­
­
­
­

Dialog in Nicaragua auf Eis gelegt

Der Vermittlungsversuch der Kirche zur Überwindung der Krise in Nicaragua ist vorerst gescheitert. Der nationale Dialog wurde ausgesetzt, da sich Regierung und Opposition nicht auf eine gemeinsame Agenda einigen konnten.
Die Vertreter der katholischen Kirche schauen resigniert nach unten, als Kardinal Leopoldo Brenes (2.v.r.) die Öffentlichkeit darüber berichtet, dass die Verhandlungen vorerst gescheitert sind.
Die Vertreter der katholischen Kirche schauen resigniert nach unten, als Kardinal Leopoldo Brenes (2.v.r.) die Öffentlichkeit darüber berichtet, dass die Verhandlungen vorerst gescheitert sind. (Bild: KEYSTONE/AP/ALFREDO ZUNIGA)

Dies teilte die Bischofskonferenz des mittelamerikanischen Landes am Mittwoch nach achtstündigen Verhandlungen mit. Bei den Gesprächen sollte nach Massenprotesten mit dutzenden Toten eine nationale Versöhnung auf den Weg gebracht werden. Die Regierung lehnte es beim Treffen mit der Opposition aber ab, Verhandlungen über vorgezogene Präsidentschaftswahlen in diesem Jahr auf die Tagesordnung zu setzen.

Nordwestlich der Hauptstadt Managua kam es unterdessen zu neuen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Mindestens zehn Demonstranten, die in der Stadt Léon eine Sitzblockade errichtet hatten, wurden verletzt, wie das Rote Kreuz am Mittwoch mitteilte.

Seit Beginn der Massenproteste in Nicaragua Mitte April wurden nach Angaben der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) 76 Menschen getötet und mehr als 800 weitere verletzt. Die Wut der Demonstranten hatte sich zunächst gegen Renteneinschnitte gerichtet, die Präsident Daniel Ortega angesichts des Widerstands schon bald wieder zurückzog.

Der Unmut der Demonstranten richtet sich inzwischen aber auch generell gegen den autoritären Regierungsstil Ortegas und seiner Ehefrau, Vizepräsidentin Rosario Murillo. Der 72-jährige Politiker der Nationalen Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN) und ehemalige Guerillakämpfer regiert Nicaragua seit elf Jahren. (sda/afp)

 

Schlagwörter

Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Kommentare
Keine Kommentare

    Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben

Kommentare hinzufügen

Ähnliche Artikel

Abo

«Hier wird es keine Wahlen mehr geben»: Wie ein Hoffnungsträger linker Utopien in die Diktatur abrutschte

Der Ortega-Clan will sich keiner Abstimmung mehr stellen und erklärt Nicaragua zur Autokratie.
21.07.2026
Abo

Wales und England entziehen Infantino den Support, Kritik aus Deutschland

Zwei erste nationale Fussballverbände machen ernst. Wales und England wollen Fifa-Präsident Gianni Infantino nicht wiederwählen. Und auch aus Deutschland kommt Kritik.
03.08.2026
Abo

Ein Eigentor für Gianni Infantino: Vernichtende Reaktionen zu Plänen für die Privatisierung der WM

Selbst der US-Verband stellt sich zusammen mit einer Mehrheit der Fussballwelt gegen die Idee, einen Teil der Rechte an den Fifa-Turnieren zu verkaufen. Und nun mischt sich auch noch die Politik aus dem Mutterland des Fussballs ein.
31.07.2026
­
­