Wer gewinnt den Prix Kujulie 2025?
Bis 10. März haben die Leserinnen und Leser nun Zeit, auf www.kul-magazin.li/kujulie für ihren Favoriten abzustimmen. So kann die Leserschaft zu einem Drittel den Prix-Kujulie-Sieger mitbestimmen. Eine weitere Stimme gehört der Vorjahressiegerin, Musikerin Karin Ospelt, und eine der KuL-Jury. Bei einer Pattsituation entscheidet das Publikumsvoting. Die Nominierten werden in den kommenden «Vaterland»-Ausgaben vorgestellt.
Die drei Kandidaten:
Big Band Liechtenstein
Seit Jahren holt die Band international bekannte Musiker nach Liechtenstein, um mit ihnen gemeinsam Konzerte zu geben. In jüngerer Vergangenheit weiteten sich diese immer auch auf kleine Tourneen aus, die in die Schweiz, nach Österreich, Deutschland und bis nach Portugal führten. Ein langjähriger Freund und Konzertpartner ist der australische Trompeter James Morrison, mit dem die Liechtensteiner Formation in der Heimat und der Region bereits zahlreiche Konzerte spielte. Im Oktober 2023 war der Startrompeter zum sechsten Mal im Fürstentum zu Gast, wo zum 40-jährigen Jubiläum der Big Band ausverkaufte Konzerte in Schaan, in Melk und Bern gespielt wurden. Aus einer harmlosen Frage auf der Rückfahrt von Bern entstand schliesslich die Idee, mit Morrison auf Australientour zu gehen. Nach über einem Jahr Vorbereitungszeit reiste die Big Band Ende November 2025 schliesslich nach Australien, um Morrison auf seiner grossen Tour durch das Land zu begleiten. Aus den ursprünglich geplanten fünf Konzerten in zehn Tagen von Sydney über Melbourne und Adelaide bis nach Perth und Canberra wurden schliesslich neun Konzerte in acht Städten und zwei Wochen. Unter den Auftrittslokalitäten waren bis zu dreistöckige Säle mit über 2000 Plätzen wie das Staatstheater Sydney, die Hamer Hall in Melbourne oder die QPAC Concert Hall in Brisbane - viele davon waren ausverkauft. Die zweiwöchige Tour forderte den Musikern einiges ab: lange Strecken, wenig Schlaf, gestrichene Flüge und geänderte Reisepläne. Dennoch blieb die Spielfreude ungebrochen. Und: die Big Band verschaffte dem kleinen Fürstentum mit ihrer Tour auch in Übersee Bekanntheit. Es hiess sogar, dass die Big Band Liechtenstein die erste Big Band aus Europa war, die mit James Morrison durch Australien tourte. «Und dies, obwohl er mit den besten Big Bands der Welt spielen könnte», freut sich Präsident Jürgen Kranz.
Doris Büchel
Im Februar vergangenen Jahres stellte Doris Büchel ihr aktuelles Werk «Wie lange ist nie mehr» im Rahmen einer Lesung mit musikalischer Umrahmung im TAK in Schaan vor. Zu den Gästen zählte unter anderem der Schweizer Kabarettist und Autor Bänz Friedli. In seiner Würdigung vor restlos ausverkauftem Saal bezeichnete er das Buch als «ebenso todernst wie lebensfroh». In «Wie lange ist nie mehr» setzt sich die Autorin mit der Endlichkeit auseinander. Sie nähert sich dem Thema, das uns alle betrifft, mit Einfühlungsvermögen, Sorgfalt und Respekt. Das Buch lässt Raum und versucht, dem Unfassbaren Worte zu geben. Zuvor hatte Doris Büchel zwei Biografien veröffentlicht, die sich stark an der Sprache ihrer jeweiligen Protagonisten orientieren («Grenzgängerin – Ein Leben für drei Pole», 2017, und «Game Time – Zwei Welten, ein Weg», 2021). «Wie lange ist nie mehr» ist ihr erstes Buch in eigener Sprache und zu einem eigenen Thema. Nach «Grenzgängerin» und «Game Time» ist es zudem das dritte Werk, das bei Wörterseh erschienen ist und sich in der Schweizer Bestsellerliste platzieren konnte. Doris Büchels Memoir handelt von ihrer Krise Ende vierzig und ihrem Weg zur Anwenderin der würdezentrierten Therapie. In diesem Rahmen verfasst sie Briefe für Menschen am Lebensende, um ihre Würde zu stärken und ihnen eine Freude zu bereiten. Anders als ein theoretischer Ratgeber ist das Buch eine einfühlsame autobiografische Erzählung. Es zeigt, wie die Auseinandersetzung mit dem Tod den Blick auf das eigene Leben verändern kann. Im Kern ist «Wie lange ist nie mehr» eine Einladung, das «Nie mehr» nicht nur als Verlust, sondern auch als Orientierung für ein bewusst gelebtes Leben zu begreifen.
Isa-Sophie Zünd
Im Jahr 2025 prägte Isa-Sophie Zünd die Kulturszene mit ihrem innovativen Ansatz, klassische Musik neu zu denken. Mit der im Hagenhaus lancierten Konzertreihe «Nexus-Konzerte» macht die Liechtensteiner Pianistin klassische Musik interdisziplinär erlebbar: Fünf Konzerte verbanden unter dem Motto «Die Fünf Elemente» Musik unter anderem mit Literatur, Malerei und Fotografie. Die Konzertabende schaffen einen Raum, in denen die Gäste gemeinsam mit den lokalen und internationalen Kunstschaffenden Kunst geniessen und miteinander ins Gespräch kommen. Dabei blieb Isa-Sophie Zünd nicht nur organisatorisch aktiv, sondern stand beim «Feuer»-Konzert im Oktober mit dem Kleio Quartet auf der Bühne. Ausserdem trat sie als gefragte Solistin unter anderem beim Vaduz-Classic-Familienkonzert «Die Jahreszeiten tanzen» auf und berührte die kleinen und grossen Gäste mit Tschaikowskis Beiträgen zum Sommer und «Oktober». Seit Jahren setzt sich die heute 25-Jährige dafür ein, klassische Musik einem breiten Publikum und insbesondere jungen Menschen zugänglich zu machen. Sie studierte zunächst in Basel und setzte ihre Ausbildung an der Ferenc-Liszt-Musikakademie in Budapest fort. Nach dem Abschluss ihres Masterstudiums im Sommer 2024 kehrte Isa-Sophie Zünd nach Basel zurück, um ein weiteres Masterstudium im Bereich Musikpädagogik aufzunehmen. Zudem setzt sie sich intensiv mit der Verbindung von künstlerischer Arbeit und gesellschaftlichem Engagement auseinander und erkundet dieses Spannungsfeld forschend wie auch praxisnah. Die Nexus-Konzerte ruft die talentierte Pianistin parallel zu Studium und Konzerttätigkeit ins Leben – mit grossem persönlichem Einsatz und viel Leidenschaft. Inzwischen ist die Reihe in ihre zweite Saison gestartet und entwickelt sich zu einem Ort, an dem Menschen, Musik, Kunst, Austausch und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen.
Die Gewinnerin oder der Gewinner des Prix Kujulie 2025 wird in der nächsten KuL-Ausgabe am 28. März vorgestellt.
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