Kirche mal anders: Pfarrer predigt auf über 1650 Metern mit Käppli und Sonnenbrille
«Möglich, dass es euch gleich ergangen ist wie mir. Egal, ob ihr zu Fuss oder mit der Bahn aufs Stöfeli gekommen seid: Zuerst einmal tief durchatmen an diesem schönen Fleckchen Erde und den Blick in die Ferne schweifen lassen.» Mit diesen Worten begrüsste Tobias Claudy, Pfarrer der evangelisch reformierten Kirchgemeinde Wildhaus-Alt St.Johann, die Besucherinnen und Besucher zum traditionellen Alpgottesdienst auf dem Stöfeli. Mit Käppli und Sonnenbrille trotzte er an diesem nächsten warmen Sommermorgen der Sonne. Und das auf 1662 Metern über Meer.
Viele der Gottesdienstbesucher waren zu Fuss gekommen und von der Sellamatt oder dem Iltios aufs Stöfeli gewandert. Sie beteten dann in Wanderschuhen. Wer nicht gut zu Fuss unterwegs war oder es an diesem Sonntag etwas bequemer nehmen wollte, konnte mit der Stöfelibahn direkt zum Gottesdienst fahren. Diese fährt zwar im Sommer für gewöhnlich nicht, am Tag des Alpgottesdienstes aber schon.

Zusammen mit den Besucherinnen und Besuchern des Gottesdienstes wurde die besondere Atmosphäre unterhalb der Churfirsten genossen.
Musikalisch eröffnete der Jodelclub Thurtal die Feier mit einem Jodellied. Anschliessend trugen die Alphörner der Wildhauser Alphornbläser ihre Klänge über das Tal. In seiner Predigt griff Claudy die besondere Verbindung von Heimat, Tradition und Klang auf. «Das sind Wurzeln der Gemeinschaft», sagt er.
Nach dem Gottesdienst wurde im Berggasthaus Stöfeli weitergeredet, gelacht und zusammengesessen. Auch dieses hat für gewöhnlich im Sommer geschlossen, aber eben nicht an diesem speziellen Sonntag.

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