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Lawinendienst

Viele Gefahrentage trotz wenig Schnee

Die Schneemengen während der vergangenen Saison zeigen im langjährigen Messvergleich tiefe Werte auf. Trotzdem gab es aufgrund der instabilen Schneedecke einige Tage mit hoher Lawinengefahr.
Aufgrund der Lawinengefahr musste der Lawinendienst teilweise Gebiete sperren. (Bild: Lawinendienst)

Lange liess der Schnee in der vergangenen Wintersaison auf sich warten. Auch als er dann kam, fiel er eher gering aus. Dies zeigen die vom Lawinendienst veröffentlichten Zahlen: Insgesamt lag die Neuschneesumme in der gemessenen Zeit von Anfang November bis Ende April auf 1610 m ü. M. knapp zwei Meter unter dem langjährigen Durchschnitt von 647 cm, heisst es im Abschlussbericht. Die maximale Schneehöhe mass der Lawinendienst erst kurz vor Saisonende am 1. April: Auch diese lag mit 105 cm unter dem Durchschnitt von 122 cm. 

Einen Negativrekord setzte die Zahl der Neuschneetage: Mit nur 46 Tagen schneite es in der Saison 2025/2026 so selten wie seit dem Winter 1973/1973 nicht mehr, schreibt der Lawinendienst. Der bisherige Durchschnitt liege bei 68 Neuschneetagen. Auch in den höheren Lagen war die schneearme Saison zu spüren. Auf 1976 m ü. M. erreichte die Neuschneesumme 657 cm, was knapp 1 Meter unter dem langjährigen Durchschnitt ist. Die Anzahl der Neuschneetage beliefen sich zwar auf 11 mehr wie bei der tiefer gelegenen Messstation, aber auch dieser Wert liegt nahe am Minimum von 54 Tagen, so der Lawinendienst.

Schlechter Schneedeckenaufbau sorgte für erhöhte Lawinengefahr

Die langen Perioden ohne Niederschlag führten zu einen schlechten Schneedeckenaufbau. Der Lawinendienst rief deshalb an sechs Tagen die Gefahrenstufe 4 (gross) aus, während an 50 Tagen die Gefahrenstufe 3 (erheblich) galt. Wie der Lawinendienst berichtet, mussten während der Saison aus Sicherheitsgründen folgende Massnahmen getroffen werden: einmal wurde die Sperrstufe A erlassen sowie der Sassweg gesperrt, zweimal musste der hintere Teil der Langlaufloipe in Steg gesperrt werden.

Die praktische Weiterbildung des Lawinendienstes wurde in diesem Jahr gross angelegt. So trainierten am 18. März 2026 insgesamt rund 40 Einsatzkräfte die Abläufe einer
Evakuation bei sehr grosser Lawinengefahr. Gemeinsam mit der Bergrettung, der Landespolizei (Alpinpolizei), dem Gemeindeschutz Triesenberg sowie den Bergbahnen Malbun AG konnte die Zusammenarbeit gefestigt und koordiniert werden. «Die gut organisierte Übung war sehr wertvoll und zeigte auf, wo Schwachstellen oder Unklarheiten sind und wie diese für zukünftige Ereignisse behoben werden können», heisst es im Abschlussbericht. (red)

 
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