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So hilft die Schweiz nach dem Mega-Beben in Venezuela

Bund und Hilfswerke mobilisieren Rettungskräfte für Venezuela. Allen ist bewusst: Die Lage vor Ort lässt Schlimmstes erahnen.
Patienten liegen vor einem evakuierten Krankenhaus in Catia La Mar. (Bild: Pedro Mattey)

Das schwere Erdbeben in Venezuela war auch in der Schweiz zu spüren. Wie der Schweizerische Erdbebendienst gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte, hätten Messgeräte das Beben «deutlich registriert».

Erschüttert hat es nicht nur den Boden, sondern auch die Politik. Bundespräsident Guy Parmelin hat Venezuela die Unterstützung der Schweiz angeboten. Auf X sprach er den Betroffenen sein Beileid aus. «Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und allen Betroffenen», so Parmelin.

Die venezolanischen Behörden haben das Schweizer Hilfsangebot angenommen. Laut dem Eidgenössischen Aussendepartement (EDA) wird die Rettungskette Schweiz mit achtzig Mitgliedern und acht Suchhunden mobilisiert, im Gepäck haben sie 18 Tonnen Rettungsmaterial. Die Rettungskette hat den Auftrag, Erdbebenopfer in den Trümmern zu suchen und zu bergen. In der Nacht auf Freitag machen sich die Retterinnen und Retter auf den Weg. Ihr Abflug ab Zürich ist für 2 Uhr geplant.

Nothilfe und Spendenaktion

Auch Schweizer Hilfswerke werden aktiv. Caritas Schweiz spricht 100'000 Franken für die Nothilfe. Derzeit klärt sie mit den Partnern des internationalen Netzwerks vor Ort ab, was am dringendsten benötigt wird. Besonders betroffen sind die Hauptstadt Caracas und die nördliche Küstenregion – Gebiete, in denen die Menschen bereits massiv unter der anhaltenden wirtschaftlichen Krise, Ernährungsknappheit und der Hyperinflation leiden. Die Lage sei unüberschaubar und lasse Schlimmstes erahnen.

«Die Katastrophe trifft auf eine schwer gebeutelte Region», sagt Rafael Filliger, Programmdirektor Venezuela von Caritas Schweiz. «Viele Menschen lebten schon vor dem Beben in extremer Armut, mangelnder Ernährung und hatten keinen verlässlichen Zugang zu medizinischer Versorgung.»

Die Glückskette startet eine Online-Spendenaktion und ruft zu Solidarität mit den betroffenen Menschen auf. Man stehe mit den Partnerorganisationen in Kontakt. Es sei zu befürchten, dass die lokalen Strukturen rasch überlastet werden.
Darum will sich die Glückskette zunächst auf Nothilfe konzentrieren: provisorische Unterkünfte, Zugang zu sauberem Trinkwasser, medizinische Versorgung, Hygieneartikel sowie die Verteilung von Gütern des täglichen Bedarfs.

Je nach Situation werden auch längerfristige Massnahmen ins Auge gefasst, um den Menschen eine Zukunftsperspektive zu geben. Glückskette-Direktorin Miren Bengoa sagt: «Wir befürchten, dass viele Menschen dringend Hilfe benötigen werden.»

Bislang keine Schweizer Opfer

Bislang liegen dem EDA keine Informationen vor, dass auch Schweizerinnen und Schweizer unter den Opfern wären. Die Abklärungen seien im Gang. Im Land leben rund tausend Auslandschweizerinnen und -schweizer. Auf der «Travel Admin»-App des Bundes haben sich nur fünf Schweizerinnen und Schweizer mit Aufenthaltsort Venezuela registriert. Dabei handelt es sich um die Reise-App des Aussendepartements, die etwa in Krisenfällen bei der Organisation einer Rückreise helfen kann.

Das Schweizer Botschaftspersonal sei wohlauf, teilt das EDA weiter mit. Die Botschaft blieb am Donnerstag aus Sicherheitsgründen geschlossen. Das EDA rät den Schweizerinnen und Schweizern, sich an die Anweisungen der venezolanischen Behörden zu halten. In dringenden Fällen könnten sie sich auch an die EDA-Helpline wenden. Seit Längerem rät das Aussendepartement von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen nach Venezuela ab.

 
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