Von Valhalla bis in den Dschungel: Fasnachtsanlässe im Toggenburg und der Region Wil
Bereits am kommenden Wochenende startet in einigen Gemeinden die Fasnachtssaison. Die Komitees und Guggen liessen sich auch dieses Jahr einiges einfallen.
Wer weder den Valentinstag noch die Fasnacht missen möchte, ist in Niederwil gut aufgehoben. Gefeiert werden dort nämlich der «Superfreitag» und der «Lumpenball» am 13. und 14. Februar unter dem Motto «...im Liebes-Rausch». Bei Kreativitätsblockaden liefert ChatGPT Kostümideen: klassisch als Amor oder modern als Tinder-Match?
Am Nachmittag des 14. Februars finden in Niederwil zudem der Kindermaskenball und ein Umzug statt.
Wil: Welcher Nörgeli brennt dieses Jahr?
Vielleicht kommt der zusätzliche Buchstabe bei der Wiler Fastnacht vom zusätzlich gefeierten Tag. Wie Fasnächtlerinnen und Fasnächtler wissen, beginnt die fünfte Jahreszeit in Wil am 11. Februar mit dem Gümpelimittwoch. Da ist wortwörtlich der Teufel los: Um 19.01 Uhr springen die Wiler Tüüfel aus dem Hoftor. Auch übernimmt an diesem Tag das Prinzenpaar die Regierung der Stadt.

Das Programm geht am nächsten Tag mit dem Kindermaskenball weiter, gefolgt vom Hofnarrenball am Freitag. Nach dem Monsterkonzert am Samstag kommt dann am Sonntag der krönende Abschluss mit dem grossen Fastnachtsumzug. In geraden Kalenderjahren wird jeweils ein Nörgeli verbrannt. 2024 war es Stadtpräsident Hans Mäder – wer wohl dieses Jahr dran glauben muss?
Vom Lenggenwiler Dschungel ins Sirnacher Valhalla
Am Jonschwiler Kultball werden dieses Jahr Märchen- und Süssigkeitenträume wahr. Die Fasnächtler feiern am 30. Januar «Grimm & Gluschtig». Kultstatus hat auch die Lenggenwiler Fasnacht, die vom 6. bis 8. Februar stattfindet. Das Motto «Welcome to the Jungle» ist vielleicht weniger ein wahr gewordener Märchentraum, doch einen Schritt in den Dschungel ohne die gefährlichen Tiere lässt sich dann doch wagen. Wie jedes Jahr feiern die Lenggenwiler am Freitag mit dem Clownball, am Samstag mit dem Lenggiball und am Sonntag mit dem Fasnachtsumzug.
Sirnach wird eine Woche später, vom 12. bis 17. Februar, zum Fasnachts-Schauplatz. Dabei liessen sich die Sirnacher von den Wikingern inspirieren: Valhalla lautet das diesjährige Motto. Eröffnet wird am Donnerstag mit dem Monsterkonzert, Freitag folgt der «Zapfäball», Samstag der grosse Fasnachtsumzug. Am Sonntag kommen dann die Kleinen am Kindermaskenball zum Zug bevor die Saison am Dienstag mit der Füürlizapfä-Verbrennung feierlich beendet wird.
Weitere Anlässe in Wil
In Flawil wird am 30. Januar die Chrazbörschte verliehen, danach startet die Beizenfasnacht. Am 31. Januar findet der Umzug statt. Das Motto «chamermachä» ist ebenso offen wie «weischno» im vergangenen Jahr. Damals sagte Narrenrat-Mitglied Sandro Fischer gegenüber dieser Zeitung, dass damit schliesslich doch noch etwas Kreativität gefragt sein soll.
Im Uzwiler Gemeindesaal veranstaltet die Henauer Gugge am 31. Januar das «Gugge Fescht». Motto ist «Herr der Ringe». Gemäss Veranstaltungsbeschreibung präsentiert der Gastgeber als Höhepunkt «ein musikalisches Abenteuer, das selbst Gandalf staunen liesse».
Bütschwil begibt sich in die Tiefe
Bütschwil taucht bereits eine Woche früher als die meisten in die fünfte Jahreszeit ein. Mit dem Schwanenball und dem Motto «Unterwasserwelten» startet die Gemeinde am Freitag, 6. Februar, in die Fasnacht. Ob sich die Gäste am Schwanenball dem Motto entsprechend kleiden oder dem Wappentier, dem Schwan, huldigen, steht ihnen frei.
Am Samstagabend folgt der Nachtumzug, organisiert von der Bütschwiler Gugge Sprengkommando. Er findet alle zwei Jahre statt. Am selben Abend steht auch der Kostümball auf dem Programm. Den Abschluss bildet die Kinderfasnacht am Sonntag.
Bütschwiler Fasnacht als Ort der Begegnung
Insgesamt erwartet das Fasnachtskomitee (Fako) an den beiden Bällen zwischen 800 und 1'000 Gäste, an der Kinderfasnacht rund 600. Das schreibt Armin Sennhauser, Präsident des Bütschwiler Fako, auf Anfrage. Was er dabei am meisten schätzt, sei, sich mit Bekannten zu treffen und auszutauschen, sowie neue Gesichter kennenzulernen. «In Verbindung mit der Ausgelassenheit, der Party und der Guggenmusik entsteht so eine lebendige Begegnungszone, in der das Dorf zusammenkommt und die Gemeinschaft spürbar wird.»
Ganz im Sinne dieser «Begegnungszone» findet das Klassentreffen der Jahrgänge 1987 und 1988 statt. Es ist bereits das fünfte Mal, dass dieser Anlass im Rahmen der Bütschwiler Fasnacht stattfindet. «Wir hatten den Wunsch, dass wir wieder vermehrt einheimische Gäste, welche nicht mehr zum ganz jungen Publikum gehören, bei uns begrüssen zu dürfen», schreibt Sennhauser. Die Fasnacht sei ein idealer Ort, um alte Bekanntschaften aufzufrischen und das Dorfleben gemeinsam zu feiern.
Mosnang: Wo die Wikinger ruhen
Am Schmutzigen Donnerstag, 12. Februar, übernimmt das Mosliger Dreigestirn gemeinsam mit seinen Narren die Macht über die Gemeinde. Wie auch die Gemeinde Sirnach verwandelt sich Mosnang in den letzten Ruheort der in der Schlacht gefallenen Wikinger: Valhalla.

Unter dem Motto «Welcome to Valhalla» findet am Freitag die Dörfer-Fasnacht, am Samstag der grosse Maskenball und am Sonntag die Kinderfasnacht statt.
Weitere Anlässe im Toggenburg
Die Lichtensteiger wissen die fünfte Jahreszeit ebenso ausgiebig zu feiern. Eröffnet wird sie am 23. Januar mit der Gwändlitaufi der Städlischränzer. Gefeiert wird dann auch in Mühlrüti: Am 24. Januar steigt der Maskenball.
In Wattwil gibt es in geraden Kalenderjahren zwar keinen Fasnachtsumzug, dennoch veranstalten die Chrummbachhäxen am 1. Februar die Kinderfasnacht. Ebnat-Kappel folgt am 13. und 14. Februar mit einem Maskenball, einem Umzug und einer Familienfasnacht. In der Gemeinde Degersheim finden am 14. Februar die Beizenfasnacht sowie der Fasnachtsumzug statt.
Copyright © 2026 by Vaduzer Medienhaus
Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung.



