Liemobil erzielt neuen Fahrgastrekord, nimmt aber weniger ein
Liechtensteins öffentlicher Verkehrsbetrieb blickt laut der eigenen Medienmitteilung «auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück» und verweist diesbezüglich auf den heute veröffentlichten Geschäftsbericht. Über alle Angebote hinweg zählte das Unternehmen 6,7 Millionen Einsteiger (+8,4 Prozent). Damit setze sich der Aufwärtstrend seit dem Ende der Pandemie fort.
Trotz steigender Nutzung gingen die Einnahmen um 4 Prozent zurück auf 5,5 Millionen Franken. Als Gründe für den Rückgang werden Preissenkungen bei den Tarifen und Pauschalisierungen genannt. Der Eigenfinanzierungsgrad nahm um 2,9 Prozentpunkte ab und betrug 30 Prozent. Sprich: Die Liemobil setzte im vergangenen Jahr bewusst Massnahmen, die ihre Einnahmen reduzierten, aber gleichzeitig auch die Nutzung ihrer Angebote erhöhten.
Tarifsenkungen und pauschale Angebote
In der Medienmitteilung werden die tarifpolitischen Entscheidungen weiter ausgeführt: So wurden auf Anfang 2025 die Tarife für längere Strecken sowie für Tageskarten und Monatsabos gesenkt. Die Tarifsenkung wirkte sich positiv auf die Nachfrage aus. Sie nahm bei den vergünstigten Produkten überproportional zu.
Ebenfalls wurden im Berichtsjahr pauschalisierte Angebote eingeführt, etwa der kostenlose ÖV für Übernachtungsgäste (in Zusammenarbeit mit Liechtenstein Marketing), das Drei-Länder-Abo für Arbeitgeber und die pauschale Abgeltung des Landes Liechtenstein für das neu eingeführte Bildungsabo für alle Schüler und Lernenden mit Wohnsitz Liechtenstein.
Die Abgeltung des Bildungsabos wird nicht unter Fahrgeldeinnahmen verbucht, sondern gilt als Subvention. Entsprechend sank der Eigenfinanzierungsgrad von 32,9 % im Vorjahr auf 30,0 %.
Qualitätsprobleme und Diskussionen mit Auftragnehmer
Das Jahr 2025 war für Liemobil auch mit ausserordentlichen Herausforderungen verbunden. Ereignisse im Zusammenhang mit der Zusammenarbeit mit dem wichtigsten Transportunternehmer führten zu erheblichen Zusatzaufwänden für Verwaltungsrat, Geschäftsleitung und Mitarbeitende, um den stabilen und sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Die Medienmitteilung bezieht sich dabei auf die Auseinandersetzung zwischen der Liemobil und der BOS PS Anstalt. Der Dienstleister versuchte ein höheres Entgelt zu verhandeln, aufgrund von Personalengpässen und anderen Gründen kam es zu Qualitätproblemen und es drohte ein Betriebsausfall. Ende Juli 2025 drohten bis zu 50 Fahrten auszufallen, da kurzfristig nicht genügend Fahrpersonal zur Verfügung stand. Beide Seiten haben sich darauf geeinigt, den Vertrag per Ende 2028 zu beenden und nicht mehr zu verlängern.
7,5-Minuten-Takt ab Dezember 2025 gesichert
Liemobil wird Vertrag mit BOS PS nicht verlängern
Liemobil prüft auch den Eigenbetrieb
Deutlich dichteres Angebot
Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 wurde das Angebot von Liemobil weiter ausgebaut. Seither verkehren in allen Talgemeinden tagsüber Busse im 15-Minuten-Takt. Auf der Hauptachse zwischen Schaan und Balzers wurde das Angebot während der Hauptverkehrszeiten auf einen 7,5-Minuten-Takt verdichtet. Dichtere Takte reduzieren Wartezeiten und erhöhen die Stabilität des Systems.
Gleichzeitig wurde ein Teilangebot abgebaut, bei dem die Nachfrage dauerhaft sehr gering war und für das es seit dem Fahrplanwechsel Alternativen gibt. Damit dürfte die Linie 32 gemeint sein, die nicht mehr nach Schellenberg fährt. Somit werden drei Haltestellen in Untenschellenberg nicht mehr bedient, was in der Gemeinde für Aufstand sorgte.
Gibt es doch noch Hoffnung für die Linie Ruggell-Schellenberg?
Schellenberg muss ÖV innerhalb der Gemeinde selbst berappen
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Woher kommt das blaue «Mitfahrbänkle»?
Liemobil wird laut Mitteilung das aktuelle Angebot zum kommenden Fahrplanwechsel aufgrund von gewonnenen Erkenntnissen punktuell optimieren. Ein nächster grösserer Entwicklungsschritt sei für den Fahrplanwechsel 2029 vorgesehen. (red)
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