Iran und USA verhandeln – und drohen zugleich mit Krieg
Der Iran und die USA haben Verhandlungen aufgenommen, um einen neuen Krieg zu verhindern, heizen den Konflikt aber gleichzeitig an. Die iranische Revolutionsgarde begann am Sonntag mit einem Seemanöver in der Strasse von Hormuz, einer wichtigen Wasserstraße für den internationalen Ölhandel. Regimechef Ajatollah Ali Khamenei warnte, wenn Amerika angreife, werde die ganze Region in einen Krieg gerissen. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit den Worten, die USA hätten «grosse und starke Kriegsschiffe» in der Region. Er hoffe aber auf eine Verhandlungslösung.
Beide Seiten bestätigten, dass sie miteinander sprechen. Trump drängt dabei auf rasche Vereinbarungen, Teheran dagegen will sich viel Zeit lassen, um die unmittelbare Kriegsgefahr zu überstehen. Medienberichten zufolge wollen die USA noch nicht angreifen, weil die Verteidigung von Partnern wie Israel gegen iranische Vergeltungsschläge gestärkt werden soll. Trump werde aber nicht ewig warten, sagte der US-Botschafter bei der Nato, Matthew Whitaker: «Der Ball ist im Feld der Iraner», sagte Whitaker dem US-Sender Fox News.
Trump droht seit Wochen mit einem Militärschlag gegen den Iran und hat eine «Armada» aus US-Kriegsschiffen in der Nähe der Islamischen Republik zusammengezogen. Ursprünglich begründete er seine Drohungen mit der Niederschlagung des jüngsten Volksaufstandes im Iran, bei dem Tausende Menschen getötet wurden.
Inzwischen fordert Trump strikte Begrenzungen des iranischen Atomprogramms. Ausserdem will der US-Präsident, dass der Iran sein Raketenarsenal verkleinert, das US-Verbündete wie Israel und die arabischen Staaten bedroht. Als weiteres Ziel nennen US-Unterhändler ein Ende der aggressiven iranischen Aussenpolitik im Nahen Osten, die Milizen wie die Hisbollah im Libanon und die Huthis im Jemen mit Geld und Waffen ausstattet.
Beide Seiten bestätigen Gesprächsbereitschaft
Er hoffe auf ein «akzeptables» Ergebnis der Verhandlungen mit dem Iran, sagte Trump. Es gebe «ernsthafte» Gespräche. Der Vorsitzende des iranischen Sicherheitsrates, Ali Laridschani, bestätigte Fortschritte bei der Vorbereitung von Verhandlungen. Fünf Verhandlungsrunden iranischer und amerikanischer Unterhändler im vorigen Jahr waren ergebnislos geblieben: Im Juni griff Israel iranische Atom- und Regierungseinrichtungen an, und die USA beteiligten sich in der Endphase des zwölftägigen Krieges.
Der Iran ist nach Aussagen von Regierungspolitikern bereit für Gespräche über das Atomprogramm des Landes. Teheran wolle den USA und den Nachbarn beweisen, dass dieses Programm ausschliesslich friedlichen Zwecke dienen, sagt Serhan Afacan, Direktor des Zentrums für Iran-Studien in der türkischen Hauptstadt Ankara. Auch Abstriche bei der Unterstützung für Gruppen wie die Hisbollah und die Huthis sind möglich.
Über seine Raketen wolle der Iran aber nicht reden, sagte Afacan im türkischen Staatssender TRT. Die schätzungsweise 3000 iranischen Raketen können Israel, die Golf-Staaten und US-Stützpunkte im Nahen Osten treffen und sind aus Teheraner Sicht ein unverzichtbares Instrument der Abschreckung: Ohne die Möglichkeit von Vergeltungsschlägen mit Raketen wäre der Iran wehrlos gegen israelische oder amerikanische Angriffe, denn die Flugabwehrsysteme des Landes sind veraltet und seit dem Juni-Krieg stark dezimiert.
Entsprechend schwer werde es, den Iran zu Kompromissen bei den Raketen zu bewegen, meint Afacan. Einen Termin für ein Treffen des iranischen Aussenministers Abbas Arraghci mit Trumps Berater Steve Witkoff gibt es noch nicht. Laridschanis Hinweis darauf, dass die Verhandlungen erst noch vorbereitet werden müssten, lässt auf eine iranische Hinhalte-Taktik schliessen.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben






Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.