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Streikwelle gegen Reformen in Frankreich

In Frankreich haben mehr als 300'000 Menschen gegen die Reformen von Präsident Emmanuel Macron protestiert. Im Bahnverkehr kam es am Donnerstag durch einen Ausstand der Lokführer zu massiven Störungen.
Mehrere Hunderttausend Menschen haben in Frankreich gegen die Politik von Präsident Macron protestiert. (Bild: Demonstration in Marseille)
Mehrere Hunderttausend Menschen haben in Frankreich gegen die Politik von Präsident Macron protestiert. (Bild: Demonstration in Marseille) (Bild: KEYSTONE/EPA/GUILLAUME HORCAJUELO)

Im öffentlichen Dienst hatten die Gewerkschaften zum Generalstreik aufgerufen, unter anderem legten die Fluglotsen die Arbeit nieder. Schulen, Spitäler und die Müllabfuhr waren ebenfalls betroffen.

Angestellte der Elektrizitätswerke schlossen sich ebenfalls den Ausständen an. Die Stromproduktion sank um drei Gigawatt - der Leistung von drei Atomkraftwerken.

Landesweit gingen nach Angaben des Innenministeriums in ganz Frankreich 323'000 Menschen auf die Strasse. Die Gewerkschaft CGT sprach sogar von mehr als 500'000 Demonstranten, davon 50'000 in Paris.

Die Proteste richten sich unter anderem gegen den von Macron angekündigten Umbau der Staatsbahn SNCF, deren Beschäftigte ihren beamtenähnlichen Status verlieren sollen. Der öffentliche Dienst demonstriert gegen die geplante Streichung von 120'000 Stellen.

Wegen des Lokführer-Streiks fuhren nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft SNCF nur vier von zehn Hochgeschwindigkeitszügen (TGV) und nur einer von vier Intercity-Zügen, auch der Regionalverkehr war massiv gestört. Wegen des Lotsenstreiks kam es auch im Flugverkehr zu Ausfällen.

Erinnerung an Studentenproteste 1968

Mit dem Datum 22. März erinnerten die Gewerkschaften an den Beginn der Studentenproteste vor 50 Jahren. Im Jahr 1968 mündeten sie in einem Streik, der das Land lahmlegte und führten zu Strassenschlachten zwischen Polizisten und Demonstranten.

Am Rande der Pariser Kundgebung kam es zu Zusammenstössen zwischen der Polizei und teils vermummten Demonstranten. Aus der Menge flogen Rauchbomben und Wurfgeschosse, die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Einige Teilnehmer zerstörten Fensterscheiben von Banken. In Nantes kam es zu Krawallen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

Warnschuss für Regierung

Der Vorsitzende der Gewerkschaft CFDT, Laurent Berger, nannte die Proteste "einen Warnschuss für die Regierung". Er verlangte im Sender RTL Verhandlungen über die Bahnreform. Macron will diese mittels Verordnungen am Parlament vorbei durchsetzen. So war er bereits bei der umstrittenen Reform des Arbeitsrechts im Herbst vorgegangen, gegen die hunderttausende Menschen auf die Strasse gegangen waren.

Für Freitag ist zudem ein Streik der Piloten und des weiteren Bordpersonals bei Air France angekündigt. Sie fordern sechs Prozent mehr Geld. Die Gesellschaft will ihre Flüge nach eigenen Angaben jedoch "zu 75 Prozent" aufrecht erhalten.

Die Bahngewerkschaften haben schon eine Fortsetzung der Proteste angekündigt: Zwischen Anfang April und Ende Juni wollen sie jeweils an "zwei von fünf Tagen" zum Streik aufrufen. (sda/afp/reu/dpa)

 
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