Patrouille Suisse fliegt über St. Moritzer Luxus-Event – das steckt dahinter
Wo fliegt die Patrouille Suisse am Wochenende?
Beim «The I.C.E» in St. Moritz. Am Wochenende ist der Engadiner Klassik-Event Treffpunkt für wohlhabende Oldtimer-Fans, die für eine Fahrt über den gefrorenen St. Moritzersee ihre Fahrzeuge aus den Garagen holen. Auch gewöhnliche Autofans sind dabei, vergangenes Jahr besuchten Tausende den Anlass. Für die kommende Ausgabe werben die Veranstalter in einer Medienmitteilung mit der «ausserordentlichen Teilnahme» der Patrouille Suisse, die ihren letzten Auftritt im Engadin fliege.
Gleich zwei Mal soll die Kunstflugstaffel am St. Moritzer Himmel erscheinen. Am Freitag findet ab 14 Uhr das Training statt, am Samstag zur gleichen Zeit die eigentliche Flugvorstellung.
Fliegt die Patrouille Suisse für den Event in St. Moritz ausserordentlich aus?
Die Schweizer Armee verneint. Die Flugvorführung führe zu keinen zusätzlichen Einsätzen. «Die geflogenen Flugstunden werden den Piloten vollumfänglich an ihre Trainingsstunden angerechnet, die sie sonst anderweitig fliegen würden», schreibt Armee-Sprecher Mathias Volken. Das Fliegen mit der Patrouille Suisse ist für die Piloten lediglich eine Nebentätigkeit. Hauptsächlich gewährleisten sie mit den F/A-18 den luftpolizeilichen Dienst.
Weshalb soll es zum Grounding der F-5-Tiger-Jets kommen?
Vergangenes Jahr hat der Ständerat knapp die Ausserdienststellung der letzten F5-«Tiger» beschlossen. Die Kampfjets stehen noch bis 2027 im Einsatz. Zum Entscheid im Parlament trug auch das Argument bei, dass die jährlich gut 44 Millionen Franken für die Fliegerstaffel in die Stärkung der Armee fliessen sollen.
Heute kommen die F-5-Tiger-Jets hauptsächlich im Rahmen von Patrouille Suisse-Shows zum Einsatz. Wegen veralteter Technik sind die Kampfjets für die Luftverteidigung ungeeignet.
Was sagt die Politik zum Ende der F-5-Tiger?
Grüne-Nationalrat Balthasar Glättli ärgert, dass die F-5-Tiger Flugzeuge trotz feststehendem Aus noch zum Einsatz kommen. «Wir diskutieren derzeit über eine Mehrwertsteuererhöhung zugunsten des Armeebudgets und erfahren laufend, wie der F35-Kauf teurer wird. Da wäre es angebracht, vorzeitig auf unnötige Einsätze zu verzichten», sagt er.
Anderer Meinung ist SVP-Ständerat Werner Salzmann. Ein vorzeitiges Grounding wäre aus seiner Sicht falsch. Denn: «Diverse Veranstalter haben die Staffel noch gebucht. Ihnen jetzt eine Absage zu erteilen, wäre ein Verstoss gegen Treu und Glauben.» Er ist auch der Meinung dass es auch künftig eine Patrouille Suisse mit Kampfflugzeugen brauche. «Die heutige Patrouille Suisse hat grossen Rückhalt im Volk. Mit einer Abschaffung setzen wir auch das Wohlwollen für Armee-Vorlagen aufs Spiel.»
Wer entscheidet, wo die Patrouille Suisse noch fliegt?
Wer einen Anlass organisiert, kann für einen Auftritt der Fliegerstaffel ein Gesuch einreichen. Die Patrouille Suisse fliegt gemäss Angaben der Schweizer Armee vorwiegend bei Anlässen von nationaler, kantonaler oder regionaler Bedeutung. Wo die Flugeinsätze stattfinden, hänge von den Kapazitäten der Luftwaffe ab. Das Programm legt ihr Kommandant fest. Seinen Entscheid segnen der Chef der Armee und letztinstanzlich der für das VBS zuständige Bundesrat ab.
Bezahlen Veranstalter für Flugshows der Patrouille Suisse?
Abgesehen von einer Haftpflichtversicherung kostet der Auftritt der Patrouille Suisse für Veranstalter nichts, schreibt die Schweizer Armee. Damit sind die Flugshows durch die Allgemeinheit finanziert – auch jene in St. Moritz.
Welches Flugzeug soll den F-5-Tiger ersetzen?
Das ist noch unklar. Zur Debatte steht ein günstigeres und emissionsärmeres Turbinen-Propeller-Flugzeug für Flugvorstellung, die PC-7. Armee-Sprecher Mathias Volken schreibt auf Anfrage, die Flug-Vorführungen böten wichtige Gelegenheiten, die Arbeit, die Fähigkeiten und die Bedeutung der Luftwaffe einem breiten Publikum zu zeigen. Es gelte nun die PC-7-Flugzeugen als Nachfolgelösung zu prüfen.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben






Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.