Koks ist das neue Bier, Anne Lévy kritisiert Patrick Fischer und vom eigenen Haus kann man nur noch träumen
Anne Lévy, Direktorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG), kritisiert den ehemaligen Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer. «Warum Herr Fischer so gehandelt hat, muss er selbst erklären. In jedem Fall sind Regeln einzuhalten. Er hätte ja auch ohne Impfung an den Olympischen Spielen in China teilnehmen können – das wäre mit Quarantäne gegangen. Andere Sportler haben das gemacht.» Impfungen seien wichtig, um schwere Verläufe und Leid zu verhindern, sagt Lévy im «SonntagsBlick-Interview».
Zugleich verteidigt sie, dass die Schweiz teure und viele Impfdosen bestellt hat. «Es gab zu Beginn der Pandemie einen harten Wettbewerb um die Verfügbarkeit. Es war nicht klar, welche Firma die besten Impfstoffe hat. Stellen Sie sich vor, wir hätten auf den falschen gesetzt oder zu wenig bestellt!» Insgesamt habe die Schweiz 61 Millionen Dosen gekauft. 17 Millionen wurden in der Schweiz verimpft, 8 Millionen an andere Länder gespendet. Der Rest wurde teils vernichtet, teils auch nicht bezogen, aber bezahlt.

Das heisst: Mehr als 70 Prozent der gekauften Impfdosen wurden in der Schweiz gar nicht genutzt. Lévy verteidigt dies: «Die Schweiz hat eine auf Sicherheit ausgerichtete Strategie verfolgt. Sowohl in Bezug auf Impfstoffe als auch auf deren Mengen. Diese waren so ausgelegt, dass jederzeit die ganze Bevölkerung mehrmals geimpft werden konnte. Dieses Vorgehen hat sich bewährt.» Zudem betont Lévy: «Lieber zu viel bestellen als zu wenig. Dank der Impfungen konnten schwere Krankheitsverläufe, Hospitalisierungen und Todesfälle reduziert werden. Auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen haben wir gelindert. Die Schweiz konnte strenge Massnahmen rascher aufheben als andere Länder.»
Wieso sich der Traum vom eigenen Haus für viele nie erfüllt
Für viele junge Schweizerinnen und Schweizer ist es ein Lebensziel, einmal ein eigenes Haus zu haben. Es bleibt für die meisten nicht nur aktuell wegen der hohen Immobilienpreise unerfüllt – es wird es auch bleiben. Dies zeigen die Beiträge von Politikerinnen und Experten, die die «SonntagsZeitung» zur Zukunft des Einfamilienhauses gefragt hat. So unterschiedliche Gründe sie für dieses Phänomen ausmachen, so einig sind sich alle in der Prognose: 2040 wird das Einfamilienhaus nur noch einer Elite vorbehalten sein.

Sogar Markus Meier, der Direktor des Hauseigentümerverbands, geht davon aus, dass die Zahl der Einfamilienhäuser bis 2040 stagniert oder sinkt. Grund seien die Baulandpreise, die in den nächsten Jahren noch weiter anziehen würden. Laut SP-Nationalrätin Jacqueline Badran kämpft immer mehr Kapital um den immer knapper werdenden bebaubaren Boden, der sich nicht vermehren lässt.
Präsident von Trachtengruppe vergreift sich an Mädchen – und tanzt weiter mit Kindern
Ab Dienstag steht in Biel BE ein 63-Jähriger vor Gericht, weil er sich mutmasslich wiederholt an einem vierjährigen Mädchen vergriffen hat. Statt Gefängnis wurden Ersatzmassnahmen angeordnet: Dem Beschuldigten wurden Tätigkeiten verboten, bei denen er regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen hat. «SonntagsBlick-Recherchen» zeigen jedoch: Der 63-Jährige blieb nach den mutmasslichen Übergriffen Präsident eines Trachtenvereins im Kanton Freiburg, dem auch eine Tanzgruppe von Kindern und Jugendlichen angegliedert ist. Noch vor wenigen Monaten stand er an einem Unterhaltungsabend gemeinsam mit Minderjährigen auf der Bühne.
Kommt hinzu: Der Mann ist bereits einschlägig vorbestraft. Trotzdem leitete er bis zu seinen mutmasslichen erneuten Übergriffen 2023 die Kindergruppe des Trachtenvereins. Nach einer Anfrage von «SonntagsBlick» löschte der Verein einen Eintrag auf der Website. Plötzlich war nur noch eine Frau als Co-Präsidentin der Trachtengruppe aufgeführt. Der 63-Jährige beteuert: «Ich habe mich zu jeder Zeit strikt an die Ersatzmassnahmen gehalten.» Brisant auch: In einem internen Schreiben vom 7. August 2025 kritisierte das Bieler Regionalgericht, dass die Ersatzmassnahmen nicht ausreichend kontrollierbar seien. Die Zuständigen schrieben an das Zwangsmassnahmengericht: «Das Tätigkeitsverbot ist so schwammig formuliert, dass eine Kontrolle durch das Gericht gänzlich unmöglich ist.»
Gefährlicher Trend: Koks ist das neue Bier auf Baustellen
Aus Sicherheitsgründen wird auf Baustellen kaum mehr Alkohol getrunken. Dafür nimmt nun der Konsum von harten Drogen wie Kokain und von Amphetaminen zu, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Erst kürzlich wurden beim Rückbau des stillgelegten Kernkraftwerks Mühleberg Kokainspuren auf einer Toilette entdeckt, zwei Mitarbeiter wurden entlassen. «Der Konsum auf Grossbaustellen ist ein offenes Geheimnis», sagt eine Personalvermittlerin.

Bestätigt wird der Trend auch vonseiten der Gewerkschaft Unia. Als Grund nennt deren Leiter Sektor Bau Chris Kelley die Belastung der Bauarbeiter. «Alle Betroffenen sagen uns das Gleiche: Die Drogen werden wegen des steigenden Drucks genommen», sagt er in der «NZZ am Sonntag». Mit ein Grund für den zunehmenden Konsum ist aber auch die hohe Verfügbarkeit sowie der tiefe Preis der Drogen. Der Baumeisterverband sieht vor allem gesellschaftliche Tendenzen als Grund für die Zunahme. «Was in der Gesellschaft geschieht, spiegelt sich leider auch in der Arbeitswelt», sagt die Sprecherin des Verbandes. (has)
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