Meta verspricht Gleichbehandlung von Lula und Bolsonaro vor Stichwahl
(dpa) Der Facebook- und Instagram-Mutterkonzern Meta hat nach eigenen Angaben eine Anordnung des brasilianischen Wahlgerichts umgesetzt, die eine gleichberechtigte Behandlung von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und seinem Herausforderer Flávio Bolsonaro auf den Plattformen sicherstellen soll. Die Entscheidung fällt wenige Tage vor der Stichwahl um das Präsidentenamt am Sonntag.

Lulas Wahlkampfteam hatte Meta am 15. Oktober vorgeworfen, durch voreingenommene Algorithmen und Einschränkungen beim Einsatz künstlicher Intelligenz Bolsonaro zu bevorzugen. Am Montag protestierten Hunderte Menschen vor dem Unternehmensbüro in São Paulo.
Meta erklärte, die angeordneten Massnahmen seien umgesetzt. Die gerichtlichen Vorgaben beträfen keine regulären, nicht bezahlten Beiträge. Zudem habe das Unternehmen ein Verfahren eingerichtet, bei dem automatische Sperren oder Einschränkungen von Werbekonten der Präsidentschaftskandidaten innerhalb von zwei Stunden von Mitarbeitern überprüft werden müssten.
Der Konzern wies Vorwürfe politischer Voreingenommenheit, Manipulation oder gezielter Einflussnahme auf die Wahl zurück. Technische Einschränkungen und nicht politische Beweggründe seien für die jüngsten Probleme verantwortlich.
Eine Sprecherin des Wahlgerichts bestätigte den Eingang der Stellungnahme. Vertreter Metas und der beiden Wahlkampfteams sollten sich am Dienstag mit einem Richter in Brasília treffen, um die Situation zu erörtern.
Bei der ersten Wahlrunde am 4. Oktober hatte Bolsonaro mit 47 Prozent der Stimmen vor Lula mit 45 Prozent gelegen. Umfragen deuteten auf ein knappes Rennen bei der Stichwahl am 25. Oktober hin.
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