Silvesterkonzert verbindet Amerika und Europa
Mit einem Programm zwischen amerikanischer Moderne und Wiener Walzerseligkeit lud das Orchester Liechtenstein-Werdenberg am Dienstag, 30. Dezember, zum traditionellen Silvesterkonzert in den Gemeindesaal Triesen. Unter der musikalischen Leitung von Michael Raeber-Köck präsentierte das Ensemble ein vielseitiges Programm, das klanglich wie stilistisch bewusst Kontraste setzte und zugleich verbindende Linien sichtbar machte.
Den feierlichen Auftakt gestalteten die Blechbläser mit Aaron Coplands «Fanfare for the Common Man». Das Werk aus dem Jahr 1942 wirkt bis heute unmittelbar. Reduziert in der Besetzung, klar in der Aussage. Die markanten Intervalle und die ruhige Monumentalität eröffneten den Abend mit Würde und Konzentration.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Musik des amerikanischen Kontinents. Mit der symphonischen Suite aus «Vom Winde verweht» von Max Steiner tauchte das Orchester in die opulente Welt der klassischen Hollywood-Filmmusik ein. Breite Melodiebögen und dramatische Steigerungen wechselten mit lyrischen Passagen und liessen die grosse Erzählkunst dieser Musik lebendig werden.
Virtuosität zwischen Klassik und Jazz
Im Zentrum des ersten Konzertteils stand George Gershwins «Rhapsody in Blue». Das Werk gilt bis heute als klingendes Sinnbild der modernen Grossstadt. Der junge Pianist Emil Laternser gestaltete den anspruchsvollen Solopart mit technischer Souveränität und feinem Gespür für Rhythmus und Klangfarbe. Sein Spiel verband Leichtigkeit mit Präzision und liess den Dialog zwischen Klavier und Orchester plastisch hervortreten.
Ein besonderer Moment war die Zugabe des Solisten. Emil Laternser entschied sich für die Etüde Tokkatine op. 40 Nr. 3 von Nikolai Kapustin. Das Stück verlangt höchste technische Kontrolle und rhythmische Präzision. Kapustin verbindet darin barocke Formmodelle mit einer klar ausnotierten Jazzsprache. Laternser meisterte diese Herausforderung mit beeindruckender Klarheit und setzte einen markanten Kontrapunkt zum traditionellen Konzertrepertoire.
Nach der Pause führte das Programm zurück nach Europa. Mit Johann Strauss Sohn kehrte das Orchester zur Tanzmusik des 19. Jahrhunderts zurück. Der Walzer «Farewell to America» schlug dabei eine inhaltliche Brücke zum ersten Konzertteil. Es folgten weitere Strauss-Werke, die zwischen Eleganz, Ironie und überschäumender Energie pendelten und das Publikum sichtbar mitnahmen.
Charmanter Ausklang zum Jahresende
Den offiziellen Abschluss bildete John Philip Sousas «The Liberty Bell March», der dem Konzert einen energiegeladenen und optimistischen Schlusspunkt verlieh. Der lang anhaltende Applaus des Publikums blieb nicht unbeantwortet. Mit einer zusätzlichen Zugabe bedankte sich das Orchester für die grosse Resonanz. Der Apéro im Anschluss bot Gelegenheit zum Austausch und rundete den festlichen Jahresausklang ab. (nbh)
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