Hitzesommer legt Leichen von zwei Belgiern auf Gletscher frei
Es dauerte mehr als dreissig Jahre, bis der Gletscher ihre Leichen freigab. Nun haben die Angehörigen von zwei Belgiern endlich Gewissheit - auch wenn es eine traurige ist. Mittels eines DNA-Tests wurden die Überreste von zwei Menschen, die auf dem Triftgletscher gefunden wurden, identifiziert.
Die beiden Opfer wurden seit 1992 vermisst. Es handelte sich um zwei Männer, die zum Zeitpunkt ihres Verschwindens 39 und 41 Jahre alt waren. Wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis schreibt, wurden die Leichen Ende Juli entdeckt. «Durch den Rückgang der Gletscher kommt es immer wieder vor, dass die sterblichen Überreste von Menschen zum Vorschein kommen, die bereits vor mehreren Jahrzehnten in den Bergen verschwunden sind», heisst es in der Mitteilung. Die Behörden führten eine entsprechende Liste mit vermissten Personen seit 1925.
Bergsteiger gerieten in prekäre Wetterverhältnisse
Die Geschichte des aktuellen Fundes reicht zurück bis zum 4. September 1992. An jenem Freitagmorgen brachen die beiden Belgier von der auf 2726 Metern gelegenen Weissmieshütte auf. Ihr Weg sollte über den 4017 Meter hohen Weissmies zur Almagellerhütte führen. Doch während der Tour gerieten die beiden in prekäre Wetterverhältnisse. Ihr Ziel erreichten sie nie.
Eine erste Suchaktion mit Helikoptern war gemäss der belgischen Zeitung «Het Laatste Nieuws» erfolglos geblieben. Im Januar 1993 machte ein Wanderer dann auf dem Triftgletscher einen Fund: einen Kletterrucksack. Es war eine erste konkrete Spur zu den Vermissten – die beiden Männer selbst blieben jedoch wie vom Erdboden verschluckt.
Selbst eine weitere, aussergewöhnliche Suchaktion brachte keine Gewissheit. Im August 1994 reiste eine Gruppe belgischer Höhlenforscher ins Wallis. Sie untersuchte während einer Expedition die Gletscherspalten rund um jene Stelle, an der zuvor der Rucksack gefunden worden war – ohne Erfolg.
Jetzt – 34 Jahre später – hat der Gletscher die beiden Menschen freigegeben.
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