Fähre vor Zypern gekentert – mindestens sieben Tote
Bei einem Fährunglück vor der Küste Nordzyperns sind laut türkischen Medienberichten mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Etwa 237 Menschen seien gerettet worden, sagte der nordzyprische Regierungschef Ünal Üstel am Sonntag dem türkischen Fernsehsender TRT. Nach 24 Menschen wird noch gesucht.
Der Sender meldete, die Katamaran-Fähre mit knapp 270 Menschen an Bord sei auf dem Weg von Kyrenia nach Tasucu in der Türkei gewesen und habe wenige Kilometer vor der nordzyprischen Küste Wasser aufgenommen. Üstel zufolge setzte sie etwa eine Viertelstunde nach der Abfahrt einen Notruf ab.
Die Rettungsaktion laufe weiter. Laut dem Schiffstracker vesselfinder.com handelt es sich beim gekenterten Schiff um den im Jahr 2000 gebauten Fähr-Katamaran Filo Jet der türkischen Reederei Filo Denizcilik.

Der Verkehrsminister von Nordzypern, Erhan Arikli, sagte TRT, das Schiff sei gekentert und Rettungskräfte seien bereits am Unglücksort. Videoaufnahmen zeigten Menschen mit Schwimmwesten, die im Wasser rund um das gekenterte Schiff treiben. Der Bürgermeister von Kyrenia, Murat Senkul, bestätigte, das Schiff gehöre der Fährgesellschaft Filo Denizcilik an und sei vor der Küste des Diana-Strandes gesunken.
Auf Bildern des Senders CNN Türk war ebenfalls zu sehen, wie Menschen in Rettungswesten darauf warteten, in Sicherheit gebracht zu werden.
Dem Sender zufolge versuchte der Kapitän, zunächst noch umzukehren. Der türkische Vizepräsident Cevdet Yilmaz schrieb auf X, die türkische Küstenwache unterstütze bei der Rettung. Die Katamaran-Fähre sei gekentert. Warum Wasser in das Schiff eindringen konnte, war zunächst unklar.

Zypern ist seit 1974 nach einem Putsch nationalistischer griechischer Zyprer und einer darauffolgenden türkischen Militärintervention de facto geteilt. Im Jahr 1983 wurde die Türkische Republik Nordzypern (KKTC) proklamiert, die weltweit nur von der Türkei anerkannt wird. 2004 nahm die EU die Insel Zypern als Ganzes in die EU auf. (dpa/chm)
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