Warum ein umgekippter Car so schnell zur Todesfalle wird
Der schwere Carunfall im Kanton Graubünden wirft viele Fragen auf. Klar ist: Kippt ein Reisecar auf die Seite, kann das schon bei vergleichsweise geringer Geschwindigkeit dramatische Folgen haben.
Ein Crashtest eines chinesischen Busherstellers zeigt in einem Beitrag von TeleZüri eindrücklich, welche Kräfte bei einem seitlichen Umkippen wirken. Der simulierte Unfall sei praktisch identisch mit dem Geschehen in Graubünden.

Busfahrinstruktor Daniel Menzi erklärt gegenüber TeleZüri, weshalb Reisecars besonders anfällig für ein Umkippen sind. Mit einer Höhe von rund vier Metern und einer Breite von lediglich 2,5 Metern ist das Fahrzeug deutlich höher als breit. Deshalb brauche es «nicht wahnsinnig viel», bis der Kipppunkt erreicht sei. Bereits wenn eine Fahrzeugseite um rund einen halben Meter absinke, könne ein Car umstürzen. Zur Ursache des Unglücks im Engadin wolle er allerdings nicht spekulieren.
Dass bei solchen Unfällen oft viele Menschen verletzt oder getötet werden, überrascht den Experten nicht. In Reisebussen seien längst nicht alle Fahrgäste angeschnallt. Kippt der Bus, könnten Passagiere auf andere Menschen stürzen. Hinzu komme, dass Gepäck aus den Ablagen falle und zu gefährlichen Geschossen werde.
Auch in Reisecars gilt eine Angurtpflicht
Zwar müsse der Chauffeur die Fahrgäste darauf hinweisen, sich anzuschnallen. Seit 2006 ist das Pflicht. Kontrollieren könne er dies während der Fahrt jedoch nicht. Viele Passagiere stünden auf, um auf die Toilette zu gehen oder sich etwas zu trinken zu holen. Verboten sei das nicht – bei einem Unfall könne es aber fatale Folgen haben.
Eine Ausnahme gibt es für Busse des öffentlichen Verkehrs. In diesen muss man sich nicht einmal angurten, wenn man auf der Autobahn unterwegs ist. Das Anschnallen wird lediglich empfohlen.
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