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Epstein-Skandal: Jetzt fällt sogar ein Schatten auf König Charles

Trug der König zu Andrews Schweigegeldzahlung bei? Scotland Yard gerät wegen seiner bisherigen Untätigkeit unter Druck.
Inzwischen bestehen kaum noch Zweifel an der Echtheit dieses Fotos, das Prinz Andrew mit der inzwischen verstorbenen Virginia Roberts Giuffre und der verurteilten Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell zeigt. (Bild: Imago)

Welche Rolle spielte der frühere Prinz Andrew im globalen Netzwerk des Sexualverbrechers Jeffrey Epstein? Wurden dessen Opfer durchs Königreich geschleust? Welche Erkenntnisse gibt es dazu im Buckingham-Palast? Immer drängender werden die Fragen an König Charles III. und seine Familie. Nach genauem Studium der jüngsten Epstein-Files fordert Ex-Premier Gordon Brown ein energisches Vorgehen von Scotland Yard: «Die Polizei sollte Andrew befragen.»

Inzwischen bestehen kaum noch Zweifel an der Echtheit dieses Fotos, das Prinz Andrew mit der inzwischen verstorbenen Virginia Roberts Giuffre und der verurteilten Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell zeigt. (Bild: Imago)

Andrew selbst nimmt zu den Vorwürfen entweder keine Stellung oder bestreitet sie energisch – ähnlich wie er stets jeden Kontakt zu Virginia Giuffre bestritt. Die mittlerweile verstorbene Frau hatte den Prinzen jahrelang des sexuellen Missbrauchs bezichtigt, dabei auch viele glaubwürdige Details genannt. Zudem existierte ein Foto des Paares, gemeinsam mit Epsteins langjähriger Komplizin Ghislaine Maxwell, die eine lange Haftstrafe wegen Sexualdelikten verbüsst. Weil die Giuffre-Vorwürfe das Platin-Jubiläumsjahr der Queen zu überschatten drohten, zahlte Andrew seiner Anklägerin eine zweistellige Millionensumme, umgerechnet rund 12,6 Millionen Franken.

Das stets wohlinformierte Boulevardblatt «The Sun» teilte am Donnerstag mit: Einen Teil des Schweigegelds, umgerechnet rund 1,6 Millionen Franken, brachte der damalige Thronfolger Charles auf, den Löwenanteil bestritt die Queen. Millionen flossen auch aus dem Erbe des 2021 verstorbenen Prinzen Philip. Angeblich wurde bisher kein Penny der als «Darlehen» deklarierten Summe zurückgezahlt – woher auch? Andrew und seine Gattin Sarah Ferguson sind seit Jahrzehnten stets nur durch Schulden aufgefallen.

Das fällt nun immer stärker auf König Charles III. zurück. Binnen weniger Tage störten zweimal wütende Zwischenrufer öffentliche Auftritte des Monarchen. «Wie lange wussten Sie über Andrew und Epstein Bescheid?», schrie der eine. Er wurde ebenso rasch von den Begeisterungsrufen Hunderter Schaulustiger zum Schweigen gebracht wie ein anderer, der den König fragte: «Haben Sie schon die Polizei zu Ermittlungen gedrängt?»

Genau diese Frage scheint die Royals tief zu beunruhigen. Kripo-Ermittlungen gegen die Mitglieder der Windsor-Familie waren bisher ebenso tabu wie Zwischenrufe gegen den König. Deshalb meldete sich der 77-Jährige – auch dies ausgesprochen ungewöhnlich – in der unappetitlichen Familienangelegenheit zu Wort. Die neuen Enthüllungen über seinen Bruder und das daraus resultierende Ermittlungsverfahren seien «höchst bedenklich». Sollten die Kriminalbeamten bei ihm vorsprechen, stehe er zu deren Unterstützung bereit.

Andrew machte Werbung für Epstein

Was der Palast mit «neuen» Enthüllungen meint, bezieht sich auf Prinz Andrews Rolle als Handelsbeauftragter der Regierung. Seine E-Mails legen nahe: Am Rande eines Staatsbesuchs der damaligen Queen in den Vereinigten Arabischen Emiraten warb Andrew beim dortigen Aussenminister für seinen Freund Epstein. Offenbar sollte dieser im Gegenzug dem allzeit klammen Prinzen zu lukrativen Vermittlerjobs bei der US-Investmentbank Kantor Fitzgerald verhelfen. Keines der Geschäfte kam tatsächlich zustande.

Dem Autor Andrew Lownie zufolge stellen der jüngere Königsbruder und seine Familie – ausdrücklich auch die beiden Töchter Eugenie und Beatrice, die sich weiterhin Prinzessin nennen dürfen – «Korruption im Zentrum der Königsfamilie» dar. Lownies Buch «Entitled» über Aufstieg und Fall der York-Familie sorgte schon im vergangenen Jahr für Schlagzeilen. Die demnächst erscheinende Taschenbuch-Ausgabe, so berichtete es der 64-Jährige jetzt dem Club der Londoner Auslandspresse FPA, werde weitere brisante Details enthalten, an deren Veröffentlichung ihn bisher die Verlagsjuristen gehindert hatten.

 
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