­
­
­
­

Botschafter zurückgerufen: Mileis Beschimpfungen gegen Lula haben Folgen

Argentiniens Präsident Javier Milei hat bei der Nominierung Flávio Bolsonaros zum Präsidentschaftskandidaten Brasiliens Staatschef Lula als «Dieb» und einen Richter als «glatzköpfigen Müll» bezeichnet. Der Eklat hat nun Folgen.
Der brasilianische Präsidentschaftskandidat Flavio Bolsonaro und Argentiniens Präsident Javier Milei am Parteitag der Liberalen Partei in São Paulo. (Bild: AP)
Mileis Äusserungen lösten später diplomatische Spannungen zwischen Brasilien und Argentinien aus. (Bild: Bilder: EPA/AP)

Nach dem umstrittenen Auftritt des argentinischen Präsidenten Javier Milei bei der Nominierung des rechtsgerichteten brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro hat Brasilien seinen Botschafter in Buenos Aires zu Konsultationen zurückgerufen. Dies berichteten unter anderem CNN Brasil unter Berufung auf das brasilianische Aussenministerium sowie argentinische Medien.

Beim Parteitag der Liberalen Partei (PL) von Bolsonaro hatte Milei am Vortag in Brasilien den linken Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva scharf kritisiert. Milei bezeichnete Lula etwa als «Dieb» und «Häftling». Zudem rief er dazu auf, dem «sozialistischen Abschaum» in Lateinamerika den Rücken zu kehren.

Der brasilianische Präsidentschaftskandidat Flavio Bolsonaro und Argentiniens Präsident Javier Milei am Parteitag der Liberalen Partei in São Paulo. (Bild: AP)

Milei über Richter: «Glatzköpfiger Müll»

Lula will sich im Oktober als Kandidat der Arbeiterpartei PT zur Wiederwahl stellen. Sein Hauptherausforderer Flávio Bolsonaro ist der Sohn des wegen eines versuchten Staatsstreichs zu 27 Jahren Haft verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Dieser steht aus gesundheitlichen Gründen unter Hausarrest.

Mileis Äusserungen lösten später diplomatische Spannungen zwischen Brasilien und Argentinien aus. (Bild: Bilder: EPA/AP)

Milei, einer der prominentesten Vertreter der politischen Rechte in Lateinamerika, wollte während seiner Reise nach Brasilien Jair Bolsonaro besuchen. Dies untersagte ihm allerdings Richter Alexandre de Moraes. In seiner Rede kritisierte Milei die brasilianische Justiz und bezeichnete den Richter als «glatzköpfigen Müll».

Die Regierung in Brasília wertete Mileis Aussagen den Berichten zufolge als «Affront» und ergriff daraufhin Massnahmen. In der Diplomatie ist die zeitweilige Rückberufung des eigenen Botschafters zu Konsultationen ein Zeichen des Protests oder des Missfallens gegenüber dem Empfangsstaat. (dpa)

 
Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Kommentare
Keine Kommentare

    Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben

Kommentare hinzufügen

Ähnliche Artikel

Bolsonaros Sohn tritt bei Präsidentenwahl an

Flávio, Sohn des rechten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, will bei der Präsidentenwahl Staatschef Lula herausfordern. Bei der Nominierung war ein hochrangiger ausländischer Gast dabei.
25.07.2026

Mit 80 auf dem Laufband zum Wahlsieg? - Staatschef Lula hält sich fit

Brasiliens Präsident kandidiert für eine vierte Amtszeit. Manche finden ihn zu alt dafür. Umso grösseren Wert legt er darauf, durchtrainiert zu erscheinen – vielleicht auch mit dem Schicksal von Joe Biden vor Augen.
26.04.2026
Abo

Aus Aberglauben: Argentiniens Präsident bleibt Finale fern

In den USA, Kanada und Mexiko geht vom 11. Juni bis zum 19. Juli die grösste Fussball-WM aller Zeiten über die Bühne. Mit unserem Liveblog sind Sie immer auf dem aktuellen Stand.
03.06.2026

Wettbewerb

5. Vaduzer Beatles Party - 10x 2 köstliche Drinks zu ...
Beatles Party

Umfrage der Woche

Was ist Ihnen beim Ausbau der Windkraft in Liechtenstein wichtiger?
­
­