Friedensnobelpreis geht an südafrikanische Juristin
Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay. Das gab das norwegische Nobelkomitee in Oslo bekannt. Pillay werde «für ihre Bemühungen um die Förderung des Friedens und des Völkerrechts» geehrt, sagte der Vorsitzende des Nobelkomitees, Jørgen Watne Frydnes. «Die diesjährige Preisträgerin hat massgeblich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden.» Sie sei eine der wichtigsten Rechtsexperten unserer Zeit, sagte Frydnes.
Pillay war laut dem Nobelpreiskomitee Richterin am Obersten Gerichtshof Südafrikas, am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda und am Internationalen Strafgerichtshof. Sie amtierte als Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte und leitete die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der UN zu den besetzten palästinensischen Gebieten.
«Leider haben wir Navi Pillay nicht erreicht», sagte Frydnes. Deshalb schickte er einen Aufruf an die Preisträgerin: «Wenn du eine norwegische Nummer anrufen siehst, geh bitte dran, wir würden liebend gerne mit dir sprechen.»

287 Nominierungen eingereicht
Für den diesjährigen Friedensnobelpreis waren 287 Nominierungen eingereicht worden. Etwas mehr als ein Viertel davon waren Organisationen. Vorschläge können unter anderem von Staats- und Regierungschefs, nationalen Abgeordneten, Universitätsprofessoren, Leitern aussenpolitischer Institute, früheren Nobelpreisträgern und Mitgliedern des norwegischen Nobelkomitees eingereicht werden.
Dotiert ist der Friedensnobelpreis in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen und damit einer Million Kronen mehr als im Vorjahr. Umgerechnet entspricht das etwas mehr als einer Million Franken. Seit Montag sind bereits Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur verkündet worden.
2025 ging der Friedensnobelpreis an die venezolanische Oppositionelle María Corina Machado. Diese widmete ihre Auszeichnung allerdings US-Präsident Trump und schenkte ihm ihre Medaille.
Kommende Woche geht es weiter
Am Montag folgt noch der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel. Offiziell ist die Auszeichnung kein Nobelpreis, weil sie nicht auf das Testament des schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel (1833-1896) zurückgeht. Sie wird aber traditionell nach den Nobelpreisen vergeben.
Überreicht werden alle Preise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters. Als einzige der Auszeichnungen wird der Friedensnobelpreis nicht in Stockholm, sondern seit der ersten Vergabe der Nobelpreise 1901 in der norwegischen Hauptstadt Oslo verliehen. (dpa)
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