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«Tut mir für die Firma extrem leid»: Das sagt der Flumser Gemeindepräsident nach dem Brand in der Flumroc +++ 1500-Grad-Schmelze mittlerweile abgekühlt

In der Nacht auf Freitag hat es in der Firma Flumroc in Flums gebrannt. Grund dafür dürfte aus einem Ofen ausgetretene Schmelze sein. Der Sachschaden wird in Millionenhöhe geschätzt. Der Gemeindepräsident zeigt sich betroffen.
Beim Unglück kamen keine Personen zu Schaden. (Bild: Kapo SG)
Es bestand Gefahr, dass giftige Gase austreten. (Bild: Screenshot: Swiss Alert)
Milo Frey ist Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. (Bild: Kapo St.Gallen)
Der Flumser Gemeindepräsident Christoph Gull. (Bild: Benjamin Manser)

Am Donnerstagabend, kurz vor 21.30 Uhr, ist es an der Industriestrasse in Flums zu einem Brand gekommen. Wie die Kantonspolizei St.Gallen in einer ersten Meldung schrieb, ist Schmelze aus einem Ofen überlaufen und in den umliegenden Bereich innerhalb der Firma gelangt.

Weil die Gefahr bestand, dass schädigende Gase entweichen, wurde die Bevölkerung gebeten, Fenster und Türen zu schliessen sowie Lüftungen auszuschalten. Die Gefahrenzone galt gemäss dem Informationssystem Alertswiss für die Gemeinden Flums und Walenstadt, der Radius reichte von Ragnatsch, Mels bis zum Ufer des Walensees.

Es bestand Gefahr, dass giftige Gase austreten. (Bild: Screenshot: Swiss Alert)

Mitarbeitende konnten sich in Sicherheit bringen

Die Einsatzkräfte rückten umgehend mit einem Grossaufgebot vor Ort aus, darunter mehrere Feuerwehren, und begannen mit den Löscharbeiten. Diese gestalteten sich schwierig, weil das Löschwasser durch die grosse Hitze umgehend verdampfte und die Schmelze nur sehr langsam kühlen konnte. Zudem konnten die betroffenen Räumlichkeiten und der betroffene Schmelzofen wegen der grossen Hitze vorerst nicht betreten werden.

Eine «Handvoll» Mitarbeitende, die sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs in der Gefahrenzone aufhielten, konnten sich selbständig in Sicherheit bringen, wie Polizeimediensprecher Milo Frey auf Anfrage mitteilt.

Entwarnung um 1.30 Uhr: Bevölkerung ausser Gefahr

«Flumroc» stellt Steinwolle her. Dafür werden Steine im Ofen eingeschmolzen und danach durch einen Ablass in die Schleudermaschine zur Weiterverarbeitung gelassen. Diese rund 1500 Grad heisse Schmelze geriet aus noch unbekannten Gründen aus dem Förderungsprozess und letztlich auf den Boden. Durch die hohen Temperaturen frass sich die Schmelze durch mehrere Stockwerke hindurch nach unten. Dies hatte eine erhebliche Rauchentwicklung zur Folge.

Milo Frey ist Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. (Bild: Kapo St.Gallen)

Um 1.30 Uhr dann Entwarnung: «Für die Bevölkerung dürfte keine Gefahr mehr bestehen», schrieb die Kantonspolizei in einem zweiten Communiqué. «Vor Ort laufen konstant Besprechungen mit allen Einsatzkräften. Aufgrund eines Rapports kurz vor 1.30 Uhr kamen wir zum Schluss, dass der Alarm aufgehoben werden kann», erläutert Mediensprecher Milo Frey am Freitagmorgen näher. Bisher habe es auch keine Meldungen über medizinische Probleme gegeben, weshalb Abklärungen bei Anwohnenden sowie Einsatzkräften nicht notwendig waren.

Flumser Gemeindepräsident: «Tut mir für die Firma extrem leid»

Der Flumser Gemeindepräsident Christoph Gull. (Bild: Benjamin Manser)

Gemeindepräsident Christoph Gull erhielt gegen 22.30 Uhr ein Foto des Brandes von einer Gemeinderatskollegin. «Da ich in Flumserberg wohne, habe ich es nicht unmittelbar mitbekommen.» Schon kurz danach hätten ihn die Einsatzkräfte umfassend informiert.

Gull machte sich am Freitagmorgen vor Ort ein Bild. «Das Ganze tut mir für die Firma Flumroc extrem leid.» Das Unternehmen sei bedeutend für die Region und habe in den letzten Jahren viel investiert in eine moderne und nachhaltige Produktion. Erst im April 2024 wurde – im Beisein von Bundesrat Albert Rösti – ein neuer Elektroschmelzofen in Betrieb genommen. «Jetzt steht die Firma quasi erneut vor einer Baustelle», so Gull. Er stehe in Kontakt mit der Firmenleitung. Doch wie lange mit Produktionsausfällen zu rechnen ist, sei derzeit unklar.

«Wir sind froh, dass keine Personen verletzt wurden und keine effektive Gefahr für die Bevölkerung bestand», sagt Gull und ergänzt: «Die Alarmierung und der Einsatz liefen sehr professionell. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken.»

Derzeit liefen diverse Abklärungen zwischen dem Unternehmen und Fachleuten. Unter anderem werde das im Becken gesammelte Löschwasser erprobt, sagt Gull, der auch Präsident Abwasserreinigungsanlage (ARA) ist, am Freitagmittag. Danach könne entschieden werden, ob es abgepumpt werden kann oder verbrennt werden muss.

Schmelze konnte mittlerweile abgekühlt werden

Die Löscharbeiten dauerten die ganze Nacht an. Die Feuerwehr versuchte, die ausgelaufene Schmelze zu kühlen. Doch wie Kapo-Mediensprecher Milo Frey am Freitagvormittag mitteilt, konnte die Schmelze inzwischen um einiges abgekühlt werden. Damit verringerte sich auch die Restwärme in den Räumen, sodass man die Räumlichkeiten mittlerweile betreten konnte. «Die Feuerwehr hat ihr Aufgebot abgebaut und ist nun mit der Brandwache vor Ort. Später werden Einsatzkräfte der Kapo mit dem Brandermittlungsdienst nach der Ursache suchen.»

Im Einsatz standen mehrere Feuerwehren, ein Löschzug der SBB, die Kantonspolizei mit Fachspezialistinnen und Fachspezialisten, ein Statiker, die Wasserversorgung und die ARA Flums sowie die Gebäudeversicherung.

Weshalb die Schmelze aus dem Förderungsprozess geriet, ist noch unklar. Die Staatsanwaltschaft hat die Kantonspolizei mit der Ursachenermittlung beauftragt. Der entstandene Sachschaden dürfte in die Millionenhöhe gehen.

 
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