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Halbjährliche Prognose

IWF korrigiert Wirtschaftsprognose für Liechtenstein nach oben

Statt einer negativen Entwicklung geht die internationale Organisation neu von einem Wachstum von einem Prozent für das Jahr 2026 aus.
Internationale Währungsfonds
Der Internationale Währungsfonds (IWF) gibt eine zuversichtlichere Einschätzung ab als noch vor einem halben Jahr. (Bild: Keystone)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat heute ein Update des «World Economic Outlook» veröffentlicht. In dieser Publikation wird halbjährlich die Wirtschafts­lage auf der Welt und in allen IWF-Mitgliedsländern bewertet, so auch in Liechtenstein. Das Ministerium für Präsidiales und Finanzen fasst in einer Medienmitteilung die Haupterkenntnis des Berichts wie folgt zusammen: «Generell sieht der Währungsfonds die Weltwirtschaft dabei als widerstandsfähiger an, als angesichts der vielen aktuellen Herausforderungen noch im Frühjahr erwartet wurde.» 

Krieg wirkt sich weniger auf Konjunktur aus als erwartet

Was die Regierung positiv hervorhebt: Auch für Liechtenstein hat der IWF seine Wirtschaftsprognose für das laufende Jahr deutlich nach oben korrigiert: Dem Land wird für 2026 ein reales Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent vorausgesagt, nachdem im Frühjahr noch von einem negativen Wachstum von -0,4 Prozent ausgegangen wurde. Auch die Arbeitslosenquote liegt mit geschätzten 2,3 Prozent im Jahresdurchschnitt international gesehen tief. Für die Region «fortgeschrittenes Europa», zu der auch Liechtenstein gehört, wird ein Durchschnitt von 6,0 Prozent erwartet. Nichtsdestotrotz fällt die Arbeitslosenquote für Liechtenstein höher aus als in den Vorjahren, was laut Regierung auch «die anhaltenden Herausforderungen» abbilde.

Noch im April 2026 hatte der IWF für Liechtenstein angesichts der global herausfordernden Lage ein real leicht sinkendes Wirtschaftswachstum prognostiziert. Der Grund für diese Rezessionserwartung war insbesondere der Ausbruch des Kriegs im Iran, welcher nega­tive Auswirkungen für die Weltwirtschaft und damit für Liechtensteins stark exportorientierte Volkswirtschaft erwarten liess. Jetzt wird die Inflation im CHF-Raum mit 0,6 Prozent im Jahresdurchschnitt eher tief erwartet.

Lage in Liechtenstein stabilisiere sich

In diese Bewertung des IWF fliessen sowohl die kurzfristige Entwicklung wie auch strukturelle Faktoren ein. Gemäss Interpretation der Regierung bestätigte die UN-Organisation bereits im Frühjahr, «dass die strukturellen Faktoren der Volkswirtschaft in Liechtenstein ein positiveres Bild zeigen». Nun bestätigten auch die neuesten Konjunkturzahlen zu Liechtenstein erste Stabilisierungstendenzen. Dies wurde auch in der Verbesserung des Konjunkturindex Kon-Sens des Liechtenstein-Instituts und der letzten Konjunkturumfrage des Amts für Statistik für das zweite Quartal sichtbar. «Zusammenfassend erscheint die liechtensteinische Volkswirtschaft trotz anhaltend grossen Herausforderungen als resilient», stellt das Ministerium fest. Mittelfristig prognostiziert der IWF dem Land ein höheres Wachstumspotenzial von real 1,5 Prozent.

Global gesehen erwarte der IWF für das laufende Jahr ein im Durchschnitt eher moderates Wirtschaftswachstum von 3 Prozent und prognostiziert für die kommenden Jahre einen nur leichten Aufschwung. Besonders warnt der Währungsfonds vor der grossen Unsicherheit und den negativen Auswirkungen der andauernden Kriege in der Ukraine und im Iran, insbesondere in Bezug auf die globale Verfügbarkeit und die Kosten von Energie. Positiv bewertet der IWF hingegen die Entwicklungen durch Künstliche Intelligenz und den boomenden Technologiesektor, der eine Vielzahl von Chancen biete.

Datengrundlage wird optimiert

Bei der Vornahme dieser Prognosen für Liechtenstein stellt der IWF sowohl auf Daten des Landes als auch auf eigene Berechnungen und Einschätzungen ab. Entsprechend ist die internationale Organisation für  seine Analyse auf eine gute Datengrundlage in den Mitgliedsländern angewiesen. Diesbezüglich befindet sich Liechtenstein, das dem IWF im Oktober 2024 beigetreten ist, noch in einem laufenden Prozess. Die internationale Organisation hat bei ihren ersten Missionen ins Land nämlich festgestellt, dass diesbezüglich doch noch Potenzial besteht. Durch die Arbeiten zur Verbesserung und zum Ausbau der makroökonomischen Statistiken zu Liechtenstein unter der Leitung des Amts für Statistik sollen in Zukunft mehr und zeitnähere Daten zu Liechtenstein für diese international stark wahrgenommenen Prognosen zur Verfügung stehen, hält das Ministerium in der heutigen Mitteilung fest. Hierfür wurde beim Amt eine zusätzliche Vollzeitstelle geschaffen. 

 
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