Der Brand von Kerzers und die Erinnerung an die Attacke von Salez
Mehrere Tote, Verletzte und viele offene Fragen: Das ist die vorläufige Bilanz nach dem Brand eines Postautos im freiburgischen Kerzers. Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchen den Vorfall. Die Ermittler gehen davon aus, dass eine Person das Feuer mutwillig gelegt hat.
Solche Ereignisse sind im Schweizer öffentlichen Verkehr selten. Busse und Züge gelten als sichere Räume des Alltags. Millionen Fahrten verlaufen täglich ohne Zwischenfälle. Gerade deshalb prägen sich einzelne Tragödien besonders stark ein.
In der Ostschweiz erinnert man sich in solchen Momenten an einen Augusttag im Jahr 2016.
Die Attacke von Salez
Am 13. August griff ein 27-jähriger Mann in einem Regionalzug der Südostbahn mehrere Passagiere an. Der Zug war im St.Galler Rheintal unterwegs, kurz vor dem Bahnhof Salez. Der Täter benutzte ein Messer und setzte eine brennbare Flüssigkeit ein. In einem Wagen brach ein Feuer aus. Mehrere Fahrgäste wurden verletzt.
Zwei Frauen starben später im Spital an ihren Verletzungen, ebenso der Angreifer. Die Tat löste damals schweizweit Bestürzung aus.
Die Ermittlungen der St.Galler Staatsanwaltschaft ergaben später, dass der Täter allein gehandelt hatte. Hinweise auf ein politisches oder terroristisches Motiv fanden sich nicht.

Die Lage bleibt unübersichtlich
In den ersten Stunden nach der Tat war vieles unklar. Polizei und Rettungskräfte standen vor einer Lage, die sich nur langsam ordnen liess. Passagiere berichteten von Rauch im Wageninneren, von Verletzten, von einer Szene, deren Ablauf zunächst bruchstückhaft blieb.
Die Kantonspolizei St.Gallen sprach am Abend der Tat von einer «Gewalttat mit Brandentwicklung». Über die Hintergründe lasse sich noch nichts sagen, erklärte der damalige Mediensprecher Hanspeter Krüsi.
Gleichzeitig kursierten im Internet erste Spekulationen. In sozialen Netzwerken verbreitete sich das Foto eines dunkelhäutigen Mannes, das fälschlicherweise als Porträt des Täters ausgegeben wurde. In der aufgeheizten Lage tauchte zeitweise sogar ein Bild des damaligen Polizeisprechers Hanspeter Krüsi selbst als angeblicher Tatverdächtiger auf.
Auch über ein mögliches islamistisches Motiv wurde spekuliert. Die Polizei versuchte, solche Spekulationen früh zu dämpfen. Es gebe «keine Hinweise auf ein terroristisches oder politisches Motiv», teilte sie wiederholt mit.
Über den genauen Ablauf lagen zunächst nur einzelne Hinweise vor. Klar war, dass der Täter von Passagieren überwältigt worden war. Ein Fahrgast zog den Mann aus dem Wagen, als dieser bereits brannte. Der Lokführer brachte den Zug noch bis zum Bahnhof Salez, wo Rettungskräfte rasch eingreifen konnten.
Die offene Frage nach dem Motiv
Der Brand des Postautos in Kerzers erinnert erneut daran, wie einschneidend solche Ereignisse im öffentlichen Verkehr sein können – und wie schwierig ihre Aufarbeitung oft bleibt. Auch nach der Attacke von Salez dauerte es Wochen, bis sich ein halbwegs klares Bild ergab. Und selbst danach blieb eine zentrale Frage offen: weshalb der Täter an jenem Augustnachmittag plötzlich zu Gewalt griff.
Zu seinen Beweggründen konnte er nie befragt werden. Damit blieb ein Teil der Geschichte ungeklärt.
Solche Ereignisse lassen sich rekonstruieren – aber nicht immer erklären.
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