Messerattacke: «Solche Menschen wollen wir hier nicht» – Regierungsrat Fehr spricht von «Terrorakt»
Ein 31-jähriger schweizerisch-türkischer Doppelbürger hat am Donnerstag am Bahnhof Winterthur gegen 8.30 Uhr mehrere Personen mit einem Messer attackiert und verletzt.
Am Nachmittag hat der Kommandant der Kantonspolizei Zürich, Marius Weyermann, zusammen mit Regierungsrat Mario Fehr über den Vorfall informiert, den Letzterer gleich zu Beginn ausdrücklich als «Terrorakt» bezeichnete.

Bereits fünf Minuten nachdem die Meldung über die Messerattacke bei der Stadtpolizei Winterthur eingegangen war, konnte der Täter verhaftet werden.
Drei Männer sind durch den Täter verletzt worden, erklärte Weyermann. Sie alle wurden ins Spital gebracht. Ein 28-Jähriger habe eine Stichverletzung erlitten. Seine Entlassung aus dem Spital stehe kurz bevor. Ein 43-Jähriger sei am Hals verletzt worden, konnte das Spital aber bereits wieder verlassen. Schwerer verletzt worden sei ein 52-Jähriger. Er habe eine Stichwunde am Oberschenkel erlitten und musste sich einer Notoperation unterziehen. Er liegt weiterhin im Spital.

Kurz nach der Tat sei klar geworden, dass man das Motiv im Bereich von Radikalisierung und Extremismus suchen müsse, sagte Weyermann weiter. Viele Passanten hätten die Tat miterleben müssen, darunter auch eine Schulklasse. Diese wurde danach von der Jugendpolizei betreut.
Fehr nennt Namen des Täters und sagt: «Solche Leute wollen wir hier nicht»
Während Weyermann den Täter zunächst beschrieb und erklärte, dass der Mann polizeibekannt sei und er IS-Propaganda verbreitet habe, liess Mario Fehr gleich danach die Bombe platzen: Er nannte den vollen Namen des Täters (Nesip Dedeler) und erläuterte, dass dieser 1994 in der Schweiz geboren und 2009 eingebürgert wurde.
Damit nicht genug: Weiter forderte Fehr, dass dem Täter der Schweizer Pass entzogen wird. Dies habe er auch beim Staatssekretariat für Migration so deponiert. Fehr weiter: «Wir wollen solche Leute nicht hier haben.»
Wie in der Zwischenzeit ebenfalls bekannt geworden ist, lebte der Täter ungefähr zwei Jahre lang in der Türkei, bevor er in die Schweiz zurückkam und offenbar mindestens einmal in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Dort versuchte er sich immer mal wieder mit Ausbrüchen. Einen Tag vor dem Anschlag in Winterthur entliess man ihn, da er weder selbst- noch fremdgefährdend sei.
Der Liveticker zur Medienkonferenz zum Nachlesen:
15:32 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Die Pressekonferenz ist vorbei
Es gibt keine weiteren Fragen, die Pressekonferenz ist beendet.
15:30 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Mehrere Menschen haben Mut bewiesen
Mehrere Personen hätten sich sehr mutig verhalten beim Angriff, sagt Polizeikommandant Weyermann. Er erwähnt unter anderem eine Lehrerin, die sich schützend vor ihre Klasse gestellt hatte.
15:28 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Der Mann hat mehrere Jahre in der Türkei gelebt
In den vergangenen Jahren war der Mann nicht durchgehend in der Schweiz. Er hatte sich länger bei den Behörden abgemeldet und lebte «wohl die meiste Zeit in der Türkei», wie Mario Fehr sagt.
15:25 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Mit Wahnvorstellungen bei der Polizei gemeldet
Der Täter hatte sich mit wirren Aussagen bei der Polizei gemeldet. Dabei sei es aber nicht um Gewaltandrohungen gegangen, betont Weyermann. Vielmehr habe der Mann den Eindruck gemacht, dass er Wahnvorstellungen habe.
Fehr will den Mann aber nicht einfach als «Verrückten» gelten lassen. Er habe einen dschihadistischen Hintergrund.
15:23 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Keine weiteren Infos zur Waffe
Über die Tatwaffe gibt es keine weiteren Auskünfte. Kommandant Weyermann verweist auf das laufende Verfahren.
15:19 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Der Mann habe sich radikalisiert
Fehr betont, der Mann habe sich in den letzten Jahren radikalisiert und habe eine Nähe zum Islamischen Staat. Daher sei es klar ein Terrorakt. Er sei auch überzeugt, dass es richtig sei den Namen des Täters zu nennen. «Sie hätten ihn ja sowieso herausgefunden», so Fehr. Er sei transparent.
15:17 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Fehr fordert Entzug des Schweizer Pass
Mario Fehr nennt den Namen des mutmasslichen Täters (Nesip Dedeler) und fordert, dass ihm der Schweizer Pass wieder entzogen wird. Eine entsprechende Forderung sei bereits an das Staatssekretariat für Migration übermittelt worden. «Wir wollen so Leute nicht hier haben», so Fehr.
15:13 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Er war in der Psychiatrie
Der Täter war kurz vor der Tat in psychiatrischer Behandlung. Er hatte sich zuvor bei der Polizei gemeldet und «wirre Aussagen» gemacht. Einen Tag vor dem Angriff hatte er die Klinik verlassen. Zuvor hatte ein Arzt befunden, dass er keine Gefahr für sich noch für andere darstelle. Daher konnte er die Einrichtung auf eigenen Wunsch verlassen.
15:11 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Der Täter war der Polizei bekannt
Wie der Kommandant ausführt, ist der Täter kein Unbekannter. Bereits mehrfach kam er mit dem Gesetz in Konflikt. Unter anderem wegen Raufhandel aber auch wegen Propaganda für die Terrororganisation IS.
15:08 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Drei verletzte Personen
Der Polizei sei um kurz nach 8.30 Uhr eine Meldung eingegangen. Rasch sei man ausgerückt und habe drei verletzte Menschen angetroffen. Beim Angreifer handle es sich um einen türkisch-schweizerischen Doppelbürger. Alle Opfer seien Schweizer, sagt Polizeikommandant Marius Weyermann. Ein Opfer musste notoperiert werden. Die zwei anderen Opfer seien weniger schlimm verletzt.

15:06 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Fehr spricht von einem «Terrorakt»
Der Polizei gehe es um sachliche Informationen, sagt der Mediensprecher. Regierungsrat Mario Fehr spricht aber sofort Klartext: «Für mich ist das ein Terrorakt». Das habe er schon beim Angriff auf einen jüdischen Menschen in der Stadt Zürich gesagt.

15:03 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Regierungsrat Mario Fehr auch vor Ort
Neben dem Polizeikommandanten Marius Weyermann wird auch Regierungsrat und Sicherheitsdirektor Mario Fehr an der Pressekonferenz Auskunft geben.
15:02 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Vorab-Info: Der Täter kam aus der Psychiatrie
Der Täter von Winterthur hat rund zwei Jahre in der Türkei gelebt, bevor er wieder in die Schweiz zurückkehrte und auch in die Psychatrie eingewiesen wurde. Einen Tag vor dem Anschlag wurde er laufen gelassen.
14:32 Uhr
Donnerstag, 28. Mai
Herzlich willkommen
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Herzlich willkommen zum Liveticker zur Medienkonferenz der Kantonspolizei Zürich, die über den Vorfall am Bahnhof Winterthur von heute Donnerstagmorgen informiert. Ein Mann hat mehrere Personen mit einem Messer attackiert und drei Menschen verletzt.
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