«Der Tiger» tritt an: Kolumbiens neuer Präsident de la Espriella übernimmt Amt
Der rechte Politiker Abelardo de la Espriella ist als neuer Präsident Kolumbiens vereidigt worden. «Die Zeit der Wiederherstellung von Ordnung, Autorität und Freiheit hat begonnen», sagte er bei seiner Amtseinführung in der südwestlichen Stadt Cali, wie in der Live-Übertragung der Zeremonie zu sehen war. Der von US-Präsident Donald Trump unterstützte de la Espriella löst Gustavo Petro ab, der als erster Linker an der Spitze des Landes stand und nicht mehr antreten durfte. De la Espriella hatte die Stichwahl im Juni knapp gegen den linken Regierungskandidaten Iván Cepeda gewonnen.

De la Espriella übernimmt ein Land, in dem bewaffnete Gruppen und kriminelle Organisationen in vielen Regionen wieder an Einfluss gewonnen haben. Der 48-jährige Anwalt hatte im Wahlkampf einen harten Kurs gegen Gewalt und Drogenhandel angekündigt und will die Sicherheitskräfte stärken. Auch aussenpolitisch kündigte «El Tigre» (Der Tiger), wie sich der neue Präsident selbst nennt, einen Kurswechsel an. Er will die zuletzt abgekühlten Beziehungen zu den USA wieder ausbauen und im Kampf gegen den Drogenhandel enger mit Washington zusammenarbeiten.
Kolumbien, der weltweit grösste Produzent von Kokain, war lange Zeit der wichtigste Partner der USA in Südamerika, bevor sich das Verhältnis unter Petro deutlich verschlechterte. Zudem plant De la Espriella, die diplomatischen Beziehungen zu Israel wiederherzustellen, die Petro wegen des Gaza-Kriegs abgebrochen hatte. Der neue Präsident soll Kolumbien bis 2030 regieren. Zu den internationalen Gästen der Zeremonie auf einem Militärgelände vor Ehrenformationen des Militärs zählten unter anderem Spaniens König Felipe VI. und der ultraliberale argentinische Präsident Javier Milei. Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino war vor Ort, der zuletzt wegen seiner Pläne für einen milliardenschweren Investorenfonds für die FIFA in die Kritik geraten war. (dpa)
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