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Rot, butterzart und würzig: So klappt das meistbestellte indische Gericht auch zu Hause

Butter Chicken ist weltweit das wohl beliebteste Gericht in indischen Restaurants. Diese einfache Version klappt auch zu Hause gut.
Gegrilltes Poulet in samtweicher Sauce: Butter Chicken. (Bild: Kaspar Enz)
Tomaten, Poulet, Butter und viele Gewürze sind die wichtigsten Zutaten. (Bild: Kaspar Enz)
Das Poulet wird im Ofen gegrillt. (Bild: Kaspar Enz)
Gewürze spielen auch hier eine wichtige Rolle. (Bild: Kaspar Enz)
Ostbröckli-Autor Kaspar Enz. (Bild: Benjamin Manser)

Die Sauce ist samtig, feurig rot und fast so feurig gewürzt, darin schwimmen knusprig und doch zarte Pouletstücke: Es gibt gute Gründe, weshalb das «Butter Chicken» – Butterhuhn – in indischen Restaurants weltweit das meistbestellte Gericht ist. Und anders als das nicht ganz unähnliche Chicken Tikkah Masala, das ebenfalls auf vielen Speisekarten steht, wurde es nicht in England erfunden, sondern in Indien. Murgh Makhani heisst es da, und soll auf das Rezept eines Restaurants in Delhi zurückgehen. Das Huhn wird dabei im Tandoor, dem indischen Holzkohleofen gegrillt.

Ein solcher steht natürlich in kaum einer Schweizer Küche. Was tun also, falls Ihr indisches Lieblingsrestaurant gerade geschlossen hat? Kann man es auch zu Hause kochen? Mit Zutaten, die man nicht all zu weit suchen muss?

Tomaten, Poulet, Butter und viele Gewürze sind die wichtigsten Zutaten. (Bild: Kaspar Enz)

Am Spiess statt im Tandoor

Tatsächlich lässt sich eine vereinfachte Variante des Gerichts auch in einer gewöhnlichen Schweizer Küche kochen – mit ein paar Kompromissen. So ersetzen wir den Tandoor mit einem gewöhnlichen Ofen. Falls Sie in den letzten Tag bereits den Grill entstaubt haben: Noch besser. Aus dem Poulet machen wir Spiesse, und grillen es darauf.

Butter Chicken Marinade
  • ca. 500 Gramm Poulet; Brust oder Schenkelsteak, in Stücke geschnitten
  • 1-2 EL Paprika, gemischt mit Chilipulver oder Cayenne-Pfeffer
  • je 1 TL geriebener Ingwer und gepresster Knoblauch
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 TL Salz
  • 2-3 EL Joghurt, am besten griechischen oder türkischen
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Koriander
  • ½TL Kurkuma

Traditionell wird das Poulet zweimal mariniert: Zuerst mit dem Zitronensaft, Ingwer und Knoblauch, Salz, Paprika und Chili. Mit der Mischung aus Paprika und Cayenne-Pulver ersetzen wir das Kashmiri Chili Pulver. Sollten Sie dieses aber tatsächlich im Gewürzschrank haben, unbedingt dieses nehmen, vor allem deshalb, weil es das Gericht noch roter leuchten lässt.

Nach etwa 20 Minuten kommen die weiteren Zutaten hinzu. Falls Sie etwas unter Zeitdruck sind, mischen Sie alles auf einmal - und spiessen nach mindestens einer guten Stunde die Pouletstücke auf. Im Ofen geht das bei normaler Hitze etwa 20 Minuten, mit der Grillfunktion etwas kürzer. Es darf dabei aber durchaus etwas Farbe bekommen - das tut es im Tandoor ja auch! Die fertigen Pouletstücke beiseite legen - oder schon während dem Grillen mit der Sauce beginnen.

Das Poulet wird im Ofen gegrillt. (Bild: Kaspar Enz)

Für gut gefüllte Gewürzschränke

Die Sauce besteht wie viele indische Currys zu einem grossen Teil aus Tomaten – und einer Vielzahl an Gewürzen. Beim Butter Chicken fangen wir am besten mit der namensgebenden Butter an – und aromatisieren diese mit den ersten Gewürzen.

Butter Chicken Sauce
  • 50 g Butter
  • ½ Zimtstange
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Chili
  • je 4-5 Kardamomkapseln und Nelken
  • 1 grosse Zwiebel
  • je 1 TL geriebener Ingwer und gepresster Knoblauch
  • 1-2 TL Paprika/Cayenne/Kashmiri Chili Pulver
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Korianderpulver
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 Handvoll Cashew Nüsse
  • 1 EL Tomatenpüree
  • ca. 5 Tomaten oder eine Büchse Pelati
  • Salz

Zuerst in einem Topf den Zimt, Kardamom, Lorbeer, die Chili und die Nelken in etwa der Hälfte der Butter erhitzen. Diesen Schritt können Sie weglassen, wenn es pressiert oder die Gewürze fehlen, aber er lohnt sich durchaus. Nach ein paar Minuten kann man die ganzen Gewürze wieder herausnehmen und die gehackte Zwiebel dazu geben. Ein paar Minuten dünsten bis sie weich werden. Ingwer, Knoblauch und die restlichen Gewürze dazu geben, weiter mitdünsten. Tomatenpaste etwas anbraten, dann kommen die Cashewnüsse hinzu – diese geben später der Sauce die cremige Konsistenz.

Gewürze spielen auch hier eine wichtige Rolle. (Bild: Kaspar Enz)

Dann die Tomaten hinzugeben, gut salzen, etwa eine Viertelstunde köcheln lassen. Den Rest der Butter darin schmelzen. Falls nötig, etwas Wasser hinzugeben. Die Sauce ist nun allerdings noch nicht so butterweich. Dazu wird sie püriert, entweder mit einem Stabmixer oder in einer Küchenmaschine. Wer die Sauce extrabuttrig mag, presst sie durch ein Sieb, und fängt so auch noch die letzten Fasern auf. So kommt die rote Sauce zurück in die Pfanne, zusammen mit dem Poulet.

Alles noch ein paar Minuten köcheln – fertig ist das Butter Chicken für Heimwerker. Man braucht es nur noch zu dekorieren: Mit ein paar Tropfen Saucenrahm und etwas Koriander zum Beispiel. Oder gehackten Bockshornkleeblättern. Die sind nicht ganz einfach zu finden – ein Grund, weshalb sich der Besuch im Restaurant dann doch lohnt. Serviert wird das Butterhuhn am besten mit Reis und ein paar Naan-Broten. En Guete!

Ostbröckli-Autor Kaspar Enz. (Bild: Benjamin Manser)
 
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