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Alle Meldungen zur Lage im Nahen Osten bis zum 21. Dezember lesen Sie hier

Im Nahen Osten bleibt die Lage angespannt. Alle Neuigkeiten und Reaktionen zum Konflikt in unserem Newsblog.
von Online-Redaktion
Israelische Polizeibeamte geraten während gewalttätiger Ausschreitungen in Jerusalem mit jungen ultraorthodoxen jüdischen Demonstranten aneinander. (Bild: Keystone)
Australians Premierminister Anthony Albanese. (Bild: BIANCA DE MARCHI)
Spanien, Slowenien, Irland, Island und die Niederlande werden aus Protest gegen das Vorgehen Israels im Gaza-Krieg nicht zum ESC 2026 kommen. (Bild: Martin Meissner)
Mehr als 80 Prozent der Gebäude im Gazastreifen sind beschädigt oder zerstört. Wer zahlt für die Beseitigung der Trümmer und wie geht es weiter? (Bild: AP)
Präsident Donald Trump mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu im Knesset, dem israelischen Parlament, am Montag, 13. Oktober 2025, in Jerusalem. (Bild: Bild; Chip Somodevilla)
Friedrich Merz beim Besuch in Israel. (Bild: ABIR SULTAN / POOL)
Deutscher Bundeskanzler Friedrich Merz (Bild: EPA)
Gegen Benjamin Netanyahu läuft seit Jahren ein Korruptionsprozess. Nun bat der Regierungschef offiziell um Begnadigung. (Bild: Keystone)
Am Freitag wurden 13 verletzte Kinder und ihre Familienangehörigen aus dem Gaza-Streifen über Jordanien in die Schweiz überführt. (Bild: Alex Kuehni)
Palästinenser beten vor den Leichen ihrer Angehörigen im Nasser-Krankenhaus in Chan Junis. (Bild: Keystone)
Palästinenser in israelischer Haft (Bild aus dem Jahr 2023). (Bild: Breaking The Silence/AP)
(Bild: James Manning/POOL)
Die israelische Schauspielerin Gal Gadot als Wonder Woman im Film aus dem Jahr 1984. (Bild: Clay Enos/KEYSTONE)
Syriens islamistischer Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa an der Uno-Klimakonferenz im brasilianischen Belem (Donnerstag, 6. November). (Bild: ANDRE COELHO/EPA)
Portraits der beiden inhaftierten Franzosen in Paris. (Bild: Aurelien Morissard/AP)
Ultraorthodoxe Juden versammeln sich am Donnerstag, 30. Oktober 2025, in Jerusalem zu einer Großdemonstration gegen Pläne, sie zum Dienst in der israelischen Armee zu zwingen. (Bild: Mahmoud Illean)
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu. (Bild: Nathan Howard/AP)

10:54 Uhr

Samstag, 21. Dezember

Israel billigt Schaffung 19 neuer Siedlungen im Westjordanland

Israel hat die Schaffung von 19 neuen Siedlungen im besetzten Westjordanland gebilligt. Der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich schrieb in einem Post auf der Plattform X: «Das Kabinett hat den von mir gemeinsam mit meinem Freund, Verteidigungsminister Israel Katz, eingebrachten Vorschlag genehmigt, 19 neue Siedlungen auszurufen und zu regeln!» Israelische Medien hatten bereits in dieser Woche berichtet, das sogenannte Sicherheitskabinett habe die Einrichtung von 19 neuen Siedlungen beschlossen. Dafür gab es aber bisher keine offizielle Bestätigung der Regierung.

Siedlungen gelten als Hindernis für Friedensregelung Israel hatte 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert, wo heute mehr als 700.000 Siedler inmitten von rund drei Millionen Palästinensern leben. Nach internationalem Recht sind die Siedlungen dort illegal. Die Vereinten Nationen betrachten die israelischen Siedlungen als grosses Hindernis für eine Friedensregelung, weil sie kaum noch ein zusammenhängendes Territorium für die Palästinenser bei einer möglichen Zweistaatenlösung zulassen würden.

Peace Now: Manche Siedlungen inmitten von palästinensischen Gebieten

Die israelische Organisation Peace Now schrieb, einige der neu genehmigten Siedlungen seien für Gebiete vorgesehen, in denen Israel bisher keine Präsenz hatte, während andere in dicht besiedelten palästinensischen Gebieten errichtet werden sollen. Mehrere der geplanten Siedlungen sollen im nördlichen Westjordanland auf den Standorten ehemaliger Siedlungen gebaut werden, die im Rahmen des Abzugsplans von 2005 geräumt worden waren. «In mehreren Fällen wird erwartet, dass die neuen Siedlungen auf Flächen entstehen, von denen palästinensische Gemeinden vertrieben wurden», hiess es in einer Mitteilung von Peace

Smotrich schrieb weiter auf X, die rechtsreligiöse Regierung von Benjamin Netanyahu habe damit binnen drei Jahren «69 neue Siedlungen eingerichtet – ein nie dagewesener Rekord». Er schrieb zudem: «Wir stoppen vor Ort die Errichtung eines palästinensischen Terrorstaates. Wir werden weiterhin das Land unserer Väter entwickeln, bebauen und besiedeln – im festen Glauben an die Richtigkeit unseres Weges.» (dpa)

22:20 Uhr

Samstag, 20. Dezember

Witkoff: Fortschritte bei erster Phase von Gaza-Friedensplan

Bei der Umsetzung des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump geht es nach Darstellung des US-Sondergesandten Steve Witkoff voran. «Die erste Phase hat Fortschritte gebracht, darunter die Ausweitung der humanitären Hilfe, die Rückgabe der Leichen von Geiseln, den teilweisen Abzug von Truppen und eine Verringerung der Feindseligkeiten», schrieb er einen Tag nach Sondierungen mit Vertretern Ägyptens, Katars und der Türkei auf X. In den kommenden Wochen sollen weitere Gespräche folgen, «um die Umsetzung der zweiten Phase voranzutreiben».

In der zweiten Phase des Gaza-Friedensplans ist unter anderem der Wiederaufbau des verwüsteten Gebiets vorgesehen. Israel besteht darauf, dass zuvor die Leiche einer letzten Geisel überführt wird, die nach dem Hamas-Massaker 2023 noch im Gazastreifen festgehalten wird. Dies ist eine der Bedingungen der ersten Phase des Trump-Plans. Auch ist die Entwaffnung der Hamas vorgesehen - diese will aber nicht ihre Waffen nicht abgeben.

Bei den Gesprächen ging es Witkoff zufolge auch um Massnahmen, wie der Handel in der Region erleichtert und die Infrastruktur entwickelt werden können. In diesem Zusammenhang hätten die Vertreter sich für eine «zeitnahe Einrichtung des Friedensrates als Übergangsverwaltung» ausgesprochen.

Die Einrichtung des Friedensrats ist einer von 20 Punkten im Gaza-Friedensplan, den Trump Ende September vorgestellt hatte. Darin ist vorgesehen, dass der Gazastreifen künftig erst einmal von einem Komitee aus unpolitischen Fachleuten als Übergangsregierung verwaltet wird. Beaufsichtigt werden soll sie von einem neuen internationalen Übergangsgremium, dem «Board of Peace», dessen Vorsitz Trump selbst übernehmen will.

Brüchige Waffenruhe

Auslöser des zweijährigen Kriegs war das Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 weitere in den Gazastreifen verschleppt worden waren. Seitdem sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 70.000 Palästinenser im Gazastreifen getötet worden.

Seit dem 10. Oktober herrscht eine Waffenruhe, es kommt jedoch weiter zu tödlichen Vorfällen. Am Samstag rief Witkoff Israel und die Hamas auf, «ihren Verpflichtungen nachzukommen, Zurückhaltung zu üben und mit den Überwachungsmechanismen zusammenzuarbeiten.» (dpa)

22:07 Uhr

Samstag, 20. Dezember

Zwei Tote bei israelischen Militäreinsätzen im Westjordanland

Bei Einsätzen der israelischen Armee im Norden des palästinensischen Westjordanlands sind nach Militärangaben zwei Palästinenser getötet worden. Im Gebiet von Kabatija habe ein Mann einen Stein auf Soldaten geworfen. «Die Soldaten reagierten mit Feuer und schalteten den Terroristen aus», hiess es in der Mitteilung weiter. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Ramallah handelte es sich bei dem Toten um einen 16-Jährigen.

Bei einem weiteren Einsatz im Gebiet von Silat al-Harithija im nördlichen Westjordanland warf ein Palästinenser nach Armeeangaben einen Sprengkörper auf Soldaten. Diese hätten daraufhin das Feuer eröffnet und den «Terroristen ausgeschaltet». Der 22-Jährige sei durch Schüsse in die Brust getötet worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 hat die Gewalt im Westjordanland zugenommen. Die israelische Armee führt dort immer wieder Grosseinsätze gegen mutmassliche militante Palästinenser durch. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden in den vergangenen zwei Jahren 1.030 Palästinenser im Westjordanland getötet - 235 davon allein in diesem Jahr.

Israel hatte das Westjordanland 1967 während des Sechstagekrieges erobert und hält es seitdem besetzt. Die Palästinenser beanspruchen das Gebiet sowie den Gazastreifen für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. (dpa)

18:48 Uhr

Samstag, 20. Dezember

Jordanien an US-Angriffen auf IS in Syrien beteiligt

Jordanien hat sich an Luftangriffen der USA auf die Terrorgruppe Islamischer Staat in Syrien beteiligt. Mehrere Positionen des IS im Süden des Nachbarlandes seien angegriffen worden, teilte das jordanische Militär am Samstag mit. Mit dem Einsatz habe Jordanien unter anderem verhindern wollen, dass Extremisten die Region nutzen, um die nationale Sicherheit von Syriens Nachbarländern zu bedrohen.

Jordanien ist eines von 90 Ländern, die dem internationalen Bündnis gegen den IS angehören, dem sich kürzlich auch Syrien angeschlossen hatte.

Die USA hatten die Ziele in Syrien angegriffen, um Vergeltung für die Tötung von zwei US-Soldaten und einem US-Dolmetscher zu üben. Ziel war es demnach, IS-Kämpfer zu «eliminieren» und deren Waffen zu zerstören. Mehr als 70 Ziele seien angegriffen worden, teilte das für die Region zuständige Zentralkommando Centcom im Anschluss mit. Von US-Seite gab es aber keine Angaben zur Zahl der Toten. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete mindestens fünf Tote, darunter der Anführer einer IS-Zelle. (dpa)

18:13 Uhr

Samstag, 20. Dezember

Aktivisten: Fünf IS-Mitglieder bei US-Angriff getötet

Bei den US-Angriffen gegen Ziele der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten mindestens fünf ihrer Mitglieder getötet worden. Darunter sei auch ein Kommandeur, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Sie seien bei Angriffen bei Dair as-Saur im Osten des Landes getötet worden. Die Dschihadisten hätten von dort aus Drohnenattacken gestartet. Der IS äusserte sich bisher nicht zu den US-Angriffen.

Das US-Militär startete in der Nacht massive Vergeltungsschläge gegen IS-Ziele im Osten Syriens. Mehr als 70 Ziele wurden mit Kampfflugzeugen, Kampfhubschraubern und Artillerie angegriffen. Rund eine Woche zuvor wurden bei einem Angriff in der syrischen Stadt Palmyra zwei US-Soldaten und ein US-Dolmetscher getötet sowie drei Soldaten verletzt. Die USA machen den IS dafür verantwortlich. Die Terrormiliz hat den Angriff bisher nicht für sich reklamiert.

Die jüngsten Angriffe seien ein Ausdruck der «Rache» der Vereinigten Staaten, erklärte Verteidigungsminister Pete Hegseth auf der Plattform X.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Grossbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Informanten vor Ort. Sie dokumentiert seit Ausbruch des Bürgerkriegs die Gewalt in Syrien. (dpa)

14:05 Uhr

Samstag, 20. Dezember

US-Militär: Mehr als 70 IS-Ziele in Syrien angegriffen

Das US-Militär hat bei seinem Vergeltungsschlag gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 70 Ziele angegriffen. Bei den Attacken an mehreren Orten im Zentrum Syriens seien Kampfflugzeuge, Kampfhubschrauber und Artillerie eingesetzt worden, erklärte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom).

Bei dem Einsatz gegen IS-Infrastruktur und Waffenlager seien mehr als 100 Präzisionswaffen eingesetzt worden - darunter versteht das US-Militär zum Beispiel Bomben oder Raketen. «Wir werden Terroristen, die Amerikanern oder unseren Partnern in der Region schaden wollen, weiter schonungslos verfolgen», erklärte Centcom-Kommandeur Admiral Brad Cooper.

Das Militär machte zunächst keine Angaben zu möglichen Verletzten oder Todesopfern bei der jüngsten Angriffswelle.

Bei einem Angriff in der vergangenen Woche in der Stadt Palmyra waren zwei US-Soldaten und ein US-Dolmetscher getötet sowie drei Soldaten verletzt worden. Die USA machen den IS dafür verantwortlich. US-Präsident Donald Trump kündigte daraufhin einen Vergeltungsschlag gegen die Terrormiliz an. (dpa)

18:54 Uhr

Donnerstag, 18. Dezember

Israel unterzeichnet Vertrag mit Berlin über Raketenabwehr-Erweiterung

Deutschland und Israel haben israelischen Angaben zufolge einen Vertrag für die Erweiterung des Raketenabwehrsystems Arrow 3 unterschrieben. Das teilte Israels Aussenministerium mit. Zuvor hatte am Mittwoch der Haushaltsausschuss des Bundestages Geld dafür bewilligt. Israels Verteidigungsministerium sprach von Kosten in Höhe von umgerechnet rund 2,6 Milliarden Euro. Die Zeremonie zur Unterzeichnung habe in Deutschland stattgefunden.

Der Aufbau des in Israel beschafften Systems ist eine Reaktion auf die Bedrohung durch Russland. Das Verteidigungssystem kann feindliche Raketen ausserhalb der Atmosphäre im beginnenden Weltraum durch einen direkten Treffer zerstören - eine Fähigkeit, die es in der Bundeswehr bisher nicht gibt.

Israelischen Angaben zufolge beläuft sich der Gesamtwert der beiden Abkommen auf umgerechnet rund 5,7 Milliarden Euro. Es handle sich um das grösste Rüstungsgeschäft in der Geschichte des jüdischen Staats. (dpa)

18:07 Uhr

Donnerstag, 18. Dezember

Tote und Verletzte bei Explosion im Jemen

Bei einer Explosion im südlichen Jemen sind mindestens drei Menschen getötet und 13 weitere verletzt worden. Vor dem Hauptquartier der Islah-Partei im Ort Tais sei ein Sprengsatz explodiert, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Alle Opfer seien Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Tais ist eine der am stärksten besiedelten Städte des Landes und unter Kontrolle der jemenitischen Regierung. Die islamistische Islah ist eine der grössten politischen Parteien im Jemen.

Der Jemen ist seit mehr als zehn Jahren gespalten, seit die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz den Norden überrannte und unter ihre Kontrolle brachte. Saudi-Arabien kämpft mit Verbündeten an Seite der Regierung im Versuch, die Miliz zurückzudrängen. Zugleich gibt es Spannung innerhalb dieser Allianz: Im Süden und Osten nahmen Separatisten, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt werden, grosse Gebiete ein und drängten die Regierungstruppen zurück. (dpa)

18:01 Uhr

Donnerstag, 18. Dezember

IS feiert Anschlag in Australien als «Stolz von Sydney»

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den antisemitischen Anschlag in Sydney gefeiert, sich dabei aber nicht direkt zu der Attacke bekannt. In einer im Internet verbreiteten Propaganda-Schrift bezeichnete der IS den Angriff am Bondi Beach der australischen Metropole als «Stolz von Sydney». Kämpfer und Anhänger des IS würden weiter versuchen, «Juden überall» anzugreifen, kündigte die Terrororganisation an.

Bei dem Anschlag am Sonntag hatten zwei Attentäter während des jüdischen Lichterfests Chanukka das Feuer auf die Menschenmenge am Strand eröffnet. Sie töteten 15 Menschen, Dutzende wurden verletzt.

Der IS bekannte sich bisher nicht zu dem Anschlag. In der Rundschrift war auch keine Rede davon, ob die beiden Attentäter dem IS die Treue geschworen haben. Die australischen Behörden gehen aber davon aus, dass die beiden vom IS beeinflusst und motiviert waren. (dpa)

17:40 Uhr

Donnerstag, 18. Dezember

Wegen Wehrdienst: Hunderte Ultraorthodoxe greifen Polizisten in Jerusalem an

Hunderte Strenggläubige haben in Jerusalem nach israelischen Polizeiangaben Einsatzkräfte nach der Festnahme eines Mannes angegriffen. Ultraorthodoxe hätten Steine, Eier und andere Gegenstände auf Polizisten geworfen und Fahrzeuge der Beamten beschädigt, hiess es. 13 Polizisten seien leicht verletzt worden.

Israelische Polizeibeamte geraten während gewalttätiger Ausschreitungen in Jerusalem mit jungen ultraorthodoxen jüdischen Demonstranten aneinander. (Bild: Keystone)

Die Randalierer versuchten den Angaben zufolge, einen Festgenommenen zu befreien. Laut Polizei hatte dieser zuvor einen Kontrolleur getreten und mit dem Tod bedroht, nachdem er Tickets wegen Falschparkens ausgestellt hatte. Israelischen Medien zufolge galten die Strafen Ultraorthodoxen, die den Angaben nach Wehrdienstverweigerer gewesen sein sollen.

Die Polizei teilte mit, es habe eine Falschmeldung gegeben, dass Personen festgenommen worden seien, die den Wehrdienst verweigert hätten. Daraufhin hätten sich Hunderte Randalierer versammelt. Die Einsatzkräfte hätten unter anderem Blendgranaten und Schlagstöcke gegen sie eingesetzt. Vier Personen seien festgenommen worden. Die Suche nach weiteren Beteiligten laufe, teilte die Polizei weiter mit.

Ausnahme für Wehrdienst gilt für Ultraorthodoxe nicht mehr

Streng religiöse Männer waren in Israel jahrzehntelang von der Wehrpflicht befreit. Diese Ausnahmeregelung lief jedoch im vergangenen Jahr aus. Der israelischen Regierung gelang es nicht, ein neues Gesetz zu verabschieden, um diesen Sonderstatus für die Ultraorthodoxen zu zementieren.

Seitdem gibt es immer wieder grosse Proteste streng religiöser Juden gegen ihre Rekrutierung. Viele Ultraorthodoxe empfinden den Militärdienst als Bedrohung ihres frommen Lebensstils, unter anderem, weil Frauen und Männer gemeinsam dienen. Die Armee hatte aber angesichts des langen Kriegs gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen eindringlich vor einem drastischen Mangel an kampffähigen Soldaten gewarnt. Viele Israelis empfinden es zudem als ungerecht, dass die steigende Zahl ultraorthodoxer Juden vom Dienst an der Waffe und gefährlichen Kampfeinsätzen ausgenommen sind. (dpa)

15:55 Uhr

Donnerstag, 18. Dezember

Ägypten: Angebliche Pläne für USA-Reise von Präsident al-Sisi

Mit Hilfe eines gewaltigen Gas-Deals zwischen Israel und Ägypten scheint ein Spitzentreffen beider Seiten zusammen mit US-Präsident Donald Trump möglich. Ein ägyptisches Team bereite dafür einen Besuch von Präsident Abdel Fattah al-Sisi in den USA vor, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von einer mit den Plänen vertrauten Person. Der Besuch könne auch Grundlage sein für ein Dreiertreffen zusammen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, hiess es. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht.

Eine Begegnung al-Sisis und Netanyahus käme sehr überraschend und schien wegen des Kriegs im Gazastreifen, der an Israel und Ägypten grenzt, eigentlich undenkbar. Die beiden Länder sind in einer ganzen Reihe von Fragen zu Gaza tief gespalten, darunter etwa der Betrieb des ägyptischen Grenzübergangs Rafah, die Lage im gemeinsamen Grenzgebiet und der Status der Palästinenser.

Entsprechend hat sich das Verhältnis zwischen al-Sisi und Netanyahu seit Kriegsbeginn vor mehr als zwei Jahren deutlich verschlechtert. Seitdem sollen die beiden auch keinen direkten Kontakt miteinander gehabt haben. Zuvor trafen sie sich etwa am Rande der UN-Generaldebatte in New York.

Nun könnte es den USA und Israel gelingen, al-Sisi mit Hilfe eines gewaltigen Gas-Deals im Wert von umgerechnet 30 Milliarden Euro zu dem Treffen zu bewegen. Netanyahu verkündete den Deal gestern am Abend und versprach «riesige Gewinne» für Israel, das Gas aus dem Leviathan-Feld im Mittelmeer nach Ägypten exportieren will.

Berichten zufolge sollen die USA auf den Deal gedrängt haben, um den Weg zu einem Dreiertreffen zwischen Trump, al-Sisi und Netanyahu bis Jahresende zu ebnen. Ägypten ist schon jetzt stark abhängig von Gaslieferungen aus Israel, um seine Wirtschaft durch eine schwere Krise zu bringen. (dpa)

14:25 Uhr

Donnerstag, 18. Dezember

Israelische Luftwaffe greift Ziele der Hisbollah im Libanon an

Die israelische Luftwaffe hat Ziele im Süden und Nordosten des Libanons angegriffen. Getroffen worden seien Infrastruktur und Abschussrampen der vom Iran unterstützten Hisbollah auf einem militärischen Gelände, das die Miliz für die Ausbildung ihrer Kämpfer nutze, teilte das israelische Militär mit. Zudem seien am Donnerstag Gebäude der Hisbollah angegriffen worden, in denen Waffen gelagert worden seien.

Die schweren Luftangriffe erstreckten sich laut der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA von Gebieten im Rihan-Gebirge im Süden bis zur nordöstlichen Region Hermel an der Grenze zu Syrien. Wenig später wurden bei einem Drohnenangriff auf ein Auto nahe der Stadt Taybeh im Süden des Libanons vier Menschen verletzt, wie die NNA berichtete.

Die Angriffe erfolgten einen Tag vor einer Sitzung des Ausschusses, der die Einhaltung der von den USA vermittelten Waffenruhe überwacht, die vor einem Jahr den Krieg zwischen Israel und der Hisbollah beendete. Das Treffen am Freitag in Paris ist die zweite Sitzung dieses Mechanismus, nachdem Israel und der Libanon zivile Mitglieder in das zuvor ausschliesslich mit Militärangehörigen besetzte Komitee entsandt haben. Dem Ausschuss gehören ausserdem die USA, Frankreich und die an der Grenze stationierte UN-Friedenstruppe an.

Israel und die Hisbollah hatten vor einem Jahr eine Waffenruhe vereinbart, die einen monatelangen Krieg zwischen den beiden Seiten beendete. Allerdings greift Israel nach wie vor Hisbollah-Ziele an und hält Teile des Südlibanons besetzt, obwohl ein Abzug der Soldaten vereinbart wurde. Auch eine Entwaffnung der Hisbollah war Teil des Abkommens, wurde bisher aber nicht umgesetzt. (dpa)

06:23 Uhr

Donnerstag, 18. Dezember

Australiens Premier räumt Mängel im Kampf gegen Antisemitismus ein

Australians Premierminister Anthony Albanese. (Bild: BIANCA DE MARCHI)

Der australische Regierungschef Anthony Albanese hat vier Tage nach dem verheerenden Anschlag auf ein jüdisches Fest in Sydney Versäumnisse im Kampf gegen Antisemitismus eingeräumt. «Jeder in dieser Position würde bedauern, nicht mehr getan zu haben», sagte Albanese vor dem Parlament in Canberra. Nun müsse man in die Zukunft schauen und handeln.

Albanese kündigte schärfere Gesetze gegen Hassprediger und Hetze verschiedenster Art an. Auch was das Aufenthaltsrecht angehe, werde man härter gegen all jene vorgehen, die «Hass und Spaltung» verbreiten, sagte der Premierminister. (dpa)

21:07 Uhr

Mittwoch, 17. Dezember

Krankenhaus meldet zehn Verletzte nach Angriff im Gazastreifen

Bei einem Angriff des israelischen Militärs auf ein Wohngebiet im Gazastreifen sind nach Angaben eines Krankenhauses mindestens zehn Menschen verletzt worden. Eine Mörsergranate sei im Zentrum der Stadt Gaza eingeschlagen, sagte Fadel Naim, Direktor des Al-Ahli-Krankenhauses, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP. Die israelischen Streitkräfte räumten ein, dass die Mörsergranate nahe der sogenannten Gelben Linie abgefeuert worden sei, hinter die sich die israelischen Truppen im Rahmen der Waffenruhe zurückgezogen haben. Das Geschoss kam demnach vom Ziel ab.

Das Militär kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an, machte aber keine weiteren Angaben zu dem Einsatz an der selbst definierten neuen Grenze im Gazastreifen oder dazu, ob Soldaten die Linie überschritten hatten.

Seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 10. Oktober hat Israel schon mehrfach Ziele jenseits der Gelben Linie angegriffen. Die palästinensischen Gesundheitsbehörden haben seit Beginn der Waffenruhe mehr als 370 Todesfälle durch israelischen Beschuss gemeldet. (dpa)

20:13 Uhr

Mittwoch, 17. Dezember

Netanyahu verkündet Gas-Deal mit Ägypten

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat einen gewaltigen Gas-Deal mit Ägypten im Wert von umgerechnet knapp 30 Milliarden Euro verkündet. Die Hälfte davon werde in die israelische Staatskasse fliessen, erklärte Netanyahu bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem israelischen Energieminister Eli Cohen. Der Gas-Export werde Israel «riesige Gewinne verschaffen», sagte der Regierungschef.

Bei dem Deal geht es um Export von Gas aus dem Leviathan-Feld, das rund 130 Kilometer westlich der Hafenstadt Haifa in etwa 1700 Metern Meerestiefe liegt. Teilhaber sind neben dem US-Unternehmen Chevron die israelischen Unternehmen NewMed Energy (vormals Delek) und Ratio Energies.

Die «Jerusalem Post» berichtete, die US-Regierung habe Israel zu einem Abschluss des Deals gedrängt, in der Hoffnung, er könne den Weg zu einem Dreiertreffen zwischen Netanyahu, dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi sowie US-Präsident Donald Trump zum Jahresende ebnen.

Ägypten steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise und ist schon jetzt auf den wichtigsten Gas-Lieferanten Israel angewiesen, um seinen wachsenden Energiebedarf zu decken und Industrie und Haushalte zu versorgen. (dpa)

07:17 Uhr

Mittwoch, 17. Dezember

Israel verweigert kanadischer Delegation Einreise ins Westjordanland

Israel hat einer privaten kanadischen Delegation, der sechs Parlamentsabgeordnete angehören, die Einreise in das besetzte Westjordanland verweigert. Nach Angaben der israelischen Botschaft in Kanada wurde dies am Dienstag (Ortszeit) aufgrund von Verbindungen der Gruppe zu der Organisation Islamic Relief Worldwide begründet, die Israel als terroristische Vereinigung einstuft. Die kanadische Aussenministerin Anita Anand erklärte in den sozialen Medien, Kanada habe sein Missfallen über die schlechte Behandlung der Delegation zum Ausdruck gebracht.

Die Abgeordnete Iqra Khalid (Liberale Partei) berichtete, sie sei beim Versuch, einem Mitglied der etwa 30-köpfigen Delegation zu helfen, von israelischen Grenzbeamten geschubst worden. Ihr Pass habe ihren Status als Abgeordnete offenkundig gemacht. Die Delegation, gesponsert von der Organisation The Canadian-Muslim Vote, hatte geplant, vertriebene Palästinenserinnen und Palästinenser im Westjordanland zu treffen. Die israelische Regierung genehmigte dort vor Kurzem den Bau von 764 neuen Wohnungen in jüdischen Siedlungen.

In Ottawa äusserte der National Council of Canadian Muslims ernste Bedenken bezüglich Transparenz und Rechenschaftspflicht. Die Abgeordnete Jenny Kwan (New Democratic Party) berichtete, dass die elektronischen Reisegenehmigungen der Delegation am Tag der Ankunft widerrufen worden seien.

Im September hatte Kanada mit mehreren anderen Ländern die palästinensischen Gebiete als Staat anerkannt. Damals erklärte Kanada, man hoffe, dass die Anerkennung den Weg für Frieden auf Grundlage zweier nebeneinander existierender Staaten ebne. (dpa)

15:21 Uhr

Dienstag, 16. Dezember

ESC 2026: ORF will Proteste gegen Israel nicht ausblenden

Der ORF will beim Eurovision Song Contest (ESC) 2026 zumindest grössere Proteste gegen die Teilnahme Israels nicht ausblenden. Der ORF sei als öffentlich-rechtlicher Sender dem Journalismus auch in einem Unterhaltungs-Event verpflichtet, sagte ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz. «Wir werden zeigen, was ist».

Spanien, Slowenien, Irland, Island und die Niederlande werden aus Protest gegen das Vorgehen Israels im Gaza-Krieg nicht zum ESC 2026 kommen. (Bild: Martin Meissner)

Wie immer gehe es aber um Einordnung und die Verhältnismässigkeit. Bei kleineren Protestgruppen, die trotz jubelnder Mehrheit Aufmerksamkeit erringen wollten, müsse man nicht jeden Demonstranten ins Bild bringen. Eine akustische Verfälschung werde es nicht geben. «Wir werden keinen künstlichen Applaus irgendwo drüberlegen», ergänzte Groiss-Horowitz.

Die Liste der teilnehmenden Länder beim 70. Eurovision Song Contest (ESC) in Wien ist inzwischen komplett. Unter den 35 teilnehmenden Sendern aus ebenso vielen Ländern sind als Rückkehrer Rumänien, Bulgarien und Moldau. Beim ESC in Basel hatten 37 Länder um die Stimmen von Jury und Publikum gekämpft. (dpa)

19:01 Uhr

Montag, 15. Dezember

Human Rights Watch: Israel behindert Wiederaufbau im Libanon

Das israelische Militär hat nach Einschätzungen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) Bauausrüstung für den zivilen Wiederaufbau im Südlibanon zerstört. Angriffe des israelischen Militärs auf Ausrüstung für Wiederaufbauarbeiten und andere zivile Einrichtungen im Süden des Libanons stellten mutmassliche Kriegsverbrechen dar, hiess es in einem Bericht.

Die israelische Armee teilte dagegen mit, die libanesische Hisbollah-Miliz versuche zunehmend, beschädigte militärische Infrastruktur im Südlibanon wiederaufzubauen. Die libanesische Armee gehe nicht ausreichend gegen diese Aktivitäten vor, die einen eklatanten Verstoss gegen die Waffenruhe darstellten. Im Rahmen des Vorgehens gegen die Hisbollah greife die israelische Armee auch technisches Gerät an, das zum militärischen Wiederaufbau missbraucht werde. Diese Geräte dienten nicht dem zivilen Wiederaufbau.

HRW untersuchte vier Angriffe auf Lagerstätten für schwere Maschinen, Zement- und Asphaltfabrik im Südlibanon. Über 360 Bulldozer, Bagger und anderes Gerät seien zerstört worden, ebenso wie eine Fabrik, in der rund 60 Menschen beschäftigt waren.

Israels Militär hatte behauptet, die zerstörten Ausrüstungen gehörten zur Hisbollah. HRW fand jedoch keine Hinweise auf militärische Ziele an oder in der Nähe der betroffenen Orte. Die Organisation erklärte, dass zivile Infrastruktur nach internationalem Recht kein legitimes Ziel sei, auch wenn sie später möglicherweise militärisch genutzt werden könnte.

«Nachdem das israelische Militär viele der südlichen Grenzstädte dem Erdboden gleichgemacht hat, erschwert es nun zehntausenden Bewohnern erheblich, ihre zerstörten Häuser wieder aufzubauen und in ihre Städte zurückzukehren», sagte Ramsi Kaiss, Libanon-Experte bei Human Rights Watch. Die Organisation forderte Israel auf, Angriffe auf zivile Infrastruktur zu stoppen. Israels Armee gab dagegen an, angeblich zivile Organisationen im Libanon dienten als Tarnung für den Wiederaufbau der Hisbollah. (dpa)

17:27 Uhr

Montag, 15. Dezember

Bürgerkrieg im Jemen: Separatisten wollen weitere Gebiete einnehmen

Der Vormarsch einer Separatistengruppe im Süden des Jemen hat Sorgen vor einer neuen Eskalation im seit Jahren festgefahrenen Bürgerkrieg in dem arabischen Land geschürt. Die von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützten Truppen des sogenannten Südlichen Übergangsrats teilten am Montag mit, sie seien in die Provinz Abjan eingedrungen. Sollten die Separatisten im Süden weiteres Territorium erobern, ginge das auf Kosten der international anerkannten jemenitischen Regierung, mit der sie eigentlich verbündet sind.

Die Separatisten, die sich für eine Abspaltung des Südjemens vom Norden einsetzen, hatten kürzlich schon einen Grossteil der Provinzen Hadramaut und Mahra erobert, darunter auch wichtige Ölanlagen sowie die Grenze zum Oman.

Im vielschichtigen Bürgerkrieg im Jemen kontrolliert die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz die bevölkerungsreichsten Provinzen vor allem im Norden und auch die Hauptstadt Sanaa. Ein loses Bündnis aus Regionalmächten, darunter Saudi-Arabien und die Emirate, unterstützen wiederum die international anerkannte Regierung im Süden. Daneben sind aber auch die Separatisten und Extremisten der Terrororganisationen Al-Kaida und Islamischer Staat Akteure im Bürgerkrieg aktiv.

Saudi-Arabien versucht derzeit, zwischen der international anerkannten Regierung und den Separatisten im Südjemen zu vermitteln. Die Separatisten weigerten sich aber, kürzlich eroberte Gebiete wieder aufzugeben, erfuhr die Nachrichtenagentur AP aus Kreisen der international anerkannten Regierung. (dpa)

16:21 Uhr

Montag, 15. Dezember

US-Gesandter Barrack führt Gespräche in Jerusalem

Gut zwei Wochen vor Ablauf einer Frist zur Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz hat der US-Gesandte Tom Barrack Gespräche in Jerusalem geführt. Nach israelischen Medienberichten sollte es bei dem Treffen mit dem Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auch um «rote Linien» mit Blick auf Israels Vorgehen im Nachbarland Syrien sowie um den Übergang zur zweiten Phase des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump für Gaza gehen. Eine Sprecherin Netanyahus sprach anschliessend lediglich von einem «produktiven Treffen» beider Seiten.

Frist zur Entwaffnung der Hisbollah läuft Ende des Jahres aus

Die libanesische Regierung steht unter Druck der USA und Israels, eine Entwaffnung der Schiitenmiliz Hisbollah bis zum Jahresende durchzusetzen. Für die Regierung in Beirut handelt sich um einen politisch heiklen Prozess. Die libanesische Armee – deutlich schwächer und finanziell schlecht aufgestellt - sollte den Auftrag erfüllen.

Nach jüngsten Angaben von Nabih Berri - Libanons Parlamentspräsident und Hisbollah-Verbündeter - wurden bisher 90 Prozent der militärischen Infrastruktur der Hisbollah im Süden demontiert. Bis zum Jahresende würde der verbleibende Teil abgeschlossen werden.

Sorge vor Neubeginn des Kriegs zwischen Israel und der Hisbollah

Israel wirft der Hisbollah jedoch vor, neu aufzurüsten. Nahezu täglich greift das israelische Militär daher trotz einer vor einem Jahr vereinbarten Waffenruhe Ziele der Miliz im Nachbarland an. Im Libanon fürchten viele eine neue Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah nach Ablaufen der Frist.

Der libanesische Aussenminister Jussef Radschi sagte zuletzt, die Hisbollah verweigere eine Entwaffnung. Die Miliz hatte den Abzug von noch verbleibenden israelischen Truppen im Südlibanon zur Bedingung dafür gemacht. Sie hat sich aber auch nicht aktiv gegen das Vorrücken der Armee gestellt. (dpa)

17:10 Uhr

Sonntag, 14. Dezember

Netanjahu: «Australien hat nicht genug gegen Antisemitismus getan»

Nach dem Terroranschlag auf eine Feier des jüdischen Chanukka-Fests in Sydney hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Australien scharf kritisiert. Er habe die australische Regierung schon vor Monaten in einem Brief vor den Risiken gewarnt, wenn nichts gegen Antisemitismus unternommen werde, teilte Netanjahu am Sonntag mit. Die Entscheidung Australiens, wie zahlreiche andere Länder auch, einen palästinensischen Staat anzuerkennen, trage zum Antisemitismus bei.

«Ihre Regierung hat nichts getan, um die Ausbreitung von Antisemitismus in Australien zu stoppen...und das Ergebnis sind die schrecklichen Angriffe auf Juden, die wir heute gesehen haben», teilte Netanjahu mit.

Bei dem Anschlag wurden am Bondi Beach der australischen Metropole mindestens elf Menschen erschossen. Premierminister Anthony Albanese sagte, der Angriff sei «ein Akt des Bösen, des Antisemitismus, des Terrorismus, der das Herz unserer Nation getroffen hat. Es gibt für diesen Hass, diese Gewalt und diesen Terrorismus keinen Platz in unserer Nation.» (dpa)

15:28 Uhr

Freitag, 12. Dezember

Iran nimmt Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi fest

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben von Unterstützern erneut festgenommen worden. Die 53-Jährige sei bei einer Gedenkfeier für einen Menschenrechtsanwalt festgenommen worden, der kürzlich unter fragwürdigen Umständen ums Leben gekommen war, teilten Anhänger am Freitag mit. Die iranischen Behörden äusserten sich zunächst nicht.

Mohammadi hatte vor einem Jahr aufgrund medizinischer Bedenken einen Hafturlaub von drei Wochen erhalten. Dieser wurde immer wieder verlängert, möglicherweise weil Aktivisten und westliche Mächte den Iran dazu drängten. Selbst während des zwölftägigen Krieges zwischen Iran und Israel im Juni blieb sie auf freiem Fuss. Mohammadi setzte ihre Aktionen mit öffentlichen Protesten und Auftritten in den internationalen Medien fort und demonstrierte sogar einmal vor dem berüchtigten Ewin-Gefängnis in Teheran, wo sie inhaftiert war. Ihre Unterstützer warnten schon seit Monaten, sie könne wieder ins Gefängnis kommen.

Mohammadi wurde 2023 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, den sie nicht persönlich entgegennehmen konnte, weil sie damals im Gefängnis saß. Mehr als 40 Menschenrechtsgruppen forderten im November vergangenen Jahres, Mohammadi müsse sofort aus medizinischen Gründen aus der Haft entlassen werden. Sie habe während ihrer Haft mehrere Herzinfarkte erlitten, ehe sie sich im Jahr 2022 einer Notfalloperation habe unterziehen dürfen. (AP/dpa)

14:22 Uhr

Freitag, 12. Dezember

Palästinenser: Tote nach Gebäudeeinsturz im Gazastreifen

Im grossflächig zerstörten Gazastreifen sind palästinensischen Angaben zufolge während eines Unwetters fünf Menschen durch ein einstürzendes Gebäude getötet worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, in dem Haus seien Vertriebene untergekommen. Mehrere Menschen seien verletzt worden. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes liegt das Haus im Norden des Küstengebiets.

Zwei weitere Palästinenser kamen nach Angaben von Wafa und Zivilschutz ums Leben, als eine Mauer auf ein Zeltlager für Vertriebene in der Stadt Gaza krachte.

Insgesamt kamen infolge des Sturmtiefs «Byron» nach Angaben des Zivilschutzes in den vergangenen 24 Stunden neun Menschen ums Leben. Darunter sei auch ein Kind, das an Unterkühlung gestorben sei. Augenzeugen und Berichten zufolge überfluteten Unwetter in den vergangenen beiden Tagen auch Zeltlager für Binnenvertriebene. (dpa)

07:08 Uhr

Freitag, 12. Dezember

Überschwemmungen verschärfen Not im zerstörten Gazastreifen

Im durch den Krieg verwüsteten Gazastreifen spitzt sich die ohnehin verzweifelte Lage vieler Menschen nach andauernden Regenfällen zu. Augenzeugen und Berichten zufolge wurden Zeltlager für Binnenvertriebene überflutet. Das seit Dienstag wütende Unwetter soll noch bis diesen Freitag anhalten.

Hunderttausende Palästinenser haben im mehr als zwei Jahre dauernden Krieg zwischen der israelischen Armee und der islamistischen Hamas ihr Zuhause verloren und leben in provisorischen Unterkünften. Seit dem 10. Oktober herrscht eine Waffenruhe. Bei einzelnen Zwischenfällen gibt es aber weiterhin Tote im Gazastreifen.

Die heftigen Regenfälle bedeuten nun eine weitere Katastrophe für die Menschen vor Ort. Eine Klinik im Gazastreifen teilte mit, dort sei ein Baby an Unterkühlung gestorben.

Wasser muss mit Eimern aus Zelten geholt werden

Ein verzweifelter Vater berichtete der Deutschen Presse-Agentur (dpa), seine Kinder hätten in durchnässten Sachen geschlafen und vor Kälte gezittert, nachdem das Zeltlager in der Stadt Gaza überflutet worden sei. «Ich konnte nichts tun», sagte Raid Schamlach.

Die 33 Jahre alte Amal Schabat, die in einem anderen Viertel der Stadt ausharrt, sagte der dpa, die Familie mit fünf Kindern versuche derzeit, Wasser mit einem Eimer aus ihrem Zelt zu holen. Wegen des eindringenden Regens sei ihr Bettzeug völlig durchnässt. «Wir müssen Gaza dringend wieder aufbauen. Wir können uns nicht vorstellen, noch jahrelang in diesen zerfetzten Zelten zu leben», betonte die Palästinenserin.

Der 47 Jahre alte Ali Scharab berichtete der dpa, er harre mit seinen vier Kindern in dem zerstörten Haus der Familie in der Stadt Gaza im Norden des Küstengebiets aus. Das Gebäude sei wegen des Regens überflutet. «Es könnte jeden Moment über mir und meinen Kindern zusammenbrechen.» Seine Frau sei bei einem israelischen Luftangriff getötet worden, sagte der Palästinenser. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Das Sturmtief namens «Byron» bringt derzeit in Israel und den Palästinensergebieten kühlere Temperaturen, viel Regen und starken Wind. (dpa)

21:27 Uhr

Donnerstag, 11. Dezember

Bericht: Israel soll Räumung von Gaza-Trümmern übernehmen

Die USA verlangen laut einem Medienbericht von Israel, die Räumung der Trümmer im Gazastreifen sowie die Kosten dafür zu übernehmen. Israel habe grundsätzlich zugestimmt, berichtet das israelische Nachrichtenportal «ynet» unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten israelischen Regierungsvertreter. Dafür gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Die Kosten werden laut dem Bericht auf mehrere hundert Millionen Schekel geschätzt. Ein Euro liegt bei rund 3,7 Schekel.

Mehr als 80 Prozent der Gebäude im Gazastreifen sind beschädigt oder zerstört. Wer zahlt für die Beseitigung der Trümmer und wie geht es weiter? (Bild: AP)

Das «Wall Street Journal» berichtete zuletzt von rund 68 Millionen Tonnen Trümmern im Gazastreifen. Nach jüngsten Angaben des UN-Nothilfebüros Ocha sind mehr als 80 Prozent der Gebäude in dem Küstenstreifen am Mittelmeer zerstört oder beschädigt. Der Schutt stelle zudem erhebliche Gesundheits- und Umweltgefahren dar, da viel davon mit Sprengstoffen, Asbest, Industrieabfällen und medizinischem Abfall kontaminiert sei. Theoretisch könne ein Grossteil des Schutts innerhalb von sieben Jahren beseitigt werden.

Die Beseitigung der Trümmer gilt als eine der Bedingungen für einen Wiederaufbau des verwüsteten Gebiets. Dieser ist in der zweiten Phase des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump vorgesehen. Israel besteht darauf, dass zuvor die Leiche einer letzten Geisel überführt wird, die nach dem Hamas-Massaker 2023 noch im Gazastreifen festgehalten wird. Dies ist eine der Bedingungen der ersten Phase des Trump-Plans. (dpa)

19:35 Uhr

Mittwoch, 10. Dezember

UN: Israel schiesst auf Blauhelme im Südlibanon

Israelische Soldaten haben nach Angaben der UN-Friedenstruppe auf Blauhelme im Südlibanon geschossen. Die Unifil-Soldaten seien entlang der Blauen Linie, der Grenze zwischen Israel und dem Libanon, patrouilliert, als sie von israelischen Soldaten in einem Panzer beschossen worden seien, teilte die Beobachtermission mit.

Eine zehn Schuss umfassende Maschinengewehrsalve sei über den Konvoi hinweg abgefeuert worden. Vier weitere Salven schlugen nach UN-Angaben mit jeweils zehn Schüssen in der Umgebung ein. Sowohl die Blauhelme als auch der Panzer der israelischen Streitkräfte befanden sich demnach zum Zeitpunkt des Vorfalls auf libanesischem Gebiet. Es habe keine Verletzte gegeben.

Das israelische Militär sei im Voraus über den Ort und den Zeitpunkt der Patrouille informiert worden. Unifil forderte die israelischen Streitkräfte auf, ihr «aggressives Verhalten» sowie Angriffe auf und in der Nähe der Friedenstruppen einzustellen. Das israelische Militär teilte mit, die Angelegenheit zu prüfen. (dpa)

06:06 Uhr

Dienstag, 9. Dezember

Israel fliegt erneut Angriffe im Libanon

Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben erneut Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Süden Libanons angegriffen. Unter anderem sei ein Trainingsgelände der Hisbollah-Eliteeinheit Radwan attackiert worden, teilte die Armee in der Nacht mit. Das Gelände habe dazu gedient, Terrorangriffe auf israelische Soldaten und Zivilisten zu planen und durchzuführen. Zudem seien militärische Einrichtungen und eine Raketenabschussrampe der Hisbollah angegriffen worden. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

«Die angegriffenen Ziele und die militärischen Übungen zur Vorbereitung von Aktivitäten gegen den Staat Israel stellen einen Verstoss gegen die Vereinbarungen zwischen Israel und dem Libanon und eine Bedrohung für den Staat Israel dar», hiess es in der Mitteilung der Armee. Israel und die Hisbollah-Miliz hatten sich im November 2024 nach mehr als einjährigem gegenseitigen Beschuss auf eine Waffenruhe geeinigt. Seither werfen sich beide Seiten immer wieder Verstösse gegen die Vereinbarung vor.

Teil des Waffenruhe-Deals ist die Entwaffnung der Hisbollah - ein politisch heikler und seit Jahrzehnten erfolglos angestrebter Prozess im Libanon. Offiziell befinden sich Israel und das nördliche Nachbarland im Kriegszustand. Libanons Präsident zeigte sich zuletzt offen für neue Verhandlungen mit Israel. (dpa)

16:06 Uhr

Montag, 8. Dezember

Israel: Netanjahu und Trump treffen sich Ende des Monats

US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu treffen sich israelischen Angaben zufolge Ende des Monats, um über die nächsten Schritte des von den USA vorangetriebenen Plans zur Beendigung des Gaza-Kriegs zu sprechen. Das Treffen sei für den 29. Dezember geplant, teilte eine israelische Regierungssprecherin mit.

Präsident Donald Trump mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu im Knesset, dem israelischen Parlament, am Montag, 13. Oktober 2025, in Jerusalem. (Bild: Bild; Chip Somodevilla)

Israelische Medien meldeten, Netanjahu werde zwischen dem 28. Dezember und 4. Januar für einen Besuch in die USA reisen. Die Sprecherin wollte diese Angaben auf Anfrage zunächst nicht bestätigen.

Netanjahus Büro hatte vor rund einer Woche mitgeteilt, dass Trump den israelischen Regierungschef «in naher Zukunft» ins Weisse Haus eingeladen habe.

Sobald die Hamas die letzte tote israelische Geisel übergibt und Israel im Gegenzug die Leichen von 15 Palästinensern übermittelt, kann die nächste Phase des Friedensplans beginnen. (dpa)

13:20 Uhr

Montag, 8. Dezember

UN: Israelische Polizei auf Gelände von Palästinenserhilfswerk

Die israelische Polizei ist in die Büros des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge in Ostjerusalem eingedrungen. Eine «beträchtliche Anzahl» Sicherheitskräfte sei gewaltsam auf das Gelände im palästinensischen Viertel Scheich Dscharra gekommen, teilte das UNRWA am Montag mit. Unter ihnen seien Polizisten mit Motorrädern, Lastwagen und Gabelstaplern gewesen. Sie hätten Kommunikationsverbindungen unterbrochen.

Bilder der Nachrichtenagentur AP zeigen Polizeiautos auf der Strasse und eine israelische Flagge auf dem Dach des Gebäudes. UNRWA-Beschäftigte stellten Fotos zur Verfügung, auf denen eine Gruppe israelischer Polizeibeamter im Inneren des Geländes zu sehen ist. «Das unbefugte und gewaltsame Eindringen israelischer Sicherheitskräfte ist eine inakzeptable Verletzung der Vorrechte und Immunitäten des UNRWA als UN-Organisation», erklärte das Hilfswerk.

Die Polizei teilte mit, es handle sich um ein Verfahren zum Eintreiben von Schulden unter der Leitung der Jerusalemer Stadtverwaltung. Diese reagierte zunächst nicht auf die Bitte um Stellungnahme.

Das UNRWA wurde nach der Gründung Israels 1948 ins Leben gerufen, um etwa 700'000 Palästinenser zu unterstützen, die aus dem Gebiet des neuen Staates geflohen waren. Heute versorgt die Organisation etwa 5,5 Millionen Nachkommen der damaligen Flüchtlinge im Westjordanland, im Gazastreifen, in Jordanien, Syrien und im Libanon mit Lebensmitteln, Schulen, Gesundheitsfürsorge und anderen Dienstleistungen.

Während des Gaza-Krieges warf die israelische Regierung dem UNRWA vor, es sei von der Hamas unterwandert. Im Januar verbot sie dem Hilfswerk, auf israelischem Gebiet zu arbeiten. Das UNRWA schloss sein Gelände in Jerusalem im Mai, nachdem rechtsextreme Demonstranten das Tor vor den Augen der Polizei gestürmt hatten. Rechtsextreme Politiker in Israel dringen darauf, das Gelände in eine Siedlung umzuwandeln. (dpa)

22:18 Uhr

Sonntag, 7. Dezember

Netanyahu: Israel bleibt in Pufferzone im Süden Syriens

Israel beabsichtigt nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, in einer Pufferzone im Süden Syriens zu bleiben. Israel hoffe sehr, ein Abkommen zur Entmilitarisierung Südsyriens zu erreichen, wolle aber in diesen Gebieten bleiben, sagte Netanyahu nach übereinstimmenden israelischen Medienberichten bei einem Treffen mit israelischen Botschaftern.

Zuvor hatte der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa am Samstag in Doha Israel vorgeworfen, Krisen in andere Länder zu exportieren und «Geister zu bekämpfen», wie der US-Fernsehsender CNN berichtete. Al-Scharaa bezog sich auf fortwährende Übergriffe und Luftangriffe israelischer Streitkräfte in Südsyrien. Al-Scharaa forderte erneut, das Deeskalationsabkommen von 1974 wieder in Kraft zu setzen. Dieses Abkommen regelte die Trennung israelischer und syrischer Streitkräfte nach dem Jom-Kippur-Krieg von 1973.

Netanyahu hatte bereits am Dienstag erklärt, dass er von Syrien die Einrichtung einer «entmilitarisierte Pufferzone» erwarte, die von der Hauptstadt Damaskus bis zu den von Israel annektierten Golanhöhen reichen soll. (dpa)

19:07 Uhr

Sonntag, 7. Dezember

Israels Generalstabschef erklärt neue Grenze zum Gazastreifen

Israels Generalstabschef Ejal Zamir hat die Rückzugslinie der Truppen im Gazastreifen zu einer neuen Grenze erklärt. Zamir sagte nach Armeeangaben während eines Truppenbesuchs im nördlichen Gazastreifen, die sogenannte «gelbe Linie» sei eine neue Grenze, eine vordere Verteidigungslinie für die israelischen Grenzgemeinden und zugleich eine Angriffslinie. Israel werde nicht zulassen, dass sich die islamistische Hamas im Gazastreifen wieder etabliere. «Wir werden auf jeden Versuch, unsere Streitkräfte zu bedrohen, mit aller Härte reagieren», sagte er.

Die israelische Armee hat sich im Rahmen einer vereinbarten Waffenruhe mit der Hamas hinter die «gelbe Linie» zurückgezogen. Sie ragt zwischen 1,5 und 6,5 Kilometer in den Küstenstreifen hinein. Nach unterschiedlichen Angaben kontrolliert Israel damit etwas mehr als die Hälfte des Gazastreifens. In dem Küstengebiet leben mehr als zwei Millionen Palästinenser.

Die «gelbe Linie» erhielt ihren Namen, weil die israelische Armee die Rückzugslinie mit gelb markierten Betonelementen und Schildern kennzeichnet. Die «gelbe Linie» stellt damit auch eine neue Gebietsaufteilung im Gazastreifen dar. (dpa)

07:47 Uhr

Sonntag, 7. Dezember

Merz: Deutschland steht immer an der Seite Israels

Zum Auftakt seines ersten Israel-Besuchs hat Bundeskanzler Friedrich Merz die besondere Verantwortung Deutschlands für das Existenzrecht Israels betont. Bei einem Treffen mit Präsident Izchak Herzog in Jerusalem sagte er, Deutschland werde «immer an der Seite dieses Landes stehen». Die Solidarität gelte auch nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023. Zugleich sprach Merz von «Dilemmata» im Gaza-Krieg, etwa wegen der zeitweisen Einschränkung von Rüstungsexporten, die inzwischen aufgehoben wurde. Grundsätzliche Differenzen gebe es nicht. Israel habe das Recht auf Selbstverteidigung, der Krieg sei von der Hamas begonnen worden. Merz bekräftigte das Ziel einer Zweistaatenlösung.

Friedrich Merz beim Besuch in Israel. (Bild: ABIR SULTAN / POOL)

Herzog äusserte die Hoffnung, der Gaza-Plan von US-Präsident Donald Trump könne einen «neuen Horizont» eröffnen. Er verwies auf die Bedeutung des Raketenabwehrsystems Arrow 3, das in Deutschland stationiert wurde. In das Gästebuch schrieb Merz, die deutsch-israelische Freundschaft sei ein «grosser Schatz» und müsse weiter gestärkt werden.

Vor Israel hatte Merz Jordanien besucht und vor Annexionsschritten im Westjordanland gewarnt. Der Weg zu palästinensischer Staatlichkeit müsse offenbleiben. Am Sonntag trifft Merz Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, besucht Yad Vashem und spricht mit befreiten Hamas-Geiseln sowie Hinterbliebenen.

In den Gesprächen mit Netanjahu dürfte auch die Rückzugskooperation Thema sein. Das deutsche Teil-Embargo hatte die Beziehungen belastet; Israel hofft wieder auf mehr Lieferungen, etwa für Merkava-Panzer. Zugleich profitiert Deutschland von israelischen Systemen wie Arrow 3. Offen bleibt, wie Deutschland einen möglichen Besuch Netanjahus angesichts eines internationalen Haftbefehls handhaben würde. (dpa)

07:01 Uhr

Samstag, 6. Dezember

Deutscher Bundeskanzler Friedrich Merz reist nach Jordanien und Israel

Friedrich Merz (CDU) bricht heute zu seinen Antrittsbesuchen in Israel und Jordanien auf. Erste Station ist die jordanische Hauptstadt Amman, wo er König Abdullah II. treffen wird. Noch am Abend wird Merz in Jerusalem vom israelischen Präsidenten Izchak Herzog empfangen und am Sonntag ist ein Treffen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geplant.

Merz wird zudem die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besuchen - ein Programmpunkt, der zu jedem Antrittsbesuch eines deutschen Kanzlers oder einer Kanzlerin in Israel gehört. Ausserdem trifft er sich mit freigelassenen Geiseln der Hamas und Hinterbliebenen von Geiseln, die in Gefangenschaft getötet wurden oder umgekommen sind.

Merz später als Merkel und Scholz in Israel Merz wird keine 24 Stunden in Israel sein, es wird aber einer der wichtigsten Antrittsbesuche werden, die er bisher absolviert hat. Die Reise kommt allerdings vergleichsweise spät: Merz' Vorgänger Olaf Scholz (SPD) war bereits drei Monate nach seiner Vereidigung in Israel, Angela Merkel nach gut zwei Monaten.

Merz hat sich nun sieben Monate Zeit gelassen. Die Verzögerung liegt daran, dass wegen des Gaza-Kriegs ein Besuch lange Zeit als undenkbar galt. Seit 10. Oktober gibt es nun aber eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. In dieser Zeit waren auch schon Bildungsministerin Karin Prien und dann auch Aussenminister Johann Wadephul (beide CDU) dort.

Deutscher Bundeskanzler Friedrich Merz (Bild: EPA)

In den vergangenen Monaten gab es ein ziemliches Auf und Ab in den deutsch-israelischen Beziehungen – zwischen Solidarität mit einem engen Verbündeten und scharfer Kritik am Vorgehen des israelischen Militärs im Gazastreifen bis hin zu einer vorübergehenden Beschränkung der Rüstungsexporte.

Welche Rüstungsgüter bekommt Israel?

Diese Sanktion ist seit zwei Wochen aufgehoben. Das Teil-Embargo hatte die deutsch-israelischen Beziehungen schwer belastet. Am 8. August hatte Merz angeordnet, dass vorerst keine Ausfuhren von Rüstungsgütern nach Israel mehr genehmigt werden, die im Gaza-Krieg verwendet werden können. Nun hofft Israel wieder auf verstärkte Rüstungslieferungen aus Deutschland – unter anderem auf Getriebe für ihre Merkava-Panzer.

Sagt Merz «Staatsräson»?

Interessant wird sein, wie sich Merz zu dem von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geprägten Grundsatz verhält, dass die Sicherheit Israels zur deutschen Staatsräson zähle. «Das heisst, die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar», hatte Merkel 2008 in einer Rede im israelischen Parlament gesagt. «Und wenn das so ist, dann dürfen das in der Stunde der Bewährung keine leeren Worte bleiben.» Merz hatte sich zuletzt vom Begriff der Staatsräson distanziert, auch wenn er sich wie Merkel und andere Vorgänger der Sicherheit Israels verpflichtet fühlt.

Wie beteiligt sich Deutschland am Gaza-Friedensprozess?

Eine zentrale Rolle bei dem Besuch dürften die Stabilisierung der nun bald zwei Monate geltenden Waffenruhe im Gazastreifen spielen und die Bemühungen, in eine zweite Phase des Friedensprozesses einzutreten. Diese soll unter anderem die Entwaffnung der Hamas und eine Friedenstruppe vorsehen. Bei der Frage nach einer deutschen Beteiligung hat sich die Bundesregierung bisher zurückgehalten.

Wie geht Merz auf den Antisemitismus in Deutschland ein?

Merz dürfte auch die wachsende Sorge in Israel vor wachsendem Antisemitismus in Deutschland ansprechen. Der israelische Botschafter Ron Prosor hatte zuletzt vor allem vor linkem Antisemitismus gewarnt. Dieser sei gefährlicher als der von rechts und gefährlicher als der islamistische Antisemitismus, «weil er seine Absichten verschleiert», sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Lädt Merz Netanjahu nach Deutschland ein?

Die vielleicht schwierigste Frage für Merz wird sein, ob er Netanjahu trotz eines internationalen Haftbefehls nach Deutschland einladen wird. Noch kurz nach seinem Amtsantritt hatte er seine Bereitschaft erklärt, ihm einen Besuch zu ermöglichen. «Grundsätzlich muss ein israelischer Premierminister nach Deutschland reisen können», sagte er Mitte Mai. «Er ist ein demokratisch gewählter Ministerpräsident der einzigen Demokratie der gesamten Region. Dieser Ministerpräsident muss grundsätzlich nach Deutschland reisen können. Wie wir das ermöglichen, wenn es denn geplant werden sollte, darüber werden wir Sie dann rechtzeitig informieren.» (dpa)

08:05 Uhr

Donnerstag, 4. Dezember

Nach Hamas-Übergabe: Leiche als Thailänder identifiziert

Die von der islamistischen Terrororganisation Hamas zuletzt an Israel übergebene Leiche ist als die eines thailändischen Staatsbürgers identifiziert worden. Es handele sich um Sudthisak Rinthalak, gab die israelische Armee am frühen Morgen bekannt. Der Arbeiter sei am 7. Oktober 2023 in der Nähe des Kibbuzes Beeri ermordet worden, seine Leiche in den Gazastreifen gebracht und dort von der Terrororganisation Islamischer Dschihad festgehalten worden. Damals sei er 42 Jahre alt gewesen.

Nach der Übergabe dieser Leiche befindet sich jetzt nur noch eine tote Geisel im Gazastreifen. Dabei handelt es sich um einen israelischen Polizisten, der ebenfalls am 7. Oktober 2023 getötet und dessen Leiche dann in den Gazastreifen verschleppt wurde. Die Hamas hatte am 13. Oktober im Rahmen des von den USA vorangetriebenen Friedensplans alle noch lebenden Geiseln im Austausch gegen Hunderte palästinensische Häftlinge freigelassen.

Sudthisak Rinthalak hinterlässt seine Eltern und einen Bruder. Die Hamas und der Islamische Dschihad hatten die sterblichen Überreste des Entführten am Mittwoch Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben, woraufhin sie zur Identifizierung nach Israel gebracht wurden. (dpa)

06:12 Uhr

Donnerstag, 4. Dezember

Netanyahu will trotz Mamdanis Warnung nach New York kommen

Trotz einer Warnung des designierten New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani würde Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nach eigenen Angaben in die US-Metropole reisen. «Natürlich werde ich das», sagte er auf Nachfrage der «New York Times». Mamdani zählt zu den schärfsten Kritikern der israelischen Regierung. Er wirft ihr einen Völkermord im Gazastreifen vor und weist den USA eine Mitschuld zu.

Vor rund einem Jahr - also lange vor seinem Wahlsieg im November - hatte Mamdani angekündigt, Netanyahu im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister aufgrund des internationalen Haftbefehls festnehmen zu lassen. Als er im September 2025 in Interviews vor der Wahl als aussichtsreichster Kandidat danach gefragt wurde, äusserte er sich allerdings zurückhaltender. New York müsse internationale Haftbefehle respektieren - «ob gegen Benjamin Netanyahu oder Wladimir Putin», sagte er dem Online-Portal «Zeteo» und dem Sender CNN. Er werde «jeden legalen Weg prüfen», um Rechenschaft sicherzustellen.

Gegen Netanyjahu liegt seit November 2024 ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) wegen Kriegsverbrechen im Gazastreifen vor. Er weist die Vorwürfe entschieden zurück. Israel erkennt das Gericht nicht an und fordert eine Aufhebung der Haftbefehle. Auch die USA erkennen den Gerichtshof nicht an - und sind damit auch nicht verpflichtet, von Den Haag erlassene Haftbefehlen zu vollstrecken.

Mamdani tritt sein Amt am 1. Januar an. Die Probe aufs Exempel könnte dann im Herbst 2026 folgen, wenn in New York die UN-Generalversammlung stattfindet - ein Termin, an dem für gewöhnlich auch der israelische Ministerpräsident teilnimmt. Teilnehmer haben aber in aller Regel weitgehende diplomatische Immunität, weswegen sie nicht von der örtlichen Polizei belangt werden können. (dpa)

17:16 Uhr

Mittwoch, 3. Dezember

Israels Regierungsparteien boykottieren Abstimmung über Friedensplan

In Israel sind die Regierungsfraktionen einer Parlamentsabstimmung über die Annahme des von den USA vorangetriebenen Gaza-Friedensplans ferngeblieben. Fast alle Abgeordneten des Regierungsbündnisses boykottierten israelischen Medien zufolge die Abstimmung. Dies war erwartet worden. Rechtsextreme Koalitionspartner von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sind gegen den Plan.

Praktisch hat der Antrag von Oppositionsführer Lapid keine Bedeutung, er bringt aber Netanyahu in Verlegenheit. Der Regierungschef hatte dem Plan zur Beendigung des Gaza-Kriegs zugestimmt. Die erste Phase des Abkommens wird bereits umgesetzt.

Lapid sagte im Parlament, er sei «überrascht und enttäuscht», dass Netanyahu nicht anwesend sei. «Haaretz» zitierte zudem den oppositionellen, arabischen Knesset-Abgeordneten Mansur Abbas mit den Worten: «Was wird Netanjahu dem Präsidenten sagen, wenn er ihn in zwei Wochen trifft?». US-Präsident Trump hatte den Friedensplan im September vorgestellt und Netanyahu nach jüngsten Angaben aus dessen Büro in naher Zukunft ins Weisse Haus eingeladen.

Einige Koalitionsmitglieder sind über eine Formulierung im US-Plan verärgert, die Voraussetzungen «für einen glaubwürdigen Weg zur palästinensischen Selbstbestimmung und Staatlichkeit» nennt. Netanyahu und seine Regierung lehnen die Gründung eines palästinensischen Staats mit der Begründung ab, dass dieser die Existenz Israels gefährden würde. (dpa)

12:43 Uhr

Mittwoch, 3. Dezember

Israel schickt Vertreter zu Wirtschaftsgesprächen mit Libanon

Israel will einen Repräsentanten zu einem Treffen mit «staatlich-wirtschaftlichen Akteuren» im Nachbarland Libanon schicken. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu habe die Leitung des Nationalen Sicherheitsstabs angewiesen, einen Vertreter zu entsenden, hiess es in einer Mitteilung seines Büros.

«Dies ist ein erster Versuch, eine Grundlage für eine Beziehung und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Israel und dem Libanon zu schaffen», hiess es in der Mitteilung. Weitere Details wie der genaue Ort und die Zeit eines solchen Treffens waren zunächst unklar.

2022 hatten Israel und der Libanon sich nach längeren Gesprächen auf eine Seegrenze im Mittelmeer geeinigt. Nach der Waffenruhe im Gaza-Krieg am 10. Oktober hatte Libanons Präsident Joseph Aoun auch die Möglichkeit neuer Verhandlungen mit Israel ins Gespräch gebracht. Offiziell befinden sich die beiden Nachbarstaaten im Kriegszustand. Die USA setzen sich intensiv für eine Annäherung der beiden Länder ein.

Zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz herrscht zwar seit November vergangenen Jahres eine Waffenruhe. Dennoch kommt es fast täglich zu Angriffen Israels in dem Nachbarland. Beide Seiten werfen sich Verstösse gegen die Waffenruhe vor. Bemühungen im Libanon um eine Entwaffnung der Hisbollah waren bislang nicht erfolgreich.

09:46 Uhr

Mittwoch, 3. Dezember

Israel kündigt baldige Öffnung des Grenzübergangs Rafah an

Israel hat die Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten angekündigt. Dies solle Palästinensern in den kommenden Tagen die Möglichkeit geben, den Gazastreifen in Richtung Ägypten zu verlassen, teilte die für die Verteilung von Hilfsgütern im Gazastreifen zuständige israelische Militärbehörde Cogat am Mittwoch mit. Einen genauen Termin nannte sie nicht.

Fast alle rund zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner des Gazastreifens sind während des Krieges aus ihrem Zuhause vertrieben worden. Die meisten leben in Zelten oder einfachen Unterkünften, die zum Teil über den Resten zerstörter Häuser errichtet wurden. Die sanitären Anlagen sind nach Angaben von Hilfsorganisationen völlig unzureichend. Viele fürchten, aus dem Gazastreifen vertrieben zu werden. (dpa)

06:23 Uhr

Mittwoch, 3. Dezember

Angst im Westjordanland wächst – Siedler greifen Dörfer an

Die Angst ist in diesem palästinensischen Dorf im Westjordanland ein ständiger Begleiter. Das zeigt sich darin, dass die Bauern ihre Ernte möglichst schnell einbringen, mit ihren Augen das Tal nach Bewegungen absuchen und es nicht wagen, bestimmte Strassen zu verlassen. Denn jederzeit könnten bewaffnete israelische Siedler auftauchen, sagen sie. «Innerhalb weniger Minuten greifen sie zu ihren Handys. Sie versammeln sich und überraschen dich», schildert Jasser Alkam, ein palästinensisch-amerikanischer Anwalt und Bauer aus dem Dorf Turmus Ajja. «Sie verstecken sich zwischen den Bäumen. Sie überfallen Menschen und verprügeln sie brutal.»

Nach Alkams Angaben hatte es Turmus Ajja in den vergangenen Monaten fast täglich mit Angriffen zu tun, insbesondere, nachdem die Siedler einen Aussenposten errichtet hatten, der laut der Organisation Peace Now auf dem Dorfterritorium liegt. Er traue sich nun aus Angst vor Übergriffen nicht mehr, seine Felder aufzusuchen, schildert der Mann, der mit eigenen Augen sah, wie ein Siedler eine palästinensische Grossmutter mit einem Knüppel bewusstlos schlug.

So viele Angriffe wie nie zuvor

Die Angst ist im gesamten Westjordanland verbreitet. Während der Olivenernte im Oktober verübten Siedler den UN zufolge hier durchschnittlich acht Angriffe am Tag - so viele wie nie zuvor seit Beginn der Erfassung solcher Daten im Jahr 2006. Das setzte sich im vergangenen Monat fort: Die UN verzeichnete bis zum 24. November mindestens 136 weitere Attacken. Siedler brannten Autos nieder, beschädigten Moscheen, plünderten Industrieanlagen und zerstörten Ackerland. Israelische Stellen haben wenig mehr getan als ab und zu die Gewalt zu verurteilen.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu beschrieb die Angreifer als eine Minderheit, die nicht repräsentativ für die Mehrheit der Siedler im Westjordanland sei. Aber ihre fortgesetzte Ausweitung von Aussenposten – in aller Öffentlichkeit und anscheinend ohne nennenswerte strafrechtliche Folgen - und die Gewalt haben ihre palästinensischen Nachbarn in einen permanenten Angstzustand versetzt.

Ein Aussenposten, der Furcht auslöst

Die Dorfbewohner von Turmus Ajja sagen, dass es nicht ausreiche, wenn mal ein Siedler verhaftet werde. Sie sprechen von einer andauernden Gewaltandrohung - noch verstärkt durch den Aussenposten im nahe gelegenen Tal Emek Schilo, der Peace Now zufolge in diesem Jahr auf privatem palästinensischem Land gegründet wurde. Das geschah auf Initiative eines bekannten Siedlers namens Amischaw Melet, wie drei in Turmus Ajja lebende Palästinenser und Jair Dvir, der Sprecher der israelischen Menschenrechtsorganisation B'tselem, sagen. Dorfbewohnern zufolge fährt er mit einem Geländewagen durch das Tal und überwacht ihre Aktivitäten, häufig sei er bewaffnet.

Abdel Nasser Awwad musste den Bau eines neuen Hauses einstellen, als der Aussenposten errichtet wurde. In Aufnahmen einer Überwachungskamera, die er AP zur Verfügung stellte, sind maskierte Personen zu sehen, die auf der Baustelle auftauchten, seinen Lastwagen zertrümmerten und offenbar Rohre durchtrennten. Auch seien drei seiner Arbeiter mit Steinen beworfen worden, sagt Awwad. Als die AP das Dorf besuchte, patrouillierten Siedler mit einem Traktor in der Gegend. Drohnen summten in der Luft.

Eine Sirene warnt

Die Palästinenser nehmen nun die Verteidigung in die eigene Hand. Wenn sich die Siedler Turmus Ajja nähern, heult von der Moschee eine Sirene. Junge Männer eilen zum Dorfeingang und bilden eine Barriere. Während der jüngsten Ernte brachten viele Kameras auf die Felder mit, in der Hoffnung, dass Aufnahmen von Angriffen helfen, Siedler zur Rechenschaft zu ziehen. Es ist ganz anders als bei vergangenen Ernten: Da hatten Familien den ganzen Tag in den Hainen verbracht und unter den Bäumen gepicknickt. (dpa)

12:15 Uhr

Sonntag, 30. November

Netanyahu bittet Israels Präsidenten um Begnadigung

(dpa) Der wegen Korruption angeklagte israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat den Staatspräsidenten seines Landes offiziell um Begnadigung gebeten. Das Büro des Präsidenten Izchak Herzog teilte mit, dieser habe ein formelles Gnadengesuch von Netanjahu erhalten. Es handele sich dabei um einen Brief Netanjahus und einen Brief seines Anwalts.

Gegen Benjamin Netanyahu läuft seit Jahren ein Korruptionsprozess. Nun bat der Regierungschef offiziell um Begnadigung. (Bild: Keystone)

Das Gesuch werde nun an eine zuständige Abteilung des Justizministeriums weitergeleitet, die die Meinungen aller relevanten Behörden dazu einholen werde. Auf der Basis werde das juristische Beratungsteam im Büro des Präsidenten dann eine weitere Meinung formulieren.

«Aussergewöhnliches Gesuch mit weitreichenden Konsequenzen»

«Das Büro des Präsidenten ist sich bewusst, dass es sich um ein aussergewöhnliches Gesuch mit weitreichenden Konsequenzen handelt», hiess es weiter in der Mitteilung. «Nachdem alle relevanten Stellungnahmen eingegangen sind, wird der Präsident das Gesuch verantwortungsvoll und gewissenhaft prüfen.»

US-Präsident Donald Trump hatte Herzog dazu aufgefordert, Netanyahu zu begnadigen. Er respektiere die Unabhängigkeit der israelischen Justiz, glaube aber, dass die Anklage gegen Netanjahu politisch motiviert und nicht gerechtfertigt sei, hiess es einem von Trump unterschrieben Brief an Israels Präsidenten, den Herzogs Büro zuletzt veröffentlicht hatte.

Jahrelanger Korruptionsprozess und politische Verwerfungen

Gegen den Regierungschef läuft seit Jahren ein Korruptionsprozess. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, von befreundeten Milliardären Luxusgeschenke im Wert von umgerechnet rund 174.000 Euro angenommen zu haben - Schmuck, Zigarren und rosa Champagner. Netanyahu hatte in der Vergangenheit stets alle Vorwürfe zurückgewiesen und von einer «Hexenjagd» gesprochen.

In Israel hatte es vor dem Hintergrund der schweren politischen Verwerfungen im Land immer wieder Debatten um eine Begnadigung Netanyahus gegeben. Herzog hatte in der Vergangenheit gesagt, kein Mensch stehe über dem Gesetz, er behalte sich aber vor, in der Frage nach seinem Gewissen zu handeln. Israels Opposition hatte den Vorstoss kritisiert. (dpa)

10:37 Uhr

Sonntag, 30. November

Israel: Vier extremistische Palästinenser im Gazastreifen getötet

Die israelische Armee hat im Süden des Gazastreifens nach eigenen Angaben vier extremistische Palästinenser getötet. In der Nacht seien im Bereich der Stadt Rafah «vier Terroristen identifiziert worden, die aus einer unterirdischen Infrastruktur in dem Gebiet kamen», hiess es in einer Mitteilung des Militärs. Sie seien in Abstimmung mit der Luftwaffe «ausgeschaltet» worden.

Israelischen Medienberichten zufolge hatten sich in einem Tunnel im Bereich von Rafah Dutzende bewaffnete Hamas-Mitglieder in einem Gebiet verschanzt, das im Rahmen der Waffenruhe von Israel kontrolliert wird. Verhandlungen über ihre Forderung nach freiem Geleit seien erfolglos geblieben.

Im Krieg zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas war am 10. Oktober eine Waffenruhe vereinbart worden. Dennoch kommt es immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen, beide Seiten werfen sich Verstösse vor. Seit Beginn der Waffenruhe sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde bereits mehr als 350 Palästinenser getötet worden. Mehrere israelische Soldaten kamen bei Angriffen ums Leben. (dpa)

06:18 Uhr

Sonntag, 30. November

Neue tödliche Zwischenfälle im Gazastreifen

Seit sieben Wochen herrscht eine fragile Waffenruhe zwischen Israel und der Islamistenorganisation Hamas - nun hat es erneut zwei tödliche Zwischenfälle im Süden des Gazastreifens gegeben. Israels Armee habe bei einem Drohnenangriff in dem Ort Bani Suheila zwei Kinder getötet, hiess es aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen. Krankenhausangaben zufolge sollen die beiden Brüder acht und elf Jahre alt gewesen sein.

Israels Armee teilte mit, sie habe «zwei Verdächtige» in einem von ihr kontrolliertem Gebiet aus der Luft angegriffen und getötet, die «vor Ort verdächtige Aktivitäten» ausgeführt und sich israelischen Soldaten genähert hätten. Die beiden seien für die Einsatzkräfte eine unmittelbare Bedrohung gewesen, hiess es weiter. Ob es sich bei den Getöteten um Kinder handelte, sagte die Armee nicht.

Israels Armee: ein Toter bei weiterem Vorfall

Das israelische Militär meldete zudem einen weiteren Vorfall, bei dem am Morgen eine Person ebenfalls die «gelbe Linie» betreten und sich dort Soldaten genähert haben soll. Hinter diese Linie hat sich die israelische Armee als Teil der vereinbarten Waffenruhe zurückgezogen. «Nach der Identifizierung schalteten die Soldaten den Terroristen aus, um die Bedrohung zu beseitigen», teilte die Armee mit. Von palästinensischer Seite gab es zu diesem Vorfall zunächst keine Angaben.

Seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober gibt es immer wieder Tote im Gazastreifen. Seitdem sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 350 Palästinenser ums Leben gekommen.

Die Angaben beider Seiten lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

19:20 Uhr

Freitag, 28. November

Zweite Evakuation verletzter Kinder aus dem Gaza-Streifen abgeschlossen

Die Schweiz hat ihre humanitäre Aktion zur Evakuation verletzter Kinder aus dem Gaza-Streifen mit einer zweiten Operation abgeschlossen.

Am Freitag wurden in Kooperation mit Norwegen 13 Kinder und 51 Familienangehörige, die zuvor vom Gaza-Streifen nach Jordanien gelangten, in die Schweiz überführt. In der Schweiz werden sie von acht verschiedenen Kantonen aufgenommen und in Universitäts- und Kantonsspitälern medizinisch behandelt, wie das Verteidigungsdepartement mitteilt.

Am Freitag wurden 13 verletzte Kinder und ihre Familienangehörigen aus dem Gaza-Streifen über Jordanien in die Schweiz überführt. (Bild: Alex Kuehni)

Im Rahmen ihrer humanitären Aktion hat die Schweiz insgesamt 20 verletzte Kinder und 78 Begleitpersonen aus dem Gaza-Streifen evakuiert. Der Bund und mehrere Kantone hatten sich im August bereit erklärt, 20 verletzte Kinder und deren Begleitpersonen aus dem Gaza-Streifen im Rahmen einer humanitären Aktion aufzunehmen. Insgesamt sollten etwa verletzte 20 Kinder, insgesamt bis zu maximal 100 Personen, in die Schweiz kommen. (crb)

13:23 Uhr

Freitag, 28. November

Merz reist am nächsten Wochenende nach Israel

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist am nächsten Wochenende (6./7. Dezember) zu seinem Antrittsbesuch nach Israel. Das kündigte ein Sprecher der Bundesregierung vor Journalisten in Berlin an. Er werde dort am Sonntag Premierminister Benjamin Netanyahu zu einem Gespräch treffen. «Neben den bilateralen Beziehungen werden die weitere Stabilisierung des Waffenstillstands in Gaza und andere internationale Themen im Mittelpunkt stehen.»

Merz werde zudem die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besuchen und dort einen Kranz niederlegen. Ausserdem seien informelle Gespräche mit Vertretern der Zivilgesellschaft geplant. Auf Nachfrage, ob Merz auch eine Einladung zu einem Gegenbesuch Netanyahus aussprechen werde, sagte der Sprecher, das sei derzeit kein Thema. Die «Times of Israel» hatte vor wenigen Tagen bereits über einen Besuchstermin am 6. und 7. Dezember berichtet. (dpa)

13:20 Uhr

Freitag, 28. November

Israelischer Militäreinsatz in Syrien: Regierung spricht von Massaker

Nach einem israelischen Militäreinsatz im Süden Syriens haben Einwohner des Dorfes Beit Dschinn und die syrische Regierung schwere Vorwürfe gegen das israelische Militär erhoben. Das Aussenministerium in Damaskus sprach am Freitag von einem «schrecklichen Massaker». Unter den Opfern seien Frauen und Kinder. Auch Walid Okascha, ein Behördenvertreter aus dem Ort, sagte der Nachrichtenagentur AP, bei den Getöteten habe es sich um Zivilisten gehandelt. Eines der Opfer habe erst am Vortag seine Hochzeit gefeiert. «Die Situation ist schrecklich», sagte Okascha.

Die syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, israelische Soldaten seien am Freitag in das Dorf eingerückt, um Männer aus dem Ort festzunehmen. Als sich dagegen unter den Einwohnern Protest geregt habe, hätten die Soldaten das Feuer eröffnet und mindestens zehn Menschen getötet. Dutzende Familien seien deshalb aus Beit Dschinn geflüchtet.

Das israelische Militär teilte mit, der Einsatz sei auf Grundlage von Geheimdienstinformationen erfolgt und habe sich gegen mutmassliche Mitglieder der militanten Gruppe Dschamaa Islamija gerichtet, die in Beit Dschinn aktiv gewesen sei und Angriffe auf israelische Zivilisten geplant habe. Während der Operation hätten Extremisten das Feuer auf die israelischen Einheiten eröffnet. Das Militär habe das Feuer erwidert und dabei Unterstützung aus der Luft erhalten. Der Einsatz sei abgeschlossen, alle Verdächtigen seien festgenommen worden, mehrere Extremisten seien getötet worden. (dpa)

13:19 Uhr

Freitag, 28. November

Berichte: Israel untersucht Tod zweier Palästinenser bei Festnahme

Israels Behörden ermitteln Berichten zufolge zu einem Vorfall, bei dem israelische Sicherheitskräfte zwei militante Palästinenser im Westjordanland erschossen haben, die sich zuvor ergeben haben sollen. Eine Einheit des Justizministeriums, die mögliches Fehlverhalten von Polizisten prüft, habe eine Untersuchung gegen einen Grenzpolizisten eingeleitet, meldete die israelische Zeitung «Haaretz». Auch andere israelische Medien berichteten über den Beginn von Ermittlungen in dem Fall.

Israelische Medien berichteten unter Berufung auf beteiligte israelische Sicherheitskräfte, die beiden von Israel gesuchten Männer hätten ihnen erteilte Anweisungen nicht befolgt. Sie seien entgegen einer Anordnung in ein von Israels Einsatzkräften umstelltes Gebäude zurückgekehrt, aus dem sie Berichten zufolge zuvor mit erhobenen Händen gekommen waren. Daraufhin seien sie erschossen worden. Die israelische Polizei äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht zu der Darstellung des Vorfalls in den Medienberichten.

Ein von einem ägyptischen Sender verbreitetes Video soll den Vorfall am Donnerstag in der Nähe der Stadt Dschenin zeigen. Die Aufnahme konnte zunächst nicht verifiziert werden. Israelischen Angaben zufolge wollten die israelischen Sicherheitskräfte die beiden Palästinenser festnehmen. Ihnen wurde demnach unter anderem vorgeworfen, Sprengsätze auf Sicherheitskräfte geworfen zu haben. «Die gesuchten Personen gehörten einem Terrornetzwerk in der Gegend an», hiess es weiter. Einzelheiten dazu wurden zunächst nicht genannt. Der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir teilte mit, er unterstütze die Sicherheitskräfte, die auf die Gesuchten geschossen hätten. Sie hätten genau so gehandelt, wie von ihnen erwartet. «Terroristen müssen sterben», so Ben-Gvir. (dpa)

11:01 Uhr

Freitag, 28. November

Tote und Verletzte bei israelischem Einsatz in Syrien

Bei einem Einsatz israelischer Bodentruppen im Umland der syrischen Hauptstadt Damaskus sind mehrere Menschen getötet und etliche verletzt worden. Die israelische Armee wollte nach eigenen Angaben zwei Verdächtige in dem Ort Beit Dschinn südwestlich der syrischen Hauptstadt festnehmen. Sie sollen demnach der Terrororganisation Al-Dschama al-Islamija angehören und sollen unter anderem Raketenangriffe auf Israel geplant haben. Dabei kam es den Angaben nach zu einem Schusswechsel, in dessen Verlauf Israels Soldaten auch Unterstützung aus der Luft erhalten hätten.

Nach Angaben aus Kreisen der syrischen Gesundheitsbehörde wurden bei dem Vorfall am frühen Morgen (Ortszeit) mindestens zehn Menschen getötet und knapp zwei Dutzend verletzt. Israels Streitkräfte gaben an, mehrere Militante getötet zu haben. Die Verdächtigen seien festgenommen worden. Bei dem Einsatz wurden demnach aber auch mehrere israelische Soldaten verletzt. Syrischen Angaben zufolge wurde die Rettung der Verletzten durch Beschuss der israelischen Soldaten erschwert, die am Rande des Orts Stellung bezogen haben sollen. (dpa)

18:41 Uhr

Donnerstag, 27. November

Israelische Siedlergruppe dringt nach Syrien ein

Mitglieder einer israelischen Siedlergruppe haben israelischen Medienberichten zufolge die Grenze zu Syrien überquert, um dort eine Siedlung zu gründen. Israels Armee teilte mit, israelische Bürger hätten an zwei verschiedenen Orten auf den von Israel annektierten Golanhöhen die Grenze übertreten und seien auf syrisches Staatsgebiet gelangt. Sie seien zurück nach Israel gebracht worden.

Das Militär äusserte sich auf Anfrage aber zunächst nicht dazu, ob es sich bei den Betroffenen um Aktivisten einer Siedlergruppe handelte. Die Israelis seien nach ihrer Rückkehr, gegen die sich einige gewehrt hätten, der israelischen Polizei übergeben worden, hiess es in einer Stellungnahme des Militärs. Die Armee verurteilte den Vorfall, bei dem es sich um eine Straftat handle, scharf.

Die «Jerusalem Post» meldete, insgesamt seien acht Personen festgenommen worden. Mehrere Medien berichteten, es habe eine Verfolgungsjagd gegeben.

Laut der «Times of Israel» waren Mitglieder der Siedlergruppe bereits im August kurzzeitig nach Syrien gedrungen. Die israelische Zeitung «Haaretz» beschreibt die Aktivisten als rechtsextrem. (dpa)

17:25 Uhr

Mittwoch, 26. November

Palästinenser: Zehn Verletzte bei Armeeeinsatz im Westjordanland

Bei einem grossangelegten Einsatz israelischer Sicherheitskräfte im Westjordanland sind palästinensischen Angaben zufolge mehrere Palästinenser verletzt worden. Israels Einsatzkräfte hätten in der Nähe der Stadt Tubas zehn Einwohner «heftig geschlagen», meldeten die palästinensischen Hilfsorganisation Roter Halbmond sowie die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Vier seien in eine Klinik gebracht worden. Israels Armee äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Zuvor hatte das israelische Militär mitgeteilt, die Armee, der Inlandsgeheimdienst Schin Bet sowie Israels Grenzpolizei hätten in der Nacht im Rahmen einer «umfassenden Anti-Terror-Operation» einen Einsatz im Norden des Westjordanlands begonnen. Später hiess es, zu Beginn des Einsatzes habe Israels Armee Angriffe aus der Luft ausgeführt, «um das Gebiet zu isolieren und unter Kontrolle zu halten». Sicherheitskräfte hätten dann Dutzende Gebäude durchsucht und Verdächtige befragt, teilte das Militär mit.

Palästinensische Medien berichteten, betroffen seien Tubas und mehrere Nachbarorte. Israelische Einsatzkräfte hätten dort Bewohner aufgefordert, zeitweise ihr Zuhause zu verlassen. Schulen und Geschäfte blieben in der Gegend vorerst geschlossen. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Palästinensischer Gefangenenclub wurden rund 60 Palästinenser für Befragungen vorübergehend festgenommen. (dpa)

13:27 Uhr

Mittwoch, 26. November

Überstellung weiterer Leichen in den Gazastreifen

Israel hat die Leichen von 15 weiteren Palästinensern in den Gazastreifen überstellt. Mitarbeiter des Nasser-Krankenhauses in der südlichen Stadt Chan Junis teilten mit, die Leichen seien am Mittwochmorgen vom Roten Kreuz an die Klinik übergeben worden.

Die Rückgabe der Leichen erfolgte im Austausch gegen die sterblichen Überreste von Dror Or, der beim Terrorangriff unter Führung der militant-islamistischen Hamas am 7. Oktober 2023 in Israel getötet worden war. Die Angreifer hatten seine Leiche nach dem Überfall in den Gazastreifen gebracht. Am Mittwoch bestätigte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, dass es sich bei einer am Dienstag übergebenen Leiche um Or handelt.

Einschließlich Or sind bislang 26 Leichen an Israel übergeben worden. Bei den zwei verbliebenen Leichen, auf deren Rückgabe Israel pocht, handelt es sich um Ran Gwili, ein Mitglied einer Eliteeinheit der israelischen Polizei, das bei Kämpfen gegen die Angreifer am 7. Oktober 2023 getötet wurde, sowie Sudthisak Rinthalak, einen Erntehelfer aus Thailand, der im Kibbuz Beeri arbeitete.

Übergabe verläuft trotz Waffenruhevereinbarung schleppend

Die Hamas begründet die bisherigen Verzögerungen mit der umfassenden Zerstörung im Gazastreifen. Teils lägen die sterblichen Überreste tief unter den Trümmern pulverisierter Gebäude, die sich während der zweijährigen israelischen Offensive praktisch überall aufgetürmt haben. Israel wirft den Extremisten vor, den Prozess absichtlich in die Länge zu ziehen.

Identifizierung von 345 toten Palästinensern gestaltet sich schwierig

Im Austausch gegen die freigegebenen Leichen hat Israel bislang 345 tote Palästinenser in den Gazastreifen überstellt. In dieser Zählung sind die Leichen von 15 Palästinensern enthalten, die am Mittwoch überstellt wurden, wie das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis bestätigte.

Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium des Küstengebiets tut sich mangels DNA-Technik schwer, die Toten zu identifizieren. Bislang ist dies nach Angaben des Ministeriums in nur 99 Fällen gelungen.

Es ist weitgehend unklar, ob die Verstorbenen in israelischen Gefängnissen zu Tode kamen, bereits als Leichen von israelischen Soldaten aus dem Gazastreifen nach Israel gebracht wurden, oder am 7. Oktober 2023 getötet wurden, etwa als Teilnehmer der Massaker an diesem Tag. (dpa)

06:29 Uhr

Mittwoch, 26. November

Gemäss Israel: Fünf Palästinenser im Gazastreifen getötet

Israelische Soldaten haben nach Militärangaben im Süden des Gazastreifens fünf bewaffnete Palästinenser getötet. Der Vorfall habe sich im Osten der Stadt Rafah ereignet, hiess es in einer Mitteilung der Armee. Bei einem Sucheinsatz in dem Gebiet hätten die Truppen «fünf bewaffnete Terroristen identifiziert und ausgeschaltet». Diese seien offenbar aus einer «unterirdischen Terror-Infrastruktur» herausgekommen.

«Israelische Truppen im Südkommando bleiben gemäss der Waffenruhe-Vereinbarung stationiert und werden weiterhin tätig sein, um jede unmittelbare Bedrohung zu beseitigen», hiess es weiter. Die Armee veröffentlichte Bilder von Schusswaffen und Munition, die bei den Männern gefunden worden seien. (lil)

16:11 Uhr

dienstag, 25. November

Israel: Extremisten übergeben weiteren Leichnam

Extremisten im Gazastreifen haben laut dem israelischen Militär eine weitere Leiche an das Rote Kreuz übergeben. Der Leichnam sollte danach dem israelischen Militär ausgehändigt werden.

Es war unklar, ob es sich bei den Überresten um die einer der drei noch im Gazastreifen befindlichen Menschen handelte, die am 7. Oktober 2023, dem Tag des von der Hamas angeführten Terrorangriffs, der den Krieg auslöste, bereits tot oder noch lebend in den Gazastreifen gebracht worden waren. Die Überreste sollen zur forensischen Untersuchung nach Israel gebracht und dort identifiziert werden. (AP/dpa)

16:49 Uhr

Montag, 24. November

Gaza Humanitarian Foundation stellt Arbeit ein

Die umstrittene Gaza Humanitarian Foundation (GHF) stellt ihre Arbeit im Gazastreifen ein. Die GHF hatte bereits nach Inkrafttreten der von den USA vermittelten Waffenruhe vor sechs Wochen ihre Verteilzentren geschlossen. Am Montag kündigte sie an, ihre Aktivitäten vollständig zu beenden. «Wir haben unsere Mission erfüllt und gezeigt, dass es einen besseren Weg gibt, die Menschen im Gazastreifen mit Hilfe zu versorgen», teilte GHF-Direktor John Acree mit.

Die USA und Israel wollten die Stiftung als Alternative zur Hilfsgüterverteilung durch Organisationen der Vereinten Nationen etablieren. Zur Begründung hiess es, dass die militant-islamistische Hamas so keine Hilfsgüter abzweigen oder plündern könne. Allerdings verlief die Verteilung an vier festen Standorten chaotisch. Hunderte Palästinenser wurden von israelischen Soldaten erschossen, als sie zu den GHF-Verteilstellen gelangen wollten. Nach israelischer Darstellung feuerten die Soldaten Warnschüsse ab, um die Menge unter Kontrolle zu bringen. (dpa)

15:07 Uhr

Montag, 24. November

Merz reist noch vor Jahresende nach Israel

Sieben Monate nach seinem Amtsantritt wird Bundeskanzler Friedrich Merz noch vor Jahresende zu seinem Antrittsbesuch nach Israel reisen. Der genaue Termin werde wie üblich in der Woche vor dem Besuch bekanntgegeben, sagte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die «Times of Israel» berichtet, dass die Reise für den 6. und 7. Dezember geplant sei. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf diplomatische Kreise, Merz werde auch Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu treffen.

Der Antrittsbesuch kommt vergleichsweise spät. Sein Vorgänger Olaf Scholz ist bereits nach drei Monaten dorthin gereist. Die Verzögerung liegt daran, dass wegen des Gaza-Kriegs ein Besuch lange Zeit als undenkbar galt. Seit eineinhalb Monaten gibt es nun aber eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Ausser US-Präsident Donald Trump hat dennoch längere Zeit kein Staats- oder Regierungschef mehr Israel besucht.

Die Bundesregierung hatte erst vor wenigen Tagen die Beschränkung der Waffenexporte nach Israel wegen des Gaza-Kriegs nach dreieinhalb Monaten aufgehoben. Die Entscheidung tritt mit dem heutigen Tag in Kraft. Die Bundesregierung kehrt damit generell wieder zur Einzelfallprüfung zurück. Israels Regierung hatte sich erleichtert über diesen Schritt gezeigt. (dpa)

14:15 Uhr

Montag, 24. November

Palästinenser: Tote bei gewaltsamen Vorfällen im Gazastreifen

Im Gazastreifen hat es trotz geltender Waffenruhe wieder tödliche Zwischenfälle gegeben. Medizinische Kreise im Gazastreifen meldeten vier Tote bei israelischen Angriffen seit dem Morgen. So seien etwa zwei Palästinenser bei zwei Drohnenangriffen Israels im Süden des Gazastreifens ums Leben gekommen. Es habe dabei zudem Verletzte gegeben.

Israels Armee teilte mit, es sei in der Gegend zu zwei Vorfällen gekommen, bei denen insgesamt drei Personen die gelbe Linie, hinter die sich das Militär im Rahmen der Waffenruhe-Vereinbarung zurückgezogen hatte, übertreten hätten. Die Betroffenen sollen sich jeweils den israelischen Soldaten genähert und eine Bedrohung für diese dargestellt haben. Die israelische Armee «griff die drei Terroristen an, um die Bedrohung zu beseitigen», hiess es in einer Mitteilung weiter. Dabei seien Treffer festgestellt worden.

Aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen hiess zudem, zwei Palästinenser seien durch israelischen Artillerie-Beschuss im Osten der Stadt Gaza im Norden des Küstengebiets ums Leben gekommen. Der Vorfall habe sich ebenfalls in der Nähe der gelben Linie ereignet. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie gehe dem Bericht nach.

Seit Beginn der Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gazastreifen am 10. Oktober ist es immer wieder zu gewaltsamen Vorfällen gekommen. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde sind dabei bislang mehr als 330 Palästinenser getötet worden. (dpa)

19:03 Uhr

Sonntag, 23. November

Israel: Hisbollah-Anführer in Beirut getötet

Israels Militär hat bei einem Angriff in der libanesischen Hauptstadt Beirut eigenen Angaben zufolge einen ranghohen Hisbollah-Anführer getötet. Es handele sich um Haitham Ali Tabatabai, den Generalstabschef der Hisbollah-Miliz, teilte das Militär mit. Die USA hatten 2018 eine Belohnung von fünf Millionen Dollar für seine Ergreifung ausgesetzt.

Laut offiziellen libanesischen Angaben wurden bei dem Angriff auf eine Wohnung im Vorort Haret Hreik insgesamt mindestens fünf Menschen getötet und 28 weitere verletzt. Es war der erste israelische Angriff im Grossraum Beirut seit Monaten. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete, bei dem Angriff sei auch erheblicher Schaden an benachbarten Gebäuden und Autos auf der Strasse entstanden.

Netanyahu ordnete Angriff an

Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahuhatte zuvor mitgeteilt, die Armee habe «den Hisbollah-Generalstabschef angegriffen, der den Aufbau und die Wiederbewaffnung der Terrororganisation geleitet hatte». Netanyahuhabe die Attacke gemäss der Empfehlung des Verteidigungsministers Israel Katz und des Militärchefs Ejal Zamir angeordnet.

Verteidigungsminister Katz sagte, Israel werde weiterhin mit Entschlossenheit handeln, «um jede Bedrohung für die Bewohner des Nordens und den Staat Israel zu verhindern». Katz drohte: «Wer die Hand gegen Israel erhebt, dem wird die Hand abgeschlagen.» Man werde eine Rückkehr zur Realität vor dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 nicht zulassen.

Israel und die vom Iran unterstützte Miliz hatten sich im November 2024 nach mehr als einjährigem gegenseitigen Beschuss auf eine Waffenruhe geeinigt. Dennoch greift das israelische Militär immer wieder Ziele im Libanon an. Beide Seiten werfen sich Verstösse gegen die Vereinbarung vor.

Immer wieder Angriffe auch in Beirut

Im September vergangenen Jahres hatte die israelische Luftwaffe den Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah getötet. Der Angriff ereignete sich ebenfalls in dem Beiruter Vorort Haret Hreik.

Im Januar 2024 kam der zweithöchste Anführer der palästinensischen Terrororganisation Hamas im Ausland, Saleh al-Aruri, bei einer Explosion in Beirut ums Leben. Die Hisbollah gab Israel die Schuld am Tod des Vize-Leiters des Politbüros der Hamas. (dpa)

12:17 Uhr

Sonntag, 23. November

Gaza-Eskalation: Hamas-Delegation zu Gesprächen in Kairo

Nach einer erneuten Eskalation der Gewalt im Gazastreifen ist eine Delegation der islamistischen Terrororganisation Hamas zu Gesprächen nach Kairo gekommen. An der Spitze der Delegation stehe Chalil al-Haja, höchstrangiger Hamas-Funktionär im Ausland, hiess es aus Flughafenkreisen in der ägyptischen Hauptstadt. Vorgesehen sind Gespräche mit den Vermittlern - neben Ägypten auch Katar und die USA - im Konflikt zwischen Israel und der Hamas. Dabei solle es um die jüngste Eskalation trotz der am 10. Oktober in Kraft getretenen Waffenruhe sowie den Übergang zur zweiten Phase des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump gehen, berichtete der saudische Fernsehsender Al-Hadath. Auch der UN-Sicherheitsrat hatte zuletzt für eine von den USA eingebrachte Resolution zur Absicherung des Plans gestimmt. Wiederholte gewaltsame Zwischenfälle im Gazastreifen lösten jedoch Sorge um den Fortbestand der fragilen Waffenruhe aus.

Allein am Samstag wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde in Gaza mindestens 22 Menschen bei israelischen Angriffen getötet. Israels Armee sprach von Reaktionen auf palästinensische Verstösse gegen die Waffenruhe und Angriffe auf seine Truppen, die noch mehr als die Hälfte des Küstenstreifens kontrollieren. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem, Israel werde alles unternehmen, um ein Wiedererstarken der Hamas sowie der libanesischen Hisbollah-Miliz zu verhindern. (dpa)

12:12 Uhr

Sonntag, 23. November

Krankenhäuser: Mehr als 20 Tote bei israelischen Angriffen in Gaza

Bei israelischen Angriffen sind im Gazastreifen nach Angaben örtlicher Krankenhäuser mehr als 20 Menschen getötet worden. Mehr als 50 weitere seien verletzt worden, hiess es. Einer der Angriffe vom Samstag habe einem Fahrzeug im Viertel Rima in der Stadt Gaza gegolten und elf Menschen getötet, erklärte Rami Mhanna, der Geschäftsführer des Schifa-Krankenhauses, in das die Leichen gebracht wurden. Zudem habe es mehr als 20 Verletzte gegeben, die meisten von ihnen Kinder, ergänzte Mohammed Abu Selmija, der Direktor der Klinik.

Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AP zeigten, wie Kinder und andere den ausgebrannten Wagen in Augenschein nahmen, dessen Dach weggesprengt war. Bei einem weiteren Angriff auf ein Haus nahe dem Al-Awda-Hospital im Zentrum des Gazastreifens seien mindestens drei Menschen ums Leben gekommen und elf weitere verletzt worden, berichtete ein Vertreter des Krankenhauses. Durch einen Angriff auf ein weiteres Haus in Nusseirat seien sieben Menschen getötet worden, darunter ein Kind. Es habe 16 Verletzte gegeben. Der Beschuss eines Hauses in Deir al-Balah im Zentrum des Küstengebiets kostete nach Angaben aus dem Al-Aksa-Krankenhaus drei Menschen das Leben, darunter eine Frau.

Das israelische Militär erklärte, es habe Stellungen der Hamas ins Visier genommen. Zuvor habe ein «bewaffneter Terrorist» ein von den israelischen Truppen kontrolliertes Gebiet im Süden des Gazastreifens betreten und auf Soldaten geschossen. Keiner der Soldaten sei verletzt worden. Die Person habe eine Strasse genutzt, über die Hilfsgüter in das Gebiet gelangten, ergänzte das Militär. Es sprach von einer extremen Verletzung der Waffenruhe-Vereinbarung. Bei einem anderen gewaltsamen Vorfall hätten Soldaten im Raum Rafah im Süden des Gebiets fünf Extremisten getötet. Zwei weitere seien im Norden des Gazastreifens getötet worden, als sie dort eine von israelischen Truppen kontrollierte Gegend betreten und auf Soldaten zugelaufen seien. (dpa)

12:10 Uhr

Sonntag, 23. November

Angriffe Israels auf Hisbollah-Ziele im Libanon – zwei Tote

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurde bei zwei verschiedenen Angriffen jeweils ein Mensch getötet. Ziel seien Raketenabschussrampen und Militärgelände in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes sowie im Süden gewesen, hiess es in der Mitteilung der Armee.

«Die Präsenz der Abschussvorrichtungen und die militärische Aktivität an diesen Standorten stellen eine Verletzung der Vereinbarungen zwischen Israel und dem Libanon dar», lautete es weiter in der Stellungnahme. Israel und die vom Iran unterstützte Miliz hatten sich im November 2024 nach mehr als einjährigem gegenseitigen Beschuss auf eine Waffenruhe geeinigt. Dennoch greift das israelische Militär immer wieder Ziele im Libanon an. Beide Seiten werfen sich Verstösse gegen die Vereinbarung vor. (dpa)

08:13 Uhr

Sonntag, 23. November

IKRK-Chefin kritisiert Israel

Die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Mirjana Spoljaric Egger, kritisiert die israelische Regierung – seit dem 7. Oktober 2023 hat das IKRK keinen Zugang mehr zu israelischen Gefängnissen. «Gemäss der vierten Genfer Konvention muss uns Israel den Zugang zu den Gefangenen gewähren. Wir verlangen in unseren vertraulichen Gesprächen Zugang zu den Haftanstalten. Und Israel muss umfänglich humanitäre Hilfe im Gazastreifen zulassen», sagt die IKRK-Präsidentin im «SonntagsBlick»-Interview.

Die Situation im Gazastreifen sei nach wie vor untragbar: «Nach wie vor fehlt es an Hilfsgütern, und Lieferungen verzögern sich aufgrund operativer Herausforderungen erheblich. Wenn Sie in Gaza die Wasserversorgung verbessern wollen, brauchen Sie Material, das unter Dual-Use-Regelungen fällt (auch für militärische Zwecke verwendet werden kann; Anm. d. Red.). Das führt zu Problemen bei der Einfuhr, obwohl technisches Zubehör für die Menschen in Gaza lebensnotwendig ist», sagt Spoljaric Egger. Zugleich wirbt sie dafür, den Menschen in Gaza zu helfen: «Ich fordere alle Staaten dazu auf, sich für mehr Hilfe einzusetzen. Das Gesundheitssystem in Gaza funktioniert nicht mehr, Mediziner können keine hoch spezialisierten Operationen durchführen. Das, was Kinder in Gaza erleiden mussten, übersteigt die Mittel, die wir in unserem Feldspital in Gaza zur Verfügung haben, um ein Vielfaches.» (has)

08:11 Uhr

Sonntag, 23. November

Die Mehrheit der Bevölkerung ist für die Anerkennung Palästinas

Eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer möchte Palästina als Staat anerkennen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo, die der «NZZ am Sonntag» vorliegt. Demnach begrüssen 57 Prozent der Befragten die Idee. 33 Prozent lehnen sie ab. 10 Prozent sind unentschlossen. Besonders gross ist die Zustimmung bei Wählerinnen und Wählern von SP und Grünen. Die Anhängerschaft der SVP stellt sich als einzige mehrheitlich gegen die Anerkennung Palästinas. Der Bundesrat und das Parlament haben die Forderung bislang abgelehnt. Ein Komitee aus linken Politikern sammelt derzeit Unterschriften für eine entsprechende Volksinitiative.

Knapp zwei Drittel der Befragten, 65 Prozent, befürworten zudem die Evakuierung von verletzten Kindern aus dem Gazastreifen. 33 Prozent lehnen die Aktion des Bundes ab. Nur 2 Prozent haben keine Meinung dazu. Der Bund hatte im Oktober sieben verletzte Kinder aus Gaza in die Schweiz geflogen.13 weitere sollen bald folgen. Das Forschungsinstitut Sotomo befragte zwischen dem 7. und dem 20. November 2088 Personen in der Deutschschweiz und in der Romandie. (has)

22:26 Uhr

Samstag, 22. November

Angriffe Israels auf Hisbollah-Ziele im Libanon - zwei Tote

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurde bei zwei verschiedenen Angriffen jeweils ein Mensch getötet. Ziel seien Raketenabschussrampen und Militärgelände in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes sowie im Süden gewesen, hiess es in der Mitteilung der Armee.

«Die Präsenz der Abschussvorrichtungen und die militärische Aktivität an diesen Standorten stellen eine Verletzung der Vereinbarungen zwischen Israel und dem Libanon dar», lautete es weiter in der Stellungnahme.

Israel und die vom Iran unterstützte Miliz hatten sich im November 2024 nach mehr als einjährigem gegenseitigen Beschuss auf eine Waffenruhe geeinigt. Dennoch greift das israelische Militär immer wieder Ziele im Libanon an. Beide Seiten werfen sich Verstösse gegen die Vereinbarung vor. (dpa)

20:55 Uhr

Samstag, 22. November

Krankenhäuser: Mehr als 20 Tote bei israelischen Angriffen in Gaza

Bei israelischen Angriffen sind im Gazastreifen nach Angaben örtlicher Krankenhäuser mehr als 20 Menschen getötet worden. Mehr als 50 weitere seien verletzt worden, hiess es. Einer der Angriffe vom Samstag habe einem Fahrzeug im Viertel Rima in der Stadt Gaza gegolten und elf Menschen getötet, erklärte Rami Mhanna, der Geschäftsführer des Schifa-Krankenhauses, in das die Leichen gebracht wurden.

Zudem habe es mehr als 20 Verletzte gegeben, die meisten von ihnen Kinder, ergänzte Mohammed Abu Selmija, der Direktor der Klinik. Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AP zeigten, wie Kinder und andere den ausgebrannten Wagen in Augenschein nahmen, dessen Dach weggesprengt war.

Bei einem weiteren Angriff auf ein Haus nahe dem Al-Awda-Hospital im Zentrum des Gazastreifens seien mindestens drei Menschen ums Leben gekommen und elf weitere verletzt worden, berichtete ein Vertreter des Krankenhauses. Durch einen Angriff auf ein weiteres Haus in Nusseirat seien sieben Menschen getötet worden, darunter ein Kind. Es habe 16 Verletzte gegeben. Der Beschuss eines Hauses in Deir al-Balah im Zentrum des Küstengebiets kostete nach Angaben aus dem Al-Aksa-Krankenhaus drei Menschen das Leben, darunter eine Frau.

Das israelische Militär erklärte, es habe Stellungen der Hamas ins Visier genommen. Zuvor habe ein «bewaffneter Terrorist» ein von den israelischen Truppen kontrolliertes Gebiet im Süden des Gazastreifens betreten und auf Soldaten geschossen. Keiner der Soldaten sei verletzt worden. Die Person habe eine Strasse genutzt, über die Hilfsgüter in das Gebiet gelangten, ergänzte das Militär. Es sprach von einer extremen Verletzung der Waffenruhe-Vereinbarung.

Bei einem anderen gewaltsamen Vorfall hätten Soldaten im Raum Rafah im Süden des Gebiets fünf Extremisten getötet. Zwei weitere seien im Norden des Gazastreifens getötet worden, als sie dort eine von israelischen Truppen kontrollierte Gegend betreten und auf Soldaten zugelaufen seien. (dpa)

06:45 Uhr

Samstag, 22. November

Nach israelischen Angriffen: Libanon bereit zu Verhandlungen

Angesichts der jüngsten israelischen Angriffe im Libanon hat sich der libanesische Präsident Joseph Aoun offen für Verhandlungen gezeigt. Der Libanon wolle eine Vereinbarung erreichen, die die Angriffe beendet und den Rückzug Israels von fünf Grenzhügeln vorsieht, die seit dem Ende des Israel-Hisbollah-Krieges im vergangenen Jahr besetzt sind, sagte Aoun am Freitag.

In einer TV-Rede zum Unabhängigkeitstag sagte Aoun, die libanesische Armee sei bereit, alle von Israel geräumten Positionen zu übernehmen. Ob die Verhandlungen direkt mit Israel geführt werden sollen, liess Aoun offen; sie könnten auch von den USA, den UN oder der internationalen Gemeinschaft vermittelt werden, fügte er hinzu. Unklar blieb zunächst, ob Israel das Angebot annimmt, zumal es seine Angriffe zuletzt verstärkt hat.

Nach Angaben der libanesischen Regierung waren erst am Dienstag bei einem israelischen Drohnenangriff auf das palästinensische Flüchtlingslager Ein al-Hilweh 13 Menschen getötet und etliche verletzt worden. Es war der opferreichste Angriff seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah vor fast einem Jahr. Nach Ausbruch des Gaza-Krieges durch den von der Hamas angeführten Angriff auf Israel im Oktober 2023 hatte die Hamas auch vom Libanon aus mehrere Attacken auf Israel verübt. Israel reagierte mit Luftangriffen, bei denen ranghohe Funktionäre der Hamas im Libanon getötet wurden, darunter Saleh al-Aruri, der zweithöchste Funktionär der Hamas im Ausland. Auch zahlreiche Vertreter der vom Iran unterstützten Hisbollah wurden getötet. Inzwischen gilt auch zwischen Israel und der Hamas eine Waffenruhe. (dpa)

11:26 Uhr

Freitag, 21. November

Wieder israelischer Luftangriff in Gaza

Trotz der Waffenruhe im Gaza-Krieg hat die israelische Armee in einem von ihr kontrollierten Gebiet im Gazastreifen fünf Personen aus der Luft angegriffen und getötet. Es habe sich um Terroristen gehandelt, die eine Bedrohung für die Soldaten gewesen seien, teilte die Armee mit. Diese seien aus einem Tunnel in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens gekommen und hätten sich Soldaten genähert.

Der Vorfall ereignete sich Armeeangaben zufolge hinter der sogenannten gelben Linie, hinter die sich das israelische Militär im Rahmen der Waffenruhe-Vereinbarung zurückgezogen hat.

Palästinensische Medien meldeten, eine Person sei im Süden des Gazastreifens von israelischen Soldaten getötet worden. Es war zunächst unklar, ob es sich um denselben Vorfall handeln soll. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Berichte: Bewaffnete Hamas-Mitglieder verschanzen sich in Tunneln

Israelischen Medienberichten zufolge haben sich rund 100 bis 200 bewaffnete Mitglieder der Hamas in Tunneln in der Gegend verschanzt. Sie wollen demnach in indirekten Verhandlungen freies Geleit in Gebiete erreichen, die nicht von der israelischen Armee kontrolliert werden. Israel habe dem aber bislang nicht zugestimmt.

Das Armeeradio berichtete unter Berufung auf das israelische Militär, bei den in Rafah angegriffenen fünf Personen handle es sich sehr wahrscheinlich um einen Teil dieser in den Tunnel ausharrenden Bewaffneten.

Am Mittwoch hatte Israels Armee nach einem Angriff auf israelische Soldaten Ziele der Hamas im gesamten Gazastreifen angegriffen. Das israelische Militär teilte mit, Einsatzkräfte hätten dabei unter anderem den Anführer der Marine-Einheit der Hamas getötet. Palästinensischen Angaben zufolge kamen insgesamt 25 Menschen ums Leben.

Zu Zwischenfällen mit Toten kommt es im Gazastreifen hinter der gelben Linie trotz der geltenden Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas derzeit nahezu täglich. (dpa)

06:46 Uhr

Freitag, 21. November

Israel will Teile von historischer Stätte im Westjordanland einnehmen

Israel will einem Regierungsdokument zufolge eine bedeutende historische Stätte im Westjordanland zum Teil einnehmen. Laut dem Dokument, das am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP vorlag, geht es um grosse Teile der archäologischen Stätte Sebastia. Die Gruppe Peace Now, die sich gegen israelische Siedlungen im palästinensischen Westjordanland einsetzt, teilte mit, der beliebte Ort Sebastia mit Tausenden Olivenbäumen gehöre den Palästinenserinnen und Palästinensern. Christen und Muslime glauben, dass sich hier die Grabstelle von Johannes dem Täufer befindet.

Israel hatte 2023 Pläne bekanntgeben, die Stätte zu einer Touristenattraktion zu machen. Die Regierung hat mehr als 30 Millionen Schekel (knapp acht Millionen Euro) für Arbeiten an dem Ort vorgesehen, wie Peace Now und eine andere Aktivistengruppe berichten.

Israel hatte das Westjordanland, Ost-Jerusalem und den Gazastreifen im Nahost-Krieg 1967 eingenommen. Die Palästinenser beanspruchen diese Gebiete für einen künftigen Staat. (dpa)

12:56 Uhr

Donnerstag, 20. November

Zahl der Toten bei Angriffen im Gazastreifen steigt auf 33

Bei zwei israelischen Luftangriffen auf Chan Junis im Gazastreifen sind nach Krankenhausangaben fünf Menschen getötet worden. Damit sei die Zahl der Todesopfer durch Angriffe auf 33 gestiegen, teilten das Nasser- und das Schifa-Krankenhaus mit. Die Attacken seit Mittwoch trotz laufender Waffenruhe gehören zu den opferreichsten seit dem Inkrafttreten der von den USA vermittelten Feuereinstellung am 10. Oktober.

Israel hat seine Angriffe mit Schüssen auf seine Soldaten am Mittwoch in Chan Junis begründet, bei denen niemand getötet wurde. Vertreter des Nasser-Krankenhauses in Chan Junis erklärten, insgesamt seien die Leichen von 17 Menschen in ihr Spital gebracht worden, darunter fünf Frauen und fünf Kinder. Israelische Luftangriffe hätten Zelte getroffen, in denen Vertriebene untergebracht seien.

Palästinenser beten vor den Leichen ihrer Angehörigen im Nasser-Krankenhaus in Chan Junis. (Bild: Keystone)

Das Schifa-Krankenhaus im Norden der Stadt Gaza teilte mit, bei zwei Luftangriffen auf ein Gebäude seien 16 Menschen getötet worden, darunter sieben Kinder und drei Frauen. Die Toten seien in das Krankenhaus gebracht worden.

Die militant-islamistische Hamas verurteilte die israelischen Angriffe als «schockierendes Massaker» und beteuerte, sie habe die Soldaten nicht beschossen.

Den Krankenhausangaben zufolge stammen die Leichen von beiden Seiten der im Oktober festgelegten Waffenstillstandslinie. Diese teilt den Gazastreifen in zwei Hälften, eine steht unter israelischer Militärkontrolle.

Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen haben die israelischen Angriffe seit Inkrafttreten des Waffenruheabkommens abgenommen, aber nicht gänzlich aufgehört. Das Ministerium meldete mehr als 300 Todesfälle seit Beginn der Waffenruhe - durchschnittlich mehr als sieben pro Tag. Es unterscheidet bei seiner Zählung nicht zwischen getöteten Zivilisten und Kämpfern. Israel und die Hamas beschuldigen sich gegenseitig, gegen die Waffenruhe zu verstossen. (dpa)

12:51 Uhr

Donnerstag, 20. November

IAEA fordert vom Iran umfassende Zusammenarbeit bei Atomkontrollen

Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) hat den Iran zu umfassender Zusammenarbeit bei den Atomkontrollen aufgefordert. Die Islamische Republik müsse vollständig und unverzüglich kooperieren, den Atominspektoren der IAEA präzise Informationen über die Bestände an nahezu waffenfähigem Uran liefern und Zugang zu den Atomanlagen des Landes gewähren, hiess es am Donnerstag. Der Iran reagierte zunächst nicht.

19 der 35 Mitgliedsstaaten des Gouverneursrats stimmten am Donnerstag in Wien für eine entsprechende Resolution, wie Diplomaten berichteten, die anonym bleiben wollten. Russland, China und Niger stimmten dagegen, zwölf Staaten enthielten sich. Eingebracht wurde die Resolution von Frankreich, Grossbritannien, Deutschland und den USA. Die AP erhielt zuvor Einblick in einen Entwurf des Textes.

Der Iran ist nach dem Atomwaffensperrvertrag rechtlich verpflichtet, mit der IAEA zu kooperieren, hat den IAEA-Inspektoren aber bislang keinen Zugang zu den Atomeinrichtungen gewährt, die während des zwölftägigen Krieges zwischen Israel und dem Iran im Juni bombardiert wurden. (dpa)

04:09 Uhr

Donnerstag, 20. November

EU will Führungsrolle bei Aufbau von Polizeitruppe für Gaza

Die EU plant zur Unterstützung des US-Friedensplans für den Gazastreifen eine erhebliche Ausweitung ihrer in der Konfliktregion ansässigen Grenzschutz- und Polizeimission. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll heute bei einem Aussenministertreffen in Brüssel vereinbart werden, den Israelis und Palästinensern ein entsprechendes EU-Engagement anzubieten und wenn nötig, die Mandate für die Einsätze anzupassen.

Demnach könnte die EU über die derzeit im Westjordanland ansässige Mission Eupol Copps eine Führungsrolle beim Aufbau einer neuen Polizeitruppe für den Gazastreifen spielen und mittelfristig etwa 3000 palästinensische Sicherheitskräfte ausbilden. Als langfristiges Ziel wird die Ausbildung von allen 13'000 voraussichtlich benötigten Kräften anvisiert.

Kurzfristig soll Eupol Copps zudem den Wiederaufbau von Justiz- und Sicherheitsstrukturen im Gazastreifen unterstützen und an einer unter anderem von Deutschland finanzierten Polizeiakademie in Jericho Trainingsprogramme für palästinensische Polizeiausbilder organisieren.

Bislang arbeitete die zivile Polizei in Gaza unter der Kontrolle der Terrororganisation Hamas. Die neue Polizei soll nach einer jüngst verabschiedeten Resolution des UN-Sicherheitsrates eng mit einer ebenfalls geplanten internationalen Stabilisierungstruppe zusammenarbeiten. (dpa)

22:36 Uhr

Mittwoch, 19. November

Hamas-Ministerium: 25 Tote bei israelischen Gaza-Angriffen

Bei israelischen Angriffen sind im Gazastreifen nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums mindestens 25 Menschen getötet worden. Rund 80 weitere seien seit Mittwochnachmittag verletzt worden, hiess es.

Mitarbeiter von Krankenhäusern, die die Leichen aufnahmen, sagten, Opfer habe es auf beiden Seiten der sogenannten gelben Linie gegeben, die im Rahmen der am 10. Oktober in Kraft getretenen Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas geschaffen wurde. Die Linie teilt das Palästinensergebiet in zwei Hälften auf. Das Grenzgebiet unterliegt der Kontrolle des israelischen Militärs, das übrige Gebiet soll der Bevölkerung als sichere Zone dienen.

Vertreter des Al-Ahli-Krankenhauses, des Nasser-Krankenhauses und des Kuwaitischen Krankenhauses meldeten die Aufnahme von Leichen aus der Stadt Gaza, Chan Junis, dem Gebiet al-Muwasi und einem Vertriebenenlager im Süden des Gazastreifens. Eine weitere Person wurde den Angaben zufolge bei einem Angriff im Viertel Schidschaija von Gaza getötet, das ausserhalb der Sicherheitszone in einem Gebiet liegt, das von den israelischen Truppen kontrolliert wird. (dpa)

17:52 Uhr

Mittwoch, 19. November

Israel greift nach Warnung erneut Ziele im Südlibanon an

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben Anlagen der Hisbollah-Miliz im Südlibanon attackiert. Ziel sei Infrastruktur der vom Iran unterstützten Miliz gewesen, teilte das Militär am Mittwoch mit. Gut eine Stunde vor den Angriffen auf die Dörfer Schehur und Deir Kifa hatte es die Bewohner mehrerer Ortschaften aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Zuvor hatte am Morgen ein israelischer Angriff ein Auto getroffen und einen Menschen getötet, wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA und das Gesundheitsministerium mitteilten. Ausserdem gab es elf Verletzte. NNA meldete, es sei auch ein Bus mit Schülern an Bord getroffen worden, der zum Zeitpunkt des Angriffs in der Ortschaft Tiri an dem Auto vorbeigefahren sei. Bei dem Toten handele es sich um den Insassen des Fahrzeugs, dem der Angriff gegolten habe. Das israelische Militär erklärte später, es habe bei dem Drohnenangriff einen Hisbollah-Mitarbeiter getötet. (dpa)

13:26 Uhr

Mittwoch, 19. November

Libanon: Ein Toter bei israelischem Angriff - Schüler verletzt

Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Auto ist im Süden des Libanons nach Behördenangaben ein Mensch getötet worden. Elf weitere seien bei der Militäraktion in der Ortschaft Tiri am Mittwochmorgen verletzt worden, meldeten das Gesundheitsministerium und Staatsmedien. Es sei auch ein Bus mit Schülern an Bord getroffen worden, der zum Zeitpunkt des Angriffs am Auto vorbeigefahren sei, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Der Busfahrer und mehrere Schüler hätten Verletzungen erlitten.

Bei dem Toten handele es sich um den Insassen des Fahrzeugs, dem der Angriff gegolten habe, schrieb NNA. Die Identität der Person war noch unklar. Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht.

Erst am Dienstag waren bei einem israelischen Drohnenangriff auf das palästinensische Flüchtlingslager Ein Al-Hilwe im Libanon laut der dortigen Regierung 13 Menschen getötet und etliche weitere verletzt worden. Am Abend erklärte das israelische Militär, es habe ein Ausbildungszentrum der Hamas getroffen, das zur Vorbereitung eines Angriffs auf die israelische Armee genutzt worden sei.

Die israelische Armee werde weiter gegen die Hamas vorgehen, wo immer diese aktiv sei. Die Hamas verurteilte den Angriff und bestritt, dass die israelische Armee ihr Trainingszentrum angegriffen habe. Vielmehr habe es sich um einen Sportplatz gehandelt. (dpa)

05:27 Uhr

Mittwoch, 19. November

Libanon: 13 Tote bei israelischem Angriff auf Palästinenser

Die israelische Armee hat im Libanon eigenen Angaben zufolge Terroristen in einem «palästinensischen Trainingslager» angegriffen. Das libanesische Gesundheitsministerium in Beirut warf Israel vor, am Dienstag das grösste Flüchtlingslager für Palästinenser im Libanon attackiert zu haben. Bei dem Luftangriff seien mindestens 13 Menschen getötet und weitere verletzt worden. Berichten zufolge könnte der Angriff einer Zusammenkunft von Anführern der islamistischen Hamas gegolten haben. Die Hamas teilte mit, es gebe dort gar kein Trainingslager der Palästinenserorganisation.

Quellen innerhalb des von Palästinensern bewohnten Viertels Ain al-Hilwah nahe der Küstenstadt Sidon meldeten, die Opferzahl des israelischen Luftangriffs vom Dienstag könnte weit über den bislang gemeldeten 13 Toten liegen. Der Angriff habe den Rand des Lagers getroffen.

Ein israelischer Armeesprecher teilte mit, das Militär habe «terroristische Elemente» angegriffen. Dabei sei ein Gebäude getroffen worden, das Hamas-Kämpfern für Schulungen genutzt hätten. Die Armee versuche zu verhindern, dass die Hamas im Libanon Fuss fasse und werde weiter gegen Kämpfer der Terrororganisation vorgehen.

Die Hamas teilte mit, in den palästinensischen Lagern im Libanon gebe es keine militärischen Einrichtungen. Bei den Opfern handele es sich um junge Menschen, die zum Zeitpunkt des Angriffs zufällig auf einem Sportplatz gewesen seien. (dpa)

22:03 Uhr

Dienstag, 18. November

Libanon meldet elf Tote bei israelischem Drohnenangriff

Bei einem israelischen Luftangriff auf ein palästinensisches Flüchtlingslager im Libanon sind nach Angaben der dortigen Regierung elf Menschen getötet worden. Eine Drohne habe ein Auto auf dem Parkplatz einer Moschee im Flüchtlingslager Ein Al-Hilwe am Rande der Küstenstadt Sidon getroffen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur NNA am Dienstag. Das Gesundheitsministerium teilte mit, neben den elf Toten habe es vier Verletzte gegeben. Weitere Einzelheiten nannte es nicht.

Das israelische Militär erklärte, es habe ein Ausbildungszentrum der militant-islamistischen Hamas getroffen, das zur Vorbereitung eines Angriffs auf die israelische Armee genutzt worden sei. Die israelische Armee werde weiter gegen die Hamas vorgehen, wo immer sie aktiv sei.

In den vergangenen zwei Jahren sind bei israelischen Luftangriffen auf den Libanon zahlreiche Vertreter der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz sowie palästinensischer Gruppierungen getötet worden. (dpa)

16:26 Uhr

Dienstag, 18. November

Ein Toter nach Anschlag im Westjordanland

Bei einem Anschlag im Westjordanland ist laut einem israelischen Rettungsdienst ein Mann getötet worden. Er habe Stichwunden am Körper aufgewiesen, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Weitere Menschen seien verletzt worden, darunter ein Jugendlicher. Laut der «Times of Israel» könnte eine Frau versehentlich von Schüssen der israelischen Armee verletzt worden sein.

Armee spricht von Terroranschlag

Israels Armee sprach von einem Terroranschlag, der sich an einer Kreuzung zwischen Betlehem und Hebron im südlichen Teil des Palästinensergebiets ereignet habe. Sie teilte mit, Soldaten hätten zwei mutmassliche Täter nach dem Ramm- und Messerangriff getötet. In ihrem Fahrzeug sei Sprengstoff gefunden worden.

Das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah teilte mit, beide Palästinenser seien 18 Jahre alt gewesen. Einer stammte demnach aus der Stadt Hebron, ein anderer aus einem etwas weiter nördlich gelegenen Ort.

Israelischen Medien zufolge raste ein Fahrer zunächst mit seinem Wagen in eine Gruppe von Menschen. Mindestens eine Person aus dem Fahrzeug sei dann ausgestiegen und hätte auf die Anwesenden eingestochen.

Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Massaker der islamistischen Terrororganisation Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg zugespitzt. Seitdem wurden dort nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und Anschlägen mehr als 1.000 Palästinenser getötet. Zugleich greifen radikale israelische Siedler immer öfter Palästinenser im Westjordanland an. (dpa)

11:07 Uhr

Dienstag, 18. November

Nach Votum des UN-Sicherheitsrats - Netanyahu lobt Trump

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu hat auf die Bewertung der verabschiedeten UN-Resolution zur Absicherung des Gaza-Friedensplans verzichtet. Stattdessen lobte er auf X US-Präsident Donald Trump und dessen diplomatische Bemühungen, die zur Befreiung der verbliebenen Geiseln und der meisten toten Geiseln geführt hätten. Zum UN-Sicherheitsrat, der am Montag eine von den USA eingebrachte Resolution angenommen hatte, schrieb Netanyahu lediglich: «Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen unterstützt uneingeschränkt den 20-Punkte-Plan von Präsident Trump und die Einsetzung des Friedensrates unter der Leitung von Präsident Trump.»

Dass die Resolution einen «Weg zur palästinensischen Selbstbestimmung und Staatlichkeit» in Aussicht stellt, hatte vor der Abstimmung in Israel für Ärger gesorgt. Die Regierung lehnt die Gründung eines palästinensischen Staats mit der Begründung ab, dass dieser die Existenz Israels gefährden würde. Rechtsextreme Minister hatten vor der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat teils heftige Drohungen ausgesprochen. Der von den USA Anfang Oktober vorgelegte US-Friedensplan, dem Israel zugestimmt hat, enthält einen ähnlich lautenden Passus über «Voraussetzungen für einen glaubwürdigen Weg zur Selbstbestimmung und Staatlichkeit der Palästinenser». Laut der israelischen Zeitung «Haaretz» wurde die Formulierung in der UN-Resolution nach Verhandlungen hinzugefügt, um die Zustimmung etwa der arabischen Staaten zu sichern. Netanyahu schrieb nun auf X: «Wir sind überzeugt, dass Präsident Trumps Plan zu Frieden und Wohlstand führen wird, da er die vollständige Entmilitarisierung, Entwaffnung und Deradikalisierung des Gazastreifens vorsieht.» (dpa)

06:02 Uhr

Dienstag, 18. November

Nach Votum des UN-Sicherheitsrats wächst Hoffnung in Gaza

Im Gazastreifen wächst die Hoffnung auf eine dauerhafte Waffenruhe: Der seit Jahren zerstrittene UN-Sicherheitsrat hat eine Resolution zur Absicherung des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump verabschiedet. Das höchste Gremium der Vereinten Nationen setzte mit seiner Zustimmung ein deutliches Zeichen, dass der Friedensplan auf breite Unterstützung der Staatengemeinschaft bauen kann. Trump stufte die Verabschiedung als historischen Fortschritt ein. Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas lehnte die Resolution dagegen ab. In Israel hatte es schon vor der Verabschiedung kritische Stimmen gegeben.

Von den 15 Mitgliedsländern votierten am Montag (Ortszeit) in New York 13 für die von den USA eingebrachte Resolution. Russland und China, die sonst bei vielen Konfliktthemen von ihrem Vetorecht Gebrauch machen, enthielten sich. Die Verabschiedung des Papiers bedeutet ein rechtlich bindendes Mandat und gilt als Durchbruch für den Sicherheitsrat, in dem es seit langem gegensätzliche Positionen zum Vorgehen im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern gibt. Für die US-Regierung ist die Zustimmung zur Resolution ein diplomatischer Erfolg.

Trump und Guterres loben Resolution

Trump schrieb auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social: «Dies wird als eine der grössten Zustimmungen in die Geschichte der Vereinten Nationen eingehen, zu weiterem Frieden auf der ganzen Welt führen und ist ein Moment von wahrhaft historischem Ausmass!» Die Abstimmung bedeute die «Anerkennung und Billigung des FRIEDENSRATS, der von mir geleitet wird».

Die Einrichtung des Friedensrats ist einer von 20 Punkten im Gaza-Friedensplan, den Trump Ende September vorgestellt hatte. Darin ist vorgesehen, dass der Gazastreifen künftig erst einmal von einem Komitee aus unpolitischen Fachleuten als Übergangsregierung verwaltet wird. Dieses Komitee soll sich aus qualifizierten Palästinensern und internationalen Experten zusammensetzen und von einem neuen internationalen Übergangsgremium beaufsichtigt und überwacht werden - dem «Board of Peace», dessen Vorsitz Trump übernehmen will.

UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Verabschiedung der Resolution als «wichtigen Schritt zur Konsolidierung der Waffenruhe», dem nun weitere folgen müssten. «Es ist essenziell, dass dieses diplomatische Momentum jetzt in konkrete und dringend benötigte Schritte vor Ort umgesetzt wird.»

Kritische Stimmen aus Israel - Ablehnung der Hamas

In Israel war schon vor der Verabschiedung Kritik am Resolutionstext laut geworden, weil darin von «einem glaubwürdigen Weg zur palästinensischen Selbstbestimmung und Staatlichkeit» die Rede ist. Nach der Abstimmung im Sicherheitsrat gab es zunächst keine Reaktion der israelischen Regierung. Die Hamas lehnte das Papier dagegen umgehend ab. «Diese Resolution erfüllt nicht die politischen und humanitären Forderungen und Rechte unseres palästinensischen Volkes», schrieb die Terrororganisation auf der Plattform Telegram. Der Beschluss ziele darauf ab, eine internationale Treuhandschaft über das Gebiet zu verhängen, die von den Palästinensern abgelehnt werde.

Der von Trump Ende September veröffentlichte Friedensplan sieht neben der Entwaffnung der Hamas unter anderem eine Truppe aus internationalen Soldaten zur Stabilisierung sowie eine Übergangsregierung aus unpolitischen palästinensischen Fachleuten vor. Allerdings sind längst nicht alle Inhalte unumstritten - vor allem die Entwaffnung der Hamas, der komplette Abzug von Israels Armee aus dem Gazastreifen sowie die künftige Verwaltung des Gebiets bergen erheblichen Zündstoff. Die Hamas schrieb in ihrer Mitteilung weiter: «Die Zuweisung von Aufgaben und Rollen an die internationale Truppe innerhalb des Gazastreifens, einschliesslich der Entwaffnung des Widerstands, beraubt sie ihrer Neutralität und macht sie zu einer Partei des Konflikts zugunsten der Besatzung.» Mit «Besatzung» meint die Hamas die israelischen Streitkräfte. In der Mitteilung heisst es weiter: «Der Widerstand gegen die Besatzung mit allen Mitteln ist ein legitimes Recht.»

Autonomiebehörde stellt sich gegen Hamas

Die mit der Hamas rivalisierende und vom 90 Jahre alten Präsidenten Mahmud Abbas geleitete Palästinensische Autonomiebehörde (PA), die Teile des Westjordanlandes verwaltet, fordert dagegen die sofortige Umsetzung der Resolution. Es sei dringend notwendig, «diese Resolution unverzüglich vor Ort umzusetzen», teilte die PA laut einem Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa mit. Der Weg zu Frieden zwischen Palästinensern und Israelis müsse vorangebracht werden und auf der Zweistaatenlösung basieren - also auf einer Zukunft, in der ein unabhängiger Staat Palästina friedlich Seite an Seite mit Israel existiert.

Die Hamas lehnt die von der internationalen Gemeinschaft für die Region angestrebte Zweistaatenlösung dagegen strikt ab. Sie hat sich der Vernichtung Israels verschrieben und will auf dem gesamten Gebiet des historischen Palästina einen islamischen Staat einrichten. Israels rechtskonservative Regierung lehnt eine Zweistaatenlösung mit der Begründung ab, ein palästinensischer Staat gefährde die Existenz des jüdischen Staats. Allerdings ist die israelische Führung auch gegen eine Herrschaft der PA im Gazastreifen - und wirft der Behörde vor, Terrorismus zu fördern. Im Vergleich zur islamistischen Hamas gelten Abbas und die ebenfalls von ihm geführte Fatah-Bewegung als deutlich gemässigter. Abbas möchte an der künftigen Regierung im Gazastreifen beteiligt sein.

Resolution als «Rettungsleine» - aber auch Kritik

Die USA hatten vehement für eine Verabschiedung ihrer Resolution geworben, deren Erfolg letztlich aber trotzdem für viele überraschend kam. Das Papier sei eine «Rettungsleine» für die Region und weitere Verzögerungen würden nur Menschenleben kosten, sagte US-Botschafter Mike Waltz bei der Sitzung des Sicherheitsrates. Vor der Abstimmung hatte es lange so ausgesehen, als ob die Resolution scheitern könnte. Russland und China hatten ihre Unzufriedenheit signalisiert, die russische Regierung brachte sogar einen eigenen Resolutionsentwurf ein, der dann aber nicht zur Abstimmung kam. Beide Länder kritisierten nach ihren Enthaltungen unter anderem, dass die Resolution zu wenige Details enthalte und den USA zu viel Macht gebe. (dpa)

14:08 Uhr

Montag, 17. November

Todesfälle von Palästinensern in israelischer Haft stark angestiegen

Die Zahl der in israelischer Haft gestorbenen Palästinenser ist seit Beginn des Krieges im Gazastreifen sprunghaft angestiegen. Seit dem von der militant-islamistischen Hamas angeführten Terrorangriff auf Israel, der am 7. Oktober 2023 den Krieg auslöste, kamen einem am Montag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation Physicians for Human Rights - Israel (PHRI) mindestens 98 palästinensische Gefangene in israelischem Gewahrsam zu Tode - 27 im Jahr 2023, 50 im Jahr 2024 und 21 bislang in diesem Jahr, der letzte am 2. November.

Palästinenser in israelischer Haft (Bild aus dem Jahr 2023). (Bild: Breaking The Silence/AP)

«Die alarmierende Häufigkeit, in der Menschen in israelischer Haft getötet werden, offenbart ein System, das jegliche moralische und professionelle Zurückhaltung verloren hat», sagte Nadschi Abbas, ein PHRI-Direktor.

Laut PHRI dürfte die tatsächliche Zahl noch höher sein. Israel weigere sich bislang, Informationen zu Hunderten Palästinensern bereitzustellen, die während des Krieges festgenommen wurden. Bei vielen der untersuchten Todesfälle seien systematische Gewalt und fehlende medizinische Betreuung ein Faktor gewesen.

Todesfälle stärker angestiegen als Häftlingspopulation

In den zehn Jahren vor Kriegsbeginn kamen laut PHRI weniger als 30 Palästinenser in israelischer Haft zu Tode. Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich die Zahl der Häftlinge auf etwa 11'000 mehr als verdoppelt. Die Zahl der Häftlinge, die ums Leben kamen, ist in diesem Zeitraum PHRI-Daten zufolge noch stärker gewachsen.

Die Menschenrechtsorganisation dokumentierte die Todesfälle nach eigenen Angaben, indem sie frühere Gefangene und medizinisches Personal von Haftanstalten befragte und Berichte von Ärzten prüfte, die im Auftrag von Angehörigen an Autopsien teilnahmen. Zudem liess sie sich Dutzende Todesfälle auf Grundlage von Informationsfreiheitsbestimmungen bestätigen.

AP-Recherchen zeichnen ähnliches Bild

Der Eindruck, der sich aus dem Bericht ergibt, deckt sich mit Recherchen der AP. Die Nachrichtenagentur befragte mehr als ein Dutzend Menschen zu Misshandlungen in israelischen Gefängnissen, medizinischer Vernachlässigung und Todesfällen. Sie analysierte verfügbare Daten und prüfte Obduktionsberichte.

Die AP befragte einen früheren Gefängniswärter und eine frühere Krankenschwester in einem Militärgefängnis, einen israelischen Arzt, der unterernährte Gefangene behandelte, ehemalige Häftlinge und deren Angehörige sowie Anwälte und Vertreter von Menschenrechtsgruppen. (dpa)

11:19 Uhr

Montag, 17. November

Israel lobt Ende der Beschränkungen für Rüstungsexporte

Israels Aussenminister Gideon Saar hat Deutschlands Entscheidung gelobt, die Beschränkungen für Rüstungsexporte nach Israel wieder aufzuheben. «Ich begrüsse den Schritt von Bundeskanzler Merz, die Entscheidung über das Teil-«Embargo» zurückzunehmen», teilte er auf der Plattform X mit. Er rief zugleich andere Regierungen auf, dem Beispiel Deutschlands zu folgen.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am 8. August angeordnet, dass vorerst keine Ausfuhren von Rüstungsgütern nach Israel mehr genehmigt werden, die im Gaza-Krieg verwendet werden können. Aus Israel kam damals scharfe Kritik.

Seit dem 10. Oktober gilt eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Die Bundesregierung wird bei den Rüstungsexporten nun laut dem Sprecher ab dem 24. November «wieder zur Einzelfallprüfung zurückkehren». Kriegswaffenexporte sind schon seit dem vergangenen Frühjahr nicht mehr von der Bundesregierung genehmigt worden. (dpa)

19:14 Uhr

Sonntag, 16. November

Netanjahu lehnt Zweistaatenlösung vor UN-Sitzung erneut ab

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat seine Absage an eine Zweistaatenlösung im Konflikt mit den Palästinensern bekräftigt. Die israelische Ablehnung eines Palästinenserstaats habe sich nicht im geringsten geändert, sagte Netanjahu am Sonntag bei einem Kabinettstreffen. Er habe sich der Idee einer Zweistaatenlösung seit Jahrzehnten widersetzt und fühle sich in seiner Haltung weder durch äusseren noch durch inneren Druck bedroht, erklärte er. Er brauche weder Bestätigungen noch Belehrungen von irgendjemandem.

Am Montag wird im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Abstimmung über eine von den USA eingebrachte Resolution erwartet, die die Tür für eine palästinensische Unabhängigkeit geöffnet lässt. Der US-Vorschlag für einen umfassenden Waffenstillstand im Gazastreifen sieht ein UN-Mandat für eine internationale Stabilisierungstruppe im Gazastreifen vor. Russland, China und einige arabische Länder stehen der Initiative kritisch gegenüber. (dpa)

11:51 Uhr

Sonntag, 16. November

Sprengsatz geworfen – Israels Armee tötet Palästinenser

Israels Militär hat bei einem Einsatz im Norden des Westjordanlands einen Palästinenser getötet. Er habe in der Nacht zu Sonntag einen Sprengsatz auf Soldaten geworfen, die israelischen Einsatzkräfte hätten daraufhin das Feuer eröffnet, teilte die Armee mit. Laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium in Ramallah war das Opfer 19 Jahre alt.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete unter Berufung auf den Roten Halbmond, dem Mann sei in die Brust geschossen worden. Ausserdem sei bei einer Razzia in der Nähe der Stadt Nablus einem weiteren Teenager in den Rücken geschossen worden. Er werde in einer Klinik behandelt. Sein Alter wurde nicht genannt.

Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Massaker der islamistischen Terrororganisation Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg zugespitzt. Seitdem wurden dort nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und Anschlägen mehr als 1.000 Palästinenser getötet. Zugleich greifen radikale israelische Siedler immer öfter Palästinenser im Westjordanland an. (dpa)

12:56 Uhr

Samstag, 15. November

Siedlergewalt und Gaza-Krieg überschatten 90. Geburtstag von Abbas

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas begeht seinen 90. Geburtstag ohne öffentliche Auftritte oder Feiern. Abbas ist einer der weltweit ältesten amtierenden Staats- und Regierungschefs - nur Kameruns Präsident, Paul Biya, ist mit 92 Jahren älter.

Das Jubiläum wird wie seine Geburtstage in den Vorjahren nicht öffentlich gefeiert - und in diesem Jahr überschattet von Siedlergewalt im Westjordanland und den verheerenden Folgen des Gaza-Kriegs. Am 15. November begehen die Palästinenser ihren «Unabhängigkeitstag».

Sorge um Gesundheit

Abbas scheint gesundheitlich angeschlagen, er tritt nur sehr selten öffentlich auf. Er zeigt sich hauptsächlich, wenn er auf Reisen im Ausland ist. Leibwächter stützen ihn oft. Dennoch wird er in offiziellen Berichten nach medizinischen Untersuchungen als bei guter Gesundheit beschrieben.

Ende Oktober schuf Abbas eine Nachfolgeregelung für den Fall seines Todes oder einer Amtsunfähigkeit. Sein Stellvertreter Hussein al-Scheich (64) soll in diesem Fall die Leitung der palästinensischen Autonomiebehörde übernehmen.

Abbas kein Präsident der Herzen

Abbas, der dem PLO-Gründer Jassir Arafat (1929-2004) als Palästinenserpräsident nachfolgte, ist bei der palästinensischen Bevölkerung äusserst unbeliebt. 2005 gewann er die Präsidentschaftswahl in den Autonomiegebieten, danach gab es keine Wahl für dieses Amt mehr. Im Vergleich zur islamistischen Hamas gelten Abbas und die von ihm geführte Fatah-Bewegung als deutlich gemässigter.

Die von Abbas geführte Autonomieverwaltung regiert über Teile des israelisch besetzten Westjordanlandes. Gegen Entscheidungen und Handlungen der israelischen Militärverwaltung hat sie keine Handhabe. Auch gegen die von der gegenwärtigen Regierung in Jerusalem geförderte Ausbreitung von Siedlungen im Westjordanland ist sie machtlos. Im Gazastreifen wiederum hatte die Hamas 2007 die Macht an sich gerissen und die Fatah von dort vertrieben. (dpa)

14:19 Uhr

Freitag, 14. November

UN: Über 260 Angriffe auf Palästinenser im Westjordanland

Das UN-Menschenrechtsbüro hat neue Angriffe radikaler israelischer Siedler auf palästinensische Einrichtungen und Häuser im besetzten Westjordanland verurteilt. Ein Sprecher sprach in Genf von einem Muster wachsender Gewalt gegen Palästinenser. Mehrere Menschen seien bei den Angriffen unter anderem auf eine Milchfabrik verletzt worden. Im Oktober seien mehr als 260 Angriffe registriert worden, mehr als in jedem einzelnen Monat seit 2006.

Israelische Behörden hätten ihre Aktivitäten intensiviert und zerstörten Häuser, beschlagnahmten Besitztümer, beschränkten die Bewegungsmöglichkeiten der Palästinenser immer mehr, während Siedlungen ausgebaut würden und Tausende Palästinenser durch Siedler und das Militär vertrieben würden. (dpa)

12:07 Uhr

Donnerstag, 13. November

Rund 40 Hamas-Mitglieder in Betlehem festgenommen

Israelische Einsatzkräfte haben im Westjordanland etwa 40 Hamas-Mitglieder festgenommen. Diese hätten Anschläge auf israelische Bürger und Sicherheitskräfte geplant, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung der israelischen Polizei, der Armee sowie des Inlandgeheimdienstes Schin Bet. Die Razzien in der Gegend der Stadt Betlehem hätten Bomben- und Schusswaffenangriffe mit womöglich vielen Opfern verhindert.

Bei den Einsätzen in den vergangenen Wochen wurden israelischen Sicherheitskräften zufolge auch Waffen beschlagnahmt. «Ein bedeutendes Hamas-Terrornetzwerk, das im Raum Bethlehem operierte, wurde kürzlich zerschlagen», teilten die Sicherheitskräfte mit.

Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Massaker der islamistischen Terrororganisation Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg verschärft. Seitdem wurden dort nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und Anschlägen mehr als 1000 Palästinenser getötet. Zugleich greifen radikale israelische Siedler immer öfter Palästinenser im Westjordanland an. (dpa)

09:39 Uhr

Donnerstag, 13. November

Siedler haben Moschee im Westjordanland angezündet

Radikale israelische Siedler haben im Westjordanland palästinensischen Berichten zufolge eine Moschee in Brand gesetzt. Sie hätten am frühen Morgen ausserdem rassistische Parolen an die Wände des Gotteshauses gesprüht, meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Mehrere Medien berichteten, die hinterlassenen Schmierereien in hebräischer Sprache hätten unter anderem den Propheten Mohammed beleidigt. Israels Armee teilte auf Anfrage mit, sie gehe den Vorwürfen nach.

Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. In palästinensischen und israelischen Medien verbreitete Aufnahmen sollen Schäden in dem Gotteshaus in einem palästinensischen Dorf im Nordwesten des Westjordanlands zeigen.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs nach dem Hamas-Massaker im Oktober 2023 in Israel kommt es im Westjordanland verstärkt zu Gewalt radikaler Siedler gegen Palästinenser. Der israelischen Armee wird immer wieder vorgeworfen, sie gehe nicht entschlossen genug gegen solche Angreifer vor. (dpa)

21:38 Uhr

Mittwoch, 12. November

Palästina-Protest vor EM-Auftaktveranstaltung in London

Vor der Auftaktveranstaltung für die EM 2028 in Grossbritannien und Irland hat eine Gruppe Aktivisten auf dem berühmten Piccadilly Circus den Ausschluss Israels aus dem europäischen Fussball gefordert. Etwa 50 Menschen warfen der Europäischen Fussball-Union UEFA vor, Blut an den Händen zu haben. «Schande, UEFA», riefen die Menschen, einige trugen Papiermasken mit dem Gesicht von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

(Bild: James Manning/POOL)

Die Aktivisten demonstrierten für ein freies Palästina. Der Nahost-Konflikt hatten den Weltfussball in den vergangenen Monaten immer wieder beschäftigt. Zuletzt hatte der irische Fussballverband Fai beschlossen, den Ausschluss Israels beim UEFA-Exekutivkomitee zu beantragen. Nach dpa-Informationen stehen Beratungen dazu derzeit nicht auf der Agenda. (dpa)

17:31 Uhr

Mittwoch, 12. November

Gewaltsamer Vorfall im Süden des Gazastreifens

Ungeachtet der seit einem Monat herrschenden Waffenruhe im Gaza-Krieg ist es im südlichen Gazastreifen erneut zu einem gewaltsamen Zwischenfall gekommen. Die israelische Armee teilte mit, israelische Truppen seien im Gebiet von Rafah im Einsatz gewesen, um dort unterirdische Infrastruktur zu zerstören.

In dem von Israel kontrollierten Gebiet östlich der sogenannten «gelben Linie» hätten die Soldaten «vier Terroristen identifiziert». Daraufhin hätten sie das Feuer eröffnet. Eine Sprecherin sagte auf Anfrage, sie könne nicht sagen, ob die Männer dabei getötet worden seien. Hinter die «gelbe Linie» hatte sich die Armee als Teil der vereinbarten Waffenruhe zurückgezogen, die Truppen kontrollieren aber weiterhin mehr als die Hälfte des Gazastreifens.

Die «Jerusalem Post» schrieb, die vier Männer seien Teil einer Gruppe von bewaffneten Palästinensern, die auf etwa 200 Mitglieder geschätzt wird, die sich im Gebiet von Rafah in einem Tunnel verschanzt hielten. Die Hamas-Mitglieder wollen nach Medienberichten bei indirekten Verhandlungen mit Israel freies Geleit in das weiter westlich gelegene Gebiet im Gazastreifen erreichen. (dpa)

16:52 Uhr

Mittwoch, 12. November

Merkel besucht israelisches Grenzgebiet zum Gazastreifen

Bei ihrer Israel-Reise hat die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel auch das Grenzgebiet zum Gazastreifen besucht. Merkel sei unter anderem auf dem Gelände des Nova-Musikfestivals gewesen, schrieb der deutsche Botschafter Steffen Seibert auf der Plattform X.

Beim Massaker der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Palästinenserorganisationen am 7. Oktober 2023 waren allein auf dem Nova-Festival Hunderte von Besuchern getötet worden.

Das renommierte Weizmann-Institut in Israel hatte Merkel am Montag mit einer Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Auf diese Weise würden «ihre beispiellosen Verdienste um die globale Diplomatie und internationale Partnerschaften» anerkannt, teilte das Institut mit. Grund für die Auszeichnung seien auch ihre «Solidarität und Freundschaft mit Israel» sowie «ihr entschlossener Kampf gegen Antisemitismus». (dpa)

14:53 Uhr

Mittwoch, 12. November

IAEA: Iran verweigert Informationen zu Uran-Vorräten

Der Iran kommt seinen Informationspflichten zu umstrittenen Uran-Vorräten seit den Angriffen durch Israel und die Vereinigten Staaten nicht nach. Das geht aus einem nicht öffentlichen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hervor, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Islamische Republik müsse nach den Attacken auf ihr Atomprogramm im Juni unverzüglich den Status seiner Nuklearanlagen und des darin gelagerten Materials an die IAEA melden, schrieb IAEA-Chef Rafael Grossi in dem Bericht. Das sei bislang nicht passiert.

Entsprechende Vereinbarungen mit der IAEA könnten vom Iran nicht einseitig aufgehoben werden, hielt Grossi fest. Die Überwachung des Atomprogramms sei «unabdingbar und dringend».

Grossi betonte erneut, dass insbesondere der unklare Verbleib von mehr als 400 Kilogramm an hoch angereichertem Uran «Anlass zu grosser Sorge» gebe. Dieses Material würde laut Experten für mehrere Atomwaffen ausreichen, wenn es zu einem noch etwas höheren Reinheitsgrad angereichert würde. Teheran bestreitet, solche Waffen bauen zu wollen.

Seit den Angriffen hat der Iran IAEA-Inspektoren nur Zugang zu einigen nicht beschädigten Nuklearanlagen gewährt, darunter das Atomkraftwerk in Buschehr und ein Forschungsreaktor in Teheran.

Am Mittwoch waren Inspektoren in den Iran unterwegs, um erstmals seit Monaten auch Einrichtungen in Isfahan zu besuchen. Dieses Zugeständnis Teherans erfolgte nur eine Woche vor der Quartalssitzung des IAEA-Gouverneursrates, bei der das iranische Atomprogramm erneut im Fokus stehen wird. (dpa)

12:43 Uhr

Mittwoch, 12. November

Trump fordert erneut Begnadigung für Netanyahu

US-Präsident Donald Trump hat Israels Staatspräsidenten Izchak Herzog erneut dazu aufgefordert, den wegen Korruption angeklagten Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu zu begnadigen. Er respektiere die Unabhängigkeit der israelischen Justiz, glaube aber, dass die Anklage gegen Netanyahu politisch motiviert und nicht gerechtfertigt sei, heisst es einem von Trump unterschrieben Brief an Israels Präsidenten, den Herzogs Büro veröffentlichte.

Herzog äusserte sich nicht eindeutig zu Trumps Aufruf. In einer Mitteilung seines Büros hiess es lediglich, jeder, der eine Begnadigung anstrebe, müsse einen formellen Antrag stellen.

Trump schrieb weiter, Netanjahu sei ein «beeindruckender und entschlossener Kriegsministerpräsident» gewesen und führe Israel nun in eine Zeit des Friedens. «Seine Aufmerksamkeit darf nicht unnötig abgelenkt werden», argumentierte der US-Präsident.

Israels Oppositionsführer Jair Lapid schrieb auf der Plattform X: «Nach israelischem Recht ist die erste Voraussetzung für den Erhalt einer Begnadigung das Eingeständnis der Schuld und der Ausdruck von Reue für die begangenen Taten.»

Israels rechtsextremer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir sprach dagegen von «erfundenen und schändlichen Anklagen». Eine Begnadigung sei in diesem Fall das Richtige. «Präsident Herzog, hören Sie auf Präsident Trump.» (dpa)

11:00 Uhr

Dienstag, 11. November

Gal Gadot erhält Genesis-Preis für Unterstützung Israels

Für ihre Unterstützung Israels im Gaza-Krieg erhält die israelische Schauspielerin Gal Gadot in diesem Jahr den Genesis-Preis. Die «Wonder Woman»-Darstellerin kündigte an, das Preisgeld von einer Million Dollar (860.000 Euro) an Organisationen zu spenden, die Israel bei der Bewältigung der Folgen des zweijährigen Krieges gegen die militant-islamistische Hamas unterstützen.

Die israelische Schauspielerin Gal Gadot als Wonder Woman im Film aus dem Jahr 1984. (Bild: Clay Enos/KEYSTONE)

Während des gesamten Krieges, der von einem Terrorangriff unter Führung der Hamas am 7. Oktober 2023 ausgelöst wurde, blieb Gadot eine engagierte Fürsprecherin Israels. Sie setzte sich für die Freilassung von Geiseln aus der Gewalt der Extremisten ein, traf sich mit Angehörigen und ehemaligen Geiseln und half bei der Vorführung eines erschütternden Dokumentarfilms über den Hamas-Angriff in Los Angeles. Für diese Unterstützung sah sie sich zeitweise Druck und Kritik ausgesetzt.

«Israel hat unvorstellbares Leid ertragen», teilte Gadot am Dienstag mit. «Jetzt müssen wir mit der Heilung beginnen – Herzen, Familien und Gemeinschaften wieder aufbauen.» Der Mitgründer und Vorsitzende der Genesis Prize Foundation, Stan Polovets, lobte Gadots «moralische Klarheit und unerschütterliche Liebe zu Israel». Beides sei für sie mit einem grossen persönlichen und beruflichen Risiko verbunden gewesen.

Der Genesis-Preis, vom US-Magazin «Time» auch als «jüdischer Nobelpreis» bezeichnet, wird jährlich an eine Person für ihre beruflichen Leistungen, ihren Beitrag zur Menschheit und ihr Engagement für jüdische Werte verliehen. Die Preisträger spenden das Preisgeld, um ihnen wichtige Anliegen zu fördern, wie den Kampf gegen Antisemitismus, die Stärkung der Frauenrechte oder den Einsatz für Gerechtigkeit.

Ein Termin für die Preisverleihung im nächsten Jahr war noch nicht bekannt. Der letzte Preisträger, der argentinische Präsident Javier Milei, reiste im Juni nach Jerusalem, um die Auszeichnung für 2025 entgegenzunehmen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der Schauspieler Michael Douglas, der Vorstandsvorsitzende des Pharmakonzerns Pfizer, Albert Bourla, und die Entertainerin Barbra Streisand. (dpa)

10:58 Uhr

Dienstag, 11. November

Tausende bei Begräbnis von entführtem Soldaten Goldin

Tausende Israelis haben an der Beisetzung des Soldaten Hadar Goldin teilgenommen, dessen Leiche mehr als elf Jahre nach seiner Verschleppung durch die Hamas zurückgeführt worden war. «Elf Jahre lang haben wir auf dich gewartet», sagte seine Mutter Lea Goldin nach Angaben des Nachrichtenportals «ynet» bei dem Begräbnis. «Ich habe dich immer geliebt, Hadar, ruhe in Frieden.» Die Eltern hatten der Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in den Jahren seit seiner Entführung in den Gazastreifen immer wieder vorgeworfen, sie habe ihren Sohn aufgegeben.

Goldin, ein damals 23-jähriger Offizier im Range eines Leutnants, war am 1. August 2014 während einer Waffenruhe im damaligen Gaza-Krieg bei einem Angriff von Hamas-Kämpfern getötet und in den Gazastreifen verschleppt worden. Seine Leiche war seitdem in dem abgeriegelten Küstengebiet zurückgehalten worden. Die Familie hatte im August 2014 eine Trauerfeier abgehalten, wobei seine sterblichen Überreste damals noch in Gaza waren. Am Sonntag übergab die Hamas im Rahmen der Waffenruhe im jüngsten Gaza-Krieg dann die Leiche. Israel übermittelte im Gegenzug die Leichen von 15 Palästinensern in den Gazastreifen. (dpa)

05:43 Uhr

Dienstag, 11. November

Syriens Präsident schliesst Annäherung an Israel vorerst aus

Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa schliesst direkte Gespräche zur Normalisierung der Beziehungen mit dem Nachbarland Israel vorerst aus. Angesprochen auf den Wunsch von US-Präsident Donald Trump, dass auch Syrien den Abraham-Abkommen für eine Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten beitreten sollte, wies al-Scharaa auf Israels andauernde Besetzung der Golanhöhen hin.

Im Gespräch mit dem US-Fernsehsender Fox News sagte er weiter, die Bedingungen für Damaskus seien daher andere als für jene Staaten, die sich den Abkommen bereits angeschlossen hätten. «Syrien hat eine Grenze zu Israel, und Israel besetzt seit 1967 die Golanhöhen. Wir werden derzeit keine direkten Verhandlungen aufnehmen», sagte al-Scharaa laut Übersetzung des Senders. «Vielleicht kann die US-Regierung unter Präsident Trump uns dabei helfen, eine solche Verhandlung zu erreichen.»

Al-Scharaa war zuvor als erstes syrisches Staatsoberhaupt im Weissen Haus von Trump empfangen worden. (dpa)

12:54 Uhr

Montag, 10. November

Israel übergibt Leichen von 15 Palästinensern

Israel hat im Rahmen der Gaza-Waffenruhe die Leichen von 15 weiteren Palästinensern in den Gazastreifen übermittelt. Die von der islamistischen Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde teilte mit, die sterblichen Überreste seien mit Hilfe von Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben worden. Damit seien seit Beginn der Waffenruhe vor einem Monat 315 palästinensische Leichname übermittelt worden. Weniger als ein Drittel davon seien aber bisher identifiziert worden.

Auf die Übergabe von Leichen hatten sich Israel und die Hamas im Rahmen der Waffenruhevereinbarung im Oktober verständigt. Für jede israelische Geisel, deren sterbliche Überreste freigegeben werden, muss Israel laut der Vereinbarung die sterblichen Überreste 15 verstorbener Bewohner Gazas übergeben. Die genauen Todesumstände der Palästinenser sind nicht bekannt. Es wird vermutet, dass Israel ihre Leichen in einem Militärlager aufbewahrte. (dpa)

13:45 Uhr

Sonntag, 9. November

Hamas übergibt Leiche – angeblich 2014 verschleppter Soldat

Die islamistische Hamas hat im Gazastreifen eine weitere Leiche Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben. Nach Angaben der Hamas soll es sich dabei um die sterblichen Überreste des Soldaten Hadar Goldin handeln. Israel hat dies nach forensischen Untersuchungen bestätigt. Bei den Überresten handele es sich um den Soldaten Hadar Goldin, der 2014 im Gazastreifen getötet wurde, hiess es am Sonntag.

Der damals 23-jährige Offizier war am 1. August 2014 während einer humanitären Waffenruhe im damaligen Gaza-Krieg verschleppt worden. Seine Leiche war seitdem im Gazastreifen festgehalten worden. Erst eine forensische Untersuchung in Israel wird allerdings Gewissheit bringen, ob es sich tatsächlich um seine Leiche handelt.

Nach israelischen Medienberichten hatte die Hamas im Gegenzug für die Übergabe von Goldins Leiche freies Geleit für Dutzende Hamas-Terroristen gefordert, die sich in einem Tunnel befinden sollen, der in einem von Israel kontrollierten Gebiet des Gazastreifens liegt.

Deal oder kein Deal?

Generalstabschef Ejal Zamir hatte dem Sicherheitskabinett jedoch am Donnerstag Medienberichten zufolge gesagt, es gebe keinen Deal in der Frage. Die Terroristen müssten sich ergeben «oder wir werden sie ausschalten», sagte Zamir demnach. In einer Mitteilung des militärischen Hamas-Arms hiess es jedoch, Kapitulation sei keine Option für die Organisation. Die internationalen Vermittler müssten einen Kompromiss finden und die Fortsetzung der Gaza-Waffenruhe gewährleisten, forderte die Hamas.

Das im Oktober vereinbarte Waffenruheabkommen verlangt von der Hamas die Herausgabe der sterblichen Überreste von insgesamt 28 getöteten Geiseln an Israel. Bis zur jüngsten Übergabe befanden sich noch fünf Leichen im Gazastreifen. (dpa)

12:10 Uhr

Sonntag, 9. November

Syrien: Grossangelegte Operation gegen Terrormiliz IS

Die Übergangsregierung in Syrien hat nach eigenen Angaben eine grossangelegte Operation der Sicherheitskräfte gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) durchführen lassen. Wie der Sprecher des Innenministeriums in Damaskus laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana mitteilte, kam es zu mehr als 60 Razzien in verschiedenen Teilen des Landes. Dabei seien mehr als 70 Menschen festgenommen worden. Ein Mitglied der Terrormiliz sei getötet worden, ein Angehöriger der Sicherheitskräfte wurde demnach verletzt.

Die Mitteilung kommt nur einen Tag vor dem Treffen des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa mit US-Präsident Donald Trump in Washington. Der geplante Besuch im Weissen Haus am Montag ist der erste eines syrischen Präsidenten überhaupt. Er traf bereits am Wochenende in der US-Hauptstadt ein.

Erwartet wird, dass al-Scharaa dabei den Beitritt der syrischen Regierungstruppen in die US-geführten Allianz gegen den IS verkünden könnte. Die Mitteilung des syrischen Innenministeriums dürfte diesen Eindruck weiter verstärken. (dpa)

00:23 Uhr

Sonntag, 9. November

Israel: Überlebende Geiseln fordern Rückgabe restlicher Leichen

In emotionalen Reden haben kürzlich freigelassene Geiseln der Hamas in Tel Aviv die Rückgabe aller noch im Gazastreifen verbliebenen Leichen von Entführten gefordert. «Es ist an der Zeit, alle rauszuholen, die in Gaza zurückgelassen wurden», sagte Rom Braslavski, einer von 20 Geiseln, die am 13. Oktober im Rahmen des Waffenruheabkommens von der islamistischen Terrororganisation freigelassen worden waren. «Auch wenn es 20 bis 30 Jahre dauert, werden wir weiter für alle kämpfen.»

Auf dem «Platz der Geiseln» waren am Abend erneute Tausende Menschen zusammengekommen. Laut dem Forum der Angehörigen der Geiseln waren fünf überlebende Entführte dabei.

Das Waffenruheabkommen vom Oktober verlangt von der Hamas die Herausgabe der sterblichen Überreste von insgesamt 28 getöteten Geiseln an Israel. Noch befinden sich fünf der Leichen im Gazastreifen. Israel hat sich dazu verpflichtet, für jede von der Hamas übergebene Leiche die sterblichen Überreste von 15 getöteten Bewohnern aus dem Gazastreifen an die dortigen Behörden auszuhändigen. (dpa)

17:42 Uhr

Samstag, 8. November

Elf Verletzte bei Angriff israelischer Siedler im Westjordanland

Israelische Siedler haben im besetzten Westjordanland palästinensische Bauern und Aktivisten angegriffen. Vertreter der palästinensischen Gesundheitsbehörden teilten mit, bei dem Angriff auf den Ort Beita seien am Samstag elf Menschen verletzt worden. Bei den Verletzten handelte es sich laut palästinensischen Sanitätern um Bauern, Freiwillige und Journalisten.

Die Umstände des Angriffs waren unklar, und das israelische Militär reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Ein in palästinensischen Medien kursierendes Video zeigte einen Mann mit einer Kamera, dem Blut über Gesicht und Brust läuft. Anschliessend wurde das Innere eines Krankenhauses gezeigt, in dem ein Mann in einer Weste mit der Aufschrift «Presse» und weitere Personen mit Verbänden am Kopf auf Betten liegen.

Einer der Aktivisten, Jonathan Pollak, sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe gerade Oliven geerntet, als Dutzende maskierte israelische Siedler, bewaffnet mit Knüppeln, aufgetaucht seien. Sie hätten ihn verfolgt und mit Steinen bewarfen. Pollak sagte, er habe gesehen, wie fünf Siedler eine Journalistin und ihren Leibwächter angegriffen hätten. Pollak wurde selbst von einem Stein am Kopf getroffen und ins Krankenhaus gebracht.

«Das ist ein Muster, das wir täglich erleben», sagte er. «Das ist nur ein kleiner Teil der eisernen Faust der israelischen Politik, die darauf abzielt, die Palästinenser von ihrem Land zu vertreiben.»

Angesichts der zunehmenden Gewalt durch Siedler in dem Gebiet unterstützen Freiwillige und Aktivisten die diesjährige Olivenernte. Sie helfen den palästinensischen Bauern, sicher zu ihren Feldern und wieder zurück zu gelangen. Die Gruppen wurden in den vergangenen Wochen wiederholt angegriffen.

Ebenfalls am Samstag berichteten palästinensische Rettungskräfte von einem weiteren Angriff von Siedlern im nahe gelegenen Dorf Burin. Der Palästinensische Rote Halbmond gab an, dass Siedler vier Aktivisten und einen 57-jährigen Mann verletzt hätten. Das israelische Militär teilte mit, Soldaten hätten auf einen Bericht über Steinwürfe auf ein israelisches Fahrzeug reagiert, woraufhin israelische Zivilisten Steine auf Erntemaschinen geworfen hätten. Israelische und palästinensische Zivilisten seien verletzt worden.

Die UN teilten mit, im Oktober sei die höchste monatliche Anzahl von Angriffen israelischer Siedler auf Palästinenser und deren Eigentum im Westjordanland seit Beginn der Aufzeichnungen 2006 verzeichnet worden. Demzufolge wurden mehr als 260 Angriffe gezählt, was einem Durchschnitt von acht Vorfällen pro Tag entspricht. (AP/dpa)

16:46 Uhr

Samstag, 8. November

Mehr als 69'000 Palästinenser seit Beginn des Gazakrieges getötet

Die Zahl der Todesopfer der israelischen Offensive im Gazastreifen ist laut palästinensischen Angaben auf mehr als 69'000 gestiegen. Das von der militant-islamistischen Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium in dem Küstengebiet teilte am Samstag mit, die Gesamtzahl der Todesopfer im Gazastreifen seit dem Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 liege bei 69'169. Der Anstieg wurde darauf zurückgeführt, dass seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober mehr Leichen aus den Trümmern des verwüsteten Küstengebiets geborgen wurden und zuvor unbekannte Tote identifiziert werden konnten.

Laut dem Ministerium wurden kürzlich 284 weitere Todesopfer in die Gesamtzahl aufgenommen, nachdem ihre Identität zwischen dem 31. Oktober und dem 7. November bestätigt worden war. Zudem seien in den vergangenen drei Tagen zehn Leichen in Krankenhäuser im Gazastreifen gebracht worden. Neun davon seien aus den Trümmern geborgen worden; das zehnte Opfer sei bei einem Angriff getötet worden. Das Ministerium betonte, dass weiterhin eine grosse Anzahl Palästinenser vermisst werde. Seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober wurden den Angaben zufolge 241 Menschen im Gazastreifen getötet. (dpa)

13:00 Uhr

Samstag, 8. November

Tote und Verletzte bei israelischen Luftschlägen im Libanon

Bei erneuten israelischen Luftschlägen im Libanon sind nach libanesischen Angaben zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete, wurden zwei Brüder auf einer Landstrasse am westlichen Fuss des Bergs Hermon im Südosten des Landes getötet, als ihr Auto von einem Geschoss getroffen wurde und in Flammen aufging. Zuvor waren laut NNA bei einem Angriff auf ein Fahrzeug aus der Luft sieben Menschen in dem südlibanesischen Ort Bint Dschubail verletzt worden.

Die israelische Armee bestätigte, dass sie im besagten Gebiet einen Luftangriff durchgeführt habe. Dabei seien zwei Angehörige einer mit der schiitischen Hisbollah verbündeten Miliz getötet worden. Die beiden Männer seien am Waffenschmuggel für die Hisbollah beteiligt gewesen, hiess es in der Mitteilung des Militärs. Nach israelischer Auffassung verstiessen sie gegen das Waffenruheabkommen mit dem Libanon. Zum vorangegangenen Angriff bei Bint Dschubail äusserte sich die Armee nicht.

Die Spannungen zwischen Israel und der schiitischen Hisbolllah-Miliz nahmen zuletzt wieder deutlich zu. Die israelische Armee greift in zunehmendem Mass Gebäude und Fahrzeuge an, die sie mit der vom Iran unterstützten Miliz in Verbindung bringt. Beide Seiten hatten sich vor einem Jahr nach einem monatelangen Krieg auf eine Waffenruhe geeinigt. Israel drängt mit Unterstützung der USA auf eine Entwaffnung der Hisbollah. Die Israelis werfen der Organisation aber vor, heimlich aufzurüsten, und greifen beinahe täglich Ziele im Libanon an. (dpa)

10:24 Uhr

Samstag, 8. November

Klinikmitarbeiter: Israel übergibt Leichen von 15 Palästinensern

Israel hat laut Klinikmitarbeitern einer palästinensischen Einrichtung die Leichen von 15 Palästinensern übergeben. Die Übergabe war Teil der von den USA vermittelten Waffenruhe. Die Überreste seien am Samstag im Nasser-Krankenhaus in Chan Junis eingetroffen, sagten die Mitarbeiter, die anonym bleiben wollten. Zuvor hatten palästinensische Extremisten die Leiche einer israelischen Geisel an Israel übergeben. Im Rahmen des Abkommens soll Israel für jede israelische Geisel die sterblichen Überreste von 15 Palästinensern aushändigen. (dpa)

09:25 Uhr

Samstag, 8. November

Tote Geisel als Kibbuz-Bewohner identifiziert

Die in der Nacht zum Samstag an Israel übergebene tote Geisel ist nach Angaben der israelischen Regierung als Lior Rudaeff identifiziert worden. Der damals 61 Jahre alte Bewohner des Kibbuz Nir Izchak im Süden Israels hatte als Mitglied der Bereitschaftseinheit des Kibbuz beim Terrorangriff der islamistischen Hamas am 7. Oktober 2023 gegen die Eindringlinge gekämpft und war dabei getötet worden, wie das Forum der Geiselangehörigen mitteilte.

Seine Leiche verschleppten die Terroristen anschliessend in den Gazastreifen. Den Angaben zufolge stammte Rudaeff aus Argentinien und kam als siebenjähriges Kind nach Israel. Im Kibbuz Nir Izchak habe er sich eine Heimstatt errichtet. Dabei habe er sich 40 Jahre lang als freiwilliger Rettungsfahrer in der Region engagiert, gab das Geiselforum bekannt. Er hinterlasse eine Ehefrau, vier Kinder und drei Enkelkinder.

Mit der Rückgabe seiner Leiche verbleiben noch fünf getötete Geiseln im Gazastreifen. Im Sinne des Waffenruhe-Abkommens vom Oktober muss die Hamas alle sterblichen Überreste von ursprünglich 28 getöteten Geiseln an Israel zurückgeben. Israel hat sich wiederum dazu verpflichtet, für jede übergebene Leiche die sterblichen Überreste von 15 getöteten Bewohnern aus dem Gazastreifen an die dortigen Behörden auszuhändigen. (dpa)

00:02 Uhr

Samstag, 8. November

Türkisches Gericht erlässt Haftbefehl gegen Netanyahu

Im Zuge des Gaza-Kriegs hat ein Gericht in Istanbul Haftbefehle gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und weitere 36 Mitglieder der Regierung erlassen. Ihnen würden von der Generalstaatsanwaltschaft in Istanbul Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord vorgeworfen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Generalstaatsanwaltschaft begründete die Haftbefehle damit, infolge des «systematischen Völkermords und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit», die der Staat Israel bisher in Gaza begangen habe, hätten Tausende Menschen, darunter Frauen und Kinder, ihr Leben verloren - Tausende weitere seien verletzt und Wohngebiete unbewohnbar gemacht worden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Netanjahu immer wieder einen «Genozid» in Gaza vorgeworfen. Er unterhält zudem gute Beziehungen zur islamistischen Palästinenserorganisation Hamas. Bei dem jüngsten Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas spielte die Türkei eine Vermittlerrolle. (dpa)

21:03 Uhr

Freitag, 7. November

Hamas übergibt weitere Leiche im Gazastreifen

Die islamistische Terrororganisation Hamas hat im Gazastreifen eine weitere Leiche an Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben. Nach Angaben der Hamas soll es sich um die sterblichen Überreste einer aus Israel entführten Geisel handeln. Die IKRK-Mitarbeiter seien mit einem Sarg auf dem Weg zu Vertretern der israelischen Armee, teilte das israelische Militär mit. In einem forensischen Institut in Tel Aviv muss anschliessend die Identität geklärt werden.

Vor der Übergabe befanden sich noch sechs tote Geiseln in Gaza, darunter zwei aus Israel entführte Ausländer. Die mit der Hamas verbündete Organisation Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ) hatte am Freitag erklärt, dass sie die Leiche in Chan Junis im südlichen Gazastreifen gefunden habe. Auch die sterblichen Überreste der anderen Geiseln sollen in dem vom Krieg schwer zerstörten Küstengebiet unter Trümmern verschüttet sein. (dpa)

08:27 Uhr

Freitag, 7. November

Uno hebt Sanktionen gegen Syriens Übergangspräsidenten al-Scharra auf

Der UN-Sicherheitsrat hat die Sanktionen gegen Syriens Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa und Innenminister Anas Hasan Khattab aufgehoben. Eine entsprechende Resolution der USA wurde mit 14 Stimmen fast einstimmig angenommen, China enthielt sich. Die beiden Politiker standen bislang wegen früherer Verbindungen zur Terrormiliz Al-Kaida auf der internationalen Sanktionsliste des Rates.

Syriens islamistischer Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa an der Uno-Klimakonferenz im brasilianischen Belem (Donnerstag, 6. November). (Bild: ANDRE COELHO/EPA)

Die US-Delegation wertete das Votum als Signal für einen politischen Neuanfang in Syrien ein Jahr nach dem Sturz von Ex-Machthaber Baschar al-Assad. Mit der Massnahme wolle man dem Land bessere Chancen auf Sicherheit, Stabilität und eine inklusive politische Zukunft geben.

Vertreter aus Grossbritannien, Russland, Frankreich und Pakistan sprachen von einem wichtigen Schritt zur wirtschaftlichen Erholung Syriens und zur Unterstützung des laufenden politischen Übergangs. Syrien würdigte die Aufhebung der Sanktionen als Zeichen «wachsenden Vertrauens» in die neue Führung und als Chance, das Land wieder international zu integrieren. Aussenminister Asaad al-Shaibani dankte den USA und «befreundeten Nationen» auf der Plattform X für ihre Unterstützung.

Peking will mehr Garantien

China kritisierte dagegen, die USA hätten die Bedenken anderer Staaten nicht ausreichend berücksichtigt. Peking forderte striktere Garantien im Kampf gegen Terrorgruppen und aus Syrien stammende ausländische Kämpfer. Die Abstimmung sei trotz «grosser Differenzen» erzwungen worden, sagte Chinas UN-Botschafter.

Mit der Abstimmung ebnete der Sicherheitsrat den Weg für weitere diplomatische Annäherungen an Damaskus. Al-Scharaa wird am Montag zu einem Besuch im Weissen Haus erwartet – dem ersten eines syrischen Präsidenten in Washington seit der Unabhängigkeit des Landes 1946. (dpa)

20:12 Uhr

Donnerstag, 6. November

Israel beendet Angriffe auf Hisbollah-Ziele im Südlibanon

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge Angriffe auf Ziele der Hisbollah im Südlibanon beendet. Ziel seien unter anderem Waffenlager der Hisbollah-Eliteeinheit Radwan gewesen, teilte das israelische Militär am Abend mit. Israels warf der vom Iran unterstützten Miliz erneut eine Wiederaufrüstung und damit einen Verstoss gegen die geltende Waffenruhe-Vereinbarung vor.

«Die Waffenlager wurden inmitten von Gebieten errichtet, in denen Zivilisten wohnen», hiess es in einer Armee-Mitteilung weiter. Das israelische Militär hatte vor den Angriffen Bewohner aufgerufen, bestimmte Gebäude und deren Umgebung in fünf Orten im Süden des Landes zu verlassen.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun sprach laut der staatlichen Nachrichtenagentur NNA von einem «eklatanten Verbrechen» Israels. Er kritisierte unter anderem, dass Menschen aus ihren Häusern vertrieben worden seien.

Ein dpa-Journalist beobachtete, wie die Warnungen der israelischen Armee in den betroffenen Ortschaften Panik unter den Bewohnern auslösten. Viele fürchten eine neue Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der Schiitenmiliz. (dpa)

15:47 Uhr

Donnerstag, 6. November

Israels Armee greift Ziele im Südlibanon an

Israels Armee hat nach eigenen Angaben begonnen, militärische Ziele der Schiitenmiliz Hisbollah im Südlibanon anzugreifen. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hiess es, das israelische Militär habe in Taiba, Tir Dabba und Aita al-Dschabal angegriffen. Ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur berichtete, in dem Ort Tir Dabba sei ein Haus getroffen worden.

Die israelische Armee hatte zuvor Bewohner aufgerufen, einige Gebäude in den drei Orten zu verlassen. Gleichwohl betonte das Militär, es handle sich um keine «grossangelegte Evakuierung».

Ein dpa-Journalist vor Ort beobachtete, wie die Warnung in den betroffenen Ortschaften Panik unter den Bewohnern auslöste. Eltern eilten zur Schule, um ihre Kinder abzuholen. Strassen wurden gesperrt. «Ich halte das nicht mehr aus, in Angst zu leben», sagte eine Frau.

Libanon: Toter bei einem israelischen Angriff am Morgen

Das libanesische Gesundheitsministerium meldete zudem einen Toten und acht Verletzte bei einem israelischen Angriff, der sich bereits am Morgen in der Nähe der Hafenstadt Tyros ereignet habe. Laut Israels Armee galt der Angriff ebenfalls Infrastruktur und Mitgliedern der Hisbollah.

Die Lage zwischen Israel und der Hisbollah hatte sich zuletzt wieder zugespitzt. Israel und sein Verbündeter USA drängen auf eine vollständige Entwaffnung der Hisbollah. Seit Ende November vergangenen Jahres gilt eine Waffenruhe. Israel wirft der Hisbollah aber eine Wiederaufrüstung vor und greift deshalb nahezu täglich weiter an.

Beobachter halten erneute grössere Angriffe im Libanon für möglich. Auch der US-Gesandte Tom Barrack und die israelische Regierung hatten zuletzt vor weiteren Schritten gewarnt, sollte die Hisbollah ihre Waffen nicht niederlegen. (dpa)

10:28 Uhr

Donnerstag, 6. November

Leiche von Hamas-Geisel ist Student aus Tansania

Bei der jüngst von der islamistischen Hamas übergebenen Leiche handelt es sich nach offiziellen israelischen Angaben um einen Studenten aus Tansania. Das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu bestätigte die Identität des jungen Mannes, der während des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023 in den Gazastreifen verschleppten worden war.

Das Forum der Geisel-Angehörigen teilte mit, der Agrarstudent sei erst knapp drei Wochen vor dem Überfall nach Israel gekommen, um praktische Erfahrungen in der Landwirtschaft zu sammeln.

Die Islamisten hatten am Mittwochabend die sterblichen Überreste an Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben. Die Leiche wurde dann zur forensischen Untersuchung nach Israel gebracht. (dpa)

20:40 Uhr

Mittwoch, 5. November

Israelisches Militär: Hamas übergibt mutmassliche Überreste von Geisel

Die militant-islamistische Hamas hat nach Angaben des israelischen Militärs die mutmasslichen Überreste einer Geisel an das Rote Kreuz im Gazastreifen übergeben. Die Überreste würden nach Israel zurückgebracht, hiess es am Mittwoch.

Die Entwicklung könnte Fortschritte bei der Umsetzung des von den USA vermittelten Waffenruheabkommens im Gaza-Krieg bedeuten, das am 10. Oktober in Kraft trat. Vor der Bekanntgabe vom Mittwoch hatte die Hamas gemäss den Bedingungen der Waffenruhe die Überreste von 21 Leichen an Israel übergeben. Sollte sich die am Mittwoch übergebene Leiche als die einer Geisel erweisen, würde das bedeuten, dass sich noch sechs weitere Leichen von Geiseln im Gazastreifen befinden. (dpa)

16:25 Uhr

Mittwoch, 5. November

WHO startet Impfaktion für 44'000 Kinder im Gazastreifen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will am Sonntag eine umfangreiche Impfkampagne im Gazastreifen starten. 44’000 Kinder, die in den zwei Jahren des israelischen Krieges gegen die Terrororganisation Hamas nicht erreicht werden konnten, sollen innerhalb von zehn Tagen unter anderem gegen Masern, Mumps, Röteln und Polio geimpft werden. Die nächsten Dosen sollen im Dezember und Januar verabreicht werden.

Nach dem Auftauchen des Polio-Virus im Gazastreifen hatte die WHO in Feuerpausen im Sommer 2024 und im Februar 2025 bereits Polio-Impfkampagnen durchgeführt. Es gab zwar mobile Impfteams, manche Kinder konnten aber nicht erreicht werden.

Die WHO schätzt, dass 20 Prozent der Kinder unter fünf Jahren wegen des Konflikts nie oder nur unzureichend geimpft wurden. Gleichzeitig mit der Impfkampagne wird das UN-Kinderhilfswerk Unicef Mangelernährung prüfen, um den jungen Menschen möglichst schnell und gezielt helfen zu können. Nach Angaben der WHO lag die allgemeine Impfrate im Gazastreifen vor dem Krieg bei 98 Prozent. Heute seien es nach Schätzungen weniger als 70 Prozent. (dpa)

15:58 Uhr

Mittwoch, 5. November

Wieder Zwischenfälle im Gazastreifen

Israels Armee hat trotz der geltenden Waffenruhe eigenen Angaben zufolge zwei Palästinenser innerhalb eines vom Militär kontrollierten Gebiets im Norden des Gazastreifens angegriffen. In beiden Fällen hätten die Betroffenen sich Soldaten «in einer Weise, die eine Bedrohung für sie darstellte» genähert, hiess es. «Soldaten schalteten die Terroristen aus, um die Bedrohung zu beseitigen.»

Laut Armee übertraten beide jeweils die sogenannte «gelbe Linie», hinter die sich das israelische Militär im Zuge der vereinbarten Waffenruhe zurückgezogen hatte. Aus dem Gazastreifen gab es zunächst keine Angaben zu beiden Zwischenfällen.

Seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober sind laut der von der islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde bei israelischen Angriffen im Gazastreifen mehr als 240 Menschen getötet worden. Die Angaben beider Seiten lassen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. (dpa)

15:20 Uhr

Mittwoch, 5. November

Organisation: Israel blockiert weiterhin Notgüter für Gaza

Eine führende Hilfsorganisation wirft Israel vor, die Einfuhr lebensrettender Materialien in den Gazastreifen auch mehr als drei Wochen nach Beginn der dortigen Waffenruhe zu behindern. Hunderttausenden vertriebenen palästinensischen Familien drohten dadurch Wintermonate ohne ausreichenden Schutz, teilte der Norwegische Flüchtlingsrat (NRC) mit. Israel weist den Vorwurf zurück.

NRC-Regionaldirektorin Angelita Caredda erklärte, die Zeit werde knapp, um die Familien im Gazastreifen mit Notunterkünften vor Regen und Kälte im Winter zu schützen. Noch immer erreiche lediglich ein Bruchteil der benötigten Menge an Hilfsgütern für Notunterbringungen den Gazastreifen, und jeder Tag der Verzögerung gefährde Menschenleben.

Die zuständige israelische Behörde Cogat sagte auf Anfrage, Israel beschränke den Umfang von Hilfen der Vereinten Nationen nicht und bekenne sich zu seiner Verpflichtung, im Rahmen des Gaza-Abkommens die Einfuhr humanitärer Hilfe zu ermöglichen.

Der NRC erklärte dagegen, seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 10. Oktober hätten die israelischen Behörden 23 Anträge von neun Hilfsorganisationen abgelehnt, die dringend benötigte Unterbringungsgüter wie Zelte, Bettwäsche, Küchenutensilien und Decken nach Gaza bringen wollten. Dabei handle es sich um fast 4000 Paletten an Hilfsgütern mit einem Gesamtgewicht von rund 1700 Tonnen. In den meisten Fällen seien die Anträge mit der Begründung abgelehnt worden, dass die jeweiligen Organisationen nicht befugt gewesen seien, humanitäre Hilfe in den Küstenstreifen zu liefern.

Im Rahmen eines sogenannten Shelter Clusters koordiniert der NRC die Arbeit verschiedener Hilfsorganisationen bei der Versorgung der Menschen in den palästinensischen Gebieten mit Materialien für Unterkünfte. Fast 1,5 Millionen Palästinenser benötigen nach Angaben der Organisation im Gazastreifen derzeit dringend Unterstützung bei der Notunterbringung. (dpa)

14:10 Uhr

Mittwoch, 5. November

Israel überstellt Leichen von weiteren 15 Palästinensern nach Gaza

Israel hat nach Angaben von Krankenhausmitarbeitern im Gazastreifen weitere 15 Leichen von Palästinensern übergeben. Damit liege die Gesamtzahl bei 285, teilte das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis am Mittwoch mit. Einen Tag zuvor hatte die militant-islamistische Hamas die Leiche eines israelischen Soldaten übergeben, der bei dem Terrorangriff am 7. Oktober 2023 getötet und dessen Leiche in den Gazastreifen gebracht worden war.

Israel und die Hamas hatten im Rahmen des am 10. Oktober in Kraft getretenen Waffenruheabkommen die 20 noch lebenden israelischen Geiseln gegen fast 2000 palästinensische Häftlinge ausgetauscht. Ausserdem wurde vereinbart, die Leichen von 28 aus Israel verschleppten Menschen, die am Tag des Terrorangriffs, der den Krieg auslöste, bereits tot oder noch lebend in den Gazastreifen gebracht worden waren, gegen mehr als 400 Leichen von Palästinensern auszutauschen. (dpa)

20:02 Uhr

Dienstag, 4. November

Französisches Paar nach jahrelanger Haft im Iran frei

Nach mehr als drei Jahren Haft im Iran ist ein Paar aus Frankreich laut Staatspräsident Emmanuel Macron freigelassen worden. Cécile Kohler und ihr Partner Jacques Paris seien auf dem Weg zur französischen Botschaft in Teheran, schrieb Macron am Dienstagabend auf der Online-Plattform X. Er habe ihre Freilassung mit «riesiger Erleichterung» aufgenommen und begrüsse diesen «ersten Schritt». Es liefen weitere Gespräche, um ihre schnellstmögliche Rückkehr nach Frankreich zu ermöglichen.

Portraits der beiden inhaftierten Franzosen in Paris. (Bild: Aurelien Morissard/AP)

Die heute 41 Jahre alte Kohler und der 72-jährige Paris waren im Mai 2022 bei einem Besuch im Iran festgenommen worden. Noch im Oktober hatten iranische Medien berichtet, ein Gericht habe gegen das Paar wegen Spionagevorwürfen eine jahrzehntelange Haftstrafe verhängt. In der Meldung war zudem von einem vorläufigen Urteil die Rede, das wegen «Zuarbeit für französische Geheimdienste» und «Kooperation mit Israel» ergangen sei. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars identifizierte die beiden später als Cécile Kohler und Jacques Paris. Letzterer hatte ihre Inhaftierung als ungerechtfertigt kritisiert und von haltlosen Vorwürfen gesprochen. (dpa)

19:47 Uhr

Dienstag, 4. November

Hamas übergibt weitere Leiche im Gazastreifen

Die Terrororganisation Hamas hat erneut sterbliche Überreste, die von einer Geisel stammen sollen, an Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ausgehändigt. Die israelische Armee teilte unter Berufung auf das IKRK mit, im Gazastreifen sei ein Sarg mit einer Leiche übergeben worden.

Die sterblichen Überreste sollen nun zur Armee gebracht und anschliessend in Israel in einem forensischen Institut identifiziert werden. Es war zunächst unklar, um welchen Entführten es sich handeln soll. Die Islamisten hatten bereits mehrmals sterbliche Überreste übergeben, bei denen es sich nicht um noch vermisste Geiseln handelte.

Vor der Übergabe am Abend befanden sich noch acht tote Geiseln im Gazastreifen, darunter ein Deutsch-Israeli sowie zwei aus Israel entführte Ausländer. Die Hamas hatte im Rahmen des von den USA vorangetriebenen Friedensplans am 13. Oktober auch alle noch lebenden Geiseln im Austausch für Hunderte palästinensische Häftlinge freigelassen. (dpa)

13:32 Uhr

Dienstag, 4. November

Neue Gewalt im Gazastreifen trotz Waffenruhe

Ungeachtet der Waffenruhe ist es im Gazastreifen erneut zu tödlicher Gewalt gekommen. Die israelische Armee teilte mit, ein Terrorist habe im Norden des Küstenstreifens die sogenannte «gelbe Linie» überschritten und sich israelischen Soldaten genähert. Er habe dabei eine «unmittelbare Bedrohung» der Truppen dargestellt und diese hätten ihn «ausgeschaltet». Die «gelbe Linie» markiert die Rückzugslinie der Armee innerhalb des Gazastreifens im Rahmen der Waffenruhe-Vereinbarung.

Bei einem weiteren Zwischenfall im Süden des Küstengebiets hätten israelische Soldaten «einen präzisen Angriff auf mehrere terroristische Infrastruktureinrichtungen durchgeführt, die eine Bedrohung für die Truppen in einem unter israelischer Kontrolle stehenden Gebiet in Chan Junis darstellten», teilte die Armee zudem mit. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, im Osten der Stadt Gaza habe eine israelische Drohne eine Gruppe von Palästinensern beschossen. Einer von ihnen sei getötet und ein weiterer verletzt worden. Dies stelle einen Verstoss gegen die Waffenruhe-Vereinbarung dar. (dpa)

10:18 Uhr

Dienstag, 4. November

Israel übergibt Leichen von 45 Palästinensern

Israel hat die Leichen von 45 Palästinensern in den Gazastreifen übermittelt. Eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) bestätigte, man habe bei der Übergabe an Mitarbeiter der von der Hamas kontrollierten Behörden geholfen. Der Schritt sei am Montag erfolgt, einen Tag nach der Übergabe der sterblichen Überreste von drei israelischen Geiseln. Auf die Übergabe von Leichen hatten sich Israel und die islamistische Hamas im Rahmen der Waffenruhevereinbarung im Oktober verständigt. Für jede israelische Geisel, deren sterbliche Überreste freigegeben werden, muss Israel laut der Vereinbarung die sterblichen Überreste 15 verstorbener Bewohner Gazas übergeben.

Die genauen Todesumstände der Palästinenser sind nicht bekannt. Es wird vermutet, dass Israel ihre Leichen in einem Militärlager aufbewahrte. Die islamistische Hamas hatte im Rahmen der Gaza-Waffenruhe bereits am 13. Oktober alle noch lebenden Geiseln im Austausch für Hunderte palästinensische Häftlinge freigelassen. Die Übergabe der getöteten Geiseln verläuft anders als vereinbart schleppend. Damit befinden sich nach israelischen Angaben noch die Leichen von acht Geiseln im Gazastreifen. Sieben von ihnen waren beim Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 verschleppt worden. (dpa)

16:22 Uhr

Montag, 3. November

Neue Zwischenfälle im Gazastreifen

Israels Armee hat trotz der Waffenruhe palästinensischen Angaben zufolge bei einem Angriff im Süden des Gazastreifens zwei Menschen getötet. Die Armee teilte mit, Palästinenser hätten sich israelischen Soldaten genähert und eine Bedrohung für diese dargestellt. Das Militär habe deshalb die Betroffenen aus der Luft und von Boden aus angegriffen. Israels Armee sprach von «Terroristen». Diese hätten bei dem Vorfall die «gelbe Linie» überschritten, hinter die sich die israelische Armee als Teil der vereinbarten Waffenruhe zurückgezogen hat.

Aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen hiess es, das israelische Militär habe auf die Menschen in der Stadt Rafah gefeuert. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa soll es bei weiteren Zwischenfällen im südlichen sowie im zentralen Abschnitt des Gazastreifens Verletzte gegeben haben.

Seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober sind laut der von der islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde bei israelischen Angriffen 236 Menschen getötet worden.

Die Angaben beider Seiten liessen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. (dpa)

12:12 Uhr

Montag, 3. November

Israel übergibt weitere 45 tote Palästinenser

Israel hat nach Angaben aus dem Gazastreifen die Leichen von 45 Palästinensern übergeben. Die Toten seien in das Nasser-Krankenhaus gebracht worden, sagte der Sprecher des von der militant-islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, Saher al-Wahidi, der Nachrichtenagentur AP am Montag. Tags zuvor hatte die Hamas die sterblichen Überreste von drei Israelis übergeben, die beim Terrorüberfall vom 7. Oktober 2023 verschleppt worden waren.

Israel und die Hamas hatten im Rahmen des am 10. Oktober in Kraft getretenen Waffenruheabkommen die 20 noch lebenden israelischen Geiseln gegen fast 2.000 palästinensische Häftlinge ausgetauscht. Ausserdem war vereinbart, 28 getötete Israelis gegen mehr als 400 Leichen von Palästinensern auszutauschen.

Die Hamas hat seit Mitte Oktober nur eine oder zwei Leichen alle paar Tage übergeben. Israel fordert ein schnelleres Verfahren und hat festgestellt, dass es sich bei den Toten in einigen Fällen gar nicht um Geiseln handelt. (dpa)

07:43 Uhr

Montag, 3. November

Von Hamas übergebene Geisel-Leichen identifiziert

Drei von der islamistischen Hamas an Israel übergebene Leichen sind als die sterblichen Überreste von in den Gazastreifen verschleppten Soldaten identifiziert worden. Es handele es sich um Asaf Hamami, Omer Neutra und Oz Daniel, gab die israelische Armee am Morgen auf der Plattform X bekannt. Die drei Soldaten waren beim Massaker der Hamas und anderer Extremisten am 7. Oktober 2023 in Israel im Kampf gegen die Terroristen getötet worden. Ihre Leichen wurden anschliessend verschleppt. Mit der Übergabe ihrer Leichen befinden sich jetzt noch acht tote Geiseln in Gaza.

Die Hamas hatte die Überreste der drei Verschleppten am Vorabend Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben, woraufhin sie zur Identifizierung nach Israel gebracht wurden. Die Islamisten hatten gemäss der Waffenruhe-Vereinbarung am 13. Oktober alle noch lebenden Geiseln im Austausch für Hunderte palästinensische Häftlinge freigelassen.

Anders als im Rahmen des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump vereinbart, übergibt die Terrororganisation die Leichen jedoch nur schleppend. Sie begründet das damit, dass es für sie schwierig sei, die Toten zu finden, weil sie unter den Trümmern bombardierter Gebäude und Tunnel verschüttet seien. Israel bezeichnet dies als eine Lüge der Hamas. (dpa)

01:16 Uhr

Montag, 3. November

Berichte: Israels Ex-Militäranwältin festgenommen

Israels bisherige oberste Militäranwältin, Jifat Tomer-Jeruschalmi, ist im Zusammenhang mit der Affäre um ein geleaktes Video aus dem berüchtigten Militärlager Sde Teiman Medienberichten zufolge von der Polizei festgenommen worden. Das Video soll die Misshandlung eines palästinensischen Gefangenen zeigen. Tomer-Jeruschalmi werde Behinderung des Ermittlungsverfahrens vorgeworfen, meldeten israelische Medien. Sie hatte am Freitag ein Rücktrittschreiben eingereicht, in dem sie Berichten zufolge die Verantwortung für das Weiterleiten des Videos übernommen haben soll.

Demnach soll sie der Veröffentlichung des Clips zugestimmt haben, weil sie «der falschen Propaganda gegen die Militärjustizbehörde entgegentreten» wollte. Wie israelische Medien in der Nacht weiter berichteten, sei auch der ehemalige Chefankläger des Militärs von der Polizei in Gewahrsam genommen. Auch er stehe im Verdacht der Strafvereitelung.

Die Polizei hatte Ermittlungen eingeleitet, um zu klären, ob Mitarbeiter der Militärstaatsanwaltschaft an der Veröffentlichung des Videos beteiligt waren. Die Aufnahmen einer Überwachungskamera sollen die schwere Misshandlung eines Terroristen der islamistischen Hamas durch Soldaten zeigen. Dies ist aber nicht eindeutig sichtbar, weil die Soldaten mit Schutzschilden eine Art Mauer bilden. Medien zufolge musste der Mann im Krankenhaus behandelt werden.

Fünf Reservisten sind deshalb angeklagt worden. Vorwürfe, der Gefangene sei auch sexuell missbraucht worden, wiesen die Anwälte scharf zurück. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht in der Veröffentlichung des Videos den «möglicherweise schlimmsten Anschlag» auf Israels Image seit der Staatsgründung. Er kündigte eine unabhängige Untersuchung an. (dpa)

20:17 Uhr

Sonntag, 2. November

Israel: Rotes Kreuz hat Überreste von drei Geiseln erhalten

Das Rote Kreuz hat nach Angaben Israels die Überreste von drei Geiseln im Gazastreifen erhalten. Die militant-islamistische Hamas teilte mit, dass die Überreste am Sonntag in einem Tunnel im Süden des Gebiets gefunden worden seien.

Die Übergabe der Leichen von Geiseln ist Teil des seit dem 10. Oktober geltenden Waffenruheabkommens zwischen Israel und der Hamas. Die Extremisten haben nur eine oder zwei Leichen alle paar Tage überreicht. Israel fordert eine schnellere Übergabe. In manchen Fällen gehörten nach israelischen Angaben erhaltene Überreste nicht zu Geiseln. Israel hat im Gegenzug für die Übergabe einer israelischen Geisel jeweils 15 Leichen von Palästinensern übergeben. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen sind bislang nur 75 von 225 zurückgegebenen palästinensischen Leichen identifiziert worden. (dpa)

19:27 Uhr

Sonntag, 2. November

Aussenminister aus Nahost beraten in Istanbul über Gaza

Die Aussenminister mehrerer Länder in Nahost kommen nach türkischen Angaben am Montag zu Gesprächen über weitere mögliche Schritte bei der Umsetzung des Gaza-Friedensplans in Istanbul zusammen. An dem Treffen werden Ankara zufolge die Aussenminister der acht Nationen teilnehmen, die sich im September in New York mit US-Präsident Donald Trump getroffen hatten. Neben der Türkei waren das Katar, Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Pakistan und Indonesien.

Bei dem Treffen soll es zum einen um die Waffenruhe gehen, auf die sich Israel und die islamistische Hamas geeinigt haben, die aber brüchig ist. Auch soll es um die zweite Phase des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump gehen. Diese sieht neben der Entwaffnung der Hamas auch deren Ausschluss von einer politischen Teilhabe im Gazastreifen vor - beides grosse Konfliktthemen. Ausserdem soll eine Truppe aus internationalen Soldaten zur Stabilisierung des Gazastreifens gebildet werden.

Türkischer Aussenminister führt Vorgespräche mit Hamas

Die Türkei verfügt über gute Kontakte zur Hamas und hatte bei der Vermittlung der Waffenruhe eine wichtige Rolle gespielt, die am 10. Oktober in Kraft getreten war. Am Samstag hatte der türkische Aussenminister Hakan Fidan angesichts des bevorstehenden Ministertreffens mit Mitgliedern des Politbüros der Hamas in Istanbul über die Waffenruhe gesprochen. Die Türkei unterstützt, wie auch Deutschland, auf lange Sicht eine Zwei-Staaten-Lösung. Damit ist gemeint, dass Israel und ein unabhängiger Palästinenserstaat friedlich Seite an Seite existieren. (dpa)

11:14 Uhr

Samstag, 1. November

Israel: Von Hamas übergebene Leichen keine Geiseln

Bei sterblichen Überresten von drei Menschen, die von der islamistischen Hamas übergeben wurden, handelt es sich nicht um vermisste Geiseln. Das hätten Untersuchungen des rechtsmedizinischen Instituts ergeben, teilte die israelische Armee mit.

Die sterblichen Überreste waren Berichten zufolge am Freitagabend von der Hamas Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) im Gazastreifen übergeben worden, das sie an die Armee weiterleitete.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art und frühere Übergaben falscher Geiselleichen hatten in Israel für Empörung gesorgt. Es gab zunächst keine Mitteilung der israelischen Regierung über mögliche Konsequenzen.

Noch elf tote Geiseln im Gazastreifen

Am Donnerstag hatte die Hamas zuletzt zwei Leichen übergeben, bei denen es sich tatsächlich um die beiden Israelis Amiram Cooper und Sahar Baruch handelte. Derzeit werden noch elf tote Geiseln im Gazastreifen vermisst.

Anders als im Rahmen des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump vereinbart, übergibt die Terrororganisation die Leichen nur schleppend. Sie begründet das damit, dass es für sie schwierig sei, die Toten zu finden, weil sie unter den Trümmern bombardierter Gebäude und Tunnel verschüttet seien. Israel bezeichnet dies als Lügen der Hamas.

Auslöser des Gaza-Kriegs war das Massaker der Hamas und anderer Terroristen in Israel, bei dem am 7. Oktober 2023 etwa 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 Menschen aus Israel in den Küstenstreifen verschleppt wurden. Bei massiven israelischen Angriffen im Gazastreifen wurden danach nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 68.500 Menschen getötet.

Im Rahmen des von US-Präsident Trump vorgelegten Friedensplans trat am 10. Oktober eine seither brüchige Waffenruhe in Kraft. Am 13. Oktober liess die Islamistenorganisation dann alle noch lebenden Geiseln im Austausch für Hunderte palästinensische Häftlinge frei. (dpa)

10:57 Uhr

Freitag, 31. Oktober

Gaza-Krankenhäuser: Israel übergibt Leichen von 30 Palästinensern

Israel hat nach Angaben aus Krankenhäusern im Gazastreifen die Leichen von 30 Palästinensern übergeben. Die Übergabe der Toten sei am Freitag erfolgt, verlautete aus Klinikkreisen. Am Vortag hatten palästinensische Extremisten nach Angaben des israelischen Militärs die sterblichen Überreste von zwei Geiseln im Gazastreifen an das Rote Kreuz übergeben. Daraufhin wurden die Leichenteile nach Israel gebracht und zur Identifizierung einem forensischen Institut übergeben.

Am Donnerstagabend teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mit, die Toten seien von dem Institut als Amiram Cooper und Sahar Baruch identifiziert worden. Die beiden Männer waren bei dem Terrorüberfall der Hamas und anderer Extremistengruppen auf Israel am 7. Oktober 2023 in den Gazastreifen verschleppt worden. Seit Beginn einer Waffenruhe hat die Hamas die sterblichen Überreste von 17 Geiseln an Israel übergeben. Elf weitere Leichen sollen sich noch im Gazastreifen befinden und im Rahmen der Vereinbarung ebenfalls übergeben werden. (dpa)

15:16 Uhr

Donnerstag, 30. Oktober

Erdogan und Merz geraten über Gaza-Krieg aneinander

Während Bundeskanzler Friedrich Merz sich klar an die Seite Israels stellte, warf der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan dem Land bei einer gemeinsamen Pressekonferenz erneut «Völkermord» vor. Israel habe trotz des Waffenstillstands wieder Ziele in Gaza angegriffen, sagte Erdogan in Ankara. «Sie greifen Gaza nicht nur an, sondern waren stets darauf bedacht, Gaza mit Hunger und Genozid gefügig zu machen und das dauert immer noch an.»

Erdogan reagierte damit auf die Äusserung von Bundeskanzler Merz, der von einem türkischen Journalisten auf den Gaza-Krieg angesprochen sagte: Israel sei ein Zufluchtsort für Millionen Jüdinnen und Juden geworden viele, die den Holocaust überlebt hätten. «Deswegen wird es immer so sein, dass Deutschland fest an der Seite des Staates Israel steht», so Merz. «Israel hat von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch gemacht und es hätte nur einer einzigen Entscheidung bedurft, um auch die zahllosen unnötigen Opfer zu vermeiden. Die Hamas hätte die Geiseln früher freilassen sollen und die Waffen niederlegen müssen. Dann wäre dieser Krieg sofort zu Ende gewesen», sagte der Bundeskanzler.

Erdogan sagte daraufhin, er könne Merz leider nicht zustimmen. Die Hamas habe keine Nuklearwaffen und keine Bomben, aber Israel verfüge über all diese Waffen und habe Gaza trotz des Waffenstillstands wieder bombardiert. Die Türkei verfügt über gute Kontakte zur islamistischen Terrororganisation Hamas. Bei der Vermittlung der Waffenruhe im Gazastreifen vor gut zwei Wochen hatte Ankara eine wichtige Rolle gespielt. Merz sagte: «Wir wünschen uns, dass die Türkei weiter auch ihre Möglichkeiten ausschöpft, etwa indem sie die Hamas dazu veranlasst, nun auch in die zweite Phase dieses Abkommens einzutreten.» (dpa)

13:16 Uhr

Donnerstag, 30. Oktober

Kundgebung ultraorthodoxer Juden gegen Wehrpflicht in Israel

Tausende streng religiöse Juden haben sich in Jerusalem zu einer Demonstration gegen die Rekrutierung ultraorthodoxer junger Männer als Soldaten versammelt. Vor der Grosskundgebung war es in öffentlichen Verkehrsmitteln wegen der vielen anreisenden Demonstranten zu grossem Gedränge gekommen. Die Schnellstrasse zwischen Tel Aviv und Jerusalem wurde vorübergehend geschlossen.

Ultraorthodoxe Juden versammeln sich am Donnerstag, 30. Oktober 2025, in Jerusalem zu einer Großdemonstration gegen Pläne, sie zum Dienst in der israelischen Armee zu zwingen. (Bild: Mahmoud Illean)

Der Streit um einen Vorstoss, mehr ultraorthodoxe Männer zum allgemein geltenden Dienst an der Waffe zu verpflichten, gerät in Israel immer mehr zur politischen und gesellschaftlichen Zerreissprobe. Er gilt auch als Gefahr für den Fortbestand der rechtsreligiösen Koalition des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Streng religiöse Männer waren in Israel jahrzehntelang von der Wehrpflicht befreit. Diese Ausnahmeregelung lief jedoch im vergangenen Jahr aus. Der israelischen Regierung gelang es nicht, ein neues Gesetz zu verabschieden, um diesen Sonderstatus für die Ultraorthodoxen zu zementieren. Der Oberste Gerichtshof erliess schliesslich im Sommer 2024 ein Urteil, wonach ultraorthodoxe Männer zum Wehrdienst einzuziehen sind.

Viele ultraorthodoxe Juden empfinden den Militärdienst als Bedrohung ihres frommen Lebensstils, unter anderem weil Frauen und Männer gemeinsam dienen. (dpa)

09:45 Uhr

Donnerstag, 30. Oktober

Libanon: Israelischer Beschuss tötet Arbeiter in Stadtgebäude

Bei einem israelischen Angriff im südlibanesischen Ort Blida ist Staatsmedien zufolge in der Nacht ein libanesischer Arbeiter getötet worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur NNA drangen israelische Soldaten gegen 1.30 Uhr (Ortszeit) in das Gebäude der Stadtverwaltung ein. Ein Angestellter sei dabei getötet worden.

Die israelische Einheit habe sich gegen 4.00 Uhr wieder zurückgezogen. Anschliessend habe die libanesische Armee das Gebäude betreten und den Leichnam in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Libanesischen Medienberichten zufolge hatte der Getötete in dem Gebäude übernachtet.

Ein israelischer Armeesprecher teilte auf Anfrage mit, israelische Soldaten seien in der Nacht in Blida im Einsatz gewesen, um Terror-Infrastruktur der libanesischen Hisbollah-Miliz zu zerstören. Dabei hätten sie in einem Gebäude einen Verdächtigen ausgemacht. Wegen einer «unmittelbaren Bedrohung» hätten die Soldaten geschossen. Der Vorfall werde untersucht.

Das Gebäude sei zuletzt von der Hisbollah für Terroraktivitäten «unter dem Deckmantel ziviler Infrastruktur missbraucht» worden. Die Vorwürfe liessen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Hisbollah äusserte sich zunächst nicht.

Eigentlich gilt zwischen Israel und der Hisbollah seit bald einem Jahr eine Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich jedoch gegenseitig Verstösse vor.

Israel greift daher nahezu täglich weiter im Libanon an. Es beschuldigt die Hisbollah, sich entgegen der Vereinbarung im Südlibanon neu zu organisieren. Nach UN-Angaben sind seit Inkrafttreten der Waffenruhe mehr als 100 Zivilistinnen und Zivilisten im Libanon getötet worden. (dpa)

17:08 Uhr

Mittwoch, 29. Oktober

Israel greift Ziel im Norden des Gazastreifens an

Ungeachtet der erneuerten Waffenruhe hat die israelische Armee ein Ziel im nördlichen Gazastreifen angegriffen. Das Militär teilte mit, in Beit Lahia sei «terroristische Infrastruktur» beschossen worden. Dort seien Waffen gelagert worden, die für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff auf israelische Soldaten benutzt werden sollten. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen.

Nach massiven israelischen Luftangriffen nach einem tödlichen Angriff auf Soldaten im Gazastreifen sollte seit dem Vormittag wieder die im Rahmen des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump vereinbarte Waffenruhe gelten. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden bei den Angriffen mehr als 100 Palästinenser getötet.

Die israelische Armee veröffentlichte eine Namensliste von 26 mutmasslichen Terroristen, darunter ranghohe Hamas-Kommandeure, denen die Angriffe gegolten hätten. Das Medienbüro der Hamas nannte die Liste jedoch in einer Mitteilung «irreführend». Sie enthalte unter anderem gefälschte Identitäten und Namen von Palästinensern, die an anderen Orten und zu anderer Zeit getötet worden seien. Binnen zwölf Stunden seien bei den Angriffen 109 Palästinenser getötet worden, darunter 52 Minderjährige und 23 Frauen, teilte das Büro weiter mit. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

14:19 Uhr

Mittwoch, 29. Oktober

Trotz tödlicher Angriffe: Gaza-Waffenruhe soll weiter gelten

Nach intensiven Luftschlägen auf Ziele im Gazastreifen schweigen dort die Waffen israelischen Angaben zufolge nun wieder. Bei den Bombardements des israelischen Militärs nach einem tödlichen Angriff auf Soldaten im Süden des Gebiets soll es mehr als 100 Opfer gegeben haben. Israels Armee teilte mit, sie halte auf Anweisung der politischen Führung die Waffenruhe seit dem Morgen wieder ein.

Die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde meldete 104 Tote und mehr als 200 Verletzte seit Beginn der Angriffe Israels am Dienstag. Darunter seien 46 Minderjährige. Damit waren es die tödlichsten Zwischenfälle seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober. Die Angaben können allerdings nicht unabhängig verifiziert werden.

Israels Armee teilte mit, sie habe nach Verstössen gegen die Waffenruhe-Vereinbarung Dutzende Ziele und Mitglieder terroristischer Organisationen angegriffen. Ziel seien dabei «mehr als 30 Terroristen» in Führungspositionen gewesen. Auch diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

12:18 Uhr

Mittwoch, 29. Oktober

Israel verbietet Rot-Kreuz-Vertretern Besuche bei Häftlingen

Israels Regierung will Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) den Besuch von Tausenden inhaftierten Palästinensern verbieten. Verteidigungsminister Israel Katz habe eine entsprechende Anordnung unterzeichnet, teilte dessen Büro mit. Demnach stellten die Besuche laut einem Gutachten eine «ernsthafte Gefahr» für die Sicherheit des Landes dar. Konkrete Gründe dafür wurden zunächst nicht genannt.

Betroffen sind den Angaben nach etwa inhaftierte Mitglieder einer Hamas-Eliteeinheit, die eine führende Rolle beim Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel hatte. (dpa)

10:10 Uhr

Mittwoch, 29. Oktober

81 Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen

Bei schweren israelischen Angriffen im Gazastreifen sind in der Nacht zum Mittwoch nach Angaben örtlicher Krankenhäuser mindestens 81 Menschen getötet worden. Mohammed Abu Selmija, der Direktor des Schifa-Krankenhauses in der Stadt Gaza, teilte mit, seine Klinik habe 21 weitere Leichen aufgenommen, darunter sieben Frauen und sechs Kinder.

Er rechne damit, dass die Zahl der Opfer weiter steigen werde, sagte Selmija. Viele der 45 Verletzten, die die Schifa-Klinik erreicht hätten, seien in kritischem Zustand, darunter 20 Kinder. Zunächst hatten Krankenhäuser des Küstengebiets von insgesamt 60 Todesopfern gesprochen.

Das Al-Aksa-Krankenhaus in Deir al-Balah nahm nach eigenen Angaben nach zwei israelischen Angriffen zehn Leichen auf, darunter drei Frauen und sechs Kinder.

Das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis im südlichen Gazastreifen meldete die Aufnahme von 20 Leichen nach fünf israelischen Angriffen in dem Gebiet. 13 der Todesopfer seien Kinder, zwei seien Frauen, hiess es. Das Al-Auda-Krankenhaus im Zentrum des Gazastreifens bestätigte die Aufnahme von 30 Leichen, darunter 14 Kinder. (dpa)

09:41 Uhr

Mittwoch, 29. Oktober

Israels Armee will Waffenruhe wieder einhalten

Die israelische Armee will nach eigenen Angaben die Waffenruhe im Gazastreifen wieder einhalten. Zuvor hatte sie nach einem tödlichen Angriff auf Soldaten eigenen Angaben zufolge Dutzende Ziele im Gazastreifen bombardiert.

Israels Armee habe nun auf Anweisung der politischen Führung mit «der erneuten Durchsetzung der Waffenruhe begonnen», teilte sie am Morgen mit. Zuvor habe das Militär nach Verstössen gegen die Vereinbarung durch die islamistische Hamas «mehr als 30 Terroristen, die Führungspositionen innerhalb der im Gazastreifen operierenden Terrororganisationen innehatten, angegriffen». Die Armee kündigte zudem an, weiterhin «auf jeden Verstoss entschieden reagieren» zu wollen. (dpa)

06:42 Uhr

Mittwoch, 29. Oktober

Trump: «Nichts gefährdet die Waffenruhe in Gaza»

Nach Auffassung von US-Präsident Donald Trump wird «nichts» die Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gazastreifen gefährden. Das sagte der Republikaner auf seinem Weg von Japan nach Südkorea an Bord des Regierungsflugzeugs Air Force One vor Journalisten.

Seine Äusserung erfolgte einen Tag nach einer erneuten Eskalation der Gewalt in dem Küstenstreifen. Israel beschuldigte die islamistische Hamas, im Süden Gazas israelische Soldaten angegriffen zu haben. Dabei wurde ein Soldat getötet, wie das Militär am Morgen bestätigte. Die israelische Luftwaffe griff daraufhin mehrere Ziele im Gazastreifen an.

Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes wurden dabei mehrere Menschen getötet. Die Hamas erklärte, sie sei nicht für den Angriff auf Israels Soldaten verantwortlich. Unabhängig überprüfen liess sich das nicht.

Trump zeigte Verständnis für Israel. «Die Israelis haben also zurückgeschlagen, und sie sollten zurückschlagen, wenn so etwas passiert», sagte er. «Wir haben Frieden im Nahen Osten». Die Hamas habe zugesagt, dass sie sich «benehmen» werde. Falls nicht, werde man sie «sehr leicht ausschalten». (dpa)

20:58 Uhr

Dienstag, 28. Oktober

Hamas-Zivilschutz: Fünf Tote bei Angriff in Chan Junis

Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes fünf Menschen getötet worden. Ein Sprecher sagte, darunter seien auch Kinder. In der Stadt Chan Junis im Süden des Küstenstreifens sei ein Fahrzeug gezielt angegriffen worden. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe den Bericht.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte nach einem Angriff auf israelische Soldaten im Gazastreifen Gegenangriffe angeordnet. Die islamistische Terrororganisation Hamas teilte mit, sie sei nicht für den Angriff verantwortlich. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

19:14 Uhr

Dienstag, 28. Oktober

Berichte über israelische Luftangriffe im Gazastreifen

Die israelische Luftwaffe hat nach Medienberichten intensive Angriffe im Gazastreifen gestartet. Es seien Ziele in der Stadt Gaza sowie an anderen Orten in dem Küstenstreifen beschossen worden, berichteten israelische Medien.

Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz handelt es sich um eine Reaktion auf einen Angriff der islamistischen Terrororganisation Hamas auf israelische Soldaten sowie auf die Verzögerung bei der vereinbarten Übergabe getöteter Geiseln. Der israelische TV-Sender N12 berichtete, bewaffnete Palästinenser hätten Soldaten in Rafah angegriffen, unter anderem mit einer Panzerfaust. Auch ein Scharfschütze sei an dem Angriff beteiligt gewesen. (dpa)

17:19 Uhr

Dienstag, 28. Oktober

Netanyahu ordnet «intensive Angriffe» im Gazastreifen an

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Armee angewiesen, sofort «intensive Angriffe» im Gazastreifen auszuführen. Dies teilte das Büro Netanjahus nach einer Sicherheitsberatung des Regierungschefs mit.

Im südlichen Gazastreifen war es zuvor nach einem Medienbericht ungeachtet der Waffenruhe zu einem Feuergefecht gekommen. Der israelische Armeesender meldete, bewaffnete Mitglieder der Terrororganisation Hamas hätten auf israelische Soldaten geschossen. Nach Angaben palästinensischer Augenzeugen kam es anschliessend zu Artilleriebeschuss mehrerer Gebiete im Bereich von Rafah. Alle Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.

Bereits mehr als 90 Palästinenser trotz Waffenruhe getötet

Seit Beginn einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas am 10. Oktober im Rahmen des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump gab es immer wieder tödliche Zwischenfälle. Dabei wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde bereits mehr als 90 Palästinenser getötet. Vor gut einer Woche wurden zwei israelische Soldaten bei einem Angriff mit einer Panzerfaust getötet.

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu. (Bild: Nathan Howard/AP)

Nach der Übergabe sterblicher Überreste einer bereits beigesetzten Geisel kündigte die Hamas an, eine weitere Leiche auszuhändigen. Diese solle um 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MEZ) übergeben werden, hiess es in einer Mitteilung des militärischen Arms der Hamas, der Kassam-Brigaden, auf Telegram. Die Leiche sei in einem Tunnel gefunden worden.

Die Übergabe der sterblichen Überreste von Geiseln erfolgte bisher stets über Repräsentanten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Am Montagabend hatte die Hamas erneut sterbliche Überreste übergeben. Forensische Untersuchungen in Israel brachten jedoch ans Licht, dass diese zu einem Israeli gehörten, dessen Leiche die Armee bereits im Herbst 2023 nach Israel gebracht hatte. Dies löste in Israel grossen Zorn und Empörung aus und es war der Anlass für die Sicherheitsberatung Netanjahus, bei der über das weitere Vorgehen beraten werden sollte.

Verzögerung bei Übergabe von Geisel-Leichen

Im Rahmen des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump hätte die Hamas bereits vor mehr als zwei Wochen insgesamt 28 Leichen von Geiseln übergeben müssen. Die Terrororganisation hat jedoch 13 Leichen bis jetzt nicht übermittelt und erklärt dies mit den schwierigen Bedingungen vor Ort. Nach Medienberichten erwägt Israel nun als Gegenreaktion auf die Verzögerung unter anderem die Ausweitung des Gebiets, das es in dem Küstenstreifen noch kontrolliert. (dpa)

16:16 Uhr

Dienstag, 28. Oktober

Bericht über Schusswechsel im südlichen Gazastreifen

Im südlichen Gazastreifen ist es nach einem Medienbericht ungeachtet der Waffenruhe zu einem Feuergefecht gekommen. Der israelische Armeesender meldete, bewaffnete Mitglieder der Terrororganisation Hamas hätten auf israelische Soldaten geschossen. Nach Angaben palästinensischer Augenzeugen kam es anschließend zu Artilleriebeschuss mehrerer Gebiete im Bereich von Rafah.

Seit Beginn einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas am 10. Oktober im Rahmen des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump gab immer wieder tödliche Zwischenfälle. Dabei wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde bereits mehr als 90 Palästinenser getötet. (dpa)

15:36 Uhr

Dienstag, 28. oKTOBER

Hamas kündigt Übergabe weiterer Geisel-Leiche an

Nach der Übergabe sterblicher Überreste einer bereits beigesetzten Geisel hat die islamistische Terrororganisation Hamas die Übergabe einer weiteren Leiche angekündigt. Diese solle um 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MEZ) übergeben werden, hiess es in einer Mitteilung des militärischen Arms der Hamas, der Kassam-Brigaden, auf Telegram. Die Leiche sei in einem Tunnel gefunden worden.

Die Übergabe der sterblichen Überreste von Geiseln erfolgte bisher stets über Repräsentanten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Am Montagabend hatte die Hamas erneut sterbliche Überreste übergeben. Forensische Untersuchungen in Israel brachten jedoch ans Licht, dass diese zu einem Israeli gehörten, dessen Leiche die Armee im Herbst 2023 nach Israel gebracht hatte.

Im Rahmen des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump hätte die Hamas bereits vor mehr als zwei Wochen insgesamt 28 Leichen von Geiseln übergeben müssen. Die Terrororganisation hat jedoch 13 Leichen bis jetzt nicht übermittelt und erklärt dies mit den schwierigen Bedingungen vor Ort. Nach Medienberichten erwägt Israel nun Gegenmassnahmen, wie etwa die Ausweitung des Gebiets, das es in dem Küstenstreifen noch kontrolliert. (dpa)

13:57 Uhr

Dienstag, 28. Oktober

Hamas übergibt Überreste falscher Leiche - Wut in Israel

Israel hat die Übergabe weiterer sterblicher Überreste einer bereits beigesetzten Geisel als klaren Verstoss der Terrororganisation Hamas gegen das Gaza-Abkommen bezeichnet. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu werde mit den Leitern der Sicherheitsbehörden über eine Reaktion beraten, teilte sein Büro mit. Die von der Hamas an Israel übergebenen sterblichen Überreste gehören demnach zu einem Israeli, dessen Leiche die Armee im Herbst 2023 nach Israel brachte und der beigesetzt wurde.

Zuvor hatten israelische Medien gemeldet, dass es sich bei der am Montagabend übergebenen Leiche nicht um eine neue, noch vermisste Geisel handelt. In Israel löste die Nachricht Entsetzen aus.

Familie: Öffnen Grab zum dritten Mal

Die sterblichen Überreste, die die Hamas ausgehändigt hat, gehören israelischen Angaben zufolge einem Mann namens Ofir Tzarfati. Der Israeli war am 7. Oktober 2023 vom Nova-Festival entführt und später für tot erklärt worden. Seine Familie bestätigte laut dem Forum der Geisel-Angehörigen die kürzliche Überführung einige seiner sterblichen Überreste. Den Angaben zufolge waren bereits im März 2024 weitere sterbliche Überreste des Mannes nach Israel überführt worden. «Dies ist das dritte Mal, dass wir gezwungen wurden, Ofirs Grab zu öffnen», teilte seine Familie mit. Sie sprach von einer «abscheuliche Manipulation, die das Abkommen sabotieren und die Bemühungen, alle Geiseln nach Hause zu bringen, zunichtemachen sollte».

Die Familie lebe mit einer Wunde, die sich immer wieder öffne. Berichten zufolge war Tzarfati 27 Jahre alt. Das Forum der Geisel-Familien forderte ein sofortiges Treffen mit Netanyahu. (dpa)

10:49 Uhr

Dienstag, 28. Oktober

Berichte: Übergebene Leiche ist keine vermisste Hamas-Geisel

Die von der Terrororganisation Hamas an Israel übergebene Leiche gehört Berichten zufolge nicht zu einer der noch verschleppten Geiseln. Israel gehe davon aus, dass die Islamisten am Montagabend sterbliche Überreste einer bereits zuvor überführten toten Geisel ausgehändigt hätten, meldeten mehrere israelische Medien übereinstimmend. Israels Armee und Regierung äusserten sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Berichten.

Die sterblichen Überreste wurden nach ihrer Überstellung nach Israel forensisch untersucht. Die «Times of Israel» meldete unter Berufung auf die zuständigen Behörden, der Identifizierungsprozess könne bis zu zwei Tage dauern. In den meisten Fällen sei bislang jedoch innerhalb weniger Stunden nach Rückgabe der Geisel-Leichen die Identität der Personen festgestellt worden. (dpa)

08:59 Uhr

Dienstag, 28. Oktober

Israel: Drei palästinensische Kämpfer im Westjordanland getötet

Bei einem Einsatz im nördlichen Teil des von Israel besetzten Westjordanlands sind israelischen Angaben zufolge am Dienstagmorgen drei palästinensische Kämpfer getötet worden. Die israelische Polizei teilte mit, die drei Männer seien erschossen worden, als sie eine Höhle in der Nähe von Dschenin verliessen - einer Stadt im nördlichen Westjordanland, die als Extremistenhochburg gilt.

In einer Erklärung hiess es, die Kämpfer hätten einen Angriff geplant, weitere Details wurden jedoch zunächst nicht genannt. Den Angaben zufolge führte das israelische Militär kurz darauf einen Luftangriff aus, um die Höhle zu zerstören. Die Armee bestätigte einen Luftangriff in dem Gebiet, machte jedoch keine weiteren Angaben. (dpa)

21:29 Uhr

Montag, 27. Oktober

Israels Militär: Hamas hat weitere Leiche an Rotes Kreuz übergeben

Die Hamas hat im Gazastreifen die sterblichen Überreste einer weiteren Geisel an das Rote Kreuz übergeben. Das teilte das israelische Militär am Montag mit.

Die militant-islamistische Palästinenserorganisation hatte am Sonntag mitgeteilt, dass die Suche nach den Leichen von aus Israel verschleppten Menschen, die am 7. Oktober 2023, dem Tag des Terrorangriffs, der den Krieg auslöste, bereits tot oder noch lebend in den Gazastreifen gebracht wurden, auf weitere Teile des Küstengebiets ausgedehnt werde.

Sollte sich bestätigen, dass die übergebene Leiche von einem dieser Menschen stammt, würden noch zwölf weitere im Gazastreifen verbleiben. Die Hamas hatte sich im Waffenruheabkommen mit Israel verpflichtet, 28 Leichen auszuhändigen, die sich zu diesem Zeitpunkt noch in dem Palästinensergebiet befanden. (dpa)

14:11 Uhr

Montag, 27. Oktober

Getöteter Mitarbeiter einer ZDF-Partnerfirma war Hamas-Mitglied

Ein kürzlich im Gazastreifen bei einem israelischen Angriff getöteter Mitarbeiter einer ZDF-Partnerfirma war Mitglied der Terrororganisation Hamas. Nach Angaben des Senders hat Israel ein Dokument vorgelegt, das dies belege. Als Reaktion sei die Zusammenarbeit mit der Firma Palestine Media Production (PMP) bis auf Weiteres eingestellt worden, teilte der Sender mit. Das ZDF hatte eigenen Angaben zufolge seit Jahrzehnten mit der Firma zusammengearbeitet.

«Das ZDF begrüsst, dass die israelische Armee der Bitte nachgekommen ist, die Identität des getöteten Mitarbeiters der Produktionsfirma PMP in Gaza zu klären», hiess es in einer Mitteilung weiter.

Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung unter Berufung auf israelische Armee-Kreise berichtet, dass der Mann dem militärischen Arm der Hamas angehörte. Er war demnach kein zufälliges Opfer, «sondern gezielt ins Visier genommen worden», hiess es. Das ZDF bat nach dem Bericht Israels Armee um Aufklärung.

Der 37-Jährige, der als Ingenieur für die Produktionsfirma arbeitete, wurde am Sonntag vor einer Woche in Deir al-Balah im Zentrum des Küstengebiets getötet. Dabei kam laut ZDF auch der achtjährige Sohn eines anderen Mitarbeiters ums Leben. (dpa)

10:54 Uhr

Montag, 27. Oktober

Kreise: Toter und Verletzte bei Angriff im Gazastreifen

Die Waffenruhe im Gaza-Krieg bleibt fragil – erneut hat es palästinensischen Angaben zufolge Opfer bei einem Zwischenfall im Süden des Gazastreifens gegeben. Laut medizinischen Kreisen des Nasser-Krankenhauses in Chan Junis wurden bei einem israelischen Angriff in der Kleinstadt Abasan al-Kabira ein palästinensischer Mann getötet sowie vier weitere Menschen verletzt. Israels Militär teilte auf Anfrage mit, es gehe dem Vorwurf nach.

Die israelische Armee habe mit einer Drohne eine Gruppe in Abasan al-Kabira angegriffen, meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Demnach wollten die Menschen ihre Häuser besichtigen. Es soll dem Bericht zufolge auch Schwerverletzte gegeben haben. Die Angaben liessen sich allesamt zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die östlich von Chan Junis gelegene Stadt steht unter israelischer Militärkontrolle und liegt hinter der sogenannten «gelben Linie». Hinter diese Linie hatte sich die israelische Armee als Teil der vereinbarten Waffenruhe zurückgezogen. Israels Armee hat seitdem eigenen Angaben nach mitunter auf Personen gefeuert, die dieses vom Militär kontrollierte Gebiet betreten und sich Soldaten dort genähert hätten. Auch diese Angaben sind derzeit nicht überprüfbar. (dpa)

10:18 Uhr

Montag, 27. Oktober

UN-Friedenstruppe schiesst israelische Drohne im Libanon ab

Die UN-Friedenstruppe im Libanon hat in einem seltenen Vorfall eine israelische Drohne abgeschossen. Diese sei «auf aggressive Weise» über eine UN-Patrouille im Süden des Landes geflogen, teilte Unifil mit. Die UN-Truppen hätten daraufhin «defensive Gegenmassnahmen ergriffen» und die Drohne am Sonntag abgeschossen.

Am selben Ort nahe Kafr Kila habe sich zuvor eine israelische Drohne den UN-Truppen genähert und eine Granate abgeworfen, teilte Unifil mit. Kurz darauf habe ein israelischer Panzer zudem auf die Friedenstruppen gefeuert. Verletzte habe es nicht gegeben.

Israel greift fast täglich im Libanon an - trotz Waffenruhe

Einen ähnlichen Vorfall hatte es bereits vor einigen Wochen gegeben. Dabei warf das israelische Militär nach UN-Angaben mehrere Granaten in unmittelbarer Nähe von Blauhelm-Soldaten im südlichen Libanon ab. Die UN sprachen vom schwersten Angriff auf die Friedenstruppen seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah vor bald einem Jahr.

Seitdem werfen sich beide Seiten immer wieder Verstösse vor. Israel greift nahezu täglich Ziele in dem Nachbarland an und hat nach eigenen Angaben mehr als 330 Hisbollah-Angehörige seit Beginn der Waffenruhe getötet und Hunderte Ziele der Miliz angegriffen.

Die Hisbollah ist durch den jüngsten Krieg mit Israel stark geschwächt und steht im Land wie auch international unter Druck, die Waffen abzugeben, was die Miliz bisher ablehnt. Die libanesische Armee hat einen Plan für die Entwaffnung der Hisbollah vorgelegt. Ob er umgesetzt werden kann, ist offen. (dpa)

13:38 Uhr

Sonntag, 26. Oktober

Rubio: Austausch zwischen Gaza-Vermittlern verhinderte wohl Anschlag

Der Austausch zwischen Israel, den USA und anderen Vermittlern im Gaza-Krieg hat nach Angaben von US-Aussenminister Marco Rubio einen möglichen Anschlag verhindert. Die Weitergabe von Informationen habe dazu beigetragen, eine Bedrohung am vergangenen Wochenende zu identifizieren, sagte er am Samstag. Das US-Aussenministerium hatte bereits vor einer Woche von «glaubwürdigen Berichten» gesprochen, dass die Hamas die mit Israel vereinbarte Waffenruhe mit einem Angriff auf palästinensische Zivilisten im Gazastreifen verletzen könnte. «Wir haben über das Aussenministerium eine Nachricht verschickt, auch an unsere Vermittler, über einen bevorstehenden Angriff - und er ist nicht passiert», sagte Rubio. Ziel sei es, Gefahren zu erkennen, bevor sie sich verwirklichten. (dpa)

07:03 Uhr

Sonntag, 26. Oktober

Hamas unter Druck - will wohl künftig in Gaza mitregieren

Im Bemühen um die Aufrechterhaltung der fragilen Waffenruhe im Gazastreifen fordern die USA von der islamistischen Hamas mit Nachdruck die Herausgabe der verbleibenden 13 toten Geiseln. «Die Hamas wird damit beginnen müssen, die Leichen der gestorbenen Geiseln, darunter zwei Amerikaner, schnell zurückzugeben», schrieb US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social. Andernfalls würden die anderen am Friedensprozess beteiligten Länder Massnahmen ergreifen.

Derweil gingen Zehntausende Menschen in mehreren Städten Israels auf die Strassen, um die Herausgabe der Leichen zu fordern. Die Hamas hatte im Rahmen des Waffenruhe-Abkommens zugesagt, die sterblichen Überreste von insgesamt 28 Geiseln zu übergeben. Bislang hat sie jedoch erst 15 ausgehändigt.

Ein ägyptisches Team fuhr unterdessen nach Informationen der «Times of Israel» mit persönlicher Genehmigung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in den Gazastreifen, um bei der Suche nach den restlichen toten Geiseln zu helfen. Einige der Leichen seien schwer zu erreichen, andere könnte die Hamas jedoch jetzt zurückgeben, schrieb Trump. Aus irgendeinem Grund mache die Terrororganisation das nicht.

Trump: «Ich beobachte das sehr genau»

«Vielleicht hat das mit ihrer Entwaffnung zu tun», schrieb der US-Präsident auf Truth Social weiter. Die zweite Phase von Trumps Friedensplan sieht unter anderem die Entwaffnung der Hamas vor, die die Islamisten aber ablehnen. Seine Zusage, dass beide Seiten fair behandelt würden, gelte nur, wenn sie ihren Verpflichtungen nachkämen, mahnte Trump. «Mal sehen, was sie in den nächsten 48 Stunden tun werden. Ich beobachte das sehr genau», schrieb er.

Israelische Medien zitierten ungenannte Quellen, wonach die Hamas heute zwei weitere Leichen übergeben dürfte. Vermittler hätten der Terrororganisation deutlich gemacht, dass Trump kurz davor stehe, die Hamas für ein Scheitern der Waffenruhe verantwortlich zu machen. «Es ist wichtig, insbesondere in den nächsten Wochen, dass wir die Waffenruhe aufrechterhalten», hatte US-Aussenminister Marco Rubio auf seiner jüngsten Reise in die Region erklärt. Zum Abschluss seiner Gespräche in Israel hätten er und Israels Regierungschef Netanjahu betont, die gemeinsamen Interessen der USA und Israels voranzubringen, «allen voran die Rückkehr der verbleibenden getöteten Geiseln und die Entwaffnung der Hamas sowie die Entmilitarisierung des Gazastreifens», heisst es in einer Mitteilung des Büros von Netanyahu.

Bericht: Hamas will nach Krieg in Gaza mitregieren

Trumps Friedensplan sieht neben der Entwaffnung der Hamas auch deren Ausschluss von einer politischen Teilhabe im Gazastreifen vor. Darauf wollen sich die Islamisten dem «Wall Street Journal» zufolge jedoch nicht einlassen. Führende Hamas-Vertreter hätten in den vergangenen Tagen den arabischen Vermittlern in Kairo mitgeteilt, dass ihre Organisation nicht ausgelöscht werden könne und dass sie erwarte, im Gazastreifen auch künftig eine Rolle in einer Nachkriegsregierung zu spielen, hiess es unter Berufung auf die Vermittler.

Seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe am 10. Oktober war es immer wieder zu einzelnen Zwischenfällen gekommen. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden dabei bislang mehr als 90 Palästinenser getötet. «Die Hamas will zeigen, dass niemand sie zerschlagen kann und dass sie der stärkste Akteur im Gazastreifen ist», zitierte das «Wall Street Journal» einen ehemaligen israelischen Sicherheitsbeamten. Hasan Abu Hanieh, Experte für islamistische Gruppen mit Sitz in Amman, sagte der Zeitung: «Für die Hamas ist die Waffenruhe ein Abkommen, keine Kapitulation.»

Schätzungen: Hamas hat noch etliche Tausend Kämpfer

Die islamistische Terrororganisation verfügt nach Einschätzungen israelischer Experten noch über 10.000 bis 25.000 Kämpfer. «Die Hamas hat mit Blick auf ihre militärischen Fähigkeiten sehr schweren Schaden genommen. Aber ich denke, man kann mit Fug und Recht sagen, dass sie nicht vernichtet wurde», sagte Shalom Ben Hanan von der auf Terrorismusforschung spezialisierten Denkfabrik ICT an der Reichman-Universität in Tel Aviv kürzlich dem US-Sender NBC News. «Vielleicht geht nicht gleich in den nächsten Tagen oder in naher Zukunft Gefahr von ihr aus. Aber ihr Potenzial ist nach wie vor da», sagte er.

Um die Einhaltung der Waffenruhe zu überwachen, setzt das US-Militär der «New York Times» zufolge seit Kurzem eigene Drohnen über dem Gazastreifen ein. Mit Einverständnis der Israelis würden Luftaufnahmen von Aktivitäten am Boden gemacht, hiess es unter Berufung auf israelische und amerikanische Militärquellen. Der Einsatz unterstützt demnach das mit Zivilisten und Militärvertretern besetzte Koordinationszentrum im Süden Israels, das seit vergangener Woche die Einhaltung der Waffenruhe kontrollieren und sich mit humanitärer und logistischer Hilfe für die Menschen im Gazastreifen befassen soll.

Trump: Bald Einsatz von internationaler Friedenstruppe

Trump stellte derweil vor Journalisten an Bord seiner Regierungsmaschine Air Force One auf dem Weg nach Malaysia einen baldigen Einsatz der geplanten internationalen Friedenstruppe (ISF) für den Gazastreifen in Aussicht. Genauere Zeitangaben machte er nicht. Kurz zuvor hatte Trump bei einem Tankstopp in Katar Emir Tamim bin Hamad Al Thani und den Ministerpräsidenten des Golfemirats, Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, an Bord der Air Force One empfangen. Danach soll Trump laut der «Times of Israel» gesagt haben, dass Katar bereit sei, bei Bedarf Friedenstruppen für den Gazastreifen zu entsenden.

Die US-Regierung räumt Israel nach Angaben von Rubio Mitspracherecht bei der Zusammensetzung der internationalen Friedenstruppe ein. Viele Länder bekundeten derzeit Interesse. Berichten zufolge will Israel nicht, dass die Türkei Truppen schickt. Die ISF werde ein internationales Mandat, etwa durch die UN oder ein internationales Abkommen, benötigen, sagte Rubio bei seinem Besuch in Israel. Derzeit werde daran gearbeitet, die Voraussetzungen zu schaffen, damit die Friedenstruppe «so schnell wie möglich» in Gaza eintreffen könne. (dpa)

06:47 Uhr

Samstag, 25. Oktober

Bericht: Drohnen des US-Militärs kreisen über Gazastreifen

Um die Einhaltung der Waffenruhe zwischen Israel und der palästinensischen Terrororganisation Hamas zu überwachen, setzt das US-Militär einem Bericht zufolge seit Kurzem eigene Drohnen über dem Gazastreifen ein. Mit Einverständnis der Israelis würden Luftaufnahmen von Aktivitäten am Boden gemacht, schreibt die «New York Times» unter Berufung auf israelische und amerikanische Militärquellen.

Der Drohneneinsatz unterstützt demnach das mit Zivilisten und Militärvertretern besetzte Koordinationszentrum im Süden Israels, das seit vergangener Woche die Einhaltung der Waffenruhe kontrollieren und sich mit humanitärer und logistischer Hilfe für die Menschen im Gazastreifen befassen soll. Die USA haben die Waffenruhe zusammen mit Katar und Ägypten vermittelt. Sie nehmen derzeit in der Region eine Koordinatorenrolle ein und sind der wichtigste Verbündete Israels. Der Zeitungsbericht legt allerdings nahe, dass sich die Amerikaner mit Hilfe der Drohnen lieber ein eigenes Bild der Lage machen wollen, anstatt sich primär auf die Erkenntnisse der Israelis zu stützen. Im Zuge des immer weiter eskalierten Gaza-Kriegs waren wiederholt Unstimmigkeiten zwischen den Regierungen der beiden Länder aufgetreten.

«Sehr übergriffige Form der Überwachung»

Auf Anfrage der «New York Times» äusserten sich weder das US-Verteidigungsministerium noch das israelische Militär zu den Recherchen des Blattes. Hinter vorgehaltener Hand sollen israelische Regierungsvertreter den Drohneneinsatz aber als ziemlich ungewöhnlich bezeichnet haben. Zudem wurden US-Regierungsquellen zitiert, die diese Woche Zweifel daran geäussert hätten, ob Israel wirklich alle Absprachen zur Beendigung des Gaza-Kriegs respektieren und die fragile Waffenruhe einhalten wird.

Ein früherer US-Diplomat äusserte sich noch deutlicher zu dem Drohneneinsatz. «Das ist eine sehr übergriffige Form der amerikanischen Überwachung an einer Front, wo die Israelis eine konkrete Bedrohung sehen», sagte der zu Zeiten von Präsident Barack Obama in Israel stationierte US-Botschafter Daniel B. Shapiro der Zeitung. «Wenn es uneingeschränkte Transparenz und uneingeschränktes Vertrauen zwischen Israel und den USA gäbe, wäre das nicht nötig.» Offensichtlich wolle die US-Regierung aber «jegliche Möglichkeit etwaiger Missverständnisse ausräumen». (dpa)

19:18 Uhr

Freitag, 24. Oktober

Palästinensergruppen stimmen Übergangsverwaltung für Gaza zu

Die zerstrittenen palästinensischen Gruppen haben sich darauf geeinigt, die Verwaltung des Gazastreifens einem unabhängigen Technokraten-Komitee zu übertragen. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung verschiedener palästinensischer Organisationen hervor, die sich in der ägyptischen Hauptstadt Kairo beraten hatten. Medienberichten zufolge waren auch die Hamas und deren Partnerorganisation Islamischer Dschihad beteiligt, die Hamas veröffentlichte die Erklärung auch auf ihrem offiziellen Telegram-Kanal. Eine Liste der teilnehmenden Gruppen wurde nicht veröffentlicht.

Das aus Palästinensern bestehende Komitee solle gemeinsam mit arabischen Ländern und internationalen Institutionen «auf der Grundlage von Transparenz und Rechenschaftspflicht» die Verwaltung der wichtigsten Versorgungsleistungen in dem Küstenstreifen übernehmen, so die Erklärung weiter.

Der Friedensplan von US-Präsident Donald Trump sieht vor, dass der Gazastreifen von einer Übergangsregierung palästinensischer Technokraten unter Aufsicht eines internationalen Gremiums regiert werden soll. Die Hamas hatte bereits ihre Bereitschaft dazu signalisiert.

Geplante Entwaffnung der Hamas wird nicht erwähnt

Die Palästinensergruppen sprachen sich in der Erklärung für eine weitere Umsetzung der von den USA vorgelegten Waffenstillstandsvereinbarung zwischen der Hamas und Israel aus. Sie betonten zudem die Bedeutung einer UN-Resolution über die geplante Stationierung internationaler Friedenstruppen im Gazastreifen. An Israel richteten sie die Forderung, seine Truppen abzuziehen sowie alle Grenzübergänge zu öffnen und humanitäre und medizinische Hilfsgüter in das Küstengebiet zu lassen. Ausserdem müsse ein umfassender Wiederaufbau beginnen.

Zu bislang strittigen Punkten wie der im Friedensplan von US-Präsident Trump vorgesehenen Entwaffnung der Hamas und dem Ausschluss der Organisation von einer politischen Teilhabe im Gazastreifen war in der Erklärung nichts zu lesen. Betont wurde lediglich die Notwendigkeit zu einem gemeinsamen Vorgehen aller Palästinensergruppen. Dazu solle es ein Treffen aller palästinensischen Gruppen geben mit dem Ziel, die Dachorganisation PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation) zu stärken, die als einzige legitime Vertretung des palästinensischen Volkes bezeichnet wurde. (dpa)

15:09 Uhr

Freitag, 24. Oktober

Rubio: Israel muss sich mit Gaza-Friedenstruppe wohlfühlen

Die US-Regierung räumt Israel Mitspracherecht bei der Zusammensetzung einer internationalen Friedenstruppe (ISF) für den Gazastreifen ein. Die Truppe müsse sich aus Staaten zusammensetzen, mit denen auch «Israel sich wohlfühlt», sagte US-Aussenminister Marco Rubio bei einem Besuch des Koordinationszentrums in Israel, das die Waffenruhe im Gazastreifen überwachen soll. Berichten zufolge will Israel nicht, dass die Türkei Truppen in das Palästinensergebiet schickt. Den Einsatz internationaler Soldaten zur Absicherung eines Friedens sieht ein von der US-Regierung erarbeiteter Plan für ein Ende des Gaza-Krieges vor.

Rubio wollte sich nicht dazu äussern, mit welchen Staaten Israel nicht einverstanden sein könnte. «Ich möchte nur sagen, dass viele Länder derzeit Interesse bekunden», so der US-Aussenminister. «Wir haben diese Truppe noch nicht gebildet.» Sie werde ein internationales Mandat, etwa durch die Vereinten Nationen oder ein internationales Abkommen, benötigen. Derzeit werde daran gearbeitet, die Voraussetzungen zu schaffen, damit «die Stabilisierungstruppe so schnell wie möglich» im Gazastreifen eintreffen könne.

Rubio: UNRWA wird keine Rolle in Gaza spielenZunächst müsse sichergestellt werden, dass die Waffenruhe im Gaza-Krieg halte und die Menschen in dem Küstengebiet humanitäre Hilfe bekämen. Dafür sei auch eine Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen möglich, so Rubio. Das UN-Hilfswerk für Palästinenser (UNRWA) werde allerdings keine Rolle spielen, sagte er weiter warf der Organisation vor, ein Ableger der Terrororganisation Hamas geworden zu sein.

Hamas-Entwaffnung «muss durchgesetzt werden“Rubio warnte, sollte die Hamas ihre Waffen nicht niederlegen, sei das ein Verstoss gegen das Abkommen. „Ich werde hier nicht näher auf die Mechanismen eingehen, mit denen das Abkommen durchgesetzt werden soll, aber es muss durchgesetzt werden», betonte der US-Aussenminister.

«Wir wollen einen Gazastreifen, in dem die Menschen ohne die Hamas leben können, in dem sie Arbeit, Wohlstand und Chancen haben», sagte er weiter. Dies sei ein langfristiges Projekt, räumte Rubio ein. Eine bessere Zukunft für die Menschen im Gazastreifen ist seiner Darstellung nach auch deshalb wichtig, damit sich dort niemand mehr Terrororganisationen anschliesse.

Ob die Palästinensische Autonomiebehörde, die Teile des Westjordanlandes verwaltet, in Zukunft eine Rolle im Gazastreifen spielen wird, ist laut Rubio noch nicht geklärt. Israel hat sich in der Vergangenheit vehement dagegen ausgesprochen. (dpa)

13:35 Uhr

Freitag, 24. Oktober

Schweiz informiert über Aufnahme von Kindern aus Gaza

20 Kinder aus Gaza sollen in Spitäler in die Schweiz gebracht werden, hies es vom Bund im September. Nun sind kurz nach Mittag Schweizer Zeit vier Ambulanz-Flugzeuge in der jordanischen Hauptstadt Amman in Richting Schweiz gestartet. An Bord dürften mehrere schwer verletzte oder kranke Kinder sowie deren Angehörige aus dem Gazastreifen sein, berichtet die NZZ. Zwei Flugzeuge sollen in Zürich landen, eine in Lugano und eine weitere in Genf. Laut dem Staatssekretariat für Migration soll vor 16 Uhr eine Medienkonferenz dazu stattfinden. (chm)

13:21 Uhr

Freitag, 24. Oktober

WHO: Medizinische Hilfe im Gazastreifen stockt weiterhin

Rund zwei Wochen nach Beginn der jüngsten Waffenruhe im Gazastreifen hapert es bei der medizinischen Versorgung der Menschen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an allen Enden. Die monatelang blockierten Lieferungen von Medikamenten und medizinischem Gerät seien zwar angelaufen, sagte der WHO-Vertreter in den von Israel besetzten Gebieten, Rik Peeperkorn. Aber da Israel nur zwei Grenzübergänge geöffnet habe, sei es schwierig, den Bedarf zu decken.

Nur 14 der 36 Krankenhäuser seien teilweise funktionsfähig, ebenso 64 von 181 Gesundheitszentren und 109 von 359 Behandlungsräumen. Wichtige Krankenhäuser lägen in dem Gebiet, das Israel noch kontrolliere, und könnten von Patienten nicht erreicht werden. Darunter ist auch das European Gaza Hospital. Die WHO habe alles nötige Material in der Region, brauche aber besseren und schnelleren Zugang. (dpa)

06:06 Uhr

Freitag, 24. Oktober

Rubio über Gaza-Deal: «Wir machen gute Fortschritte»

US-Aussenminister Marco Rubio hat bei einem Besuch in Israel Fortschritte bei der Umsetzung des US-Plans zur Beendigung des Gaza-Kriegs betont. «Wir sind sehr zuversichtlich und überzeugt, dass wir es trotz erheblicher Hindernisse schaffen werden», sagte er nach einem Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zu Journalisten. «Wir machen gute Fortschritte.» Es bleibe aber noch viel zu tun, betonte Rubio zugleich.

Eines der Hindernisse des Friedensplans ist die vorgesehene Entwaffnung der Hamas, die die Islamisten ablehnen. Auch der genaue Ablauf des Abzugs der israelischen Armee bleibt ein bislang ungeklärter Streitpunkt. (dpa)

06:01 Uhr

Donnerstag, 23. Oktober

Trotz Waffenruhe israelische Angriffe im Libanon - Modell für Gaza?

Der israelische Luftangriff auf ein Unternehmen für Bauausrüstung im südlichen Libanon tötete einen Passanten, verletzte sieben weitere Menschen und zerstörte Bulldozer und Bagger im Wert von Millionen Euro. Das war am 11. Oktober - elf Monate nach Beginn einer von den USA vermittelten Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der militant-islamistischen Hisbollah.

Und es handelte sich keineswegs um einen Einzelfall: Fast tägliche israelische Attacken sind praktisch die neue Normalität im Libanon geworden - und manche sehen darin eine wahrscheinliche Blaupause für die unlängst in Kraft getretene schwächliche Waffenruhe im Gazastreifen.

Andauernde Konflikte, aber weniger intensiv - das «könnte sehr wohl als ein Modell für Gaza dienen», sagt zum Beispiel Mona Yacoubian, Leiterin des Nahost-Programms beim Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington. Was nach ihrer Meinung praktisch bedeuten würde, «israelischen Kräften den Spielraum zum Angreifen zu geben, wann immer sie etwas als eine Bedrohung empfinden - ohne den Konflikt voll wiederaufzunehmen». Und vielleicht war der vergangene Sonntag bereits ein Beispiel dafür: Israel griff Ziele im Gazastreifen an, nachdem, wie sie es sagte, eigene Soldaten von der Hamas beschossen worden waren.

Eine Waffenruhe ohne klare Durchsetzung

Der jüngste Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah fing am Tag nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 auf israelischem Boden an, das den Gaza-Krieg ausgelöst hatte. Zur Unterstützung von Hamas und den Palästinensern begann die - weitgehend im südlichen Libanon präsente - militante Gruppe damit, Raketen gegen Israel abzufeuern. Das israelische Militär antwortete mit Luftangriffen und Granatfeuer. Im September 2024 eskalierte der Konflikt zu einem ausgewachsenen Krieg.

Die im folgenden November getroffene Vereinbarung über eine Waffenruhe verlangte vom Libanon, Angriffe bewaffneter Gruppen auf Israel zu stoppen, und von Israel, «offensive» Militäraktionen im Libanon anzuhalten. Sie erlaubte aber beiden Seiten, in «Selbstverteidigung» zu handeln, ohne das näher zu erläutern. Beide Seiten können vermeintliche Verstösse einem Beobachtergremium aus Vertretern mehrerer Länder sowie der UN-Friedenstruppe Unifil melden, aber die Vereinbarung ist vage, was ihre Durchsetzung betrifft.

In der Praxis hat Israel sie weitgehend in seine eigenen Hände genommen, beteuert, dass seine Angriffe im Libanon militante Kräfte, Einrichtungen und Waffen der Hisbollah ins Visier nähmen. Es gelte, die stark geschwächte Gruppe am Neuaufbau zu hindern. Der Libanon sagte, die Attacken behinderten seine Bemühungen, die Hisbollah zu entwaffnen, indem ihr ein Vorwand geliefert werde, an ihren Waffen festzuhalten. Zudem kämen bei israelische Angriffe oft Zivilisten zu Schaden und werde Infrastruktur zerstört, die nichts mit der Hisbollah zu tun habe.

Berichte über Hunderte Opfer

Das libanesische Gesundheitsministerium spricht von mehr als 270 Toten und etwa 850 Verletzten durch israelische Militäraktionen seit Beginn der Waffenruhe. Das Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte der Vereinten Nationen hat verifiziert, dass 107 der Getöteten Zivilisten oder Nichtkombattanten waren, wie Sprecher Thamin Al-Chitan sagt. Auf israelischer Seite gab es in den elf Monaten der Waffenruhe keine Toten durch Beschuss aus dem Libanon.

Unifil hat nach Angaben von Sprecherin Kandice Ardiel zwischen dem 27. November 2024 bis Mitte diesen Monats etwa 950 von Israel in den Libanon abgefeuerte Geschosse und 100 israelische Luftangriffe registriert. In umgekehrter Richtung wurden im selben Zeitraum 21 Geschosse verzeichnet. Hisbollah selbst hat sich lediglich zu einer einzigen Attacke bekannt.

Gegensätzliche Narrative

Nach dem Angriff am 11. Oktober sagte Israels Militär, dass es «technische Ausrüstung vorgesehen für den Wiederaufbau terroristischer Infrastruktur im südlichen Libanon» bombardiert habe. Libanesische Stellen, Hisbollah und das Baugeräte-Unternehmen bestritten das. Alle möglichen Leute im Libanon, aus allen religiösen Gemeinschaften, kauften bei ihm ein, so Besitzer Ahmad Tabadscha. Der libanesische Präsident Joseph Aoun sprach von einer «eklatanten Aggression gegen zivile Einrichtungen», und der Libanon reichte Beschwerde beim UN-Weltsicherheitsrat ein.

Im vergangenen Monat wurde bei einem israelischen Luftangriff ein Motorrad und ein Auto mit einer Familie getroffen. Der Motorradfahrer, der Familienvater und drei seiner Kinder - darunter 18 Monate alte Zwillinge - kamen ums Leben, die Mutter und eine Tochter erlitten schwere Verletzungen. Israels Militär sagte, es habe ein - namentlich nicht genanntes - Hisbollah-Mitglied ins Visier genommen, räumte aber ein, dass Zivilisten getötet worden seien.

Anfang Oktober kam bei einer israelischen Drohnenattacke ein Hisbollah-Mitglied ums Leben, das bereits vor einem Jahr bei einem anderen Angriff sein Augenlicht verloren hatte. Laut israelischen Angaben war er eine Schlüsselfigur in Hisbollahs Luftverteidigungseinheit, aber Vertreter der Miliz sagten, dass er seit seiner Erblindung keine militärische Rolle mehr gespielt habe.

Geschwächte Hisbollah

Seit einem einmonatigen Krieg 2006, der unentschieden endete, habe zwischen Israel und der Hisbollah 17 Jahre lang eine «angespannte Ruhe...weitgehend aufgrund gegenseitiger Abschreckung» geherrscht“, erläutert der Nahost-Experte Nicholas Blanford von der Denkfabrik Atlantic Council in Washington. Beide Seiten hätten einen weiteren schädlichen Krieg vermeiden wollen. Aber diese Gleichung habe sich durch den jüngsten Krieg geändert, Hisbollah könne zwar Israel noch Schläge zufügen, so Blanford, «aber ihre Abschreckung ist zerschlagen».

Der politische Vertreter der Gruppe, Mohammad Fneisch, sagte unlängst der Nachrichtenagentur AP, die Aussicht, andauernd mit täglichen israelischen Angriffen zu leben, sei «nicht hinnehmbar».

Yacoubian, die CSIS-Analystin, glaubt indes, dass sich die Situation im Libanon auf absehbare Zeit nicht ändern werde, es sei denn, es gebe einen «Durchbruch in Verhandlungen hinter den Kulissen unter Vermittlung der USA». Was die Gaza-Waffenruhe betreffe, könnte die «bedeutende Rolle» der Mitvermittler Katar, Ägypten und Türkei einen Unterschied machen. (dpa)

21:42 Uhr

Dienstag, 21. Oktober

Netanyahu entlässt nationalen Sicherheitsberater Hanegbi

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat seinen nationalen Sicherheitsberater Zachi Hanegbi entlassen. Einen Grund für die Entscheidung nannte er zunächst nicht. Israelische Medien berichteten am Dienstag, Hanegbi habe im März die Wiederaufnahme der Bodenoffensive im Gazastreifen abgelehnt und im September den Versuch, Führungsmitglieder der Hamas mit einem Luftangriff in Katar zu töten. Hangebi räumte in einer Mitteilung ein, es haben «Zeiten der Meinungsverschiedenheiten» mit Netanyahu gegeben. (dpa)

21:04 Uhr

Dienstag, 21. Oktober

Israels Militär: Zwei weitere Geisel-Leichen an Rotes Kreuz übergeben

Die Hamas hat im Gazastreifen zwei weitere Leichen israelischer Geiseln an das Rote Kreuz übergeben. Das teilte das israelische Militär am Dienstag mit. Im Rahmen der Waffenruhe mit Israel hatte sich die militant-islamistische Palästinenserorganisation verpflichtet, bis Anfang vergangener Woche alle 28 toten Geiseln zu übergeben, die noch im Gazastreifen verblieben waren.

Mit den beiden zuletzt dem Roten Kreuz übergebenen Toten steigt die Zahl der bisher tatsächlich übergebenen Leichen auf 15. Die Hamas hat die Verzögerungen mit der weitreichenden Zerstörung in dem Küstengebiet begründet. Dies erschwere die Suche.

US-Vizepräsident JD Vance bat Israel um «ein kleines bisschen Geduld». Bei einer Pressekonferenz im Rahmen eines Besuchs in Israel sagte er am Dienstag: «Einige dieser Geiseln sind unter Tausenden Pfund Trümmern begraben. Von einigen Geiseln weiss niemand, wo sie sich befinden.» (dpa)

18:13 Uhr

Dienstag, 21. Oktober

US-Vizepräsident Vance: Gaza-Waffenruhe läuft besser als gedacht

US-Vizepräsident JD Vance sieht die Waffenruhe im Gazastreifen trotz einer Reihe von Verstössen am vergangenen Wochenende auf einem guten Weg. Die Feuerpause laufe besser, als er erwartet habe, sagte Vance am Dienstag bei einem Besuch in Israel. Mit Blick auf die in der Waffenruhevereinbarung verankerte, aber schleppend verlaufende Rückgabe von toten Geiseln durch die Hamas bat er Israel um «ein kleines bisschen Geduld».

«Einige dieser Geiseln sind unter Tausenden Pfund Trümmern begraben. Von einigen Geiseln weiss niemand, wo sie sich befinden», sagte Vance bei einer Pressekonferenz. «Ein Grossteil dieser Arbeit ist sehr schwer», erklärte er mit Blick auf Fragen zu den nächsten Schritten.

Auch der US-Nahost-Gesandte Steve Witkoff sagte mit Blick auf die Waffenruhe, die Erwartungen, wo man zum jetzigen Zeitpunkt sein würde, seien übertroffen worden. (dpa)

15:32 Uhr

Dienstag, 21. Oktober

Cassis und Riniker reisen in den Nahen Osten

Bundesrat Ignazio Cassis wird morgen zu offiziellen Besuchen nach Jordanien, Irak und Kuwait reisen. Dabei wird er von Nationalratspräsidentin Maja Riniker begleitet.

Der Besuch soll bis zum 25. Oktober dauern und der Vertiefung der bilateralen Beziehungen, der Erkundung möglicher neuer Kooperationsperspektiven und dem Austausch über aktuelle regionale Entwicklungen dienen. (chm)

14:34 Uhr

Dienstag, 21. Oktober

Netanyahu spricht mit Ägyptens Geheimdienstchef über Gaza-Friedensplan

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat sich mit Ägyptens Geheimdienstchef Hassan Raschad zu Gesprächen über die weitere Umsetzung des US-Plans zur Beendigung des Gaza-Kriegs getroffen. Zudem seien die Beziehungen zwischen Israel und seinem Nachbarland Ägypten Thema des Treffens in Jerusalem gewesen, teilte Netanyahus Büro mit. Zusammen mit Katar und den USA vermittelt Ägypten in indirekten Gesprächen zwischen Israel und der islamistischen Hamas.

Der staatsnahe ägyptische Fernsehsender Al-Kahira hatte vor dem Treffen berichtet, dass es auch um die Einhaltung der Waffenruhe, um Hilfslieferungen für den Gazastreifen sowie um Hindernisse bei der Umsetzung des Friedensplans gehen sollte. Laut dem Sender wollte sich Raschad auch mit US-Unterhändler Steve Witkoff treffen, der derzeit in Israel ist. (dpa)

11:01 Uhr

Dienstag, 21. Oktober

Israel identifiziert 13. von der Hamas freigegebenen Toten

Israelische Forensiker haben die Leiche eines weiteren von der militant-islamistischen Hamas freigegebenen Israelis identifiziert. Es handle sich um einen 42-Jährigen, der bereits am Tag des Terrorüberfalls der Hamas, am 7. Oktober 2023, im Kibbuz Nir Izchak getötet worden sei, teilten die Behörden mit. Die Angreifer hätten die Leiche mit in den Gazastreifen genommen. Der Mann hinterlasse vier Kinder. Das Jüngste sei erst nach seinem Tod geboren worden. Damit hat die Hamas seit Beginn der Waffenruhe 13 Leichen überstellt. Die Übergabe von 15 weiteren steht noch aus. (dpa)

05:55 Uhr

Dienstag, 21. Oktober

Trump pocht auf Einhaltung der Gaza-Waffenruhe

Nach wiederholten tödlichen Zwischenfällen im Gazastreifen bemühen sich die USA verstärkt um Aufrechterhaltung der fragilen Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Hamas. Die beiden US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner redeten nach ihrer Ankunft in Israel laut örtlichen Medienberichten auf Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ein, nichts zu tun, was die Waffenruhe gefährden könnte. Auch US-Vizepräsident JD Vance befindet sich auf dem Weg zum Verbündeten, um die weitere Umsetzung des Abkommens mit der Hamas voranzutreiben.

Kurz vor seiner Abreise hatte US-Präsident Donald Trump erneut eine Warnung an die Hamas gerichtet: Man habe eine Vereinbarung mit der palästinensischen Terrororganisation, dass sie sich «anständig benimmt», sagte Trump - sollte sie das nicht tun, werde man sie «auslöschen». Das wisse die Hamas.

Hamas übergibt weitere Geisel-Leiche

Die Terrorgruppe übergab unterdessen die Leiche einer weiteren Geisel an Israel. Netanyahus Büro bestätigte nach der Identifizierung in der Nacht, dass es sich um die Leiche des Israelis Tal Haimi handele. Der damals 41-Jährige hatte nach Informationen des israelischen Militärs beim Terrorüberfall der Hamas und anderer islamistischer Extremisten auf Israel am 7. Oktober 2023 einen Kibbuz verteidigt und wurde dabei getötet. Seine Leiche sei daraufhin in den angrenzenden Gazastreifen gebracht worden. Haimi hinterliess laut Medienberichten seine Frau und vier Kinder. Das Jüngste sei sieben Monate nach seiner Ermordung zur Welt gekommen.

Noch 15 tote Geiseln in Gaza

Laut der Waffenruhe-Vereinbarung muss die Hamas insgesamt 28 Leichen übergeben. Bei 15 von ihnen warten die Angehörigen noch auf die Überstellung der sterblichen Überreste. Die Hamas beruft sich darauf, dass es für sie schwierig sei, die Leichen zu finden, weil sie unter den Trümmern bombardierter Gebäude und Tunnel im Gazastreifen verschüttet seien. Am Montag vergangener Woche hatten die Islamisten bereits die letzten 20 lebenden Geiseln freigelassen. Die erste Phase der von Trump initiierten Waffenruhe sieht die Freilassung und Übergabe aller lebenden und toten Geiseln an Israel vor.

Trump liess am Montag wissen, dass er der palästinensischen Terrororganisation weiterhin eine Chance gebe, die Waffenruhe einzuhalten. Er äusserte sich überzeugt, dass ein tödlicher Angriff auf israelische Soldaten am Sonntag nicht von der Führung der Hamas genehmigt worden sei. «Ich glaube nicht, dass es die Führung war», sagte Trump. Vielmehr habe es eine Rebellion in den Reihen der Hamas gegeben. Viele Menschen seien getötet worden.

Erneute Zwischenfälle in Gaza

Laut Israels Armee waren die eigenen Truppen am Sonntag im Süden Gazas in einem vom israelischen Militär kontrollierten Gebiet angegriffen worden. Zwei Soldaten seien getötet worden. Israels Luftwaffe flog daraufhin die schwersten Angriffe seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober. Dabei wurden nach Angaben von Krankenhäusern im Gazastreifen 44 Palästinenser getötet. Der militärische Arm der Hamas wies jegliche Verantwortung für die Angriffe auf israelische Soldaten zurück. Israel und die Hamas gaben nach der zwischenzeitlichen Eskalation Erklärungen ab, dass sie sich zur Waffenruhe bekennen. Am Montag kam es jedoch erneut zu Zwischenfällen.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete unter Berufung auf eine Klinik zwei Tote durch israelischen Beschuss im Osten der Stadt Gaza. Israels Militär teilte mit, dass dort in zwei Fällen palästinensische «Terroristen» die «gelbe Linie», hinter die sich die Armee als Teil der vereinbarten Waffenruhe zurückgezogen hat, überschritten hätten. Da die beiden Männer eine Bedrohung für die Soldaten dargestellt hätten, sei auf sie gefeuert worden.

Bericht: USA richten Koordinationszentrum

Am selben Tag befanden sich Informationen des «Wall Street Journal» zufolge etwa 200 US-Soldaten in Israel, um ein Koordinationszentrum aus Zivilisten und Militärvertretern einzurichten. Dieses solle die Einhaltung der Waffenruhe verfolgen und sich mit humanitärer Hilfe sowie logistischer Unterstützung für den Gazastreifen befassen, hiess es unter Berufung auf einen Beamten des Pentagons. In den kommenden Tagen und Wochen würden internationale Partner erwartet, die bei der Koordination helfen sollen, berichtete die Zeitung.

Israel lässt inzwischen wieder humanitäre Güter in den abgeriegelten Gazastreifen hinein. Am Sonntag hatte es noch geheissen, die Hilfslieferungen seien wegen «eklatanter Verletzung» der Waffenruhe-Vereinbarungen durch die Hamas gestoppt worden. (dpa)

11:58 Uhr

Montag, 20. Oktober

Bericht: Wieder Tote durch israelischen Beschuss in Gaza

Im Gazastreifen hat es trotz der geltenden Waffenruhe israelischen und palästinensischen Angaben zufolge wieder Zwischenfälle gegeben. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete unter Berufung auf eine Klinik zwei Tote durch israelischen Beschuss im Viertel Tuffah im Osten der Stadt Gaza.

Israels Armee teilte mit, im Nachbarviertel Schedschaija hätten in zwei Fällen am Morgen Palästinenser ein vom Militär kontrolliertes Gebiet betreten und sich dort Soldaten genähert. Konkret hätten sie die «gelbe Linie», hinter die sich die israelische Armee als Teil der vereinbarten Waffenruhe zurückgezogen hat, überschritten. Die Palästinenser hätten eine Bedrohung für die Soldaten dargestellt, hiess es weiter. Diese hätten deshalb auf die Menschen – die Armee sprach in beiden Fällen von «Terroristen» – gefeuert.

Zu möglichen Opfern machte Israels Militär zunächst keine Angaben. Es war zunächst auch unklar, ob einer der beiden Vorfälle im Zusammenhang mit dem von Wafa geschilderten Bericht steht. Die Angaben beider Seiten liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

06:35 Uhr

Montag, 20. Oktober

Nach neuer Gewalt: Hält die Waffenruhe in Gaza?

Nach den schwersten Luftangriffen Israels seit Beginn der Waffenruhe im Gazastreifen als Reaktion auf Beschuss seiner Soldaten bemühen sich die regionalen Mächte um Sicherung des fragilen Abkommens. Israel und die islamistische Hamas gaben beide Erklärungen ab, dass sie sich zur Waffenruhe bekennen - nachdem sie der Gegenseite jeweils Verstösse vorgeworfen hatten. Die Hamas teilte mit, ihre Unterhändler seien nun zu Gesprächen über die weitere Umsetzung des Abkommens in Ägypten eingetroffen.

Wie kam es zum neuen Gewaltausbruch?

Laut der israelischen Armee waren ihre Truppen am Sonntag im Süden des Gazastreifens in einem vom Militär kontrollierten Gebiet unter anderem mit einer Panzerfaust angegriffen worden. Zwei Soldaten seien getötet, ein weiterer schwer verletzt worden. Zudem habe es weitere Versuche gegeben, israelische Soldaten anzugreifen.

Israels Luftwaffe bombardierte daraufhin nach eigenen Angaben Dutzende Stellungen der Hamas in verschiedenen Gebieten des abgeriegelten Küstenstreifens. Insgesamt wurden dabei nach Angaben mehrerer Krankenhäuser 44 Palästinenser getötet. Die Hamas wiesen jegliche Verantwortung für die Angriffe auf israelische Soldaten zurück.

Was wird aus den Hilfslieferungen für Gaza?

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen liess Israels Regierung die Lieferung humanitärer Hilfsgüter in den Gazastreifen vorerst wieder stoppen. Nach Inkrafttreten der Waffenruhe am 10. Oktober waren die Hilfslieferungen als Teil der Vereinbarung ausgeweitet worden, mit einem Ziel von 600 Lkw-Lieferungen am Tag.

Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu teilte am Sonntag zudem mit, dass der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten bis auf weiteres für den Personenverkehr geschlossen bleibe. Die Öffnung hänge davon ab, ob die Hamas ihre Verpflichtungen gemäss Abkommen erfüllt.

Was ist mit den restlichen Geisel-Leichen?

Netanyahus Regierung wirft der Hamas vor, die Rückführung der Leichen von Geiseln aus Israel zu verzögern. Noch befinden sich die sterblichen Überreste von 16 Entführten im Gazastreifen. Die Terrororganisation verweist darauf, dass es für sie schwierig sei, die Leichen zu finden, weil sie unter den Trümmern bombardierter Gebäude und Tunnel verschüttet seien.

Was wird aus dem Friedensplan?

Die Hamas hatte vor genau einer Woche ihre letzten 20 lebenden Geiseln ausgehändigt - im Gegenzug liess Israel fast 2000 palästinensische Gefangene und Häftlinge frei und zog seine Armee aus Teilen des Gazastreifens zurück. Damit wurden zumindest diese Vereinbarungen über die erste Phase des Abkommens umgesetzt.

Doch die Lage ist nach wie vor fragil - wie die Angriffe vom Sonntag zeigen. Nicht absehbar ist, ob das Abkommen zu einem längerfristigen Ende der Kämpfe im Gazastreifen führen wird. Drei der grössten Streitpunkte bleiben die Entwaffnung der Hamas, der komplette Abzug der israelischen Armee aus Gaza und die Zukunft des grossflächig zerstörten Küstengebiets.

Welche Macht hat die Hamas noch?

Zwar haben erste Gespräche über die zweite Phase des Abkommens bereits begonnen. Die Hamas lehnt ihre darin geforderte Entwaffnung aber ab. Seit dem teilweisen Rückzug Israels aus Gaza geht die Hamas laut Berichten gegen rivalisierende Milizen vor. Dabei sei es zu Gefechten und Hinrichtungen gekommen.

Demnach versucht die im Gaza-Krieg geschwächte Hamas, das Machtvakuum in Teilen des Gebiets zu nutzen und dort die Kontrolle wiederzuerlangen. Den vom US-Aussenministerium erhobenen Vorwurf eines angeblich geplanten Hamas-Angriffs auf palästinensische Zivilisten wies die Terrororganisation indes zurück. Das seien «haltlose Behauptungen» im Einklang mit israelischer Propaganda.

Wie geht es nun weiter?

Neben dem Versuch, die Hamas zur Rückgabe weiterer Leichen zu bewegen, arbeitet das Weisse Haus laut «Axios» weiter an der Bildung einer internationalen Friedenstruppe (ISF), die gemäss dem 20-Punkte-Plan von US-Präsident Donald Trump zur Beendigung des Krieges in Teilen des Gazastreifens stationiert werden und einen weiteren Rückzug der israelischen Armee ermöglichen soll.

Israel kontrolliert weiterhin gut 50 Prozent des Gebiets. Die USA wollten zudem mit dem Wiederaufbauprozess des von Trümmerlandschaften geprägten Gazastreifens beginnen, wo dieser nicht unter der Kontrolle der Hamas steht, hiess es in dem «Axios»-Bericht. Das betreffe insbesondere die Stadt Rafah im Süden des Küstengebiets.

Der US-Unterhändler Kushner sagte dem US-Fernsehsender CBS, Israel müsse anfangen, den Palästinensern zu helfen und ihre Lebensqualität zu verbessern. «Die wichtigste Botschaft, die wir der israelischen Führung derzeit zu vermitteln versuchen, ist, dass man jetzt, da der Krieg vorbei ist, einen Weg finden muss, dass das palästinensische Volk gedeiht und es ihm besser geht, wenn man Israel in den Nahen Osten integrieren will.» (dpa)

20:48 Uhr

Sonntag, 19. Oktober

Israel will Waffenruhe wieder einhalten

Nach heftigen Luftangriffen im Gazastreifen will die israelische Armee nach eigenen Angaben die Gaza-Waffenruhe wieder einhalten. «Auf Anweisung der politischen Führung und nach einer Reihe schwerer Angriffe als Reaktion auf die Verstösse der Hamas hat die IDF (Armee) mit der erneuten Durchsetzung der Waffenruhe begonnen», hiess es in einer auf Telegram verbreiteten Mitteilung. Zugleich warnte die Armee, sie werde auf jeden Verstoss entschieden reagieren.

Die mühsam vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Hamas war zuvor gefährlich ins Wanken geraten. Israel meldete am Sonntag Angriffe auf seine Truppen im Süden des Gazastreifens mit zwei Toten. Auch im Norden des Gazastreifens hätten sich Bewaffnete israelischen Soldaten genähert und seien erschossen worden. Die israelische Luftwaffe bombardierte daraufhin nach Medienberichten Dutzende Ziele im Gazastreifen. Insgesamt wurden nach Angaben mehrerer Krankenhäuser bei verschiedenen Angriffen 14 Palästinenser getötet.

Der militärische Hamas-Arm wies jedoch jegliche Verantwortung für die gemeldeten Angriffe zurück. «Wir bekräftigen unsere vollständige Verpflichtung, alles umzusetzen, was vereinbart wurde», hiess es in einer Mitteilung der Kassam-Brigaden. Dies gelte vor allem für die Waffenruhe in allen Gebieten des Gazastreifens.

Israel hat am Sonntag nach Angaben aus Sicherheitskreisen zudem die Lieferung humanitärer Hilfsgüter in den Gazastreifen wieder gestoppt. Als Grund wurde die «eklatante Verletzung» der Waffenruhe-Vereinbarungen durch die Hamas genannt. Nach Inkrafttreten der Waffenruhe am 10. Oktober waren die Hilfslieferungen als Teil der Vereinbarung ausgeweitet worden, mit einem Ziel von 600 Lkws am Tag. (dpa)

18:08 Uhr

Sonntag, 19. Oktober

Hamas verhandelt über zweite Phase der Waffenruhe

Die militant-islamistische Palästinenserorganisation Hamas verhandelt nach eigenen Angaben über den Beginn der zweiten Phase der von den USA und anderen Staaten vermittelten Waffenruhe. Man spreche mit Vermittlern, teilte die Hamas mit. Laut dem von den USA vorgelegten Plan soll dabei die Entwaffnung der Hamas und die Einrichtung einer international unterstützten Behörde zur Regierung des Gazastreifens erreicht werden.

Hamas-Sprecher Hasem Kassem hatte am Samstagabend gesagt, für die zweite Phase sei ein «nationaler Konsens» nötig. Die Hamas werde kein Teil der für die Nachkriegszeit geplanten Regierungsbehörde im Gazastreifen sein. Sie habe Gespräche aufgenommen, um «ihre Positionen zu festigen».

Kassem forderte die unverzügliche Einsetzung eines Gremiums aus palästinensischen Technokraten, das die täglichen Angelegenheiten im Gazastreifen regeln soll. Die Regierungsbehörden sollten ihre Arbeit so lange fortsetzen, bis ein Verwaltungsausschuss gebildet wird, auf den sich alle palästinensischen Fraktionen einigen können. Anderenfalls könne ein gefährliches Machtvakuum entstehen.

Die Hamas hatte die Herrschaft im Gazastreifen 2007 an sich gerissen und Vertreter der gemässigten Fatah des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas vertrieben. Seither kontrolliert sie Regierung und Behörden in dem Küstengebiet.

In der ersten Phase des Waffenruheplans sollte die Hamas alle lebenden und toten Israelis freigeben, die sie nach dem Terrorüberfall vom 7. Oktober 2023 noch in ihrer Gewalt hatte. Während die 20 überlebenden Geiseln bereits am vergangenen Montag übergeben wurden, befanden sich am Sonntag immer noch gut ein Dutzend tote Geiseln im Gazastreifen. Israel sieht darin einen Verstoss gegen das Waffenruheabkommen. Die Hamas führt technische Gründe für die Verzögerung an. (dpa)

14:10 Uhr

Sonntag, 19. Oktober

Israels Armee wirft Hamas Verstoss gegen Waffenruhe vor

Israels Armee hat der islamistischen Terrororganisation Hamas einen schweren Verstoss gegen die Waffenruhe im Gaza-Krieg vorgeworfen. Die Organisation habe mehrere direkte Angriffe gegen israelische Truppen ausgeführt, teilte ein ranghoher israelischer Militär mit. Die Vorfälle ereigneten sich demnach hinter der vereinbarten Linie, auf die sich die Armee am 10. Oktober im Gazastreifen zurückgezogen hatte. (dpa)

13:33 Uhr

Sonntag, 19. Oktober

Berichte: Luftangriffe Israels in Gaza nach Waffenruhe-Verstoss

Israels Luftwaffe hat nach israelischen Medienberichten Ziele im Süden des Gazastreifens angegriffen. Bei den Angriffen im Bereich von Rafah handele es sich um eine Reaktion auf einen Verstoss gegen die Waffenruhe von palästinensischer Seite, hiess es in den Berichten. Vorher seien israelische Truppen in dem Gebiet beschossen worden. Ein Armeesprecher sagte, man prüfe die Berichte.

Seit dem 10. Oktober herrscht im Gazastreifen offiziell eine Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas. Es gab allerdings bereits mehrere gewaltsame Zwischenfälle. Die USA hatten zuletzt vor einem geplanten Angriff der Hamas auf palästinensische Zivilisten gewarnt. Die Terrororganisation wies diese Vorwürfe zurück. (dpa)

10:10 Uhr

Sonntag, 19. Oktober

Weitere Leiche von israelischer Geisel identifiziert

Nach der Übergabe von zwei weiteren Leichen durch die islamistische Hamas hat Israel eine der Geiseln identifiziert. Es handele sich um den Fotografen Ronen Engel aus dem Kibbuz Nir Oz, teilte das Forum der Geisel-Angehörigen mit.

Der 54-jährige Vater von drei Kindern war während des Hamas-Massakers im israelischen Grenzgebiet am 7. Oktober 2023 getötet worden. Seine Leiche wurde in den Gazastreifen verschleppt. Seine Frau und zwei seiner Kinder waren ebenfalls entführt worden, aber während einer Waffenruhe im Gegenzug für palästinensische Häftlinge wieder freigelassen worden.

Die Hamas hatte am Samstagabend zwei weitere von insgesamt 28 Leichen übergeben. Nach israelischen Medienberichten wurde auch die zweite Geisel bereits identifiziert, bisher aber noch kein Name veröffentlicht.

Damit verbleiben noch 16 getötete Geiseln im Gazastreifen. Israel wirft der Hamas absichtliche Verzögerung vor. Die Terrororganisation beruft sich dagegen darauf, dass es für sie schwierig sei, die Leichen zu finden, weil sie unter den Trümmern bombardierter Gebäude und Tunnel verschüttet seien.

Bereits am vergangenen Montag hatte die islamistische Organisation die letzten 20 lebenden Geiseln freigelassen. Die erste Phase der von US-Präsident Donald Trump initiierten Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der Hamas sieht die Freilassung und Übergabe aller lebenden und toten Geiseln vor. (dpa)

09:50 Uhr

Sonntag, 19. Oktober

Hamas widerspricht US-Vorwürfen zu geplantem Angriff

Die islamistische Terrororganisation Hamas hat Vorwürfe der USA zurückgewiesen, denen zufolge sie einen Angriff auf palästinensische Zivilisten im Gazastreifen plane. Es handele sich um «haltlose Behauptungen», die im Einklang mit israelischer Propaganda stünden, hiess es in einer Mitteilung der Hamas.

Das US-Aussenministerium hatte vor einem «unmittelbar bevorstehenden» geplanten Angriff der Hamas auf palästinensische Zivilisten gewarnt. Die USA hätten die Garantiemächte des Gaza-Friedensplans über «glaubwürdige Berichte» informiert, die auf eine Verletzung der bestehenden Waffenruhe hindeuteten, teilte das Ministerium mit.

Es hatte nach Inkrafttreten der Waffenruhe am 10. Oktober und dem Rückzug der israelischen Truppen aus knapp der Hälfte des Küstenstreifens Berichte über Hinrichtungen von palästinensischen Zivilisten im Gazastreifen durch die Hamas gegeben.

In der Hamas-Mitteilung wurde Israel vorgeworfen, es habe «kriminelle Banden» im Gazastreifen unterstützt, die Morde, Entführungen, den Diebstahl von Hilfstransporten und Überfälle auf palästinensische Zivilisten verübt hätten. Es hatte zuletzt mehrfach Berichte gegeben über gewaltsame Zusammenstösse zwischen der Hamas und rivalisierenden Clans im Gazastreifen, die sich der Hamas-Herrschaft widersetzten.

Israel beobachtet mit Sorge den Versuch der Hamas, ihre Kontrolle des Gebiets wiederherzustellen. Die im Rahmen der Waffenruhe-Vereinbarung vorgesehene Niederlegung der Waffen lehnt die Hamas ab. (dpa)

08:23 Uhr

Sonntag, 19. Oktober

US-Aussenministerium warnt vor Angriffsplänen der Hamas

Das US-Aussenministerium warnt vor einem «unmittelbar bevorstehenden» geplanten Angriff der islamistischen Hamas auf palästinensische Zivilisten. Die USA hätten die Garantiemächte des Gaza-Friedensplans über «glaubwürdige Berichte» informiert, die auf eine Verletzung der bestehenden Waffenruhe hindeuteten, teilte das Ministerium mit. Ein solcher Angriff würde «einen direkten und schwerwiegenden Verstoss gegen die Waffenruhevereinbarung darstellen» und die Fortschritte im Friedensprozess untergraben.

Die Garantiemächte fordern die Hamas laut der Mitteilung auf, «ihren Verpflichtungen aus dem Waffenstillstandsabkommen nachzukommen.» Weiter heisst es daran: «Sollte die Hamas diesen Angriff durchführen, werden Massnahmen ergriffen, um die Bevölkerung von Gaza zu schützen und den Bestand der Waffenruhe zu wahren.»

Die USA und die übrigen Garantiemächte seien weiterhin entschlossen, sich für die Sicherheit der Zivilbevölkerung, die Aufrechterhaltung der Ruhe vor Ort und die Förderung von Frieden und Wohlstand für die Menschen im Gazastreifen und die gesamte Region einzusetzen. (dpa)

23:15 Uhr

Samstag, 18. Oktober

Hamas übergibt weitere mutmassliche Leichen von Geiseln

Die islamistische Hamas hat die mutmasslichen Leichen von zwei weiteren getöteten Geiseln übergeben. Die israelische Armee teilte mit, die zwei Särge seien Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ausgehändigt worden. Diese seien auf dem Weg zur Übergabe an das Militär. Anschliessend soll das Forensische Institut in Tel Aviv die Identität der Getöteten feststellen.

Laut der Waffenruhe-Vereinbarung muss die Hamas insgesamt 28 Leichen übergeben. Sollte Israel die Identität der nunmehr überstellten Leiche bestätigen, würden noch 16 tote Geiseln im Gazastreifen verbleiben. Die Hamas beruft sich darauf, dass es für sie schwierig sei, die Leichen zu finden, weil sie unter den Trümmern bombardierter Gebäude und Tunnel verschüttet seien.

Bereits am vergangenen Montag hatten die Islamisten die letzten 20 lebenden Geiseln freigelassen. Die erste Phase der von US-Präsident Donald Trump initiierten Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der Hamas sieht die Freilassung und Übergabe aller lebenden und toten Geiseln vor. (dpa)

14:20 Uhr

Samstag, 18. Oktober

UN: Gaza-Hilfslieferungen weiter eingeschränkt - Israel widerspricht

Die Lieferung von Hilfsgütern ist nach UN-Angaben immer noch eingeschränkt. Seit Beginn der Waffenruhe vor einer Woche seien 339 Lastwagen zur Verteilung von Hilfsgütern entladen worden, geht aus UN-Daten vom Freitag (Ortszeit) hervor. Gemäss der Waffenruhevereinbarung sollen täglich etwa 600 Lastwagen mit humanitärer Hilfe in den Gazastreifen fahren dürfen.

Die für die Verteilung von Hilfsgütern im Gazastreifen zuständige israelische Militärbehörde Cogat meldete laut UN dagegen wesentlich höhere Zahlen. Demnach seien am Mittwoch 716 Lastwagen in den Gazastreifen gefahren und am Donnerstag 950 - einschliesslich kommerzieller Fahrzeuge und bilateraler Lieferungen.

Israel hat schon während der Kämpfe immer wieder versichert, es lasse genügend Lebensmittel in den Gazastreifen. Die militant-islamistische Hamas habe jedoch einen Grossteil davon gestohlen. Die UNO und andere Hilfsorganisationen bestreiten dies.

Während des gesamten Krieges hat Israel den Zugang von Hilfsgütern zum Gazastreifen eingeschränkt und zeitweise sogar ganz unterbunden. Im August erklärte die weltweit führende Autorität zu Lebensmittelkrisen, die IPC-Initiative, in der Stadt Gaza herrsche eine Hungersnot. Die Vereinten Nationen haben mehr als 400 Menschen bestätigt, die an Unterernährung gestorben sind, unter ihnen mehr als 100 Kinder.

Die mehr als zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner des Gazastreifens hoffen, dass die Waffenruhe ihnen eine Linderung der durch den zwei Jahre langen Krieg verursachten humanitären Katastrophe bringen wird. (dpa)

14:19 Uhr

Samstag, 18. Oktober

Hamas meldet neun Tote durch israelischen Beschuss

Die militant-islamistische Palästinenserorganisation Hamas hat Israel eine weitere Verletzung des Waffenruheabkommens vorgeworfen. Das Militär habe in der Stadt Gaza ein Fahrzeug beschossen, teilte der Zivilschutz des von der Hamas kontrollierten Innenministeriums am Samstag mit. Dabei seien neun Menschen getötet worden, unter ihnen Frauen und Kinder. Das Auto sei auf dem Weg in von Israel kontrolliertes Gebiet im Osten der Stadt gewesen.

Das israelische Militär erklärte, ein verdächtiges Fahrzeug habe die sogenannte gelbe Linie überquert und sich Soldaten genähert. Diese hätten Warnschüsse abgefeuert, doch das Auto sei in einer Weise weitergefahren, die eine unmittelbare Gefahr nahegelegt habe. Die Streitkräfte hätten entsprechend den Bestimmungen des Waffenruheabkommens reagiert.

Der Zivilschutz erklärte dagegen, die Soldaten hätten das Fahrzeug auf nicht tödliche Weise warnen sollen. Die Toten seien in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen geborgen worden.

Israel wirft der Hamas ebenfalls Verstösse gegen das Waffenruheabkommen vor, insbesondere was die Übergabe von in Geiselhaft umgekommenen Israelis angeht. In der Nacht zu Samstag wurde die zehnte Leiche übergeben und identifiziert. Vereinbart war jedoch die Übergabe aller 28 Toten, und zwar schon bis vergangenen Montag.

Die Hamas macht geltend, einige Leichen lägen in verschütteten Tunneln oder unter den Trümmern zerstörter Gebäude und seien deshalb schwer zu bergen. Dafür brauche sie schweres Gerät, doch Israel lasse nicht genügend Bulldozer in den Gazastreifen. Andere tote Geiseln befänden sich auf von Israel kontrolliertem Gebiet.

Das Geiselforum, das die Familien der Entführten unterstützt, kündigte an, es werde nicht ruhen, bis die verbleibenden 18 toten Geiseln nach Hause zurückgekehrt sind. Bis dahin werde es weiter wöchentliche Kundgebungen abhalten. (dpa)

08:08 Uhr

Samstag, 18. Oktober

Weitere mutmassliche Geisel-Leiche an Israel übergeben

Die islamistische Hamas hat die mutmassliche Leiche einer weiteren getöteten Geisel übergeben. Die israelische Armee teilte mit, der Sarg sei Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ausgehändigt worden. Er befinde sich bereits auf israelischem Gebiet und auf dem Weg zum Nationalen Forensischen Institut in Tel Aviv, wo die Leiche identifiziert werden soll.

Die Hamas äusserte sich zunächst nicht dazu, wo sich die Leiche ursprünglich befunden hatte. Auf Bildern, die von arabischen Medien verbreitet wurden, waren am Freitag Hamas-Milizionäre in Chan Junis im südlichen Gazastreifen bei Grabungsarbeiten zu sehen. Die Leiche soll den Berichten zufolge in einem Tunnel verschüttet gewesen sein.

Laut der Waffenruhe-Vereinbarung muss die Hamas insgesamt 28 Leichen übergeben. Sollte Israel die Identität der nunmehr überstellten Leiche bestätigen, würden noch 18 tote Geiseln im Gazastreifen verbleiben. Die Hamas beruft sich darauf, dass es für sie schwierig sei, die Leichen zu finden, weil sie unter den Trümmern bombardierter Gebäude und Tunnel verschüttet seien.

Israelische Offizielle widersprechen dieser Darstellung. Die Hamas habe Kenntnis und auch Zugang zu einer «zweistelligen Zahl» von getöteten Geiseln, wurden sie von israelischen Medien zitiert.

Bereits am vergangenen Montag hatten die Islamisten die letzten 20 lebenden Geiseln freigelassen. Die erste Phase der von US-Präsident Donald Trump initiierten Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der Hamas sieht die Freilassung und Übergabe aller lebenden und toten Geiseln vor.

In weiteren Schritten soll Trumps Plan zufolge die Hamas ihre Waffen niederlegen, eine Übergangsverwaltung ohne Beteiligung der Islamisten eingesetzt und der Wiederaufbau des zerstörten Küstengebietes eingeleitet werden. Die Waffenruhe gilt als fragil. Die konkrete Umsetzung des Trump-Plans hat noch viele Fragezeichen. (dpa)

23:02 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Identifizierung toter Palästinenser verläuft schleppend

Die Identifizierung der von Israel über das Rote Kreuz in den Gazastreifen überstellten Leichen von Palästinensern geht nur schleppend voran. Dr. Mohammed Sakut, Direktor der Kliniken des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, sagte, bislang seien erst vier der toten Palästinenser identifiziert worden. «Wir untersuchen die Leichen noch und identifizieren sie.»

Laut dem Roten Kreuz, das die Übergabe der Leichen von Palästinensern im Rahmen der Waffenruhevereinbarung zwischen Israel und der Hamas organisiert, wurden am Donnerstag 30 weitere Leichen an Krankenhäuser im Gazastreifen übergeben. Die Zahl der toten Palästinenser, die zwischen Dienstag und Donnerstag aus Israel in den Gazastreifen gebracht wurden, stieg damit auf 120. Im Gegenzug erwartet Israel die Übergabe der sterblichen Überreste aller toten Geiseln, die bei dem von der Hamas angeführten Terrorangriff auf Israel, der am 7. Oktober 2023 den Krieg auslöste, verschleppt wurden.

Zwei palästinensische Familien berichteten der Nachrichtenagentur AP, ihre Angehörigen seien am Tag des Terrorangriffs verschwunden. «Wir wissen nicht, ob er tot oder lebendig ist», sagte Mirwat Al-Burdeeni der AP in einem überfüllten Wartezimmer im Nasser-Krankenhaus in Chan Junis. «Wenn er am Leben wäre, würde uns das Hoffnung geben. Wenn er tot ist, dann möge Gott ihm gnädig sein.»

Das israelische Militär reagierte nicht umgehend auf Bitten um Stellungnahme, ob zurückgebrachte Palästinenser in israelischen Gefängnissen zu Tode kamen, bereits als Leichen von israelischen Soldaten aus dem Gazastreifen nach Israel gebracht wurden oder am 7. Oktober 2023 getötet wurden. (dpa)

22:23 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Libanon meldet Verletzte bei israelischen Luftangriffen

Israel hat im Süden des Libanons eine Reihe von Luftangriffen gegen Ziele mit mutmasslichen Verbindungen zur Hisbollah geflogen. Angegriffen wurden unter anderem eine Zementfabrik und ein Steinbruch, wie das Militär am Donnerstag mitteilte. Die Betriebe stünden in einem Zusammenhang mit der Schiitenmiliz, hiess es. Auch ein Gelände der libanesischen Umweltorganisation «Green Without Borders», die ebenfalls Verbindungen zur Hisbollah unterhalten soll, geriet unter Beschuss.

Das israelische Militär erklärte, die Hisbollah nutze den Steinbruch «mit dem Ziel, terroristische Einrichtungen und Infrastruktur wieder aufzubauen». Die Gruppe «Green Without Borders» sei von der Hisbollah als Deckmantel für terroristische Aktivitäten genutzt worden, die auf den Wiederaufbau der Organisationsstruktur der Miliz ausgerichtet seien. Bereits vor wenigen Tagen hatte das Militär mehrere Lager mit Baggern und Planierraupen angegriffen, die nach israelischen Angaben ebenfalls für die Hisbollah bestimmt waren.

Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium wurden bei Angriffen in den Städten Bnaaful und Ansar sechs Menschen verletzt. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtete von schweren Explosionen, die noch aus weiter Ferne zu sehen und zu hören gewesen seien und Panik in der Bevölkerung verursacht hätten. (dpa)

21:58 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Fast 960'000 Mahlzeiten für Gaza: UN und Partner weiten Hilfen aus

Die Vereinten Nationen und ihre Partnerorganisationen haben ihre Hilfslieferungen für die Menschen im Gazastreifen deutlich ausgeweitet. Von den UN unterstütze Bäckereien produzierten am Dienstag mehr als 100'000 Brotpakete zu je zwei Kilogramm, 21 UN-Partnerorganisationen verteilten fast 960'000 Mahlzeiten, wie UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Donnerstag in New York berichtete.

Das Kinderhilfswerk Unicef habe mehr als eine Million Babywindeln in Umlauf gebracht. Und die Weltgesundheitsorganisation habe drei Lkw-Ladungen mit chirurgischem und medizinischem Material aus ihrem Lager im zentralen Deir al-Balah zur Zentralapotheke in der Stadt Gaza gebracht, die für das Schifa-Krankenhaus gedacht seien und 10'000 Menschen zugute kommen sollten, sagte Dujarric.

Zwischen Freitag und Dienstag hätten UN-Teams fast 3500 Tonnen Güter über die Grenzübergänge Kissufim und Kerem Schalom von Israel in den Gazastreifen geliefert. Am Dienstag, so Dujarric, hätten die UN und ihre Partner Mehl, Lebensmittelpakete, Nahrungsergänzungsmittel, Dattelkekse, Küchenvorräte, Hygieneartikel, Binden, Windeln, medizinische Geräte, Zelte und Tierfutter zu den Grenzübergängen gebracht. (dpa)

21:45 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Hamas-Ministerium meldet Rückgabe weiterer Leichen durch Israel

Das Rote Kreuz hat nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen 30 weitere Leichen von unidentifizierten Palästinensern in das Küstengebiet überführt. Die Zahl der toten Palästinenser, die im Rahmen der Waffenruhe zwischen Israel und der militant-islamistischen Palästinenserorganisation zwischen Dienstag und Donnerstag aus Israel in den Gazastreifen gebracht wurden, stieg damit auf 120.

Nach Angaben des Roten Kreuzes wurden die Toten in Leichensäcken und nummeriert im Austausch gegen die Überreste getöteter Geiseln überbracht, die beim von der Hamas angeführten Terrorangriff auf Israel, der am 7. Oktober 2023 den Gaza-Krieg auslöste, verschleppt worden waren.

Es war zunächst unklar, ob die Palästinenser in israelischen Gefängnissen zu Tode kamen oder ob sie bereits als Leichen von israelischen Soldaten aus dem Gazastreifen nach Israel gebracht wurden.

Das Gesundheitsministerium im Gazastreifen hat bislang Bilder von fast der Hälfte der Leichen veröffentlicht und Familien dazu aufgerufen, sich zu melden, wenn sie Angehörige erkennen. Einige der Leichen zeigten bereits deutliche Verwesungserscheinungen, teils fehlten Gliedmassen oder Zähne.

Palästinensische Ärzte erklärten, einige der Toten wiesen Anzeichen von Misshandlungen auf. UN-Sprecher Stéphane Dujarric bezeichnete entsprechende Berichte am Donnerstag als «extrem besorgniserregend». Er betonte erneut, dass für alle Verstösse gegen das Völkerrecht während des Gaza-Kriegs Rechenschaft abgelegt werden müsse. (dpa)

21:27 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Israels Aussenminister: Öffnung von Grenzübergang Rafah wahrscheinlich

Israels Aussenminister Gideon Saar hat eine baldige Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen in Aussicht gestellt. Am Sonntag könnte es soweit sein, sagte er einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge am Rande einer internationalen Konferenz in Neapel am Donnerstag.

«Wir treffen alle notwendigen Vorbereitungen.» Dies werde auch mit der EU-Mission zur Unterstützung des Grenzschutzes in Rafah (Eubam) koordiniert «und, soweit ich weiss, auch mit den Palästinensern selbst», sagte Saar. «Der Grenzübergang wird also wahrscheinlich diesen Sonntag wieder geöffnet. Ich hoffe, er wird geöffnet sein, und es wird alles getan, um dies zu ermöglichen.»

Hilfsorganisationen hoffen auf eine Ausweitung der Hilfslieferungen in das Palästinensergebiet im Zuge der Waffenruhe zwischen Israel und der militant-islamistischen Hamas sowie auf verbesserten Zugang zum Gazastreifen. Der Grenzübergang Rafah war in der Vergangenheit ein wichtiger Eintrittspunkt für Lebensmittel, Medikamente und andere Güter, auf die die mehr als zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner des Gazastreifens dringend angewiesen sind.

Die für zivile Angelegenheiten der Palästinenser zuständige israelische Militärbehörde Cogat erklärte am Donnerstag, dass es keine Lieferungen humanitärer Hilfsgüter über Rafah geben werde. Diese gelangten nach israelischen Sicherheitskontrollen weiter über Kerem Schalom und andere Grenzübergänge in das Küstengebiet, hiess es. (dpa)

19:53 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Trump droht Hamas mit dem Tode

US-Präsident Donald Trump hat der islamistischen Hamas mit dem Tode gedroht. Wenn die Terrororganisation weiter Menschen im Gazastreifen töte, «werden wir keine Wahl haben als hineinzugehen und sie zu töten», schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. (dpa)

19:49 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Haft für Krankenhausdirektor aus dem Gazastreifen erneut verlängert

Ein israelisches Gericht soll die Administrativhaft für einen bekannten palästinensischen Krankenhausdirektor aus dem Gazastreifen ein weiteres Mal verlängert haben. Das berichteten die Familie von Dr. Hossam Abu Safija, die palästinensische Menschenrechtsorganisation Al Mesan und die israelische Menschenrechtsgruppe Ärzte für Menschenrechte-Israel am Donnerstag.

Ihnen sei mitgeteilt worden, dass Abu Safija nicht freikomme - ungeachtet früherer Hinweise, dass er zu den Hunderten Palästinensern gehören könnte, die im Rahmen der Waffenruhe zwischen Israel und der militant-islamistischen Hamas freigelassen werden, erklärten sie.

Die israelische Organisation, die sich für die Freilassung Safijas einsetzt, berichtete von 17 weiteren palästinensischen Ärzten in israelischer Haft. «Ihre fortgesetzte Inhaftierung dient keiner wirklichen Gerechtigkeit - sie schadet lediglich dem Recht des palästinensischen Volkes auf Gesundheit.» Von israelischen Behörden lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Abu Safija leitete das Kamal-Adwan-Krankenhaus während einer 85-tägigen Belagerung durch israelische Truppen im vergangenen Jahr. In sozialen Medien dokumentierte er, wie das Personal versuchte, im Belagerungszustand und während Bombardierungen weiter Patienten zu behandeln.

Seit seiner Festnahme im Dezember 2024 ist er in Israel ohne Anklage inhaftiert. Laut den israelischen Behörden wird wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit der Hamas gegen ihn ermittelt. Abu Safijas Mitarbeiter und internationale Hilfsorganisationen, die mit ihm zusammengearbeitet haben, bestreiten die Vorwürfe. (dpa)

19:10 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

UN-Sprecher: 200'000 Tonnen Hilfsgüter für Gaza bewilligt

Die Vereinten Nationen haben mit den israelischen Behörden eine Ausweitung der Hilfslieferungen für den Gazastreifen abgestimmt. Trotz anhaltender Hürden und Verzögerungen seien Vorbereitungen für die Zeit getroffen worden, wenn die Grenzübergänge wieder geöffnet werden, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Donnerstag. Insgesamt sei die Lieferung von 200'000 Tonnen an Hilfsgütern in den Gazastreifen bewilligt worden, sobald es grünes Licht für die Fortsetzung der Arbeit der Hilfsorganisationen gebe.

Hilfen, die das Küstengebiet bereits am Sonntag erreicht hätten, darunter mehr als eine Million Windeln, würden von verschiedenen UN-Organisationen rasch in Umlauf gebracht. (dpa)

17:15 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Hamas-Funktionär verteidigt Tötung mutmasslicher Bandenmitglieder

Ein hochrangiger Hamas-Funktionär hat die Tötung mutmasslicher Bandenmitglieder im Gazastreifen verteidigt. «Die Personen, die ins Visier genommen wurden, haben Tod und Korruption in Gaza verursacht und Vertriebene sowie Hilfesuchende getötet, und noch gefährlicher war, dass sie die Herkunft und Grundlage von Israels zionistischem Projekt repräsentierten», erklärte Ahmed Abdul Hadi, ein politischer Vertreter der militant-islamistischen Palästinenserorganisation im Libanon. Die öffentliche Tötung der Männer sei «im palästinensischen nationalen und stammesübergreifenden Konsens» erfolgt.

Abdul Hadi warf Israel zudem vor, in letzter Minute Änderungen an einer Liste palästinensischer Häftlinge vorgenommen zu haben, die im Rahmen der vereinbarten Waffenruhe freigelassen werden sollten. Seine Organisation habe weit mehr eingefordert und alle Schlüsselfiguren auf die Liste geschrieben, der Israels Delegation bei den Verhandlungen in Ägypten zugestimmt habe. Die israelische Regierung habe dann die ersten 25 Namen gestrichen, als ihr die Liste zur Bewilligung vorgelegt worden sei. (dpa)

16:43 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

«Es gibt kein Leben mehr an diesem Ort»: Warum das Leid in Gaza auch mit der Waffenruhe nicht endet

Die Feuerpause hält, doch das Elend im Gazastreifen bleibt allgegenwärtig. Zerstörung, Hunger und Angst bestimmen den Alltag der Menschen – und auch der Friedensplan bringt kaum Hoffnung. (chm)

16:28 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Hamas-Ministerium meldet Rückgabe weiterer Leichen durch Israel

Das Rote Kreuz hat nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen 30 weitere Leichen von unidentifizierten Palästinensern in das Küstengebiet überführt. Die Zahl der toten Palästinenser, die im Rahmen der Waffenruhe zwischen Israel und der militant-islamistischen Palästinenserorganisation zwischen Dienstag und Donnerstag aus Israel in den Gazastreifen gebracht wurden, stieg damit auf 120.

Nach Angaben des Roten Kreuzes wurden die Toten in Leichensäcken und nummeriert im Austausch gegen die Überreste getöteter Geiseln überbracht, die beim von der Hamas angeführten Terrorangriff auf Israel, der am 7. Oktober 2023 den Gaza-Krieg auslöste, verschleppt worden waren.

Es war zunächst unklar, ob die Palästinenser in israelischen Gefängnissen zu Tode kamen oder ob sie bereits als Leichen von israelischen Soldaten aus dem Gazastreifen nach Israel gebracht wurden.

Das Gesundheitsministerium im Gazastreifen hat bislang Bilder von fast der Hälfte der Leichen veröffentlicht und Familien dazu aufgerufen, sich zu melden, wenn sie Angehörige erkennen. Einige der Leichen zeigten bereits deutliche Verwesungserscheinungen, teils fehlten Gliedmassen oder Zähne. Palästinensische Ärzte erklärten, einige der Toten wiesen Anzeichen von Misshandlungen auf. (dpa)

16:22 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Jemen: Huthi-Miliz bestätigt Tod ihres Generalstabschefs

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat den Tod ihres Generalstabschefs bestätigt. Mohammed Abdel Karim al-Ghamari sei «im Dienst» und «zusammen mit mehreren seiner Begleiter sowie seinem Sohn» getötet worden, teilte die Miliz mit. Al-Ghamari war einer der ranghöchsten Anführer der Huthi und galt als Nummer Zwei nach Anführer Abdel Malik al-Huthi.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz reagierte mit Häme auf die Berichte über den Tod von al-Ghamari. «Er stösst nun in den Tiefen der Hölle zu seinen Freunden, den eliminierten Mitgliedern der Achse des Bösen», zitierte ihn die «Times of Israel». Katz spielte damit auf die politischen Führer und hohen Militärs an, die Israel im Iran, im Jemen und aus den Reihen der libanesischen Hisbollah getötet hat.

Wann genau al-Ghamari getötet wurde, ist nicht bekannt. Die Huthi erklärten lediglich, er sei «während der Luftangriffe über zwei Jahre» seit Beginn des Gaza-Kriegs getötet worden. Berichte über seine Tötung hatten die Huthi zuvor als falsch zurückgewiesen. Als Nachfolger wurde Jussef Hassan al-Madani ernannt.

Israel griff Ziele im Norden an

Aus örtlichen Quellen im Jemen hiess es, Israel habe über Nacht Ziele in der nördlichen Provinz Saada angegriffen, die an Saudi-Arabien grenzt. Die Provinz ist eine Hochburg der Miliz, die seit zehn Jahren den Nordjemen samt der Hauptstadt Sanaa kontrolliert.

Von Israel gab es zunächst keine Bestätigung. Israelischen Medienberichten zufolge erfolgte der Luftangriff bereits Ende August. Dabei wurden der Ministerpräsident der Huthi, Ahmed al-Rahaui, neun Minister und weitere Huthi-Vertreter getötet. In den israelischen Berichten blieb unklar, ob al-Ghamari demnach direkt getötet wurde oder erst später seinen Verletzungen erlag.

Die Huthi-Miliz hatte nach Beginn des Gaza-Kriegs vor zwei Jahren begonnen, Ziele in Israel und vor allem Handelsschiffe mit mutmasslichem Bezug zu Israel anzugreifen. Teils wurden Schiffe dabei stark beschädigt, in Brand gesetzt oder versenkt. Israel und die USA wiederum griffen seit Mitte vergangenen Jahres mehrfach Ziele im Jemen an, wobei es Dutzende Todesopfer gab. (dpa)

16:16 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Tausende Israelis bei Begräbnis von getöteter Geisel

Tausende Menschen haben in Israel an der Beisetzung der getöteten Geisel Tamir Nimrodi teilgenommen. Die islamistische Hamas hatte die Leiche des 20-jährigen Soldaten, der auch die deutsche Staatsangehörigkeit besass, am Dienstagabend im Rahmen einer Waffenruhe-Vereinbarung mit Israel übergeben.

Nimrodis Vater Alon sagte nach Angaben des Forums der Geiselfamilien bei dem Begräbnis in Kfar Saba bei Tel Aviv: «Genau vor zwei Jahren ist unsere Welt zusammengebrochen – mit dem mörderischen Angriff der Hamas, bei dem du, mein geliebter Sohn, entführt wurdest.» Die Familie habe mit allen Mitteln um seine Rettung gekämpft. «Wir sind bis ans Ende der Welt gegangen, um von dir zu erzählen. (...) Es tut mir so leid, dass ich dich nicht lebend nach Hause bringen konnte.»

Der Soldat war während des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023 aus dem israelischen Grenzgebiet verschleppt worden. Er hatte damals freiwillig den Wochenenddienst mit einem anderen Soldaten getauscht. Nach Angaben des Forums wurde er während seiner Gefangenschaft durch israelisches Bombardement getötet.

Nimrodis Mutter Herut hatte sich im vergangenen Monat in Berlin gemeinsam mit anderen Geisel-Angehörigen mit Bundeskanzler Friedrich Merz getroffen, um sich für die Freilassung der Verschleppten einzusetzen. (dpa)

13:37 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Netanyahu kündigt Fortsetzung von Kampf gegen Iran-Achse an

Bei einem Gedenktag gut zwei Jahre nach Beginn des Gaza-Kriegs hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu von grossen Herausforderungen, aber auch Chancen in der Region gesprochen. Israels Feinde strebten danach, sich wiederzubewaffnen, sagte Netanjahu in Jerusalem bei der Gedenkzeremonie für gefallene Soldaten mit Blick auf den Iran und dessen Verbündete.

Gleichzeitig gebe es «grosse, dramatische Gelegenheiten, den Kreis des Friedens auszuweiten», sagte der Regierungschef vor dem Hintergrund von Bemühungen, eine Annäherung Israels an weitere arabische und muslimische Staaten zu erreichen.

Netanyahu: Israel wird alle Kriegsziele erreichen

Der Iran und seine Verbündeten hätten Israel mit einem «Feuerring» umlegt und nach dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 versucht, den jüdischen Staat zu «erwürgen», sagte Netanyahu. Dies sei jedoch nicht gelungen. «Wir sind entschlossen, den Sieg zu vervollständigen, der unser Leben auf Jahre hin beeinflussen wird.» Israel werde «alle Kriegsziele erreichen», sagte er. Dazu gehört auch die Zerstörung der islamistischen Terrororganisation Hamas, mit der Israel zuletzt eine Waffenruhe vereinbart hatte.

«Wir sind verpflichtet, sie alle zurückzubringen», sagte Netanyahu mit Blick auf die verbliebenen 19 Leichen von Geiseln im Gazastreifen.

Am 7. Oktober 2023 habe Israel «eine erschütternde Veranschaulichung des Begriffs Völkermord bekommen», sagte Netanyahu rückblickend. «Ich spreche nicht von einem fiktiven Völkermord, wie er uns in antisemitischen Anschuldigungen vorgeworfen wird. Das Massaker am 7. Oktober war ein monströser Mord.» Auch Kinder und alte Leute seien bei dem Überfall von Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen ohne Mitleid ermordet worden. «Wenn diese Mörder könnten, würden sie jeden einzelnen von uns abschlachten. Das ist der echte Völkermord.» (dpa)

10:43 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Ein Jahr nach Sinwars Tod: Hamas will Kampf fortsetzen

Ungeachtet der aktuell geltenden Waffenruhe mit Israel hat die Hamas am ersten Jahrestag der Tötung ihres Chefs, Jihia al-Sinwar, die Fortsetzung des bewaffneten Kampfes gegen Israel gelobt. Sinwar war bei einem Einsatz der israelischen Armee während des Gaza-Kriegs getötet worden. Der 61-Jährige galt als Drahtzieher des Massakers am 7. Oktober 2023, Auslöser des Gaza-Kriegs und einer dramatischen regionalen Eskalation.

In einer Stellungnahme der islamistischen Terrororganisation zum ersten Jahrestag war die Rede von einem Märtyrertod Sinwars. Die Flamme werde nicht erlöschen, hiess es mit Blick auf das Massaker am 7. Oktober, bei dem in Israel rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 weitere in den Gazastreifen verschleppt worden waren.

In dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde fast 68'000 Menschen getötet, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Mehr als 170'000 weitere wurden demnach verletzt. Der Gazastreifen liegt weitgehend in Trümmern, Israel wurde wegen der harten Kriegsführung international scharf kritisiert.

«Das Blut der gefallenen Führer stärkt den Weg des Widerstands für kommende Generationen», schrieb die Hamas mit Blick auf Sinwar und andere Anführer der Palästinenserorganisation. «Wir bekräftigen das Gelöbnis, ihrem Weg treu zu bleiben und ihre Opfer und ihren Einsatz zu ehren – bis zur Befreiung des Landes und der heiligen Stätten.»

Die Hamas lehnt die von der internationalen Gemeinschaft für die Region angestrebte Zweistaatenlösung - ein unabhängiger Staat Palästina, der friedlich Seite an Seite Israels lebt - strikt ab. Sie will stattdessen Israel zerstören und auf dem gesamten Gebiet des historischen Palästina einen islamischen Staat einrichten. Im Gaza-Krieg war vergangene Woche eine Waffenruhe in Kraft getreten. In der dazugehörigen Vereinbarung ist eine Entwaffnung der Hamas vorgesehen, die die Terrororganisation jedoch ablehnt. (dpa)

06:10 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Trumps Friedensplan wankt bereits: Wer kann die Hamas jetzt noch stoppen?

Kaum hat die israelische Armee Teile des Gazastreifens geräumt, nutzt die Hamas das Vakuum und schlägt brutal zurück. Einen wichtigen Gegner hat die Terrorgruppe bereits in die Knie gezwungen – wer kann sie jetzt noch stoppen? (chm)

06:07 Uhr

Donnerstag, 16. Oktober

Islamisten bestreiten Zugang zu weiteren Geisel-Leichen – Israel droht

Israel fordert die islamistische Hamas zur Übergabe aller toten Geiseln auf und droht bei Nichteinhaltung des Waffenruhe-Abkommens mit der Rückkehr zum Krieg im Gazastreifen. Verteidigungsminister Israel Katz sagte laut der israelischen Nachrichtenseite «ynet», das Abkommen verlange die Entwaffnung der Hamas sowie die Übergabe aller lebenden und toten Geiseln. Sollte sich die Terrororganisation weigern, die Vereinbarung einzuhalten, werde Israel die Kämpfe wieder aufnehmen. Er habe das Militär angewiesen, für diesen Fall einen umfassenden Plan auszuarbeiten.

Die Hamas hatte am Abend zwei weitere Leichen übergeben und nach eigener Darstellung damit alle für sie erreichbaren Überreste von Geiseln ausgehändigt. Laut Vereinbarung muss sie insgesamt 28 Geiselleichen übergeben. Bislang hat die Hamas zehn Leichen übergeben, davon sind sieben identifiziert. Bei einer Leiche handelt es sich nach israelischen forensischen Erkenntnissen nicht um die sterblichen Überreste einer Geisel. Die zuletzt übergebenen zwei Leichen trafen unterdessen zur Identifizierung im nationalen forensischen Institut ein.

In einer Erklärung der Hamas hiess es: «Was die übrigen Leichen betrifft, so sind zu ihrer Bergung ausserordentliche Bemühungen und spezielle Ausrüstungen nötig». Man unternehme grosse Anstrengungen, um die Sache abzuschliessen. Israels Armee erklärte: «Die Hamas ist verpflichtet, sich an die Vereinbarung zu halten und die nötigen Schritte zu unternehmen, um alle Geiseln zurückzugeben.»

Die Terrororganisation erklärte jedoch, sie habe ihre Verpflichtungen aus dem Waffenruhe-Abkommen erfüllt. Bereits am Montag hatten die Islamisten die letzten 20 lebenden Geiseln im Gazastreifen freigelassen. Die erste Phase der von US-Präsident Donald Trump initiierten Waffenruhe sieht die Freilassung und Übergabe aller lebenden und toten Geiseln vor.

Israel weist Behauptung der Hamas zurück

Israel weist laut der israelischen Nachrichtenseite «ynet» die Erklärung der Hamas zurück, sie habe jetzt alle toten Geiseln übergeben, die sie erreichen kann. Nach Israels Informationen habe die Hamas Zugang zu mindestens zehn weiteren toten Geiseln. Die USA gehen laut zwei ranghohen US-Beratern jedoch nicht davon aus, dass die Hamas gegen ihre Verpflichtungen aus dem Waffenruhe-Abkommen verstösst. Die Hamas habe über Vermittler zugesichert, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die übrigen Leichen zu finden, hiess es.

Nach Meinung des deutschen Sicherheitspolitikers Roderich Kiesewetter sind die Übergabe aller Geiseln und eine Entwaffnung der Hamas essenziell für eine vollständige Umsetzung des Gaza-Friedensplans von Trump. «Die Hamas hat weiterhin nicht alle ermordeten Geiseln freigegeben und solange das nicht der Fall ist, können die weiteren Schritte in Trumps Friedensplan nicht vollzogen werden», sagte Kieswetter in einem Interview der «Jüdischen Allgemeinen». Besonders die Entwaffnung der Hamas werde sich hier als «absolut notwendig, aber schwierig, erweisen».

US-Berater: «Dies ist eine sehr komplizierte Situation»

Viele Leichen von Geiseln könnten unter den Ruinen ausgebombter Gebäude oder in Tunnelschächten verschüttet sein. „Dies ist eine sehr komplizierte Situation», sagte ein ranghoher US-Berater. «Ich kann Ihnen sagen, dass wir hier nicht weggehen werden, bis alle (Geiseln) nach Hause kommen.»

Sowohl israelische als auch US-Beamte befürchten laut der US-Nachrichtenseite «Axios», dass rechtsextreme Minister in Israels Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Frage der Rückgabe der toten Geiseln nutzen werden, um das Waffenruhe-Abkommen zu untergraben und auf eine Wiederaufnahme des Krieges zu drängen. «Wir können nicht zulassen, dass das Abkommen scheitert», wurde ein Beamter der US-Regierung zitiert.

Der US-Sender CNN zitierte US-Präsident Donald Trump, er würde erwägen, Israel die Wiederaufnahme der Kämpfe zu erlauben, sollte die Hamas sich weigern, ihren Teil der Vereinbarung einzuhalten. Israels Armee könne wieder loslegen, «sobald ich das Wort gebe», habe Trump im kurzen Telefonat gesagt.

Israel teilte der Trump-Regierung laut «Axios» mit, dass es entschlossen sei, zur zweiten Phase des Abkommens überzugehen, in der von der Hamas die Entwaffnung und Abgabe der Macht verlangt wird und sich Israels Armee weiter aus dem Gazastreifen zurückziehen soll. Regierungsvertreter betonten demnach jedoch, dass der Übergang zur zweiten Phase schneller verlaufe, wenn die Leichen rasch zurückgebracht werden. Trump zufolge laufen bereits Verhandlungen zu weiteren Punkten seines Plans für ein Ende des Gaza-Kriegs

Entmilitarisierung schwierige Aufgabe Ein ranghoher US-Berater räumte ein, dass die Umsetzung der Entmilitarisierung des Gazastreifens eine sehr schwierige Aufgabe sein werde. «Derzeit sind wir dabei, einen Weg zu finden, wie wir dieses Ziel erreichen können, ohne dass sich jemand unsicher fühlt», hiess es. «Es ist unrealistisch zu glauben, dass alle einfach hereinspazieren, ihre Waffen niederlegen und sagen: „Bitte sehr„». Viele Menschen – selbst auf der Seite der Hamas – hätten Angst vor Vergeltungsmassnahmen durch andere Menschen in Gaza. «Es handelt sich also um eine sehr komplexe Dynamik», sagte der Berater der US-Regierung.

Die USA arbeiten demnach mit Israel zusammen, um innerhalb der noch von der israelischen Armee kontrollierten Gebiete des Gazastreifens eine Sicherheitszone einzurichten, in die palästinensische Zivilisten, die Vergeltungsmassnahmen der Hamas fürchten, fliehen können. Die Initiative erfolgt in Reaktion auf Berichte über Hinrichtungen durch die Hamas. Trump hatte diese am Dienstag mit den Worten kommentiert, die Hamas habe gegen «sehr, sehr schlimme Banden» durchgegriffen. Im Telefonat mit CNN sagte er nun, er werde prüfen, ob dabei unschuldige Palästinenser getötet wurden.

Laut Trumps 20-Punkte-Plan müsste in einer zweiten Phase eine Technokraten-Regierung für den Wiederaufbau des Gazastreifens gebildet werden. Die Hamas würde daran dem Plan zufolge nicht beteiligt, sondern entwaffnet. Eine internationale Friedenstruppe (ISF) würde in Gaza für Sicherheit sorgen. Über all das wird aber lange verhandelt werden müssen. Der ranghohe US-Berater sagte, viele Länder - darunter Indonesien - hätten angeboten, sich an der ISF zu beteiligen. Es ist jedoch laut der «Times of Israel» unklar, ob eines dieser Länder tatsächlich zugestimmt hat, eigene Truppen nach Gaza zu entsenden. (dpa)

Artikel: http://www.vaterland.li/international/krieg-in-nahost-alle-entwicklungen-im-ticker-art-702715

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