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Prozess gegen Erdogan-Gegner Imamoglu beginnt in Istanbul

Mehr als 2000 Jahre Haft fordert die Anklage: Nach fast einem Jahr in Untersuchungshaft beginnt der Prozess gegen den Erdogan-Gegner Imamoglu. Kritiker sehen politische Beweggründe.
Der ehemalige Bürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoglu. (Bild: EPA)

Fast ein Jahr nach seiner Verhaftung beginnt in Istanbul der Hauptprozess gegen den ehemaligen Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu. Dem Oppositionspolitiker und Gegner des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan werden unter anderem die Gründung und Leitung einer kriminellen Vereinigung sowie Bestechung und Geldwäsche vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft fordert dafür der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge mehr als 2000 Jahre Haft. Insgesamt sind 407 Menschen angeklagt, 105 davon sitzen in Untersuchungshaft.

Der ehemalige Bürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoglu. (Bild: EPA)

Unter den Beschuldigten sind auch Imamoglus Anwalt, sein Sprecher sowie Journalisten, etwa Rusen Cakir, eine der profiliertesten kritischen, liberalen Stimmen des Landes. Menschenrechtsorganisationen werten den Prozess als politisch motiviert.

Dilek Imamoglu: Bewährungsprobe für Rechtsstaatlichkeit

Imamoglus Ehefrau, Dilek Imamoglu, sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie betrachte den Prozess nicht nur als persönliche Angelegenheit, sondern als wichtige Bewährungsprobe für die Rechtsstaatlichkeit im Land.

Imamoglu gilt als aussichtsreicher Gegner des türkischen Präsidenten Erdogan bei zukünftigen Wahlen. Er war im März vergangenen Jahres wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet und als Bürgermeister von Istanbul abgesetzt worden. Gegen ihn laufen mehrere Verfahren. Auch sein Universitätsdiplom – Voraussetzung für eine Präsidentschaftskandidatur – wurde annulliert. (dpa)

 
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