser als Foodwaste ist es sowieso.

Dafür reicht es, schon beim Znacht den Bürolunch mitzudenken. Denn nicht alles ist morgen in der Box noch so gut wie frisch aus der Pfanne. Doch gerade geschmortes schmeckt aufgewärmt oft noch besser als frisch. Und manches muss bei weitem nicht so heiss gegessen werden wie es gekocht wurde.

Ein Curry für alle Fälle

Zum Znacht zu Hause ebenso gut wie zum Lunch im Büro ist ein einfaches Curry. Mit Reis oder Naan ist es nicht nur mikrowellentauglich. Es ist auch eine gute Methode, um Liegengebliebenes aus dem Gemüsefach zu verwerten. Für unser Rezept haben wir eine Süsskartoffel verwendet. Für Blumenkohl oder Broccoli, Zucchini, Karotten oder Bohnen ändert sich am Rezept aber wenig.

Ein Festschmaus im Büro (Bild: Kaspar Enz)
Einfaches Curry
  • 1 grosse Zwiebel
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 Stück Ingwer, etwa daumengross
  • Peperoncini oder Chili nach Geschmack
  • Je ca. 1 TL Kreuzkümmel, Koriander, Kurkuma, Currypulver, Garam Masala
  • 1 Büchse geschälte Tomaten
  • 250 ml Kokosmilch
  • 1 Büchse Kichererbsen
  • Gemüse, wie Süsskartoffel, Brokkoli, Zucchini, Karotten, Spinat...
  • Frischer Koriander oder getrocknete Bockshornklee-Blätter

Die Zwiebeln vierteln und in Streifen schneiden und in Butter, Ghee oder Öl einige Minuten andünsten. Chili hacken und dazugeben. Ingwer und Knoblauch pressen oder reiben, vermischen, mitdünsten, Gewürze bis aufs Garam Masala zufügen. Einige Minuten köcheln lassen. Tomaten zufügen, salzen und einkochen. Gemüse und Kichererbsen zufügen, mit Wasser bedecken, aufkochen, ca 20 Minuten köcheln lassen. Nach etwa der Hälfte der Zeit die Kokosmilch zufügen und weiterkochen. Kurz vor Schluss Garam Masala und Kräuter zugeben.

Mit Reis – am besten aus dem Reiskocher – oder Naan servieren. Und gleich nach dem Essen eine Box für morgen füllen.

Ein Salat, der nur besser wird

Auch Salate eignen sich durchaus für einen Zmittag am Arbeitsplatz, allerdings sollten diese schon einigermassen nahrhaft sein und nicht so schnell lampig werden. Mediterrane Kartoffelsalate hingegen machen nicht nur satt, sie schmecken nach einem Tag im leichten Dressing nur noch etwas besser. Das Gleiche gilt für Salate nach orientalischen Vorbildern: Sie bestehen oft vorwiegend aus fein geschnetzeltem Gemüse, vielen Kräutern, dazu kommen nahrhafte Zutaten wie Kichererbsen, Linsen, Couscous oder Bulgur – und ein frisches Dressing aus Zitronensaft. Und wer noch ein paar Streifen Poulet übrig hat, kann die gleich mit einpacken.

Nahrhaft und gesund: Linsensalat mit ein paar Pouletstreifen. (Bild: Kaspar Enz)
Mediterraner Linsensalat
  • 1 Handvoll Linsen
  • 1 spitze Peperoni
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 kleine Gurke
  • 1-2 Tomaten oder Cherrytomaten
  • 1 Handvoll Kräuter: Petersilie, Dill, Minze
  • Saft einer halben Zitrone,
  • 1 Zehe Knoblauch,
  • Senf
  • Olivenöl
  • Nach Belieben: Kapern, Feta, Oliven

Die Linsen erst etwa 20 Minuten lang einweichen, dann ähnlich lange kochen, abtropfen. Die Peperoni im Ofen etwa 20 Minuten rösten, bis die Haut Blasen und Farbe bekommt. In Streifen schneiden. Zwiebel in Streifen schneiden, Gurke und Tomate in Stücke schneiden, Kräuter hacken. Alles vermischen, salzen, 15 Minuten stehen lassen. Aus einem Spritzer Senf, gepresstem Knoblauch, dem Zitronensaft und 2 EL Olivenöl ein Dressing anrühren. Alles vermischen.

Was lange steht, wird endlich gut

Lauwarm oder kalt noch besser als frisch. (Bild: Kaspar Enz)

Der süditalienische Gemüse- und Käse-Auflauf Parmigiana ist heiss und frisch ganz gut. Lauwarm oder gar kalt mit einem Stück Brot am nächsten Tag sogar noch etwas besser. Deshalb gibt es fast keinen besseren Lunch zum Mitnehmen als eine Box voll mit der käsigen Köstlichkeit. Eigentlich macht man sie ja mit Auberginen. Doch wer im Garten eben noch eine fast vergessene, zu gigantischer Grösse gewachsene Zucchetti hat, und noch Tomatensauce vom Vortag, der kann damit fast nichts Besseres machen als eine Parmigiana di Zucchini.

Parmigiana die Zucchini
  • 1 grosse Zucchini, mindestens 500 Gramm
  • Tomatensauce
  • ca. 250 Gramm Mozzarella
  • Parmesan
  • Basilikum

Die Zucchini in knapp 1 cm dicke Scheiben schneiden, auf ein Blech legen. Mit etwas Olivenöl beträufeln und etwa 20 Minuten backen. Dann einige Esslöffel Tomatensauce in eine Auflaufform verteilen. Eine Schicht Zucchini darüber legen, dann wieder etwas Sauce darauf verteilen. Nun den Mozzarella gezupft oder in dünne Scheiben darauf verteilen, etwas Parmesan darüber reiben, Etwas Basilikum darüber verteilen. Weiter schichten, bis die Zucchini aufgebraucht ist. Mit Käse abschliessen. Den Auflauf etwa 40 Minuten backen. En Guete!

Ostbröckli-Autor Kaspar Enz. (Bild: Benjamin Manser)
 
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