Regionaler Berufsnachwuchs auf globaler Bühne: Diese Talente vertreten die Schweiz in Shanghai
China richtet gross an, wenn es vom 22. bis 27. September die 48. Ausgabe der WorldSkills austrägt. Die rund 1'400 Wettkämpferinnen und Wettkämpfer aus über 60 Ländern und Regionen werden im «National Exhibition und Convention Center» in Shanghai eine Infrastruktur antreffen, die ihresgleichen sucht. Das Wahrzeichen der Metropole mit seiner markanten vierblättrigen Architektur gehört zu den grössten Messekomplexen der Welt. Die Wettkampffläche erstreckt sich über 360’000 m², was ungefähr 50 Fussballfeldern entspricht.
Vier Talente – vier verschiedene Berufe
Die Schweizer Delegation umfasst 42 junge Berufstalente, die in 38 Disziplinen antreten – darunter vier aus unserer Region. Cyrill Koller aus Rossrüti startet in der Kategorie «Industry 4.0». Der 20-Jährige absolvierte seine Informatikerlehre bei der Bühler AG in Uzwil und gewann bei den SwissSkills 2025 die Goldmedaille, nachdem er bereits 2023 an den Schweizer Berufsmeisterschaften der Tech-Industrie («IndustrySkills») sowie bei den SwissSkills Silber geholt hatte.

In der Kategorie «Welding» vertritt Julian Fürer aus Zuckenriet die Schweiz. Der Bronze-Gewinner der SwissSkills 2025, der seine Ausbildung zum Anlagen- und Apparatebauer bei der Bischof Anlagenbau AG in Waldkirch absolvierte, wird sein Können in Präzision, Qualität, Sicherheit und Effizienz beim Schweissen von Bauteilen unter Beweis stellen.
Dritter St.Galler im Team ist Robin Hollenstein aus Bütschwil. Der Schweizermeister (Gold) an den SwissSkills 2025 schloss letztes Jahr die Maurerlehre bei Oberhänsli Bau AG, Mosnang ab. Der 19-jährige FC Bütschwil-Trainer hat auch beruflich ehrgeizige Ziele: Bauvorarbeiter will er werden, dann Polier.

Sandro Amrhein kommt aus Balterswil und tritt in der Kategorie «Heavy Vehicle Technology» an, die Kompetenzen in Mechanik, Motorentechnik, Elektrik und Hydraulik vereint. Der 22-jährige Hinterthurgauer absolvierte seine Lehre als Baumaschinenmechaniker bei Kuhn Schweiz AG in Lommis und gewann an den SwissSkills 2025 die Silbermedaille.
Berufliche Fähigkeiten allein reichen nicht
Der Weg an die zweijährlich stattfindenden Weltmeisterschaften ist anspruchsvoll: Voraussetzung ist in der Regel ein Spitzenresultat an den nationalen Berufsmeisterschaften, den SwissSkills – meist eine Goldmedaille oder ein Podestplatz.

Zusätzlich müssen die Kandidatinnen und Kandidaten ein mehrstufiges Selektionsverfahren durchlaufen, in dem neben fachlichem Können auch Belastbarkeit, Präzision, Motivation sowie Englischkenntnisse geprüft werden. Wer überzeugt, wird ins Nationalkader aufgenommen und gezielt auf den internationalen Wettbewerb vorbereitet. Dafür können gut um die 1000 Trainingsstunden pro Teilnehmer anfallen.
Beste europäische Nation der Vergangenheit
Die Schweiz ist bei den WorldSkills regelmässig vorne mit dabei. Von den WorldSkills 2024 in Lyon kehrte sie mit 15 Medaillen zurück: je sieben Goldenen und Silbernen sowie einer Bronzenen. Damit belegte die Schweiz weltweit den dritten Rang und war die stärkste europäische Nation. Auch die Region konnte sich freuen: Der Flawiler Metallbauer Julian Gemperli sicherte sich in seiner Kategorie Silber.
Schon 2022 punktete die Schweiz als beste europäische Nation mit insgesamt 19 Medaillen, von denen eine Bronzene an die Münchwiler Restaurantfachfrau Shania Colombo ging.
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