Was koche ich, wenn der Kühlschrank leer ist? Unsere fünf Lieblingsrezepte fürs Januarloch
Alles in den Backofen und Feta obendrauf

Mein Grossvater war sehr organisiert in der Küche. Schon am Samstag wusste er, was er die ganze kommende Woche über kochen wird. Auf einem Wochenplan hielt er die Menüs fest. Das erleichterte ihm den Einkauf. Das half ihm aber auch, sich ausgewogen zu ernähren. Und: Er hatte nie zu viel Ware im Kühlschrank, nie zu wenig.
Es gibt Tage, da wünschte ich mir, ich wäre so organisiert beim Kochen wie mein Grossvater. Dann gäbe es die Momente nicht, in denen sich jemand einen Kuchen wünscht, aber alle Eier aufgebraucht sind. Kein Kuchen also.
Was unser Kühlschrank immer hergibt, auch wenn er leer aussieht, ist Ofengemüse. Der Brokkoli hätte eigentlich in die Quiche gehört. Doch plötzlich hatten alle Lust auf Spaghetti. Nun welkt der Brokkoli vor sich her. Irgendeinem Gemüse geht es meist so.
Es kommt dann in den Ofen, mit Zwiebeln, ein paar Kartoffeln und einem Feta, die eigentlich immer da sind. Das Gute am Heissluftgrill im Ofen: Unter ihm brutzelt alles solange, bis man nicht mehr erkennt, ob die Zutaten noch in voller Pracht oder schon welk waren. Auch aus schon lahmem Gemüse zaubert er Knuspriges. Das Gute am Ofengemüse: Alle lieben es. Und der Feta wird in der Hitze so cremig, dass er jede Sauce ersetzt.
Zutaten für 4 Personen- Brokkoli, Karotten, Zucchetti, Kürbis oder was sonst so in der Gemüseschublade liegt und nicht mehr ganz frisch aussieht
- Kartoffeln
- Zwiebeln
- Feta
- Salz und Pfeffer oder je nach Geschmack Baharat
- Öl
Das Gemüse und die Kartoffeln waschen und in nicht zu kleine Stücke schneiden. Die Zwiebel rüsten und ebenfalls in Stücke schneiden. Alles in eine Schüssel geben, mit Öl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Auch Baharat passt gut dazu. Die Gemüsemischung ein paar Minuten stehen lassen und dann auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Eine Ecke für den Feta frei lassen. Rund 20 Minuten bei 200 Grad im Ofen backen.

Penne, Tomaten und Thon

Zum eisernen Vorrat in unserem Haushalt gehören verschiedene Teigwaren und Büchsentomaten. Wenn man nicht recht weiss, was gekocht werden soll, oder wenn überraschend Gäste einfallen – mit diesen beiden Grundnahrungsmitteln – das sind es doch, oder? - lässt sich immer etwas machen. Ebenfalls zum Notvorrat gehören drei, vier Büchsen Thon und meist auch ein Gläschen Kapern, ebenfalls eine Allzweckzutat.

Damit lässt sich ein ebenso einfaches wie wunderbares Gericht zubereiten: Penne an einer Tomaten-Thon-Sauce mit – fakultativ – Kapern und/oder gehackter Petersilie. In einer Pfanne wird etwas Olivenöl erhitzt und darin sorgfältig ein wenig gehackter Knoblauch gedünstet. Jetzt kommen gehackte Tomaten dazu. Kurz aufkochen und dann die Hitze zurückdrehen. Die Tomaten etwa 25 Minuten köcheln und eindicken lassen.

In der Zwischenzeit die Penne al dente kochen. Den Thon abtropfen lassen und mit einer Gabel mehr oder weniger fein zerteilen. Zu den Tomaten geben, ebenso grob gehackte Kapern. Alles gut vermischen, warm werden lassen und dann mit Salz und Pfeffer abschmecken, allenfalls auch mit einer Prise Zucker. Die Penne dazugeben und in der Sauce wenden. Zum Servieren in eine vorgewärmte Schüssel geben und mit gehackter Petersilie bestreuen. Schmeckt einfach köstlich!
In diese Suppe passen alle Reste

Eine schrumplige Kartoffel, ein halbes Rüebli oder etwas Wirsing: Irgendein Überbleibsel aus dem Gemüseabo liegt meistens noch in der Kühlschrankschublade. Auch wenn ansonsten nur gähnende Leere herrscht. Was es daraus gibt, ist klar: eine Suppe. Hier spielen Mengenangaben keine grosse Rolle und es gibt fast keine Zutat, die sich nicht als Suppe verarbeiten lässt.
Eine Dose Bohnen, eine Handvoll rote Linsen oder ein paar Suppennudeln machen die Mahlzeit noch reichhaltiger.
Zutaten für 3 bis 4 Portionen- Gemüse, gerüstet und in Würfel geschnitten
- Öl zum Anbraten
- eine halbe Zwiebel, fein geschnitten
- 5 dl Gemüsebouillon
- Gewürze, zum Beispiel Thai-Currypaste oder Chilipaste, etwas abgeriebenen Ingwer oder einen Zweig Thymian
- 1 Handvoll rote Linsen
- 1 Schuss Vollrahm oder Kokosmilch
- Salz und Pfeffer

Die Zwiebeln bei mittlerer Stufe gut andünsten, danach das Gemüse mit den Gewürzen dazugeben und alles im Topf rösten. Nun die Linsen und die Bouillon dazugeben, alles während etwa 20 Minuten köcheln und pürieren. Mit Rahm verfeinern und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Wer mag, kann das Gemüse auch in feine Würfel schneiden und zur Bouillon geben, anstatt die Suppe zu pürieren. Ein Höhepunkt ist das Topping. Dazu zum Beispiel altes Brot in Würfel schneiden und in der Pfanne zu Brotcroûtons rösten. Auch etwas knuspriger Speck oder geröstete Kerne passen perfekt.
Kühlschrank-Statisten im Rampenlicht

Eier und Tomaten sind nicht sehr umjubelte Kühlschrankbewohner. Meist spielen sie nur eine Nebenrolle, werden in einen Teig verrührt oder verschwinden neben den Hauptdarstellern in der Sauce. Und doch leisten sie verlässlich ihren Statistendienst, und sitzen stets noch in irgendeiner Ecke des Kühlschranks, auch wenn sich Fleisch und Blumenkohl schon längst verabschiedet haben.
Genau dann ist ihr Moment im Rampenlicht, ihre 15 Minuten des Ruhms - viel länger dauert es auch nicht, um dieses schnelle und anpassungsfähiger chinesische Gericht zuzubereiten. Und viel mehr als Tomate und Ei sind tatsächlich nicht nötig, falls aber noch irgendwo etwas Knoblauch, Ingwer oder eine halbe Frühlingszwiebel auftauchen - nur rein damit.

- 1 -2 Eier
- 1-2 Tomaten (oder mehr, falls vorhanden: Auf ein Ei kommt etwa eine Tomate)
- nach Belieben: 1 Knoblauchzehe, 1 Fingerkuppe Ingwer, gehackt
- Frühlingszwiebel
- 1 EL Reiswein (z.B. Shaoxing), 1 TL Sesamöl, 1-2 TL Sojasauce
- Salz
- Reis
Diese Gemüsepfanne passt sich jedem Kühlschrank an

Reis ist immer vorrätig. Dasselbe gilt für tiefgekühlte Erbsen. Meist finden sich im Kühlschrank noch ein Tofu, einige Rüebli und ein angeschnittener Brokkoli, der weg muss. Auch wenn scheinbar nichts da ist, für meine Lieblingsgemüsepfanne finden sich immer genügend Zutaten.
Denn das Rezept ist sehr variabel. Gemüse können beliebig ersetzt werden, statt Tofu tun es auch Seitan oder Geschnetzeltes und statt Reis kann man Nudeln verwenden – je nach Vorlieben und Vorrat.
Zutaten für 4 Portionen- Reis als Beilage
- 250 Räuchertofu
- 500g Gemüse, zum Beispiel 230g Brokkoli in Röschen, 200g gewürfelte Rüebli und 70g Erbsen aus dem Tiefkühler
- 1 kleine Zwiebel
- 1 EL Sesamöl zum Anbraten
- für Sauce: 8 EL Sojasauce, 8 EL Wasser, 8 EL Sesamöl, 2 TL Agavensirup oder anderes Süssungsmittel
- zum Verfeinern zum Beispiel Pfeffer, Sambal Oelek, Rahm, Sesam
Fleisch oder Fleischersatz in einer weiten Bratpfanne oder einem Wok bei hoher Hitze anbraten, bis er gebräunt ist. In der Zwischenzeit die Sauce in einer Schüssel anrühren und den Reis aufsetzen. Nun die fein geschnittene Zwiebel hinzufügen, danach das Gemüse. Bei hoher Hitze anbraten, dabei ständig in der Pfanne rühren.


Mit der Sauce ablöschen. Hitze leicht reduzieren. Die Sauce einköcheln lassen und warten, bis das Gemüse gar ist. Das dauert in der Regel 15 bis 20 Minuten. Zum Schluss nach Belieben mit Pfeffer und Sambal Oelek würzen und mit einem Schuss Rahm verfeinern. Zum Servieren mit Sesam bestreuen.
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