Trump ist selber schuld, wenn seine Republikaner bei der Wahl abstürzen
Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass Donald Trumps Partei am kommenden Dienstag bei den amerikanischen Zwischenwahlen abgestraft wird. Offen ist nur noch, wie viele Republikaner ihre Sitze im Senat und im Repräsentantenhaus verlieren werden.
Verantwortlich für diese Niederlage ist der Mann im Weissen Haus. Trump hat in den ersten zwei Jahren seiner neuen Amtszeit an den Wählern vorbeipolitisiert. Der Unternehmer, der zum Präsidenten gewählt wurde, weil er seinem Bauchgefühl vertraute, verlor den Kontakt zur Realität.
Trump mag immer noch behaupten, dass er sich 24 Stunden pro Tag um die Alltagssorgen der amerikanischen Bevölkerung kümmert. Die Wähler aber wissen es besser. Sie haben registriert, dass der 80 Jahre alte Präsident viel lieber über den neuen Helikopterlandeplatz beim Weissen Haus oder den angeblich knackigen Hinterteil eines Senators spricht als über die hohen Lebenshaltungskosten. Die Republikaner, die sich noch im Wahlkampf 2024 als die neue Arbeiterpartei präsentierten, vertreten in den Augen der Wähler nun vor allem die Interessen der Reichsten im Land.
Weil Trump am Dienstag nicht zur Wahl steht, müssen seine Parteifreunde den politischen Backlash ausbaden. Der Präsident selbst wird bei einer Niederlage der Republikaner allerdings nicht ungeschoren davonkommen. Falls die Demokraten in beiden Kammern des Kongresses die Macht übernehmen, werden sie Trump genauer auf die Finger schauen. Sie werden einem Präsidenten, der bisher wie ein Wirbelsturm regierte, Grenzen setzen. Das Regieren per Bauchgefühl wird dann schwieriger.
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