Street Parade: Zürich wird zur riesigen Tanzfläche
Unter erhöhter Wachsamkeit der Sicherheitskräfte hat sich Zürich für die diesjährigen Street Parade in eine gigantische Tanzfläche verwandelt. 900'000 Menschen feierten bei heissen Sommertemperaturen, wie die Veranstalter am Abend mitteilten. Die offiziellen Zahlen stehen noch aus.
Die Freiluftparty, die als grösste Techno-Parade der Welt gilt, fand zwei Wochen nach dem islamistischen Anschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin statt. Unter dem Motto «Together we move» („Gemeinsam in Bewegung“) beschallten DJs in Zürich auf 9 Bühnen und 30 fahrenden Lkw die Raverinnen und Raver. Zur Abkühlung wurden entlang der Route zwei riesige Duschen aufgebaut.
Die Teilnahme an der Street Parade war gratis - für Dienstleistungen musste dagegen bezahlt werden. An Verkaufsständen wurde für einen halben Liter Dosenbier 9,50 Franken verlangt. Ein Armbändchen, das zur unlimitierten Benutzung der Party-WCs berechtigt, kostete 10 Franken.
Im Vorfeld hatten die Behörden laufend Lagebeurteilungen erstellt und dabei auch auf aktuelle Ereignisse reagiert. Nach dem Anschlag in Berlin seien die Sicherheitskräfte besonders sensibilisiert, sagte eine Polizeisprecherin laut einem Bericht des Senders SRF. Barrieren, um Fahrzeuge vom Festivalgelände abzuhalten, gehörten aber schon seit längerem zum Sicherheitskonzept.
Um 18.30 Uhr kam es vor einer Bühne zu einem so grossen Andrang, dass Personenlenkungsmassnahmen nötig wurden. Diese konnten bald aufgehoben werden, schreibt die Stadtpolizei am Samstagabend.
Mehrere Schwimmer mussten laut Polizei aus den Gewässern rund um die Quaibrücke, den Schanzengraben und die Limmat gewiesen werden. Zudem wurden einige Bootsführer wegen Missachtung der Verkehrsregeln weggewiesen. Ein Schwimmer wurde bei der Wühre gerettet, nachdem er in Not geraten war.
Bis 20 Uhr verzeichnete die Polizei neun Festnahmen, hauptsächlich wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zwei Personen wurden wegen übermässigem Alkohol- oder Drogenkonsum in die Zürcher Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle gebracht. (dpa/phh)
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