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Die Telefonbetrüger sind hyperaktiv – Polizei zerschlägt eine Bande und verhaftet neun Verdächtige

Sie geben sich als Polizisten, Bankangestellte oder Sozialarbeiter aus und versuchen, ältere Menschen um ihr Erspartes zu prellen. Jetzt ist der Polizei ein Schlag gegen eine Betrügerbande gelungen.
Bei Hausdurchsuchungen stellte die Kantonspolizie Waadt Bargeld sicher. (Bild: Kantonspolizei Waadt)

Landauf, landab warnen die Kantonspolizeien unablässig vor Telefonbetrügern. Dennoch fallen immer wieder vor allem ältere Menschen auf die Maschen der Kriminellen herein. Sie geben sich als Polizisten oder Bankangestellte aus, neuerdings auch als Sozialarbeiter, Pöstler und Gesundheitsfachkräfte. Mit überfallartigen Anrufen setzen sie ihre Opfer psychisch unter Druck und verleiten sie dazu, Geld oder Schmuck herauszurücken, um sich aus einer angeblich misslichen Lage zu befreien.

Seit Anfang Jahr berichtet die Polizei in mehreren Kantonen, dass das Phänomen wieder vermehrt um sich greift. So verzeichnete die Walliser Kantonspolizei bis Ende April mehr als 100 Betrugsfälle oder -versuche. Der Schaden beläuft sich seit Jahresbeginn auf über 300’000 Franken.

Doch jetzt ist ein Netzwerk aufgeflogen, das seinen Lebensunterhalt mit Fantasiegeschichten verdient. Die Kantonspolizei Waadt verhaftete Mitte Mai in der Region Lausanne neun Personen im Alter von 18 bis 27 Jahren. Sie werden verdächtigt, in einer Bande von Scheinbankangestellten ihr Unwesen getrieben zu haben. Bei den Verhafteten handelt es sich um vier Ukrainer, drei Schweizer, einen Eritreer und einen Portugiesen. Bei Hausdurchsuchungen stellte die Polizei 36’000 Franken Bargeld sowie diverse Bankkarten sicher. Bei einem der Verhafteten fand sie zudem eine Pistole. Fünf der neun Personen befinden sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Callcenter meist im Ausland

Die Banden haben eine Arbeitsteilung. Die Zentralen mit den Callcentern befinden sich meist im Ausland, in Frankreich, Belgien, Polen oder der Türkei. Die Betrüger durchforsten Telefonbücher nach altertümlich klingenden Namen. Sie heuern lokale Geldabholer an, die das Diebesgut an Drittpersonen weitergeben. Dort wird das Geld gewaschen und auf undurchsichtigen Kanälen zu den Auftraggebern transferiert. Die Geldkuriere werden oft mit vermeintlichen Stelleninseraten in sozialen Medien angeheuert. Oft wissen sie nicht, worauf sie sich genau einlassen.

Manchmal alarmieren Angehörige von Betrugsopfern die Polizei. Der Tessiner Polizei gelang es so, im April in Tenero zwei tschechische Staatsangehörige zu stoppen. Sie werden verdächtigt, in Gordola ältere Menschen ausgenommen zu haben. Das Deliktsgut wurde beschlagnahmt.

 
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