Botschafter zurückgerufen: Mileis Beschimpfungen gegen Lula haben Folgen
Nach dem umstrittenen Auftritt des argentinischen Präsidenten Javier Milei bei der Nominierung des rechtsgerichteten brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro hat Brasilien seinen Botschafter in Buenos Aires zu Konsultationen zurückgerufen. Dies berichteten unter anderem CNN Brasil unter Berufung auf das brasilianische Aussenministerium sowie argentinische Medien.
Beim Parteitag der Liberalen Partei (PL) von Bolsonaro hatte Milei am Vortag in Brasilien den linken Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva scharf kritisiert. Milei bezeichnete Lula etwa als «Dieb» und «Häftling». Zudem rief er dazu auf, dem «sozialistischen Abschaum» in Lateinamerika den Rücken zu kehren.

Milei über Richter: «Glatzköpfiger Müll»
Lula will sich im Oktober als Kandidat der Arbeiterpartei PT zur Wiederwahl stellen. Sein Hauptherausforderer Flávio Bolsonaro ist der Sohn des wegen eines versuchten Staatsstreichs zu 27 Jahren Haft verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Dieser steht aus gesundheitlichen Gründen unter Hausarrest.

Milei, einer der prominentesten Vertreter der politischen Rechte in Lateinamerika, wollte während seiner Reise nach Brasilien Jair Bolsonaro besuchen. Dies untersagte ihm allerdings Richter Alexandre de Moraes. In seiner Rede kritisierte Milei die brasilianische Justiz und bezeichnete den Richter als «glatzköpfigen Müll».
Die Regierung in Brasília wertete Mileis Aussagen den Berichten zufolge als «Affront» und ergriff daraufhin Massnahmen. In der Diplomatie ist die zeitweilige Rückberufung des eigenen Botschafters zu Konsultationen ein Zeichen des Protests oder des Missfallens gegenüber dem Empfangsstaat. (dpa)
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