So hilft die Schweiz nach dem Mega-Beben in Venezuela
Das schwere Erdbeben in Venezuela war auch in der Schweiz zu spüren. Wie der Schweizerische Erdbebendienst gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte, hätten Messgeräte das Beben «deutlich registriert».
Erschüttert hat es nicht nur den Boden, sondern auch die Politik. Bundespräsident Guy Parmelin hat Venezuela die Unterstützung der Schweiz angeboten. Auf X sprach er den Betroffenen sein Beileid aus. «Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und allen Betroffenen», so Parmelin.
Die venezolanischen Behörden haben das Schweizer Hilfsangebot angenommen. Laut dem Eidgenössischen Aussendepartement (EDA) wird die Rettungskette Schweiz mit achtzig Mitgliedern und acht Suchhunden mobilisiert, im Gepäck haben sie 18 Tonnen Rettungsmaterial. Die Rettungskette hat den Auftrag, Erdbebenopfer in den Trümmern zu suchen und zu bergen. In der Nacht auf Freitag machen sich die Retterinnen und Retter auf den Weg. Ihr Abflug ab Zürich ist für 2 Uhr geplant.
Nothilfe und Spendenaktion
Auch Schweizer Hilfswerke werden aktiv. Caritas Schweiz spricht 100'000 Franken für die Nothilfe. Derzeit klärt sie mit den Partnern des internationalen Netzwerks vor Ort ab, was am dringendsten benötigt wird. Besonders betroffen sind die Hauptstadt Caracas und die nördliche Küstenregion – Gebiete, in denen die Menschen bereits massiv unter der anhaltenden wirtschaftlichen Krise, Ernährungsknappheit und der Hyperinflation leiden. Die Lage sei unüberschaubar und lasse Schlimmstes erahnen.
«Die Katastrophe trifft auf eine schwer gebeutelte Region», sagt Rafael Filliger, Programmdirektor Venezuela von Caritas Schweiz. «Viele Menschen lebten schon vor dem Beben in extremer Armut, mangelnder Ernährung und hatten keinen verlässlichen Zugang zu medizinischer Versorgung.»
Die Glückskette startet eine Online-Spendenaktion und ruft zu Solidarität mit den betroffenen Menschen auf. Man stehe mit den Partnerorganisationen in Kontakt. Es sei zu befürchten, dass die lokalen Strukturen rasch überlastet werden.
Darum will sich die Glückskette zunächst auf Nothilfe konzentrieren: provisorische Unterkünfte, Zugang zu sauberem Trinkwasser, medizinische Versorgung, Hygieneartikel sowie die Verteilung von Gütern des täglichen Bedarfs.
Je nach Situation werden auch längerfristige Massnahmen ins Auge gefasst, um den Menschen eine Zukunftsperspektive zu geben. Glückskette-Direktorin Miren Bengoa sagt: «Wir befürchten, dass viele Menschen dringend Hilfe benötigen werden.»
Bislang keine Schweizer Opfer
Bislang liegen dem EDA keine Informationen vor, dass auch Schweizerinnen und Schweizer unter den Opfern wären. Die Abklärungen seien im Gang. Im Land leben rund tausend Auslandschweizerinnen und -schweizer. Auf der «Travel Admin»-App des Bundes haben sich nur fünf Schweizerinnen und Schweizer mit Aufenthaltsort Venezuela registriert. Dabei handelt es sich um die Reise-App des Aussendepartements, die etwa in Krisenfällen bei der Organisation einer Rückreise helfen kann.
Das Schweizer Botschaftspersonal sei wohlauf, teilt das EDA weiter mit. Die Botschaft blieb am Donnerstag aus Sicherheitsgründen geschlossen. Das EDA rät den Schweizerinnen und Schweizern, sich an die Anweisungen der venezolanischen Behörden zu halten. In dringenden Fällen könnten sie sich auch an die EDA-Helpline wenden. Seit Längerem rät das Aussendepartement von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen nach Venezuela ab.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben





Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.