­
­
­
­

Kanton St.Gallen startet neue Online-Steuererklärung: Das sind die wichtigsten Änderungen

In St.Gallen erledigt mittlerweile fast die Hälfte der Steuerpflichtigen ihre Steuererklärung vollständig digital. Die bisherige Software ist allerdings schon über 20 Jahre alt. Jetzt wechselt der Kanton auf eine neue Lösung namens E-Tax SG. Was heisst das für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler?
Schluss mit Herunterladen: Wer im Kanton St.Gallen die Steuererklärung digital ausfüllt, macht das neu direkt im Internet. (Bild: av)

Es ist wieder so weit: Die Formulare für die Steuererklärung landen in den Briefkästen. Im Kanton St.Gallen setzt sich das digitale Ausfüllen und Einreichen immer mehr durch. Von den 320'000 Steuerpflichtigen nutzen inzwischen 44 Prozent die vollelektronische Lösung, wie Felix Sager, Leiter des kantonalen Steueramts, am Mittwoch vor den Medien sagte. Weitere 28 Prozent füllen die Formulare am Computer aus und schicken lediglich die Quittung und die Belege per Post. Der Rest macht die Steuererklärung nach wie vor auf Papier.

Für alle, welche in St.Gallen die digitale Variante nutzen, gibt es dieses Jahr eine wichtige Neuerung. Die gewohnte Steuersoftware wurde aus dem Verkehr gezogen – sie war schon über 20 Jahre alt. Der Kanton und die Gemeinden wechseln auf eine Anwendung namens E-Tax SG. Sie ist webbasiert. Das heisst, man muss kein Programm mehr auf den Computer herunterladen, sondern füllt die Steuererklärung direkt im Internetbrowser aus. Das gilt bereits für die Steuererklärung 2025 - und natürlich für die kommenden Jahre.

Zugang über Portal des Bundes

Der Kanton hat die neue Lösung nicht im Alleingang auf die Beine gestellt.  Zugang zum System erhalten die Steuerpflichtigen über AGOV, das Behörden-Login der Bundesverwaltung. Es ist sicher und erprobt, wie der St.Galler Staatssekretär Benedikt van Spyk sagt.

Die Daten werden neu nicht mehr lokal auf dem privaten Computer gespeichert, sondern zentral abgelegt. Das bedeutet, dass die Nutzerinnen und Nutzer von verschiedenen Geräten auf die digitale Steuererklärung zugreifen können. Neu ist auch, dass man zum Einloggen ein Smartphone braucht.

Das Login ist künftig nicht nur für die Steuererklärung verwendbar, sondern auch für andere elektronische Behördenleistungen, wie van Spyk sagt.

Einwählen wie beim E-Banking

Wie funktioniert das nun genau? Wer die Steuererklärung 2025 digital erledigen will, ruft am Computer die Website www.steuern.sg.ch/etaxnp auf. Dort befindet sich der Link zur Anwendung E-Tax SG.

Anschliessend wird man durch die nötigen Schritte geführt. Am Anfang steht die Einrichtung eines AGOV-Zugangs. Dafür lädt man die AGOV Access App auf das Handy. Wenn die Registrierung abgeschlossen ist, können sich die Steuerpflichtigen einwählen, indem sie den QR-Code mit der AGOV Access App scannen. Das Ganze funktioniert ähnlich wie beim E-Banking.

Nach dem Anmelden via AGOV kann die Nutzerin oder der Nutzer die Anwendung E-Tax SG starten. Die Zugangsdaten für die konkrete Steuererklärung findet man wie gewohnt auf dem Papierformular, das man vom Steueramt per Post zugeschickt bekommen hat.

Support auf diversen Kanälen

Die digitale Steuererklärung hat ein neues Design, funktioniert aber ähnlich wie früher. Auch das Importieren von Vorjahresdaten ist möglich, wie Co-Projektleiter Christian Hollenstein sagt. Somit muss man trotz des Systemwechsels nicht alles komplett neu eintragen. Zu den Neuerungen im Programm gehört ein Steuerrechner, der direkt angibt, wie hoch die Steuern ausfallen werden. Natürlich ist die Zahl provisorisch.

Wer Startschwierigkeiten mit dem neuen System hat, erhält Hilfe auf verschiedenen Kanälen. Über die erwähnte Website sind Erklärvideos, Anleitungen und weiterführende Kontakte zu finden. Die Nummer für den telefonischen Support lautet 058 229 10 10. Schriftliche Anfragen sind über die Website möglich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in den kommenden Wochen werktags von 8 bis 21 Uhr zu erreichen, am Wochenende von 13 Uhr bis 19 Uhr.

Nebst dieser technischen Änderung gibt es einige inhaltliche Anpassungen bei den Steuern in St.Gallen. Dazu gehört die Erhöhung des maximalen Fahrkostenabzugs von 4595 auf 8000 Franken. Sie gilt ab dem Steuerjahr 2025. Das wird den Kanton voraussichtlich vier Millionen Franken an Steuereinnahmen kosten, für die Gemeinden sind es 4,3 Millionen.

 
Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Kommentare
Keine Kommentare

    Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben

Kommentare hinzufügen

Ähnliche Artikel

«Ungleichbehandlung wird korrigiert»: Keller-Sutter eröffnet Abstimmungskampf

Finanzministerin Karin Keller-Sutter wirbt für die Einführung der Individualbesteuerung. Die Heiratsstrafe werde damit abgeschafft, Erwerbsanreize erhöht. An die Kantone hat sie eine klare Botschaft.
13.01.2026
AboPrecision Valley

Mit Röntgenstrahlen in die Zukunft

Das Röntgen entwickelte sich von der Jahrmarktsattraktion zur unverzichtbaren Methode in der modernen Medizin.
13.06.2025
AboEin Blick hinter die Kulissen

«Geht nicht, gibt es für mich nicht»

Ein guter Ton und ein perfektes Bild sind nicht nur bei der Arbeit entscheidend. Damit alles funktionieren kann, braucht es ein Team an Spezialisten. Lehner Akustik ist einer dieser Spezialisten.
10.06.2025

Wettbewerb

3x2 Tickets für die «Törmleparty 2026» zu gewinnen
Törmleparty 2026

Umfrage der Woche

Hat das Unglück in Crans-Montana Ihr Sicherheitsgefühl beim Ausgehen beeinflusst?
­
­