Waldbrände: Spanien erklärt Notstand – Frankreich evakuiert 63'000 Menschen
Spanien hat wegen mehrerer Waldbrände den nationalen Notstand erklärt. Dadurch übernahm das spanische Innenministerium am Freitag die Verantwortung für die Feuerbekämpfung in den spanischen Regionen. «Wir erleben eine dramatische Situation, nicht nur in mehreren spanischen Regionen, sondern auch in benachbarten Ländern», teilte Ministerpräsident Pedro Sánchez auf der Plattform X mit. Auch der Südwesten Frankreichs ist von Waldbränden betroffen. Die Behörden ordneten dort am Freitag weitere Massenevakuierungen an.
In Spanien sind wegen Bränden laut der Regierung der Hauptstadtregion Madrid 10.000 Menschen aus Dörfern evakuiert worden. In diesem Jahr haben Feuer bereits etwa 1.300 Quadratkilometer in Spanien verwüstet. Das ist mehr als das Vierfache der Fläche, die in der ersten Hälfte des Vorjahres verwüstet wurde.
Ein weiteres grosses Feuer in der zentralspanischen Provinz Ávila alarmierte die Behörden. In den vergangenen Tagen hat in der Provinz Guadalajara nördlich von Madrid ein Brand eine Fläche von rund 320 Quadratkilometern verwüstet. Im Juli kamen 13 Menschen bei einem Feuer im Süden des Landes ums Leben.
«In meinen 60 Jahren habe ich noch nie so etwas in meinem Dorf erlebt, ich habe noch nie ein Feuer dieser Ausmasse erlebt», sagte der Bürgermeister von Burgohondo, Francisco Martínez, dem Sender TVE. Die 1.500 Einwohnerinnen und Einwohner von Burgohondo wurden evakuiert.

Sánchez rief die politischen Parteien am Mittwoch zur Zusammenarbeit auf, um gegen den Klimawandel vorzugehen. Das sei wichtig, um sich an ein Klima anzupassen, bei dem Feuer wahrscheinlicher geworden seien.
Waldbrände setzen französischer Atlantikküste zu
Im Südwesten Frankreichs werden wegen der sich weiter unkontrolliert ausdehnenden Waldbrände insgesamt rund 63.000 Menschen evakuiert. An der bei Touristen beliebten Küste bei Bordeaux müssen weitere 20.000 Menschen zehn am Becken von Arcachon gelegene Orte verlassen, wie Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez sagte. 20.000 Menschen waren bereits vor allem von Campingplätzen und Ferienanlagen evakuiert worden. Einige Menschen waren zur Flucht per Boot gezwungen.
In Brand geratener Lieferwagen setzt Wald in Flammen
Wegen eines weiteren Brandes an der Atlantikküste südlich von Bordeaux im Bereich des Ortes Biscarrosse mussten inzwischen 23.000 Menschen evakuiert werden. Auch hier waren vor allem Campingplätze und Urlaubsquartiere betroffen.
Dort hatte ein Lieferwagen auf einer durch einen Wald führenden Landstrasse wahrscheinlich wegen eines technischen Defekts Feuer gefangen und die Flammen griffen schnell auf die Natur über. 100 Häuser wurden durch den Brand beschädigt. 700 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Lage an Atlantikküste bleibt ungünstig
Die Lage zur Eindämmung und Bekämpfung der Brände blieb unterdessen schwierig. Es wurden erneut Temperaturen von bis zu 39 Grad in der Region erwartet. Es wehe Wind und die Lage bleibe weiterhin sehr unbeständig und ungünstig.
Unterstützung bei den Löscharbeiten erhält Frankreich nun auch über den Hilfsmechanismus der Europäischen Union. Wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, kämen zur Unterstützung unter anderem zwei Löschflugzeuge aus Kroatien sowie Hubschrauber aus Tschechien und der Slowakei.
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