Bolsonaro gemäss Berichten nach Wahlniederlage unerlaubt in die USA ausgereist
Der bei der Wahl am Sonntag unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro hat seine Reisepässe nicht – wie vom Obersten Gerichtshof angeordnet – abgegeben, sondern hat Medienberichten zufolge das Land verlassen. Ein Sprecher Bolsonaros bestätigte die Medienberichte, wonach dieser in die USA ausgereist sei, auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP zunächst nicht.
Sein Bruder Eduardo Bolsonaro, der in Texas lebt, hatte den Präsidentschaftskandidaten öffentlich dazu ermutigt, Brasilien zu verlassen, falls er die Wahl verlieren sollte. Gegen Bolsonaro wird wegen mutmasslicher Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung in zwei Fällen ermittelt. Nach seiner Wahlniederlage ordnete der Oberste Gerichtshof an, dass er seinen regulären Reisepass und seinen Diplomatenpass bis Dienstagmittag abgeben müsse, während weiter ermittelt werde. Dieser Aufforderung kam Bolsonaro aber nicht nach.
Sein Vater, der ehemalige Präsident Jair Bolsonaro, verbüsst eine 27-jährige Haftstrafe im Hausarrest. Er wurde für schuldig befunden, nach seiner Wahlniederlage gegen Luiz Inácio Lula da Silva im Jahr 2022 versucht zu haben, einen Staatsstreich herbeizuführen. (dpa)
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