«Bluenami»: Das Wichtigste der Midterm-Nacht in 7 Punkten
1. Die Demokraten feiern gewaltigen Wahlsieg
Die Prognosen deuteten einen Wahlsieg der Demokratischen Partei bei den Midterms an – doch wieder einmal lagen die Umfragewerte daneben. Der Erfolg der Demokraten fiel wesentlich deutlicher aus, als erwartet worden war. Sogar in Staaten, die nicht als «Battlegrounds» gewertet wurden, setzten sich demokratische VertreterInnen durch.
In beiden Kammern wird die Demokratische Partei ab Januar über eine deutliche Mehrheit verfügen. In Anlehnung an die Monsterwelle sprechen amerikanische Medien von einem «Bluenami».
Die Resultate als Live-Grafiken:
2. Die Demokraten gewinnen den Senat
Es war die grosse Frage vor den Wahlen: Können die Demokraten mit dem Senat auch die kleine Kammer des US-Kongresses gewinnen? Früher als erwartet kam die Antwort: ja. Und man darf sogar von einem Erdrutschsieg der Demokraten sprechen.

Die grösste Sensation glückte der Demokratin Annie Andrews. Sie holte den Senatssitz in South Carolina. Vor den Wahlen war der Bundesstaat an der Ostküste nicht einmal als «Battleground» taxiert worden. Seit über zwei Jahrzehnten besetzen die Republikaner beide Senatssitze in South Carolina.

Ebenfalls einer Sensation gleich kommt der Sieg des Demokraten Adam Hamilton in Kansas. Er drängte den Republikaner Roger Marshall aus dem Amt – und das mit dem deutlichen Vorsprung von über sechs Prozentpunkten.
Aus historischer Perspektive ist auch der Sieg von James Talarico in Texas eine Sensation. Seit 1993 gab es dort keinen demokratischen Senator mehr. Sein Sieg wurde aufgrund der Umfragen allerdings für möglich gehalten.
Die Umfragen hatten im extremsten Fall 53 (von 100) Senatssitze für die Demokraten vorhergesagt. Nun sieht es gar nach einem noch extremeren Sieg aus. Die deutliche Mehrheit ist wichtig, weil mit John Fretterman ein Demokrat im Senat sitzt, der sich immer wieder gegen die Partei und auf die Seite von Donald Trump stellt.
3. Die Demokraten gewinnen das Repräsentantenhaus zurück
Es galt als beinahe sicher, und das «beinahe» konnte früh in der Nacht gestrichen werden. Noch vor 3 Uhr Schweizer Zeit vermeldete die «New York Times», dass die Demokratische Partei die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurückerobern wird – und das mit einer gewaltigen Mehrheit. CNN und die Times prognostizieren zwischen 70 und 80 Sitzgewinne für die Demokraten.
4. Trump droht eine Rekordniederlage
Ob die Midterms 2026 für Donald Trump zu einer Rekordniederlage werden, ist noch nicht sicher. Vieles deutet aber darauf hin.

Barack Obama verlor 2010 69 Nettositze. 63 im Repräsentantenhaus und 6 im Senat. Aktuell sieht es danach aus, als würde ihn Donald Trump überflügeln. Die Mehrheit der Republikaner im House betrug vor den Wahlen vier Sitze (214 zu 218). Nach den Wahlen dürfte die Übermacht der Demokraten laut New York Times bis zu 75 Sitze betragen.
Im Senat sieht es danach aus, als würden die Demokraten zehn Sitze dazugewinnen (Stand: 5 Uhr). Um das Rennen des grössten Verlierers der letzten Jahrzehnte hat Donald Trump nach jetzigem Stand die Nase vorn.
5. Erster offen homosexueller Senatskandidat gewählt

Zum ersten Mal in der Geschichte der USA wählen die Stimmberechtigten einen offen homosexuell lebenden Mann zum Senator. Chris Pappas der Demokraten gewann den vakanten Sitz in New Hampshire gegen seinen Kontrahenten John E. Sununu.
6. Erste Afroamerikanerin als Gouverneurin von Georgia

Auch in Georgia kommt es zu einer Premiere. Die demokratische Kandidatin Keisha Lance Bottoms wurde zur ersten afroamerikanischen Gouverneurin gewählt. Die ehemalige Bürgermeisterin von Atlanta besiegte ihren Kontrahenten mit beinahe zehn Prozentpunkten Vorsprung.
Auch Wisconsin bekommt seinen ersten schwarzen Gouverneur. Der Demokrat David Crowley hat die Wahl gewonnen.
7. Texas erhält auch eine demokratische Gouverneurin

In Texas erleben die Demokraten ihr blaues Wunder. Im Gouverneursrennen setzt sich die Demokratin Gina Hinojosa gegen den Amtsinhaber Greg Abbott durch. Hinojosa ist die erste demokratische Gouverneurin seit Ann Richards, die bis 1995 im Amt war.
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