Diese TV-Show treibt Peach Weber zur Weissglut
Halt, der Titel könnte zu Missverständnissen führen.
Vielleicht vermuten Sie dahinter eine Höhle, aus der immer wieder die Einfältigen dieser Welt herauskriechen, um einen globalen Furz zu lassen, von dem dann die Menschheit einen Lungenzug nimmt, weil sie muss. Trump, Putin, Musk etc., die sich aufführen wie die grossen Macker, nur um ihren miesen Charakter zu kaschieren.
Oder im Format «Suisse miniature», die lächerliche Köppel-Aktion vor der Uni, welche nur dazu dienen sollte, sich als Märtyrerfigur zu inszenieren, und beweisen sollte, dass Studenten nicht bereit sind zu diskutieren. Das unsägliche Kasperlitheater war klar inspiriert von Charlie Kirk, der in Utah bei einer Diskussionsveranstaltung erschossen wurde.
Natürlich wollte Köppel nicht ganz erschossen werden, aber einen Schuss ins Ohrläppchen hätte er schon in Kauf genommen, um dann die Auflage seines Blättlis steigern zu können. Wichtig war ihm nicht die Diskussion, sondern die knackigen Bilder für seinen Selbstdarstellungskanal.
Aber halt, ich bin abgeschwiffen, es geht mir um eine andere Höhle und deshalb mache ich etwas, was ich noch in keiner Kolumne gesehen habe, ich setze mittendrin einen neuen Titel:
Höhle der Geldsäcke
Genau, es geht um die TV-Sendung «Höhle der Löwen». Jetzt sind wir auf der richtigen Spur. In den letzten Jahren grassierte neben der unsäglichen Manager-Seuche auch eine Investoren-Pest. Manager sind die Blutsauger der Wirtschaft, sie wursteln herum, haben sicher auch in einzelnen Fällen Erfolg, aber selbst wenn sie eine Firma in die Krise führen, passiert ihnen absolut nichts. Sie übernehmen keine Verantwortung, machen sich meistens mit einer schönen Versager-Prämie vom Acker.
Investoren gab es wohl schon immer, aber kaum in dieser zunehmenden Dichte wie in den letzten Jahren. Früher vielleicht eher im Hintergrund arbeitend, haben sie durch diese Fernsehsendung eine öffentliche Plattform bekommen, um sich in Szene zu setzen. Dort sitzen sie, aufgeplustert und haarverpflanzt, und beurteilen Geschäftsideen nur nach der Skalierbarkeit des unnötigen Gerümpels und ob man mit dem Gründermaterial arbeiten kann. Das Produkt kann völlig überflüssig sein, wenn der Investor ein gutes Geschäft riecht, schlägt er zu.
Denn er weiss, einer Menschheit, die so stumpf geworden ist, dass man ihr eine abgrundtief hässliche Puppe teuer verkaufen kann, wenn man sie «Labubu» nennt und eine bekannte Lippenstift-Influencerin mit einem Bündel Geld dazu bringt, sich das Monster pressewirksam an die Handtasche zu hängen, dieser Menschheit kann man auch eine Salatschleuder mit Drehzahlmesser aufschwatzen.
Natürlich sitzt auch einer in der Runde, der so tut, als ob ihm vor allem «die Nachhaltigkeit am Herzen liegt». Ha, ha, haaa. Der hat einfach gemerkt, dass er damit ein Alleinstellungsmerkmal hat.
Oder Carsten Maschmeyer, der in der deutschen Ausgabe versucht, sympathisch rüberzukommen, um seine ersten Geldgeschäfte, welche man unter dem Fachbegriff «Leute bescheissen» zusammenfassen könnte, vergessen zu machen. Da hilft aber auch kein Hektoliter Botox. Sympathische Ausstrahlung kommt von innen heraus, doch wenn da drin nur ein Safe ist, funktioniert es nicht.
Der eigentliche Antrieb für einen Investor ist ja immer: Wie kann ich meine mit Geld gut gefüllte Badewanne noch zum Überlaufen bringen? Investoren sind wie die unsäglichen Algorithmen, sie verstärken nur das, was verkaufbar ist.
Das kann irgendein faszinierender Schrott sein, Hauptsache, er bringt den «Return of investment» so schnell wie möglich. Sie kennen nämlich die Vorliebe des Teufels, dieser entledigt sich ja seines Darminhalts immer auf dem grössten Haufen.
Und so werden sie, dank unserer Schwarmdummheit, irgendwann zu Milliardären und drehen dann endgültig durch. Sie kaufen sich Politiker, manipulieren Wahlen, kritisieren Philosophen und stellen idiotische Utopien auf, mit denen man heute an der Börse, trotz Aussichtslosigkeit, einen Hype erzeugen kann. Dagegen ist das Hypchen von Smart-Hayek nur ein Damenfürzchen (oder Herrenfürzchen).
Zum Schluss noch etwas Positives: Ich danke den Verantwortlichen im Bahnhof Rotkreuz herzlich, dass es dort noch ein offenes WC gibt, welches nichts kostet (nicht mal ein Füffzgi) und trotzdem sauber ist. Eine löbliche Ausnahme.
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