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Obama ist zurück – und macht sich gnadenlos über Trump lustig

Der ehemalige amerikanische Präsident kritisiert den Republikaner im Weissen Haus und wirft ihm vor, er setze falsche Prioritäten. Sein Vergleich mit einem früheren Diktator entzückt das Publikum.
Der 65 Jahre alte Barack Obama machte am Samstag Wahlkampf in Ohio und Michigan für Parteifreunde. (Bild: AP)

Mit einem scharfen Rundumschlag gegen den amtierenden Präsidenten hat sich nun auch Barack Obama in den amerikanischen Wahlkampf eingeschaltet. Am Samstag, während Auftritten in den politisch umkämpften Bundesstaaten Ohio und Michigan, verspottete er Donald Trump für gebrochene Wahlversprechen und liess kein gutes Haar an Aushängeschildern der Regierung.

So sagte der Demokrat über die zahlreichen Verschönerungsprojekte, die Trump an seinem Wohn- und Arbeitsort in Washington durchzieht: «Überall ist Gold. Was ist bloss mit all dem Gold los?» Mittlerweile, witzelte ein sichtlich amüsierter Obama, sehe das Weisse Haus aus, «als würde Saddam Hussein eine Cheesecake Factory eröffnen».

Die amerikanische Restaurantkette, die nicht nur Cheesecake serviert, ist bekannt für das schräge Dekor ihrer 382 Filialen in den USA und Kanada, ein Mischmasch aus arabischen und europäischen Stilrichtungen. Das Publikum lachte herzhaft.

Obama riet Trump, doch den Beruf zu wechseln, wenn er sich so gerne als Heimwerker betätige. Auf dem Sender HGTV, der sich 24 Stunden am Tag mit Renovationen und Sanierungen von Immobilien beschäftigt, wäre sicher ein Sendeplatz für ihn frei, sagte der Ex-Präsident sinngemäss.

Spott über Verteidigungsminister Hegseth

Sein Fett weg kriegte auch Verteidigungsminister Pete Hegseth. Obama machte sich lustig über den Republikaner, der in seinen Reden häufig über Männlichkeit spricht. «Er macht sich seine Haare so, weil Krieger so aussehen», sagte der Ex-Präsident über Hegseth, der eine Vorliebe für Haarprodukte hat.

Auch witzelte Obama darüber, der Verteidigungsminister verbringe sehr viel Zeit vor dem Spiegel. «Diese Leute kann man nicht ernst nehmen», sagte er. Und der einzige Weg, sie zu stoppen, sei eine Stimme für die Demokraten – damit das nationale Parlament nach den Kongresswahlen am 3. November endlich seine Aufgabe wahrnehme, der inkompetenten Regierung Grenzen zu setzen.

Obamas Spitzen verbreiteten sich bereits am Samstag in Windeseile. Die Attacken Obamas klangen ungewöhnlich scharf, selbst für Wahlkampfzeiten. Der Demokrat macht allerdings kein Geheimnis mehr darum, dass er mit Trump nichts anfangen kann. In Erinnerung geblieben ist eine schlüpfrige Geste, die er am Parteitag der Demokraten im Sommer 2024 machte und die offenbar auf die Grösse der Menschenmengen bei Trumps Auftritten anspielte.

Trump wiederum scheint geradezu besessen von Obama zu sein. In jeder seiner zahlreichen Wahlreden erwähnt er «Barack Hussein Obama», wie er den ersten dunkelhäutigen Präsidenten Amerikas, gerne nennt. Und Trump macht ihn, fast 10 Jahre nach Obamas Rücktritt, immer noch verantwortlich für alle politischen und wirtschaftlichen Probleme, mit denen die USA kämpfen. Diese Passagen sorgen unter den Menschen, die Trumps Auftritte live mitverfolgen, jeweils für lautstarken Applaus.

Trump meldet sich online zu Wort

Online reagierte Trump deshalb umgehend auf den Spott des Demokraten. «Obama war ein höchst inkompetenter Präsident», schrieb er auf seinem Onlinedienst Truth Social. Zudem zweifelte der Republikaner die Zugkraft seines Vorgängers an. So habe sich Obama in früheren Wahlkämpfen für Hillary Clinton (2016) und Kamala Harris (2024) eingesetzt, die beide gegen ihn, Trump, verloren hätten.

Das mag der Wahrheit entsprechen. Es stimmt aber auch, dass Obama, der sich eigentlich im politischen Ruhestand befindet, in der breiten Bevölkerung viel beliebter ist als Trump. Beobachter sind deshalb überzeugt davon, dass im Wahlkampf 2026 die punktuellen Einsätze von Obama besser funktionieren als die Auftritte Trumps, der jeden Tag in einem anderen Bundesstaat spricht.

Der Präsident versucht, mit seinen Monsterreden, die 100 Minuten oder länger dauern, die absehbare Niederlage seiner Republikanischen Partei abzuwenden. Dabei schweift er immer wieder von seinem Manuskript ab und sorgt damit bei republikanischen Wahlkampfstrategen für Unruhe.

Am Samstag zum Beispiel prahlte er in Georgia damit, wie viel Geld die Erdölbranche dank hohen Benzin- und Dieselpreisen verdiene. Seine Berater hätten ihm gesagt, er solle das nicht sagen, weil die Konsumenten wütend über hohe Ölpreise seien. «Aber das ist mir schnurzegal. Wir verdienen ein Vermögen!»

 
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