Sie flohen in geklauten Luxuskarossen: Jetzt sind die Autodiebe (17) aus Frankreich geschnappt
Die Einbrecher hatten es im Februar zuerst auf eine Autogarage in Wynigen abgesehen, dann nahmen sie einen Betrieb in Meiringen ins Visier. Ihr Ziel: hochpreisige Autos klauen. Beide Male durchkreuzte eine Patrouille der Berner Kantonspolizei die Pläne; sie nahm jeweils mehrere Personen fest.
Zwei von ihnen, die zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alt waren, legen die Ermittler insgesamt 14 Einbrüche vorwiegend in Autogaragen zur Last. Dies teilen die Polizei und die Berner Jugendanwaltschaft am Donnerstag mit. Die beiden minderjährigen Franzosen sind zum Teil geständig.
Die Ermittler bringen sie mit Delikten in Verbindung, die sie zwischen November 2025 und Februar 2026 in den Kantonen Bern, Zug und Wallis begangen haben sollen. Die Jugendlichen sind mittlerweile aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Zweimal gelang es ihnen, mit gestohlenen Luxusautos über die Grenze zu flüchten. Das Deliktsgut beläuft sich insgesamt auf rund 450'000 Franken, der Sachschaden auf 90'000 Franken.
Mehr als 400 Fälle seit Anfang 2025
Mittlerweile vergeht in der Schweiz kaum ein Tag, an dem nicht Luxusautodiebe ihr Unwesen treiben. Seit Anfang 2025 hat das Bundesamt für Polizei (Fedpol) mindestens 435 Einbrüche oder Einbruchsversuche in Autogaragen registriert. Allein in diesem Jahr sind es schon 116 Fälle.
Wegen der Ausbreitung des Phänomens haben der Bund und die Kantone im April eine nationale Taskforce installiert. «Der Fokus liegt dabei ausdrücklich auf der Identifikation, Aufklärung und Zerschlagung der dahinterstehenden Täterstrukturen und Organisatoren», so das Fedpol, das in der Taskforce eine koordinierende Rolle übernimmt. Für Polizeieinsätze an der Front und die Strafverfolgung sind die Kantone zuständig.
Die Polizei verzeichnet bereits Erfolge gegen die Diebe schicker Karossen. So registrierte etwa die Kantonspolizei St. Gallen von Anfang Jahr bis Anfang April 36 Einbrüche in Garagen und nahm 28 Personen meist direkt nach der Tat fest.
Bei den Tätern handelt es sich um meist perspektivlose, oft minderjährige Franzosen aus den Vorstädten. Hintermänner rekrutieren sie via soziale Medien und locken mit 500 bis 10'000 Euro für die Einsätze. Oft liefern sich die Täter haarsträubende und gefährliche Verfolgungsjagden mit der Polizei. Schon mehrfach ist es zu Unfällen gekommen.
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