Schlägerei in der Seniorenliga: Match im St.Galler Gründenmoos eskaliert nach einer Roten Karte
Das St.Galler Gründenmoos wurde am Freitagabend zum Schauplatz einer Schlägerei. Der FC Jedinstvo SG traf auf den KF Dardania St.Gallen in der Liga Senioren 30+. Gemäss Spielprotokoll verlief die erste Hälfte der Partie ohne Zwischenfälle. Dardania führte zur Pause mit 2:0. In der 56. Minute zeigte der Schiedsrichter Dardan Berisha vom KF Dardania St.Gallen die Rote Karte. Aus dem Protokoll kann abgeleitet werden, dass die Partie nach dieser Roten Karte abgebrochen wurde. Zudem wurde die Polizei alarmiert.
Spielbeginn war um 20.15 Uhr. Kurz vor 21.30 Uhr wurde dann die Stadtpolizei St.Gallen über eine Schlägerei auf einem Fussballplatz im Gründenmoos informiert. Mehrere Patrouillen der Stadtpolizei sowie der Rettungsdienst rückten daraufhin vor Ort aus. Das schreibt die Stadtpolizei in ihrem Communiqué. Gemäss ersten Erkenntnissen kam es zwischen den beiden Mannschaften zunächst zu einem Handgemenge. In der Folge soll es zu Schlägen und einem Kopfstoss gekommen sein. Dabei wurde ein 40-jähriger Mann aus Bosnien und Herzegowina erheblich verletzt und musste durch den Rettungsdienst ins Spital gebracht werden. Ein 39-jähriger Schweizer erlitt leichte Verletzungen, benötigte jedoch keine medizinische Betreuung.
Der Auslöser für den Streit auf dem Platz sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen, die von der Kantonspolizei St.Gallen geleitet werden. Auch die Frage, wie viele Personen an der Schlägerei beteiligt waren und wer den Notruf abgesetzt hat, kann nicht abschliessend beantwortet werden. Der Ostschweizer Fussballverband hält sich ebenfalls bedeckt. Auf Anfrage schreibt er lediglich: «Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, werden wir keine Auskunft geben.»
Das sind die beiden Vereine
Auf der Website des KF Dardania St.Gallen wird man auf Albanisch empfangen. «Një emër – një klub» (also «ein Name – ein Verein») ist das Motto des 2012 gegründeten Clubs. Der Hauptzweck des Vereins sei die Förderung der Jugend. «Wir haben die Ehre und das Glück, verschiedenste Nationalitäten zu vereinen, obwohl wir einen albanischen Namen tragen», schreibt der Verein auf seiner Website.
Der FK Jedinstvo St.Gallen wurde 1968 von Gastarbeitern aus dem ehemaligen Jugoslawien gegründet. Der Name Jedinstvo bedeutet «Einheit» oder «Eintracht», ein Wert, der seit der Gründung die Identität des Vereins präge. Bis 2015 spielte der Verein als zweite Mannschaft des FC Fortuna St.Gallen. Nach einer Fusion im Jahr 2015 erfolgte 2016 die Umbenennung zu FK Jedinstvo SG. «Heute gilt Jedinstvo St.Gallen wohl als der älteste noch bestehende Verein mit Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien in der Schweiz, wenn nicht sogar in ganz Europa», schreibt der Verein auf seiner Website. Der FK Jedinstvo St.Gallen stehe für Vielfalt, Integration und Gemeinschaft.
Der KF Dardania St.Gallen schreibt auf Anfrage, dass der Verein die Vorfälle beim Seniorenspiel und den daraus resultierenden Spielabbruch bedauere. Der genaue Ablauf müsse nun durch die zuständigen Stellen aufgearbeitet und geklärt werden. Der Verein distanziere sich aber von jeglicher Form von Gewalt auf und neben dem Fussballplatz. «Wir werden die Geschehnisse auch intern sorgfältig aufarbeiten und mit den zuständigen Stellen vollständig kooperieren», schreibt der Verein weiter.
Der FC Jedinstvo SG hat auf eine Anfrage bisher nicht reagiert.
Gerangel statt Aufstiegsfeier
Im vergangenen Juni kam es im Kanton Thurgau ebenfalls zu einem unschönen Vorfall in einer unteren Liga. Der FC Diessenhofen empfing den FC Oberwinterthur zum letzten Saisonspiel der dritten Liga. Es war ein Direktduell zwischen dem Erst- und dem Zweitplatzierten, in dem es um den Aufstieg ging. Es war ein umkämpftes Spiel, das mit einem 3:3 endete. Das Unentschieden reichte den Oberwinterthurern zum Aufstieg. Die Feierstimmung kippte dann aber ziemlich schnell. Der Aufsteiger-Goalie legte sich mit einem Diessenhofer Spieler an, es kam zu einem Gerangel. Anders als beim Fall im Gründenmoos, wurde in Diessenhofen glücklicherweise niemand verletzt.
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