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Christoph Blocher verabschiedet sich als Verleger

«Bündner Tagblatt», «Basler Zeitung», «Tagblatt»: Der SVP-Politiker beendet seine durchzogene Bilanz als Zeitungsunternehmer.
2018 verkaufte Christoph Blochers die «Basler Zeitung» an die TX Group - seither ist er als Verleger von Gratisanzeigern im Verlagsgeschäft tätig geblieben. (Bild: Roland Schmid)

Das Newsportal «Nau» übernimmt die 23 Gratiszeitungen von Christoph Blocher (85). Dessen Beteiligungsgesellschaft Robinvest erhält im Gegenzug 15 Prozent an der «Nau»-Herausgeberin Interact Media Group. Damit endet Blochers Berufskarriere als Zeitungsunternehmer, die vor vierzig Jahren ihren Anfang genommen hat.

Als 1986 das «Bündner Tagblatt» vor dem finanziellen Abgrund stand, griff Blocher, der Eigner der Ems Chemie, zu und rettete die Zeitung. Allerdings zeitlich beschränkt. Ab 1996 wurde das Blatt schrittweise doch mit dem Konkurrenten «Bündner Zeitung» zusammengeführt und in die Somedia-Gruppe integriert. Eine Bündner Tagblatt Verlags AG mit einem Vertreter der Blocher-Familie gibt es noch heute.

Das Abenteuer «Basler Zeitung» ohne Happy-end

Nach verschiedenen Zeitungsideen, die nicht über den Projektstand hinauskamen, folgte 2010 der Coup: die faktische Übernahme der «Basler Zeitung». Allerdings schickte Blocher zuerst Strohmänner in Position, bevor er die Übernahme offen einräumte. Mit Markus Somm als Chefredaktor verpasste er der Zeitung einen strammen Rechtskurs. Wirtschaftlich ging die Rechnung nicht auf. 2018 verkaufte er die Zeitung der TX Group.

Blocher, der sich mit Onlinemedien nicht anfreunden konnte, blieb mit Gratiszeitungen verlegerisch tätig. Er übernahm von der Ostschweizer Zehnder-Gruppe 23 Anzeigenblätter wie der «Zuger Woche» oder den «Aarauer Nachrichten». Diese Palette reicherte er um Zürcher Publikationen wie dem «Tagblatt der Stadt Zürich» an, die er mit dem Verkauf der «Basler Zeitung» von der TX Gruppe übernommen hat.

Vom damals kolportierten Schreckgespenst, Blocher nehme mit den Blättern politisch Einfluss, war in den vergangenen sechs Jahren nichts zu erkennen. Das Interesse von «Nau» an den Publikationen ermöglicht nun aber immerhin eine geregelte Nachfolgelösung.

 
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