Massiver Waldbrand in Frankreich zwingt weitere Menschen zur Flucht
Immer mehr Menschen müssen sich wegen eines Waldbrands im Südwesten Frankreichs in Sicherheit begeben. In der Nacht zum Sonntag wurden 55'000 weitere Menschen evakuiert, wodurch die Zahl der Betroffenen allein in der Region Gironde auf 220'000 stieg. Der Waldbrand näherte sich weiter der Stadt Bordeaux.

Der Waldbrand hatte bis Sonntagmorgen etwa 42'000 Hektar verwüstet, wie die Regionalverwaltung von Gironde mitteilte. Das ist viermal so gross wie die Fläche von Paris. Die Feuerwehr ist darum bemüht, das Feuer daran zu hindern, die Weinstadt Bordeaux zu erreichen. Auch Soldaten helfen bei der Brandbekämpfung.
Innenminister Laurent Nunez teilte mit, inzwischen seien 2500 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie würden von 18 Flugzeugen und Hubschraubern unterstützt. Laut der Verwaltung von Gironde wurden 75 Feuerwehrleute wegen Verletzungen behandelt. 240 Häuser seien zerstört worden.
Für Dienstag wurden wieder höhere Temperaturen vorausgesagt, was die Bekämpfung des Feuers erschweren könnte, wie die Präfektin von Gironde, Sophie Brocas, mitteilte. Sie warnte evakuierte Bewohnerinnen und Bewohner vor einer Rückkehr nach Hause. Das werde erst möglich sein, wenn die Flammen unter Kontrolle gebracht worden seien. Zudem rief sie Touristinnen und Touristen auf, von einem Besuch der wegen ihrer Strände beliebten Region Frankreichs abzusehen.
Brand nur noch etwa 15 Kilometer von Weinstadt Bordeaux entfernt
Der Bürgermeister von Bordeaux, Thomas Cazenave, teilte mit, der Brand befinde sich «vor den Toren der Metropolregion», die Flammen seien jetzt nur noch etwa 15 Kilometer davon entfernt. Für Bordeaux selbst, wo etwa 268'000 Menschen wohnen, waren laut Cazenave zunächst keine Evakuierungen geplant. Präfektin Brocas ordnete an, dass eine wichtige Autobahn nach Bordeaux zum Teil geschlossen wird.

Weiter südlich wütete ein Waldbrand in der Region Landes, der zur Evakuierung von 36'000 Menschen geführt hat. Insgesamt sind damit im Südwesten Frankreichs mehr als 250'000 Menschen von einer Evakuierung betroffen. Gegen den Brand in Landes waren am Sonntag laut Innenminister Nunez noch immer 550 Feuerwehrleute im Einsatz.
Daneben gab es noch ein Feuer in der Region Var im Süden Frankreichs an der Mittelmeerküste. Knapp 3000 Menschen sind dort in Sicherheit gebracht worden.
Auch in Spanien gibt es neue Evakuierungen
Im Nachbarland Spanien sind in der Gegend der Hauptstadt Madrid mehrere Feuer ausser Kontrolle geraten. Am Sonntag gab es Evakuierungen in der Region Valencia. «Wir haben noch schwierige Stunden vor uns», teilte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez mit.
Ein Waldbrand in Manises, einem Vorort von Valencia, kostete am Samstag einen Mann das Leben, wie die Lokalregierung mitteilte. Das Opfer war der erste bekannte Tote im Zusammenhang mit den jüngsten Bränden in Spanien.

Im Juli waren zuvor 13 Menschen bei einem Feuer im Süden des Landes getötet worden.
Insgesamt sind in Spanien zuletzt 76'000 Menschen wegen Waldbränden evakuiert worden, wie aus neuen Zahlen der Regierung vom Sonntag hervorgeht. 30'000 weitere mussten in ihren Häusern bleiben. (dpa)
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