Damals im Toggenburg: Feurer malte die schönsten Kühe
Vor 100 Jahren
16. August: Obertoggenburg. Die Zeit des Emdet konnte beginnen und der Ertrag zum grössten Teile schon unter Dach gebracht werden. Entgegen den Meldungen, das Emdgras sei heuer nicht gut und ausgiebig, sei mitgeteilt, dass die Qualität des Emdgrases ganz ausgezeichnet ist und dass auch die Quantität als gut bezeichnet werden darf. Weniger ertragreich fällt die Obsternte aus. Die Kirschenernte setzte gar nichts ab. Wir haben auf zirka 20 Bäumen insgesamt kein einziges Pfund wahrnehmen können. Die Blüten sind erfroren und mit ihnen auch die Blätter, die heute bereits in braunem Herbstgewande sich zeigen. Einzig der Ertrag der Apfelbäume dürfte zufriedenstellend sein.
Vor 50 Jahren
18. August: Wattwil/Ebnat-Kappel. Auch wenn wir es nicht gerne wahrhaben wollen: «es herbschtelet». Die grosse Hitze ist vorbei, die Abende sind kühler geworden. Warum nicht öfters einen der langen Abende im Kino verbringen? Bestimmt finden Sie in der Reihe der programmierten Filme etwas, das Ihnen zusagt. Die Auswahl ist gross! Im Kino Speer Wattwil sind folgende Filme vorgesehen: «Einer flog über das Kuckucksnest», «Die verlorene Ehre der K. Blum», «Die 10 Gebote», «Nashville», «Dr. Schiwago» und andere mehr. Für das Kino Säntis Ebnat-Kappel heisst es am 1. September: Vorhang auf! für die Filmpremière der Saison «Die Zauberflöte». Das Meisterwerk zweier Genies, Mozart und Bergman, verdient besondere Aufmerksamkeit.
Vor 20 Jahren
18. August: Toggenburg. Mit der Armeereform werden landesweit viele Militärunterkünfte überflüssig. Im Toggenburg sind die Gemeinden Alt St. Johann, Ebnat-Kappel, Lichtensteig, Krinau, Bütschwil, Mosnang und Kirchberg davon betroffen. Bis zum Start der Armee XXI vor fünf Jahren verfügte das Toggenburg über insgesamt 2318 Unterkunftsplätze. Davon werden in sieben Gemeinden ab Ende Jahr 960 Plätze von der Armee nicht mehr belegt. Vollzogen wurde der Schritt allerdings bereits seit längerem.
Vor 10 Jahren
18. August: Alt St. Johann. Erstmals wurde das Leben des bekannten Bauernmalers Gottlieb Feurer kunsthistorisch erforscht. Sein Schaffen wird nun der Öffentlichkeit in Buchform präsentiert. Das Werk des Bauernmalers aus Unterwasser besticht durch seine realistischen Kuhdarstellungen. Jede Hautfalte, jeder Muskel des Tieres waren dem Maler wichtig. Kein Wunder, dass Feurers Kühe bis heute von der bäuerlichen Bevölkerung des Toggenburgs geliebt und bewundert werden. Die Präzision lässt beinahe vergessen, dass Gottlieb Feurer durch und durch Autodidakt war. (red)
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