Der FC Vaduz muss seine Erkenntnisse in Sion in die Tat umsetzten
Für den FC Vaduz bleibt im dichten Sommerprogramm kaum Zeit zum Durchatmen. Nur wenige Tage nach der knappen 1:2-Niederlage bei Inter Turku in der 3. Qualifikationsrunde zur Conference League wartet bereits die nächste Aufgabe: Das Auswärtsspiel in der Super League beim FC Sion. Die Partie im Wallis wird zum echten Gradmesser dafür, wie schnell die Mannschaft von Cheftrainer Marc Schneider aus ihren Fehlern lernen und die physische Belastung wegstecken kann.
Für Erfolge stand der FC Vaduz sich selbst im Weg
Dass in den ersten Pflichtspielen der Saison noch nicht alles rund läuft, zeigten die entscheidenden Szenen gegen St. Gallen und Turku. Fehlende Cleverness, ein verhängnisvolles Missverständnis im Aufbauspiel, sowie ein Eigentor nach einem Stellungsfehler brachten den FCV um den Lohn einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang. Zwar belohnte Dejan Sorgic das Team mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich, doch die fehlende Abstimmung kostete erneut Zählbares. Schneider machte unter anderem die ungewohnten Platzverhältnisse auf dem finnischen Kunstrasen für die holprige Ballzirkulation verantwortlich, stellte aber auch klar: «Wir machen mehr oder weniger ein weiteres Eigentor in einer Situation, in der es nicht nötig war, dieses Risiko einzugehen.»
Diese defensiven Wackler und Abstimmungsfragen ziehen sich wie ein roter Faden durch die ersten Partien gegen Lugano, St. Gallen und Turku. Vaduz agierte stets auf Augenhöhe, belohnte sich aber nicht. Genau hier setzt die Herausforderung für das Spiel in Sion an: Gegen die physisch starken und heimstarken Walliser muss der FCV individuelle Patzer konsequent abstellen, um defensiv die nötige Stabilität zu finden.
Gegen heimstarke Walliser wird eine Reaktion gefordert
Einfach wird die Aufgabe im Tourbillon allerdings nicht. Sion reist mit reichlich Rückenwind an, nachdem das Team unter der Woche im Europacup beim armenischen Vertreter FC Noah nach einem Rückstand Moral bewies und ein 2:2 erkämpfte. Auch in der Liga zeigten die Sittener nach der Auftaktniederlage gegen YB mit einem souveränen 3:0-Heimsieg gegen Luzern ihre Heimstärke.
Da beide Mannschaften bereits die zweite Englische Woche in Folge in den Knochen haben, wird das Match auch zur Nerven- und Frischeprobe. Das Belastungsmanagement der Trainer sowie frische Impulse von der Ersatzbank dürften spielentscheidend sein. Gelingt es Vaduz, die eigenen Abläufe im Spielaufbau zu präzisieren, ist ein Punktgewinn im Wallis durchaus realistisch.
Ein Erfolgserlebnis in der Liga wäre zudem die beste Medizin für das Selbstvertrauen vor dem anstehenden Rückspiel gegen Turku am kommenden Donnerstag im Rheinpark Stadion.
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