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Über 100 Tote: Kolumbien erschüttert durch Erdbeben – Schweiz bietet Hilfe an

Mehr als 2000 Menschen gelten nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien als vermisst. Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Verschütteten.
Es gibt Verletzte nach den Erdbeben. (Bild: AP Photo)

Ein Erdbeben der Stärke 7,4 hat Kolumbien erschüttert. Es gab Verletzte und teils schwere Gebäudeschäden. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im westkolumbianischen Departamento Chocó, wie der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) mitteilte. Das Beben ereignete sich demnach in einer Tiefe von 96 Kilometern.

Es sind über 100 Menschen ums Leben gekommen. Das teilten mehrere Bürgermeister des südamerikanischen Landes mit. Allein in der Stadt Pereira westlich der Hauptstadt Bogotá gab es demnach mindestens 18 Tote und Dutzende Verletzte.

Die Erschütterungen waren unter anderem in den Städten und Gemeinden wie Bogotá, Medellín, Cali, Pereira und Manizales zu spüren, wie mehrere Medien berichteten. In Cali seien Teile von Gebäudefassaden beschädigt worden, in Manizales habe ein Turm der Kathedrale Schäden erlitten. Auch aus Pereira seien Gebäudeschäden gemeldet worden.

Das Beben ereignete sich um 7.34 Uhr Ortszeit. Der US-amerikanische Geologische Dienst (USGS) gab die Tiefe mit 107 Kilometern an und damit etwas tiefer als der Kolumbianische Geologische Dienst.

In der Hauptstadt des Departamentos Chocó, Quibdó, wurden nach Angaben der Gouverneurin Nubia Carolina Córdoba mehrere Menschen verletzt und Gebäude schwer beschädigt. «Uns bereiten die Nachbeben Sorgen», schrieb Córdoba auf der Plattform X.

Regierung aktiviert Krisenstab

Der erst kürzlich vereidigte Präsident Abelardo de la Espriella ordnete die Einrichtung eines gemeinsamen Krisenstabs in San José del Palmar an. Dieser soll die Massnahmen zur Bewältigung der Schäden und die Hilfe für Betroffene koordinieren. Zudem forderte der Präsident einen detaillierten Bericht über die Lage und den dringendsten Hilfsbedarf.

De la Espriella kündigte an, persönlich nach Pereira zu reisen. Kurz nach dem Hauptbeben registrierte der Kolumbianische Geologische Dienst zudem ein Nachbeben der Stärke 4,6 im ebenfalls im Departamento Chocó gelegenen Nóvita.

Schweiz bietet Hilfe an

Auch die Schweiz reagierte auf das schwere Erdbeben. Bundespräsident Guy Parmelin sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus. Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Familien und den Einsatzkräften vor Ort, schrieb Parmelin auf X. Die Schweiz stehe solidarisch an der Seite Kolumbiens, verfolge die Lage aufmerksam und sei bereit, Unterstützung zu leisten, falls Hilfe benötigt werde.

Auch das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) bereitet Unterstützung vor. Gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen klärt es derzeit den Hilfsbedarf ab und steht bereit, die Nothilfe des Kolumbianischen Roten Kreuzes mit finanziellen Mitteln und Fachpersonal zu unterstützen. Vor Ort sind laut SRK Tausende Freiwillige unter anderem bei Such- und Rettungseinsätzen im Einsatz. (dpa/rem)

 

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