Entspannung in Frankreich und Spanien, Sorge um Kreta
Neue Brände in Südeuropa: In Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland und der Türkei kämpfen Einsatzkräfte gegen Feuer und evakuieren zahlreiche Menschen. So ist die aktuelle Lage in den beliebten Ferienländern.
Frankreich
An der französischen Atlantikküste haben inzwischen 144'000 der 224'000 evakuierten Menschen nach Hause zurückkehren können. Innenminister Laurent Nuñez sagte in den Abendnachrichten, dass «man davon ausgehen kann, dass das Schlimmste hinter uns liegt». Er fügte hinzu: «Wir sind optimistisch, bleiben aber weiterhin sehr wachsam.»

Wie die Präfektur in Bordeaux mitteilte, waren am Abend noch zwei Brandherde auf der Halbinsel Cap Ferret und südlich des Ortes Lacanau aktiv. Weitere am Vortag aufgeflammte Brände in Südfrankreich, im Burgund sowie im Wald von Fontainebleau bei Paris brachte die Feuerwehr unter Kontrolle.
Familie Clooney muss ihr Zuhause verlassen
Auch Hollywoodstar George Clooney und seine Familie haben wegen eines Waldbrands ihr Zuhause im Südosten Frankreichs verlassen müssen. Clooney persönlich berichtete dem Bürgermeister von Brignoles, Didier Brémond, von der Evakuierung, wie Clooneys Sprecher Guido Gotz der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag mitteilte. Das Feuer wütete demnach in der Nähe des Anwesens der prominenten Familie.
Französische Medien haben berichtet, dass die Clooneys einen Teil der Zeit in ihrer luxuriösen Villa aus dem 18. Jahrhundert ausserhalb der Stadt Brignoles, rund 90 Kilometer östlich von Marseille, wohnen. Dort fallen sie nicht so auf und ihre Kinder sind dank französischer Gesetze zur Privatsphäre davor geschützt, dass nicht genehmigte Fotos von ihnen gemacht werden. Clooney, seine Frau Amal und die beiden Kinder Alexander und Ella besitzen alle die französische Staatsbürgerschaft.
Spanien

In Spanien sind die verheerenden Waldbrände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo inzwischen weitgehend eingedämmt, die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen wurden aufgehoben. Erleichterung gab es auch aus der Provinz Castellón im Osten des Landes: Der grosse Waldbrand im Gebiet Vall d'Uixó nördlich von Valencia breitet sich nach Behördenangaben nicht weiter aus.
Das Innenministerium teilte mit, dass der Notstand auf die zweite von vier operativen Stufen herabgestuft wurde. «Auch wenn sich die Lage positiv entwickelt, ist es unerlässlich, Vorsicht walten zu lassen und sich jederzeit an die Anweisungen der Behörden zu halten», erklärte das Ministerium. Die Brandbekämpfung in den betroffenen Regionen im Nordwesten dauert an.
Nationaler Waldbrand-Notstand in Spanien zu Ende
Der wegen der verheerenden Waldbrände ausgerufene nationale Notstand in Spanien ist beendet. Ministerpräsident Pedro Sánchez hob ihn nach einer Entspannung der Lage auf. Die grössten Feuer rund um Madrid sowie in den Provinzen Ávila und Toledo sind inzwischen weitgehend eingedämmt oder unter Kontrolle, sodass die meisten Evakuierungen und Einschränkungen aufgehoben werden konnten. Gleichzeitig mahnte Sánchez angesichts einer neuen Hitzewelle mit Temperaturen von über 40 Grad zu erhöhter Vorsicht.
Portugal
Laut dem portugiesischen Sender RTP hatte der Waldbrand bei Chaves in der Nacht auf Freitag weiterhin zwei aktive Fronten. Zuvor hatte das Feuer in der Ortschaft Pastoria mehrere Lagergebäude und landwirtschaftliche Geräte zerstört sowie Tiere getötet. Eine bettlägerige ältere Person wurde vorsorglich aus ihrem Haus evakuiert. Nach Angaben der Behörden waren zuletzt 177 Einsatzkräfte mit 54 Fahrzeugen vor Ort.
Griechenland

Die Waldbrandlage auf Kreta spitzt sich weiter zu. Orkanartige Nordwinde fachen die Flammen immer wieder an und machen die Löscharbeiten zu einem gefährlichen Kraftakt. Nahe der Ortschaft Preveli brach ein weiterer Brand aus. Wegen der dichten Rauchschwaden musste die Küstenwache rund 50 Menschen aus einem Küstenabschnitt in Sicherheit bringen.
Die Feuerwehr kämpft bereits den zweiten Tag in Folge gegen die Flammen – viele Einsatzkräfte sind laut Behörden völlig erschöpft. Auch Löschflugzeuge und Hubschrauber können wegen der extremen Windverhältnisse nur eingeschränkt eingesetzt werden.
Gleichzeitig wurden auf den Ägäis-Inseln Andros, Kalymnos und Paros weitere Brände gemeldet. Experten sprechen von einem aussergewöhnlichen Wetterphänomen mit orkanartigen Böen. Erst ab heute Abend wird mit einer Entspannung der Lage gerechnet. Bereits am Mittwoch kamen bei den Bränden drei Feuerwehrleute ums Leben, vier weitere wurden verletzt.

Türkei
Einsatzkräfte in der Türkei kämpfen weiter gegen zahlreiche Waldbrände im Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefacht werden. Seit Mittwoch habe man landesweit bei 169 Bränden eingegriffen, 163 davon seien am Donnerstagabend vollständig unter Kontrolle gebracht worden, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur den Forstminister Ibrahim Yumakli.
Der Waldbrand, der am Dienstag im Bezirk Kaş in Antalya ausgebrochen war, wurde nach intensiven Löschmassnahmen aus der Luft und vom Boden aus unter Kontrolle gebracht, ebenso der Brand im westtürkischen Isparta. Ein Sturm in Antalya habe die Löscharbeiten erschwert, sagte Yumakli. Es seien landesweit 21 Flugzeuge, 69 Helikopter, etwa 500 Löschfahrzeuge und mehr als 3500 Kräfte im Einsatz. (cam/dpa)
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