Hitlers «Teehaus» am Obersalzberg niedergebrannt
Das von den Nationalsozialisten errichtete Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden ist in der Nacht zum Samstag durch ein Feuer weitgehend zerstört worden. Die Polizei hält eine Brandstiftung als Ursache für möglich. Eine Person sei festgenommen worden. Ob diese Person im Zusammenhang mit dem Brand stehe, werde aber noch ermittelt. Die Ermittlungen hat die Kriminalpolizei in Traunstein übernommen.
Das Kehlsteinhaus war in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten als Teil des von Adolf Hitler genutzten Komplexes am Obersalzberg erbaut worden und wird inzwischen als frei zugängliche Berggaststätte genutzt. International ist das Ausflugsziel als «Eagles Nest» bekannt, was mit «Adlerhorst» übersetzt werden kann.

Am Freitag war das Lokal jedoch nicht geöffnet. Nach ersten Erkenntnissen von Polizei und Feuerwehr wurden keine Menschen verletzt. Allerdings konnte das Areal auch am Morgen nur mit schwerem Atemschutz betreten werden, was die Suche erschwerte.
Die bereits am Freitagabend begonnenen Löscharbeiten liefen am Vormittag weiter. Die ersten Rettungskräfte waren nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Freitagabend um 21.52 Uhr eingetroffen und hatten einen Grossbrand festgestellt.
Das 1'838 Meter hoch gelegene Haus am Obersalzberg ist schwer zu erreichen – normalerweise wird das Haus mit Bahnbussen der sogenannten Kehlsteinline erschlossen. Laut Deutscher Bahn dauert die Auffahrt 20 Minuten und verläuft durch fünf Tunnels. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt.
Erbaut in NS-Zeit
Das Gebäude ist seit 1952 eine Berggaststätte. Es wurde 1938 fertiggestellt und befand sich in einem damals abgeriegelten und für die Öffentlichkeit gesperrten Wohn- und Regierungsareal der nationalsozialistischen Führung. Eine Ausstellung dort widmet sich der Geschichte des Gebäudes.
Der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden schreibt auf seiner Seite über das Haus: «Erbaut 1937/38, sollte in der NS-Zeit das damals sogenannte Teehaus als politischer Repräsentationsort abseits der Öffentlichkeit dienen. Tatsächlich blieb die Bedeutung des Kehlsteinhauses gering.» Häufig sei das Haus von der am Obersalzberg versammelten NS-Entourage zur Erholung und für private Feiern genutzt worden. (dpa)
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