Viele haben selber Hand angelegt: Schon wieder neue Gwändli für die Lichtensteiger Guggenmusik
Es gibt Guggenmusiken, die erkennt man sofort, weil ihre Kostüme schon über Generationen praktisch gleichgeblieben sind. Auch die Städtlischränzer kennt man - allerdings aus dem genau gegenteiligen Grund. Ihnen gelingt es immer wieder, sich neu zu erfinden. Das gilt insbesondere für die «Gwändli», welche alle zwei Jahre das Design wechseln.
Am Freitagabend, kurz nach 22.30 Uhr, war es wieder einmal so weit. Das bisherige rot-schwarze Kostüm wurde unter dem Motto «Hey, wir woll’n die Eisbär’n sehn» durch ein weiss-bläulich eisig schimmerndes Kostüm abgelöst, als die Städtlischränzer in der fasnächtlich herausgeputzten Kalberhalle ihren ersten Auftritt hatten. Doch nicht nur sie waren «eisbärig» geschminkt und gekleidet. Etliche Fans der Lichtensteiger Guggenmusik hatten sich eigens für diesen Abend als Eisbären verkleidet oder sich zumindest ein eisbärenhaftes Accessoire umgehängt, aufgesetzt oder sonst wie herumgetragen.

Etwa die Hälfte hat selbst genäht
«Wir haben uns von dem Fantasyfilm «Der goldene Kompass» inspirieren lassen. Dort kommt auch ein riesiger Eisbär vor», erzählt Jolanda Zgraggen, die zum einen der fünfköpfigen Kostümkommission angehört, und zum anderen in der «Gugge» Posaune spielt. Gut 18 bis 20 Stunden dauerte die Fertigung eines solchen Kostüms. «Unsere Gugge zählt 38 Mitglieder. Rund die Hälfte von uns hat sich das Gwändli selbst genäht. Die anderen haben es nähen lassen», sagt Jolanda Zgraggen.
Die Präsidentin der Städtlischränzer, Claudia Lenherr, war nicht nur mit dem neuen Outfit, sondern auch mit dem Verlauf des Abends zufrieden, welcher in und um die Kalberhalle die Fasnacht im Städtli eröffnete. «Wir freuen uns, dass so viele gekommen sind und mit uns feiern», sagte sie schon vor dem eigenen Auftritt. Und auch am Samstagnachmittag hatte sie die letzte Nacht noch in guter Erinnerung. «Wir blicken mit einem prall gefüllten Guggenherz auf unsere Gwändlitaufi. Bis in die frühen Morgenstunden wurde angestossen und gefestet», sagt Claudia Lenherr.

Wie ein Virus, den man haben möchte
Und am allerwichtigsten: «Die Reaktionen auf unser neues Gwändli, die Schminke und die neuen Guggenstückli waren durchs Band positiv. Wir spüren in Lichtensteig einen grossen Rückhalt», sagte die Städtlischränzer-Präsidentin, die in ihre 13. Saison als Guggen-Trompeterin steigt. «Das ist wie ein Virus, diese Guggenmusik. Nur, dass man diesen nicht mehr wegbekommen möchte.»
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