­
­
­
­

Kein Gemeindereferendum auf Bundesebene

Der Nationalrat will das Referendumsrecht auf Bundesebene nicht auf die Gemeinden ausweiten. Er hat am Donnerstag einer parlamentarischen Initiative keine Folge gegeben. Damit ist das Anliegen vom Tisch.
Der Nationalrat lehnt es ab, dass künftig 200 Gemeinden gemeinsam ein Referendum auf Bundesebene ergreifen können. (Themenbild)
Der Nationalrat lehnt es ab, dass künftig 200 Gemeinden gemeinsam ein Referendum auf Bundesebene ergreifen können. (Themenbild) (Bild: KEYSTONE/WALTER BIERI)

Der Solothurner CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt wollte das Referendumsrecht in der Bundesverfassung ergänzen. Demnach sollten nicht nur 50'000 Stimmberechtigte, sondern auch 200 Gemeinden aus fünfzehn Kantonen oder acht Kantone innerhalb von hundert Tagen seit der amtlichen Veröffentlichung des Erlasses einen Urnengang erzwingen können.

In sieben Kantonen existiert bereits ein Gemeindereferendum. In Baselland, Graubünden, Luzern, Solothurn, Zürich, im Jura und Tessin können die Gemeinden das Referendum gegen Kantonserlasse ergreifen und so das Volk für eine Abstimmung an die Urne bitten.

Die Erfahrungen zeigten, dass das Instrument nicht exzessiv angewendet werde, sagte Müller-Altermatt. Anderswo seien die Gemeinden immer mehr reine Vollzugsorgane von Bund und Kantonen. Dabei sei die Gemeindeautonomie ein tragender Pfeiler der föderalen Schweiz. "Die Gemeinden sind am nächsten bei den Bürgern."

Zu viele offene Fragen

Eine Mehrheit der grossen Kammer äusserte staatspolitische Bedenken. Demnach wäre es insbesondere problematisch, wenn das vorgeschlagene kommunale Referendumsrecht ein Recht der Exekutive würde und folglich der Gemeinderat und nicht die Gemeindeversammlung oder das Gemeindeparlament über das Ergreifen des Referendums entscheiden könnte. Die bestehenden Instrumente reichten aus, um Anliegen von Gemeinden Gehör zu verschaffen, lautete der Tenor.

Eine linke Minderheit verwies hingegen darauf, dass der Bund bei seinem Handeln die möglichen Auswirkungen auf die Gemeinden beachten müsse, diesen Grundsatz aber zunehmend verletze. Zudem dürfe das "demokratiebelebende Potenzial" eines Gemeindereferendums nicht unterschätzt werden.

Der Nationalrat lehnte die parlamentarische Initiative schliesslich mit 126 zu 51 Stimmen ab. Nur die SP stimmte geschlossen zu. (sda)

 
Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Kommentare
Keine Kommentare

    Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben

Kommentare hinzufügen

Ähnliche Artikel

Abo

Wattwiler Flüchtlingsfamilie: Von «Es darf keine Hetzjagd geben» bis «Kann Alois Gunzenreiner verstehen»

Die SVP lobte den Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner für sein Vorgehen bei der Wattwiler Flüchtlingsfamilie, von der SP gab es Kritik. Wie stehen eigentlich die Parteikollegen von Alois Gunzenreiner zu seinem Vorgehen? Diese Zeitung hat vier Toggenburger Mitte-Politiker befragt.
31.03.2026
AboKommentar

Planungsdebakel 2.0: Der Spitalneubau wird zur Ruine des Vertrauens

2024 noch als «wasserdicht» verkauft, droht der Spitalneubau nun endgültig zu scheitern. Die Politik muss klären: Wer hat wen angelogen? Ein Kommentar von David Sele.
29.01.2026
AboNeues Gasthaus, alter Name

Plankner wollen den Namen Saroja behalten

Die Bürgerinnen und Bürger von Planken haben entschieden: Das neue Gasthaus soll nach dem Vorgänger benannt werden. Also Saroja bleibt Saroja der Ort ändert sich aber.
23.12.2025

Wettbewerb

Vaterland Online verlost 10x2 Tageskarten für die «RHEMA»
RHEMA 2024

Umfrage der Woche

Was ist Ihnen an Ostern am wichtigsten?
­
­